In Belize 13. – 18.02.2002 (32’900 km)

Corozal

Schon gleich nach der Grenze findet man sich in einer völlig anderen Welt wieder. Hier befindet man sich wirklich in der Karibik, die Bevölkerung besteht aus Mestizen und Kreolen. Die grosse Armut ist unübersehbar, ab und zu kommt ein Strassenhändler bei uns vorbei und will Eis, Schnitzereien, Orangen oder sonst etwas verkaufen.
Wir stehen in der Mitte der gleich am Meer.

Orange Walk und Lamanai

Auf unserer Route lag Orange Walk, von hier aus unternahmen wir eine 4 stündige Bootstour auf dem New River nach Lamanai einer Maya-Ruinenstätte. Unser Guide erklärte uns alles haarklein und sogar das Essen war schmackhaft.
Zuerst stellten wir unsere Camper uns auf den Zirkushügel bzw. das Fussballfeld, nach einer Weile kam dann aber ein Gemeindeangestellter vorbei und fragte, ob wir denn bereits die Stand-Erlaubnis eingeholt hätten. Hatten wir natürlich nicht, da wir der Meinung waren, dass dies der Tourverkäufer für uns machen würde. ging aber schnell zum Bürgermeister, welcher uns dann gleich nebenan einen Platz zuteilte – kostenlos.
Die Belizianer sind ein wahnsinnig freundliches und hilfsbereites Volk. Erstens grüssen alle freundlich (im Gegensatz zu den meisten Mexikanern) und dann heisst es nicht einfach „No, geht nicht!“ und der Schalter schliesst sich. Nein, meistens geht es irgendwie oder wenn nicht, dann finden sich ein paar Helfer für die Suche nach einer geeigneten Lösung.

Guanacaste National Park

Hier liessen wir uns für die Nacht auf dem Parkplatz nieder und genossen den gemütlichen Spaziergang über die Dschungelpfade und noch mehr das spätere Baden im Fluss.

Ignacio oder „ und der

Für die Nacht liessen wir uns zwischen dem Markplatz und einem Fluss nieder. Während Hubi und Bibi die in der Nähe gelegenen Ruinen erkundeten
(= maladis ruinas acutis), kam ein Typ vorbei und wollte von Gerald für die Übernachtung einkassieren, das mit der Begründung, er sei der Besitzer des Grundstücks. Gerald, nicht auf den Mund gefallen, erklärte, dass die Zwei mit dem nicht da wären, er solle später wiederkommen. Natürlich blieb der Mann von der Bildfläche verschwunden…
Später kam dann noch der „Dieselmann“ vorbei. Er hätte aus der Freihandelszone zwischen Mexiko und 200l günstigen Diesel mit dabei aber sein Abnehmer in San Ignacio sei gerade nicht aufzufinden. Damit nicht genug, er und sein Bruder hatten nur Benzin für die Hinfahrt gehabt und brauchten jetzt unbedingt Geld für die Rückfahrt, ob wir denn nicht Diesel abkaufen wollten. Da uns das zuviel war, selbst Gerald hat nicht soviel Stauraum, bot er an, uns 40l in Kanistern zu verkaufen. Hubi war das Ganze von Anfang an suspekt, aber Gerald meinte, 40l könnte er schon noch gebrauchen und so händigte er ihm 10 US$ aus, um des Dieselmanns Auto mit Benzin zu füllen, damit dieser dann das Diesel bei uns ablieferte. Als Pfand liess Dieselmann seine Tasche mit Kleidern zurück. Das mit Diesel beladene Auto hatten die beiden Brüder etwas ausserhalb der Stadt stehen lassen, weil sie nicht mit so viel Sprit und ohne Autoversicherung in die Stadt rein fahren dürfen. Soweit so gut, der Dieselmann machte sich also auf den Weg.
Etwa eine Stunde später kam er zurück und verkündete, dass leider seine Kanister leckten. Gerald nicht faul, nahm aus seinem Anhänger zwei grosse Kanister sowie den Fourwheeler raus und sagt dem Typen, er solle hinten aufsitzen, er käme jetzt mit. Da der Deal nicht ganz legal war, wollte der Dieselmann noch bis zum Einnachten warten, weil dann weniger Polizei unterwegs sei. Als sie dann losfuhren, hatte die Fähre, welche eine Abkürzung von 20 -30 km zum Auto bedeutet hätte, schon zu und so konnten sie nicht zum Diesel gelangen. Gerald war natürlich „etwas“ sauer und wollte nun den ganzen Handel absagen. Nur leider hatte der Dieselmann das Geld bereits seinem Bruder für die Benzinfüllung ausgehändigt. Nun legte der Dieselmann aber und sagte, er wolle nicht einen schlechten Eindruck von Belize hinterlassen und uns nicht enttäuschen, er fahre jetzt mit dem Bus und hole den Diesel auf diesem Wege. Leider brauchte er aber dafür noch umgerechnet 2.50 US$ für die Fahrt. Erst nach längerem bitten und betteln, rückte Gerald mit dem Geld heraus.
Alle diejenigen, die Hubi kennen, können sich bestimmt vorstellen, dass dieser vor Lachen fast gestorben ist. Er wälzte sich derart heftig, dass sich Birgit schon Sorgen um sein Wohlergehen machte – aber man(n) darf sich für 12 Dollar doch wenigstens amüsieren oder nicht?
Dieselmann wollte dann noch eine Zigarette für auf den Weg, welche Birgit im auch ohne Weiteres geben wollte. Aber da war in der Zwischenzeit noch so ein jugendlicher da gewesen und hatte sich die Zigaretten unter den Nagel gerissen, nur das Etui war zurück geblieben. Dieselmann war äusserst empört über den Vorfall! Anstelle dies als Zeichen zu erkennen, nun endlich das Rauchen aufzugeben, fragte Birgit ihn, ob er Ihr nicht noch eine Packung Zigaretten mitbringen könne. Da wir ohne Kleingeld waren, bot Dieselmann hilfsbereit an, die Zigaretten und das Wechselgeld zu . Hubi war das dann doch etwas zuviel und so ging Birgit schnell mit, um die Zigaretten zu . Dieselmann war sich dann nicht zu schade, auch ihr noch schnell 1 US$ für irgendetwas aus der Tasche ziehen zu wollen – glücklicherweise erinnerte sie sich rechtzeitig an Hubis Killerblick und der Dieselmann ging diesmal leer aus.
Dem Dieselmann muss dann wohl ein Unglück zugestossen sein, weil er bis zu unserer Abreise am nächsten Morgen nicht wieder aufgetaucht ist. Der diebische Schnösel besass doch aber tatsächlich noch die Frechheit, uns am nächsten Tag eine Bootstour anzubieten – Sachen gibt’s.
Sonst aber ist San Ignacio eine hübsche und ruhige Stadt.

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