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Jordanien 26.12.00 – 4.1.01

Amman und Umgebung

(26.12.00) Kurz vor dem Einnachten landeten wir auf dem internationalen Flughafen von Amman, Jordanien. Die Formalitäten waren rasch erledigt und nach einigem Hin und Her fanden wir ein paar andere Touristen, die sich mit uns ein Taxi in die Stadt teilten. Das Taxi war schnell gefunden, die Erkämpfung eines realen Preises dauerte dann schon etwas länger. Nachdem wir die Mitfahrer ausgeladen hatten, machten wir uns auf, das Hotel aus unserem Reiseführer zu finden. Während wir immer mehr ins Zentrum vorstiessen, bemerkten wir die immer grösser werdende Menschenmenge. Ahmed der Fahrer klärte uns auf, dass das Ende des Ramadans gefeiert wurde. Hier geschieht dies mit Essen und Trinken, Tanzen und Abgeben von Gewehrschüssen in die Luft. Als einzige Touristen fühlten wir uns in diesem Getümmel etwas unsicher. Zum Glück hatte unser Hotel noch ein Zimmer frei und nach einem grossen Wechselgeld-Kampf mit Ahmed nahmen wir dieses in Beschlag. Zum Hotel gibt es nur zu sagen: Für den relativ hohen Preis war es unglaublich schäbig! Wir waren bemüht, nichts mit der blossen Haut zu berühren. Wir fanden rasch heraus, dass dies für Hotels unter 4 Sternen üblich ist.

(27.12.00) Den folgenden Tag verbrachten wir mit der Besichtigung der schönen, aber ziemlich renovationsbedürftigen Altstadt Ammans. Wir bestaunten die römischen Ruinen und besichtigten einige Moscheen. Da Jordanien ein gemässigtes arabisches Land ist, hatten wir wegen Birgits Haaren (im Knoten getragen) und ihrer Kleidung (geschlossen von oben bis unten) überhaupt keine Probleme.

(28.12.00) Mit dem Bus ging es am nächsten Tag zu den Ruinen von Jerash, relativ gut erhaltene Überreste einer römischen Provinzstadt. Hierzu ist zu sagen, dass die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht angenehm war, Birgit sass einfach immer am Fenster.

(29.12.00) Um nach Umm Qais zu gelangen, fuhren wir zuerst mit dem Bus nach Irbid, der zweitgrössten Stadt Jordaniens, anschliessend dann mit dem Taxi bis zum Ziel. Neben den interessanten Ruinen wird einem auch eine tolle Aussicht auf die Golanhöhen in Syrien und den See Genezareth in Israel geboten. Die Landschaft ist auch hier eher karg und steinig.
Unser Taxifahrer wurde von einem Freund begleitet, der gerade nichts anderes zu tun hatte. Dies ist ein Phänomen in vielen arabischen Ländern. Auch im Hotel sassen neben dem Angestellten der Rezeption dessen zwei Brüder, ein Onkel, drei Cousins und einige Freunde der Familie herum und tranken Tee.
Der Taxifahrer und sein Freund waren äusserst nett zu uns. Wir wurden mit Chips und Getränken gefüttert, auf landschaftliche und historische Highlights aufmerksam gemacht und unsere aufkeimende Freundschaft wurde durch zahlreiches Händeschütteln, Schulterklopfen (selbstverständlich nur unter Männern) und den Austausch von Namen und Adressen besiegelt.

Südlich von Amman

(30.12.00) Wieder einmal waren wir mit dem Taxi unterwegs, unser Ziel waren die Wüstenschlösser im Osten von Amman. Meist wurde man für ein kleines Trinkgeld vom selbsternannten “ Hüter“ oder wie man bei uns sagt „Abwart“ eingelassen. Dieser wohnte oft in einem Zelt neben der Ruine und verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt. Zum Übernachten liessen wir uns nach Suweima ans Tote Meer bringen. Dort versuchte Hubi durch ein Bad in dem salzigen Wasser den Staub runter zu waschen. Birgit bevorzugte dazu die Dusche des nicht ganz so schlimmen Hotelzimmers. Sie hatte das Schwimmen im Toten Meer schon ein paar Jahre vorher hinter sich gebracht.

