Dokumente und Papierkram

Einreise und Grenzübergänge allgemein

Allgemeine gilt für alle Einreiseszenarien, dass wir mit Schweizerpässen reisen. Für andere Länder gelten oft andere Einreisebestimmungen.

Bisher hatten wir an den Grenzen keine grossen Probleme. Die Abläufe sind nicht nur für Uneingeweihte etwas unklar, aber mit Geduld oder mit Hilfe der Tramitadores (Zollhelfer) kommt man durch.

Abzockversuche kann man meistens durch Zahlung nur gegen Quittung umgehen, es lohnt sich aber auch nicht wegen 5 US$ einen Aufstand zu machen. Wichtig ist auch, nie unter Zeitdruck an eine Grenze zu kommen. Unsere Aussage war oft, „Wir haben mehr Zeit als Geld.“, wenn jemand gegen mehr oder weniger bescheidene Gebühren denn Ablauf etwas ölen wollte. Man ist auf der sicheren Seite, wenn man bereits am früheren Morgen, so ab 9:00 Uhr, eintrifft. Es ist dann meist noch etwas kühler und man hat noch den ganzen Tag vor sich. Mittagszeit, Randstunden und Wochenenden sollte man vermeiden. Manchmal kommen die Zollbeamten sonst auf die Idee, wie die Gewerkschaften, Sonntags- und Überzeitzuschlag zu verlangen.

Die Einreisebestimmungen für Alkoholika und frische Lebensmittel sind oft unterschiedlich. Fast nichts dabei zu haben, es zu verstecken oder vor der Nase der Zöllner zu verspeisen, sind wohl hier die Lösung.

Carnet de Passage

Um mit einem Fahrzeug ohne Probleme und vor allem ohne viel Geld zu hinterlegen über den Zoll zu kommen, besorgten wir uns ein Carnet de passage oder Libreta de paso. Dazu muss ein Depot von etwa einem Drittel des Fahrzeugwerts auf einem Sperrkonto oder beim Herausgeber des Briefs (z.B. TCS, ACS Automobilclub des Heimatlandes) hinterlegt werden, man beachte, dass es nur ein Jahr gültig ist und nicht vordatiert werden kann. Bei der Ein- und Ausreise muss dieses Dokument dann immer genau gestempelt werden, besonders bei der Rückkehr in die Schweiz. Sonst erhält man erstens das Depot nicht zurück und zweitens können weitere Kosten und Gebühren, des Landes in welches das Auto zuletzt eingeführt wurde, anfallen.
Ein Carnet braucht man für Nord- und Mittelamerika überhaupt nicht, für Südamerika aber sehr empfohlen. Besonders, wenn  man nach Ecuador verschifft, ist es fast unmöglich das Fahrzeug ohne Carnet aus dem Hafen zu holen.
Bekannte Kanadier haben es zwei Wochen versucht und schlussendlich in Kanada ein Carnet via Kurier bestellt und schwups war das Auto draussen.
Gute Freunde von uns, Engländer, hatten auch kein Carnet, sie erhielten aber eine Garantie der Britischen Botschaft. Nichts genützt, nach etwa 6 Wochen liessen sie sich von einem Zollbeamten an die Grenze zu Peru begleiten, um das Auto sofort auszuführen.
An den Grenzen Ecuador-Peru, Peru-Bolivien, Bolivien-Argentinien haben wir nur das Carnet als Fahrzeugdokument vorgezeigt und die Grenzüberquerung war kein Problem.
Man kann auch eine Art Carnet erhalten, das dem Echtem täuschend ähnlich sieht, wobei aber keine Kaution oder so verlangt wird. Solche wurden von anderen Fahrzeug-Reisenden benutzt. Dies soll aber keine Empfehlung sein, sondern ist einfaches Hörensagen, man beachte auch, dass dies unter Urkundenfälschung fällt und somit strafbar ist.

Fahrzeug-, Führerausweise

Weitere Dokumente für das Fahrzeug, die wir dabei haben, sind der CH-Führerausweis, CH-Fahrzeugausweis, mehrere Übersetzungen (Translation) und internationale Führerausweise, die letzteren beide erhältlich beim Strassenverkehrsamt und TCS, ACS Automobilclub des Heimatlandes.

Dazu ist auch zu sagen, dass die Leute hier auf diesen Kontinenten keine Ahnung haben, wie unsere Original-Ausweise aussehen, woher auch? Also kommt es unter den Fahrzeug-Reisenden vor, dass die mitgeführten Ausweise auf dem PC hergestellt wurden, der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Man kann sie ja in Folie einschweissen, mit einem Markstück einen Stempel basteln etc. Auch dies soll keine Empfehlung sein, sondern ist einfaches Hörensagen, man beachte, dass auch solches unter Urkundenfälschung fällt.

