Weiter nach Antigua 21. – 27.02.2002 (33’700 km)

Von zur Finca Ixobel

Die Insel Flores im Peten Itza See, mit dem gleichnamigen Städtchen, lebt heute hauptsächlich vom Tourismus. Richtig Rast machten wir aber erst auf der Finca Ixobel, die etwa 5 Km südlich von Poptun liegt. Auf dieser aktiven Farm treffen sich seit Jahren viele Rucksackreisende. Hier erholen sie sich (wir auch) in der grünen Umgebung und geniessen die gute Küche. Aber nur zu bald sind die 3 Tage um und die Reise geht weiter Richtung Guatemala und .

Weiter nach Antigua

Unterwegs liessen wieder einmal den Auspuff schweissen und verbrachten eine gemütliche in der Nähe von Rio Hondo, auf dem Parkplatz einer Art Badeanstalt. Leider hatten diese die Becken geleert und so fiel der erfrischende „Abend-Schwumm“ buchstäblich ins .
Und in diesem kleinen Kaff, 15 km von der entfernt, nahm eine komische ihren Anfang: Schon kurz nach unserer Ankunft wurden wir von einer Polizeistreife nach unseren Papieren gefragt. Nach deren Überprüfung und einem freundlichen Schwätzchen (Gerald zeigte den schwer beeindruckten Männern seine Hanteln) zogen die netten Polizisten wieder von dannen. Dies ging dann aber den ganzen Abend so weiter! Alle 2 Stunden kam ein Polizeiauto angefahren, immer mit anderer Besatzung, und nahm jedes Mal (insgesamt 3x) unsere gesamten Personalien auf. Sie versicherten uns aber jeweils, dass wir auf dem Platz ohne weiteres übernachten dürften und dass sie auch auf uns aufpassen würden. In der Nacht kamen sie noch ein paar Mal vorbei, netterweise ohne uns zu wecken und auch am Morgen liessen sie nicht lange auf sich warten. Beim fragten sie höflich, wann wir denn gedenken weiterzufahren. Mit unserer Antwort „in einer Stunde oder so“ zufrieden, liessen sie uns fertig frühstücken und fuhren weiter.
Natürlich machten wir uns unsere Gedanken: Sind wir da in ein Schmuggler-Nest geraten und die Polizei steckt mit unter der Decke? Wurden die Personalien nur aufgenommen, um unser Verschwinden mit einer abenteuerlichen Geschichte zu decken? Werden unsere Masse, nach Wild-West-Manier, vor dem Showdown erfasst, um die Beisetzung möglichst schnell und unauffällig über die Runde zu bringen?
Aber trotz unserer Sorgen schmeckte uns das selbstgebackene Brot vorzüglich…

Als wir nach dem Frühstück gemütlich losfuhren, stand die Polizei schon am Strassenrand bereit und folgte uns mit eingeschalteten Warnblinkern bis zur Hauptstrasse. Dort angekommen bogen wir links und sie rechts ab. Aber keine 200m weiter hatten wir schon wieder eine Streife hinter uns. Obwohl wir uns, wie es sich gehört und sicher als Einzige, an die manchmal absurden Geschwindigkeitsvorschriften hielten und bei jeder sich bietenden Gelegenheit vorschriftsmässig die Blinker benutzten, fühlten wir uns nicht recht wohl in unserer Haut. Man kennt ja die Horrorgeschichten über die Polizei in den lateinamerikanischen Ländern, die weder von hohen Touristenbussen noch Meuchelmord zurückschrecken.
Bei der Einfahrt ins nächste Dorf verschwand der Streifenwagen wieder, aber schon kurz darauf hatten wir wieder einen Schatten. Manchmal wechselten sie sich auf offener Strecke ab: Ein kam uns entgegen und winkte unserem Schatten zu, dieser fuhr dann rechts ran und der andere übernahm die Schattenrolle. Wir, mit dem schwächeren Auto, fuhren vorne weg, während Gerald das Schlusslicht bildete. Einmal fand er dann, dass er besser mal anhalten solle, vielleicht wollten die ja was von uns. Aber weit gefehlt. Der Streifenwagen prompt hinter ihm an und ein Polizist stieg aus. In der Hand er einen Zettel mit unseren Daten und er erklärte Gerald wortreich (Gerald spricht kein Spanisch), dass sie eine Eskorte für uns seien, weil gerade in dem von uns zu durchquerendem Gebiet manchmal geschossen werde. Wer auf wen und warum haben wir nicht heraus gefunden. So kam es, dass wir die ganzen 150km bis Guatemala-City unter dem Schutz einer nicht ganz diskreten aber sicher kompetenten Polizeieskorte standen.

Am nächsten Tag hiess es dann von Gerald Abschied nehmen, er fuhr zurück nach Mexiko und wir weiter nach Antigua, um unsere Hirnzellen wieder einmal in Betrieb zu nehmen und mit professioneller Hilfe unsere Spanischkenntnisse aufzufrischen. Nach einer entspannenden, ca. 1stündigen Fahrt durch Guatemala-City auf der Suche nach wenigstens einem Wegweiser, kamen wir wieder einmal in eine Polizeikontrolle, diesmal waren sie auf der Suche nach Drogen. Hierzu ist zu sagen, dass es in Guatemala viel weniger Kontrollen gibt als vergleichsweise in Mexiko. Wir müssen schon am Morgen früh dermassen abgekämpft ausgesehen haben, dass wir wieder einmal eine Polizei-Eskorte erhielten, welche uns den richtigen Weg nach Antigua zeigen wollte. Was sie auch tat, doch vorher mussten wir noch eine kurze Pause einlegen, da der Kühler des Polizeiautos kochte und dieser ja zuerst abkühlen musste, bevor Wasser nachgegossen werden konnte.
Wir erreichten dann Antigua ohne weitere Probleme und lassen schon bald wieder von uns hören.

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