Schon am nächsten Tag ging’s mit einem Sammeltaxi weiter nach Madaba und von dort aus mit dem Bus nach Wadi Mousa, um bei Bekannten Silvester zu feiern. Nachdem wir das neue Jahr gemütlich mit einem Eis im Mövenpick-Hotel gekrönt hatten, ging es am folgenden Tag an die Besichtigung von Petra (2.1.01).
Zwischen 300 BC. und 200 AD. war Petra die Hauptstadt des Nabatäerreiches und ein bedeutendes Handelszentrum an der Karawanenstraße von Südarabien nach Syrien. Die Stadt wurde danach von den Römern (100 AD.), im 7. Jahrhundert von den Arabern und im 12. Jahrhundert von den Kreuzrittern eingenommen und verfiel allmählich. Erst 1812 wurde die Ruinenstätte von einem Schweizer Forscher namens Johann Burckhard wieder entdeckt. Augenmerklich ist, dass die Gebäude aus dem Felsen herausgemeißelt wurden. Der einzige Zugang führt durch eine von steilen Felswänden begrenzte, teilweise nur 3 m breite Schlucht. Die Überreste der Stadt verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise ihre frühere Macht, Reichtum und Kultur. Das alles ist auch bequem von Sofasessel im Film „Indiana Jones and the last Crusade“ zu bewundern. In Wadi Mousa führt jedes Hotel diesen Film in der Videothek.

Am nächsten Tag (3.1.01) hiess es schon wieder Abschied nehmen. Ein Freund unserer Bekannten musste geschäftlich ans Rote Meer und nahm uns netterweise mit. Auf dem Weg nach Akaba lud er uns beim Wadi Rum ab und wir sahen, was auch Lawrence of Arabia gesehen haben muss: eine vielfältige Wüstenlandschaft mit eigenartigen Felsformationen. Hier im Süden von Jordanien hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht.
Akaba ist im Vergleich zu Amman warm. In Amman wurde es tagsüber an der Sonne schon angenehm, doch im Schatten und besonders abends sanken die Temperaturen auf 5° Celsius.
Am 4.1.01 nahmen wir das Schnellboot nach Nuweiba, Ägypten.

Die Weite von Peru 1. – 6.08.2002 (43’900 km)

Aus Freude am guten Zustand der Panamericana und weil wir schon bald Besuch in Cusco abholen, legten wir gleich zu Beginn grosse Strecken zurück. Die an uns vorbei ziehende Landschaft war karg und sogar das ungeschulte Auge bemerkte, dass der letzte Regentropfen wohl vor sehr langer Zeit verdunstete. Doch der blaue Himmel, der sich immer gegen Mittag zeigte, erhellte das sonst farblich recht unattraktive Bild. Die Ortschaften, die wir passierten, sind nicht erwähnenswert und die Armut der Landbevölkerung ist unübersehbar.

Was ist echt und was ist falsch?

Huanchaco ist ein kleiner Badeort vor Trujillo und im Sommer sind die Hotels mit Surfern ausgebucht. Doch obwohl Winter, hatte es neben uns noch ein paar vereinzelte Touristen und gemeinsam machten wir die Strandpromenade unsicher, wo die letzten Strassenhändler ihre Ware feilboten. Das Sortiment war das übliche, doch Birgits geschultem Auge entging das eine Armkettchen nicht und Hubi gab, als er den Preis des Schmuckstücks vernahm, erleichtert nach. Doch die gute Laune sollte nicht von langer Dauer sein, denn kurze Zeit später kam der Händler angerannt und fragte uns aufgeregt nach der Herkunft des Geldes, einer 20 Soles Note. Peinlich berührt erklärte er uns, dass diese nicht echt sei! Na ja, dachten wir, der kennt sein eigenes Geld nicht und gaben ihm den Betrag in anderen, für ihn „echten“ Noten.
Als wir dann in einem Restaurant unser Nachtessen bezahlen wollten, wurde Hubi vom Wirt diskret in die Küche beordert. Unter dem Schein einer UV-Lampe wurde dann klar, es waren tatsächlich BLÜTEN, die wir da in Umlauf bringen wollten, und eigentlich ganz hübsche, mit Wasserzeichen und Silberfaden, alles dran! Zum Glück hatten wir noch echte US$ dabei, so konnten wir das Abendessen bezahlen, ohne Küchendienst leisten zu müssen…
Ziemlich aufgeregt hasteten wir zum Camper zurück, denn es juckte uns in den Händen, unser restliches Geld einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Wir hatten nämlich 130 US$ gewechselt, 50 US$ beim Grenzübergang und 80 US$ in Piura. Es stellte sich schnell heraus, dass uns das Falschgeld beim Grenzübertritt untergejubelt worden war. Von den 175 erhaltenen Soles waren 160 Soles in 20’er Noten und diese allesamt falsch. „Leider“ hatten wir bis auf 40 Soles alles schon für Tanken, Essen und Parking ausgegeben und dies, ohne dass jemand etwas bemerkt hätte. Die zwei verbleibenden Blüten haben wir natürlich sofort aus dem Verkehr gezogen.