Nummernschilder

Aus Furcht vor Diebstahl, weil das Fahrzeug im Herkunftsland niemals zugelassen werden könnte oder um die Fahrzeugsteuern und die Versicherung (welche im Ausland ja doch nicht zahlt) im Herkunftsland zu sparen, geben einige der Fahrzeug-Reisenden ihre Originalnummernschilder ab und fahren mit Kopien herum. Auch in diesem Fall wissen die Einheimischen hier nicht, wie ein Originalnummernschild aussieht, also sieht man auch hier die lustigsten Sachen.

Kranken- und Unfallversicherung

Als Schutz gegen Krankheit und Unfall haben wir, in unsere Krankenversicherung einen Weltzusatz und die Unfalldeckung eingeschlossen. Laut Gesetz ist dies in der Schweiz nur für maximal 1 Jahr möglich, laut den Krankenkassen machen sie aber eine Ausnahme und versichern auch länger. Ob dies nur mit dem Prämienkassieren oder dann auch im Falle einer Krankheit oder Unfall gilt wissen wir nicht.
Wer sich in der Schweiz abmeldet und somit also nichts mehr verdient, hat je nach Gemeinde anrecht auf Krankenkassensubventionen. Dies muss aber vor Reisebeginn angefordert werden.

Autohaftpflichtversicherung

Für die USA und Kanada hatten  wir eine Fahrzeug-Haftpflichtversicherung für 6 Monate und SFr. 890.- über das Swiss National Auto Program (SNAP) der Winterthur Versicherung abgeschlossen. Diese beinhaltet nur Haftpflicht über 3 Mio. US$. Die Schweizer Haftpflicht Versicherung gilt nur für die auf der grünen Versicherungskarte angegebenen Länder.
Unterwegs haben wir aber eine Versicherung in den USA ausfindig gemacht, die eine Haftpflichtversicherung für fast die ganze Welt anbietet und das zu vernünftigen Preisen. Es steht zwar, dass diese nur für US-Bürger und in den USA zugelassene Autos gilt, was in Realität aber nicht so ist. www.aig.com

Reisegepäckversicherung

Unser mitgeführtes Mobiliar ist in einer speziellen Hausratsversicherung für Auslandaufenthalt und das zurückgelassene als eingestelltes Mobiliar versichert. Als weitere und letzte Versicherung, neben der Personen-Haftpflichtversicherung, haben wir eine kombinierte Reisegepäck-, Annulationskosten – und Rückführungsversicherung (Es ginge da ev. mit der Krankenkasse  günstiger). Auf letztere griffen wir bereits wegen dem verspäteten Fahrzeugtransport zurück und sie hat uns 5 Tage Aufenthalt in Washington DC bezahlt.

Geld

In allen Ländern und grösseren oder touristischen Städten kann man heute mit einer normalen Bancomat-Karte (EC-Karte, Maestro-Karte, Cirrus-Karte) an den Geldautomaten mit Maestro- oder Cirrus-Logo Geld abheben. Dies zu Devisenkursen und mit günstiger Spesenbelastung, wenn man etwa den Gegenwert von 200 – 300 US$ abhebt.
Dasselbe gilt auch für die VISA-Karte, wo oft auch am Automaten (mit VISA-Logo) oder am Schalter (Cash-Advance), aber mit deutlich ungünstigerer Spesenbelastung, Geld bezogen werden kann.
Dazu noch etwas US-Dollar in bar und Reise-Schecks in US-Dollar und schon ist man ausgerüstet.

Reiseschecks, Traveller Cheques

Von den Reise-Schecks werden bei Diebstahl ersetzt. Beim Einlösen entstehen einem aber oft Gebühren welche bis zu 10% des Wertes betragen. Dies ist nicht so schlimm weil z.B. American Express belegte Gebühren über 1% zurückerstattet. Ist aber oft nicht zu belegen, weil man einfach einen schlechten Wechselkurs erhält. Selbst im American Expressbüro ist der Wechselkurs oft schlechter als in der Wechselstube an der Strasse. dann muss man sich im American Expressbüro Dollar auszahlen lassen (ohne Gebühr) und diese dann auf der Strasse wechseln.
Gerade bei längerer Reise besteht noch das Wechselkursrisiko, Kursverlust den wir hinnehmen mussten, im Juni 01 haben wir zu hohem Kurs CHF 1.82 gekauft und 6 Monate später nur noch CHF 1.45. Wäre das umgekehrt gewesen würden wir die Checks in den Himmel rühmen.
Wir empfehlen nur wenig z.B. 300-500 US$ für den Notfall in Schecks mit zuführen, Bankomate gibt es fast an jeder Ecke. Euro-Reise-Schecks werden in den grösseren Städten gewechselt aber den guten alten Dollar kennt halt schon jeder.

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