Die Weite von Peru 1. – 6.08.2002 (43’900 km)

Aus Freude am guten Zustand der Panamericana und weil wir schon bald Besuch in Cusco abholen, legten wir gleich zu Beginn grosse Strecken zurück. Die an uns vorbei ziehende Landschaft war karg und sogar das ungeschulte bemerkte, dass der letzte Regentropfen wohl vor sehr langer verdunstete. Doch der blaue Himmel, der sich immer gegen Mittag zeigte, erhellte das sonst farblich recht unattraktive Bild. Die Ortschaften, die wir passierten, sind nicht erwähnenswert und die Armut der Landbevölkerung ist unübersehbar.

Was ist echt und was ist ?

ist ein kleiner Badeort vor Trujillo und im Sommer sind die Hotels mit Surfern ausgebucht. Doch obwohl , hatte es neben uns noch ein paar vereinzelte Touristen und gemeinsam machten wir die Strandpromenade unsicher, wo die letzten Strassenhändler ihre Ware feilboten. Das Sortiment war das übliche, doch Birgits geschultem Auge entging das eine Armkettchen nicht und gab, als er den Preis des Schmuckstücks vernahm, erleichtert nach. Doch die gute Laune sollte nicht von langer Dauer sein, denn kurze Zeit später kam der Händler angerannt und fragte uns aufgeregt nach der Herkunft des Geldes, einer 20 Note. Peinlich berührt erklärte er uns, dass diese nicht echt sei! Na ja, dachten wir, der kennt sein eigenes Geld nicht und gaben ihm den Betrag in anderen, für ihn „echten“ Noten.
Als wir dann in einem Restaurant unser Nachtessen wollten, wurde Hubi vom Wirt diskret in die Küche beordert. Unter dem Schein einer UV-Lampe wurde dann klar, es waren tatsächlich BLÜTEN, die wir da in Umlauf bringen wollten, und eigentlich ganz hübsche, mit Wasserzeichen und Silberfaden, alles dran! Zum Glück hatten wir noch echte US$ dabei, so konnten wir das Abendessen , ohne Küchendienst leisten zu müssen…
Ziemlich aufgeregt hasteten wir zum Camper zurück, denn es juckte uns in den Händen, unser restliches Geld einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Wir hatten nämlich 130 US$ gewechselt, 50 US$ beim Grenzübergang und 80 US$ in Piura. Es stellte sich schnell heraus, dass uns das Falschgeld beim Grenzübertritt untergejubelt worden war. Von den 175 erhaltenen Soles waren 160 Soles in 20’er Noten und diese allesamt falsch. „Leider“ hatten wir bis auf 40 Soles alles schon für Tanken, Essen und Parking ausgegeben und dies, ohne dass jemand etwas bemerkt hätte. Die zwei verbleibenden Blüten haben wir natürlich sofort aus dem Verkehr gezogen.

Auch den folgenden Tag verbrachten wir in Huanchaco, spazierten am Strand entlang, bucken ein Brot und hängten im Camper rum. Nach einem gemütlichen Nachtessen beim Italiener kehrten wir zum Camper zurück und stellten mit Schrecken fest, dass unser Auto etwas schiefer stand als vorher. Natürlich wieder einmal ein platter Reifen! Anstelle von „ in die Heia kriechen“, hiess es erstmals „Aufbocken und Rad wechseln“. Dies ging mit viel Gefluche und Geächze von Hubis Seite über die Bühne und bald, man hat unterdessen schliesslich Übung, fanden wir doch noch unseren wohlverdienten Schlaf.

Im South American Handbook sind fast alle Ruinen in Küstennähe mit Superlativen beschrieben. Die, die uns am interessantesten schienen, haben wir natürlich besucht. Drunter befinden sich: Chan Chan der Chimu, Huacas del Sol y de la Luna der Moche, Sechin der gleichnamigen und Pachacamac der Inka. Die imposanteste Ruinenstätte ist Chan Chan mit dem Palacio Tschudi, doch auch die anderen haben interessante Aspekte, manchmal muss man nur ganz genau hinsehen, um sie zu entdecken. Über die Jahrzehnte hat sich der Baustil nicht gross verändert , immer noch wird vieles mit Lehmziegeln gebaut und so hatten wir oft Schwierigkeiten, zwischen archäologisch Wertvollem und modernen Bauruinen zu unterscheiden.

Lima

Zu Lima können wir nicht viel sagen, da wir nur durchgefahren sind. Man kann es sich jetzt im Winter aber folgendermassen vorstellen: grauer Smog überall, die Sonne zeigt sich den ganzen Tag nie, hupende Autos und stinkende Busse, die umliegenden Hügel sind in verschiedenen Brauntönen, nur die manchmal bemalten Lehmziegelhäuser bringen etwas Farbe in die Landschaft. Und wir dachten, Winterzeit in der Schweiz ist depressiv.
Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, sind wir schnell weiter gezogen.

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