Auch den folgenden Tag verbrachten wir gemütlich in Huanchaco, spazierten am Strand entlang, bucken ein Brot und hängten im Camper rum. Nach einem gemütlichen Nachtessen beim Italiener kehrten wir zum Camper zurück und stellten mit Schrecken fest, dass unser Auto etwas schiefer stand als vorher. Natürlich wieder einmal ein platter Reifen! Anstelle von „Gemütlich in die Heia kriechen“, hiess es erstmals „Aufbocken und Rad wechseln“. Dies ging mit viel Gefluche und Geächze von Hubis Seite über die Bühne und bald, man hat unterdessen schliesslich Übung, fanden wir doch noch unseren wohlverdienten Schlaf.

Ruinen

Im South American Handbook sind fast alle Ruinen in Küstennähe mit Superlativen beschrieben. Die, die uns am interessantesten schienen, haben wir natürlich besucht. Drunter befinden sich: Chan Chan der Kultur Chimu, Huacas del Sol y de la Luna der Kultur Moche, Sechin der gleichnamigen Kultur und Pachacamac der Kultur Inka. Die imposanteste Ruinenstätte ist Chan Chan mit dem Palacio Tschudi, doch auch die anderen haben interessante Aspekte, manchmal muss man nur ganz genau hinsehen, um sie zu entdecken. Über die Jahrzehnte hat sich der Baustil nicht gross verändert , immer noch wird vieles mit Lehmziegeln gebaut und so hatten wir oft Schwierigkeiten, zwischen archäologisch Wertvollem und modernen Bauruinen zu unterscheiden.

Lima

Zu Lima können wir nicht viel sagen, da wir nur durchgefahren sind. Man kann es sich jetzt im Winter aber folgendermassen vorstellen: grauer Smog überall, die Sonne zeigt sich den ganzen Tag nie, hupende Autos und stinkende Busse, die umliegenden Hügel sind in verschiedenen Brauntönen, nur die manchmal bemalten Lehmziegelhäuser bringen etwas Farbe in die Landschaft. Und wir dachten, Winterzeit in der Schweiz ist depressiv.
Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, sind wir schnell weiter gezogen.

Um Cusco 15. – 23.08.2002 (45’700 km)

Cusco und Umgebung

Ein paar Tage bevor Mama Trebing einflog, trafen wir in der ehemaligen Inka-Hauptstadt Cusco ein. Wir fanden ein nettes Hotel in Zentrumsnähe für Jeannette und für uns einen Stellplatz auf dem Hotelparkplatz, praktischer ging es gar nicht mehr. Der Camper wurde natürlich auf Hochglanz poliert, ein Sonntagszopf in den Grill geschoben und Platz für die erwarteten Geschenke und Mitbringsel gemacht. An dieser Stelle: vielen, vielen Dank!
Und pünktlich traf Jeannette, mit all ihrem Gepäck, auf dem Flugplatz ein. Kaum eine Stunde später befanden wir uns schon auf der Plaza de Armas und bewunderten die Überbleibsel der Inkakultur und die pompöse Kolonialarchitektur der spanischen Eroberer. Cusco ist eine wunderschöne Touristenhochburg, alle 10 Schritte wird man aufgefordert, Postkarten zu kaufen, sich die Schuhe putzen zu lassen, in traditionelle Trachten gehüllte Indigenas mit Lamababy abzulichten, eine Tour in die Umgebung zu buchen und vieles mehr. Mit der Zeit wird dies ganz schön lästig und so wurden wir Meister im Ignorieren.

Valle sagrado

Während Bibi und Jeannette das heilige Tal erkundeten, führten Hubis Wege – wegen eines etwas zu blutigen Alpacasteaks – nur auf den Thron.
Die am Vortag gebuchte Tour begann sehr unterhaltsam: Beim ersten Halt verlor der Busfahrer nämlich die Autoschlüssel. Jeder männliche Gast sah sich verpflichtet, einen Tipp abzugeben, deswegen dauerte es auch ziemlich lange, bis der Bus kurzgeschlossen wurde. Mit grosser Verspätung trafen wir auf dem Markt von Pisaq ein und Jeannette erwarb gleich die ersten Souvenirs für sich und Geschenke für die armen Daheimgebliebenen. Weiter führte uns die Tour zu den berühmten Ruinen von Pisaq, wo uns eine halbstündige Wanderung zum Hauptpalast führte. Zu diesem Zeitpunkt war die Sonne im Zenit und so erwies sich der Aufstieg zu den Ruinen als sehr mühsam und schweisstreibend. Auch zum Mittagessen in Urubamba trafen wir als Letzte ein und das in den höchsten Tönen gelobte Buffet war schon fast geplündert. Als nächste Ruinenstätte stand Ollantayatambo auf dem Programm und die ersten zeigten schon Ermüdungserscheinungen. Doch nicht so Jeannette und Birgit! Die beiden zeigten, was in guten Eidgenossinnen steckt und hüpften wie Berggeisslein den Berg hinauf und auch wieder hinunter. Der letzte Teil der Tour führte uns dann ins Bergdorf Chinchero auf 3’900 m.ü.M. und langsam ging nun Jeannette doch noch der Schnauf aus. Ein einzigartiger Sonnenuntergang liess die schneebedeckten Andenspitzen in einem wunderbaren Lichtspiel erscheinen, während wir wieder durch einen Markt getrieben wurden. Doch fehlende Elektrizität machte das Einkaufen etwas schwierig und so beliessen wir es mit dem Besuch der Kirche. Das Spezielle an Chinchero ist, dass die Einwohner noch sehr traditionell leben und sich nicht mit anderen Indigenas vermischen.

Machu Picchu

Kurz vor 6:00 Uhr wurden wir abgeholt und in den Zug nach Aguas Calientes verfrachtet. Wegen Überbuchung fanden wir uns zu unserer Überraschung im „Luxuszug“ wieder und kamen so in den Genuss der teureren Tour.
Schon die 4stündige Hinfahrt war sehr abwechslungsreich und, nachdem auch der letzte wach geworden war, wurden wir mit peruanischer Musik berieselt. In Aguas Calientes führte ein kurzer Fussweg durch den, wie könnte es auch anders sein, ausladenden Markt und nach erfolgreicher Durchquerung bestiegen wir einen der bereitstehenden Busse. Und jetzt wurde Jeannette so richtig aufgeregt, denn nur noch 20 Minuten und einige lächerliche Höhenmeter trennten sie vor der Erfüllung ihres Traumes!
Und dann standen wir neben dem Sonnentempel und hatten eine wunderbare Sicht auf die grandiosen Überreste der religiösen Hauptstadt einer einzigartigen Kultur. Jeannette blieb vor Überwältigung der Mund offen stehen und Hubi und Birgit mussten sie feinfühlig darauf aufmerksam machen, dass der Guide schon lange weitergegangen war.
Viel zu schnell verging unsere Zeit und schon befanden wir uns wieder im Zug nach Cusco. Während den 4 Stunden für 110 km gab es zur Unterhaltung – und weil die Peruaner sehr geschäftstüchtig sind – eine tolle Modeschau. Diesmal haben wir aber nicht zugeschlagen, die anwesenden Mexikanerinnen waren schneller.

Der 2. Plattfuss und Copan 1. – 5.05.2002 (36’100 km)

Die zweite Reifenpanne

Werden wir vom Pech verfolgt? Erst gerade hatten wir eine Reifenpanne hinter uns gebracht und schon brachte ein weiterer Plattfuss unseren Camper erneut in Schieflage.
Nach einem heissen Vormittag in der Stadt Copan Ruinas, sassen wir gerade gemütlich am Pool beim Hotel, als uns ein lauter Knall in Richtung Parkplatz schauen liess. Eine Staubwolke veranlasste uns, schnellstens zum Camper zu rennen, bereits das Schlimmste ahnend. Die Bestandesaufnahme zeigte zum Glück nur ein geplatztes Luftventil, dieses Mal beim hinteren linken Pneu. Nun, unser Ersatzrad hatten wir schon benutzt, also musste ein neues Ventil her. Schon rannte ein Hotelangestellter zu uns und Hubi und er beratschlagten sich eingehend. Fix holte Juan seinen neuen Wagenheber aus dem Auto (wir erblassten vor Neid) und ohne grosses Federlesens wurde Mosquito angehoben. Da Hubi ja schon eine gewisse Übung hatte, schaffte der es, das Rad in Rekordzeit abzumontieren. Und schon fuhr ein kleiner Pickup auf den Platz und Hubi wurde mit dem Reifen in die Ortschaft Santa Rita kutschiert. Leider hatte es für Birgit keinen Platz mehr, also kaufte sie sich zur Beruhigung ein Eis und setzte sich an den Pool. Keine 20 Minuten später schwitzte Hubi erneut, nämlich als er den Reifen mit dem neuen Luftventil wieder montieren musste. Einen neuen Ersatzpneu werden wir in der Hauptstadt Tegucigalpa suchen gehen.

Die berühmten Ruinen von Copan

Da es morgens ziemlich schnell heiss wird, hüpften wir schon beizeiten in einen Bus und liessen uns zu den Ruinen fahren. Die Haare stellten sich uns zu Berge, als wir den Eintrittspreis erfuhren: ganze 22 US$ pro Person! Sichtlich erschüttert zählte Hubi die Noten ab und Birgit verwünschte die Tatsache, den von Wale mitgebrachten Whisky grad nicht zur Hand zur Hand zu haben. Dann machten wir uns auf den Weg, die Maya-Ruinen zu besichtigen. Eine sehr gepflegte Anlage mit schön angelegten Wegen, vielen Picknicktischen und noch mehr Abfalleimern erwartete uns. Diese alte Mayastadt ist zwar nicht so beeindruckend wie Tikal in Guatemala oder so schön gelegen wir Tulum in Mexiko, doch hat sie ihren eigenen Charme. Bei der Restaurierung haben die Archäologen ganze Arbeit geleistet und dem Besucher stockt der Atem, wenn er von der höchsten Pyramide aus die Gegend überblickt. Doch das Beste sind die Tunnel, die die Archäologen gegraben haben, um die darunter liegenden Bauten zu erkunden, so fand man nun in Stein gemeisselte Masken und ein frühzeitliches Badezimmer. Abgesehen vom kulturellen Wert ist es dort unten schön kühl und so haben wir uns sehr viel Zeit genommen, die Abbildungen von Schlangen, Göttern und sonstigen Objekten zu bewundern. Etwa 2 Stunden hielten wir uns in Copan auf und stellten auf dem Rückweg fest, dass wir gerade noch Glück gehabt hatten. Am Eingang standen jetzt nämlich unzählige Autobusse und es schien uns als würden Millionen von Schulkindern jeglichen Alters daraus entschlüpfen.

Ein Ruhetag

Unseren letzten Tag auf der Hazienda El Jaral benutzten wir, um uns nochmals so richtig auszuruhen und uns auf die Weiterfahrt in die Karibik vorzubereiten. Den Vormittag verbrachten wir lesend im Schatten, hüpften ab und zu in den Swimmingpool, um uns abzukühlen und tranken das letzte Moza-Bier, das wir noch von Guatemala mitgebracht hatten. Nach so viel Gemütlichkeit packte Birgit wieder einmal die Putzlust und sie brachte den Camper auf Vordermann, während Hubi schon mal die kommende Reiseroute unter die Lupe nahm. Zum Abendessen gab es dann eine richtige Bärner Platte mit allem was dazugehört, nur das Sauerkraut von Del Monte war etwas arg sauer.

In El Salvador 25. – 29.04.2002 (35’900 km)

Am Meer

Nach einem letzten gemütlichen Frühstück starteten wir von Antigua aus Richtung El Salvador. Wir waren uns einig, dass eine neue Etappe der Reise auf uns zukam, da wir die kommenden Länder noch nie bereist hatten. Eine fröhliche Stimmung machte sich breit – endlich waren wir wieder unterwegs! Schon eine Stunde später begann uns die Hitze zu schaffen zu machen. Je näher wir dem Meer kamen, desto heisser wurde es, die Fahrtluft verhinderte, dass uns der Hitzschlag traf. An der Grenze wiesen wir jegliche Helfer ab, da wir ja bereits wussten, wie wir vorgehen mussten, um die nötigen Papiere und Stempel zu erhalten. Nach etwa einer Stunde und immer noch vollem Kühlschrank fuhren wir weiter entlang der Panamericana.
In Acajutla, die Haupthafen-Stadt von El Salvador, machten wir Halt und stellten Mosquito für 8 US auf dem Parkplatz des Hotels Miramar ab. Es war dermassen heiss, dass wir es uns schnell auf der Terrasse des Hotels bequem machten. Total erschöpft, aber glücklich, den Grenzübergang kostengünstig überstanden zu haben, tranken wir eisgekühlte Cola und schauten den Fussballspielern am Strand zu.
Nach einem feinen Abendessen mit Brot und Käse (wir wollten unser Haus ja nicht unnötig aufheizen) und als endlich alle Gäste des Hotels in ihre Zimmer verschwunden waren, packten wir unsere Duschsachen. Wie wir schon am Nachmittag festgestellt hatten, war die Dusche gleich neben dem ziemlich schmutzigen Swimmingpool, aber im Freien. Wir wussten damals noch nicht, dass wir hier schon mal üben durften, denn duschen im Bikini, bzw. Badehose in aller Öffentlichkeit würde in Zukunft öfters der Fall sein – etwas gewöhnungsbedürftig, aber lustig.

Am See

Schnell stellten wir fest, dass auch in El Salvador die Strassen schlecht ausgeschildert sind. Wir hatten vor, direkt von Acajutla zu den Ruinen Tazumal zu fahren, mussten aber eine Abzweigung verpasst haben, denn wir landeten auf einer Bergstrecke zum kleinen See Coatepeque. Wir entschlossen uns kurzerhand, diesem einen Besuch abzustatten und was wir sahen, gefiel uns ausserordentlich. Das Glück war uns einmal mehr hold und so durften wir kostenlos auf dem Parkplatz des Hotels Torre Molinos nächtigen, mit der einzigen Verpflichtung, im hoteleigenen Restaurant etwas zu konsumieren. Hubi konnte nach einem kurzen Blick in die Karte dem Gericht „Plato tipico El Salvadoreno“ natürlich nicht widerstehen und so kamen wir in den Genuss von lecker zubereitetem Bohnenmus, einem guten Stück Käse, Bibis geliebten frittierten Bananen, einem relativ zarten Stück Rindfleisch und einer selbst gemachten Wurst. Das Dessert bestehend aus Kaffee und Eis mit Meringue war im Gegensatz zum Hauptmenü ziemlich enttäuschend.
Am selben Nachmittag trafen noch Dutzende chic angezogene Frauen im Hotel ein und eine Nachfrage beim Kellner eröffnete uns, dass dieser Tag als „Dia de las secretarias“ gefeiert wurde. Es wurde viel gegessen und getrunken und zum Schluss zu unglaublich lauter Musik wohl auch noch getanzt. All diese Aktivitäten wurden durch lange Ansprachen unterbrochen – wir waren froh, dem Geschehen nicht zu nahe zu sein, unsere Ohren wurden auch so genügend strapaziert.

Bei den Ruinen

Am nächsten Tag machten wir uns frohgemut wieder auf die Socken. Schnell hatten wir die Ruinen der Mayas gefunden und noch schneller besichtigt. Eine Pyramide ragt gleich neben dem Museum in die Lüfte, darum herum stehen noch ein paar Mauern. Leider sind die Ruinen sehr schlecht restauriert, d.h. nur mit Beton zugepflastert worden.
Nach der Besichtigung, es war mittlerweile wieder so um die 30° im Schatten, fuhren wir weiter auf der Suche nach einem in der Nähe gelegenen Turicentro. Turicentros sind eine tolle Einrichtung. Meist bestehen sie aus ein paar Swimmingpools und zu mietenden Cabanas, dazu gehören auch die nötigen sanitären Einrichtungen und das Ganze befindet sich immer in einer schönen Umgebung. Nach einer guten Stunde gaben wir die Suche auf, entweder existierte dieses Turicentro nicht mehr, oder aber wir hatten es schlicht übersehen. Wir entschlossen uns daraufhin, ein etwas entfernteres anzusteuern, laut unserem Reiseführer sollte es kurz vor San Salvador sein. Aber auch hier hatten wir kein Glück. Wir erfuhren später von einem Tankwart, dass die heissen Quellen, welche die Swimmingpools speisten, beim letzten Erdbeben versiegt waren und die Anlage aus diesem Grunde geschlossen wurde.
Noch einmal sahen wir uns gezwungen, unsere Pläne zu ändern und so fuhren wir weiter, durch die Hauptstadt hindurch, zum nächsten See.

Wieder am See

Etwas ausserhalb von San Salvador befindet sich der Kratersee „Lago di Ilopango“ und das „Turicentro Apulo“. Schon leicht genervt und total überhitzt kamen wir an, zahlten den Eintritt und wurden auf einen hübschen Platz, gleich neben dem Polizeigebäude gewiesen. Später merkten wir dann, dass ein paar Meter hinter unserem Camper der Abfall deponiert wurde und es deswegen abends nur so von Hunden wimmelte, die dann alle unsere Pneus markierten.
Nach einem ersten Erkundungsspaziergang setzten wir uns in ein an der Seepromenade gelegenes Restaurant und genossen den schönen Ausblick, aber vor allem das kühlende Lüftchen. Wie wir schon die vorhergehenden Tage mit Freude festgestellt hatten, kühlte es in der Nacht jeweils auf 28° ab, dies sollte auch hier der Fall sein. Das Baden im See war nicht so toll, erstens war das Wasser lauwarm und zweitens schien es ziemlich schmutzig.
Als Problem stellte sich dann das Duschen heraus. Da das Touricentro um 17:00 Uhr seine Tore schloss, wurde auch das Wasser abgestellt. Einer der Parkwächter hatte aber mit uns verschwitzten Ausländern Erbarmen und drehte kurzerhand den Hahn wieder auf. So kamen wir dennoch in den Genuss einer kühlenden Dusche, diese natürlich auch draussen. Netterweise liess er dann das Wasser gleich die ganze Nacht an.
Da es uns so gut gefiel und wir die nächste Grenzüberquerung nicht an einem Sonntag machen wollten, entschlossen wir uns, einen Tag länger zu bleiben. Nachdem wir ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt hatten, machten wir einen Strandspaziergang. Am Strand fiel uns eine immer grösser werdenden Menschenmenge auf und als wir genauer hinguckten, erkannten wir, dass ein Mann in Badehose am Boden lag und ein anderer mit Herzmassage beschäftigt war. Etwas später setzten wir uns in ein Restaurant, dieses Mal mit Büchern bewaffnet und mussten beobachteten, dass dem Mann leider nicht mehr zu helfen war – auch die Helfer des Roten Kreuzes konnten nichts mehr ausrichten. Dies war das einzig Traurige während eines absolut wunderbaren Tages.

Und noch zum Thema „Hunde“: Jedem Hundeliebhaber zerreisst es das Herz, wenn er die vielen Streuner sieht. Obwohl die Viecher uns immer die Pneus bepinkeln, können wir ihnen nicht gross böse sein, weil sie uns immer mit so traurigen Augen anschauen. Meist in Gruppen, richtigen Streetgangs, ziehen sie durch die Gegend, immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Zum Teil sehen sie wohlgenährt aus, zum Teil aber dermassen verwahrlost und dürr, dass es uns der Anblick richtig schmerzt.
Wenn man sie loswerden will, muss man nur den Arm heben und so tun, als wolle man einen Stein nach ihnen werfen. Der erwünschte Effekt stellt sich in Sekunden ein, die Hunde jaulen auf (auch ohne dass sie getroffen wurden), ziehen den Schwanz ein und rennen um ihr Leben. Oft reicht auch nur ein Blick in ihre Richtung oder ein Wort.
Birgit würde ja am liebsten alle Hunde Mittelamerikas adoptieren, Hubi weigert sich aber immer noch standhaft.

Die Besucher in Panajachel 18. – 23.04.2002 (35’200 km)

Panajachel

Und wieder waren wir auf unserem super tollen Campingplatz beim Hotel Tsanjuyu. Nach dem staubigen Parkplatz in Antigua fühlten wir uns wieder wie im Paradies. Wale und Nicole checkten in einem nahe gelegenen Hotel ein, nahe genug, um mit uns jeweils das frisch gebackene Brot zum Frühstück zu geniessen. Wir verbrachten gemütliche Stunden lesend in den Liegestühlen, sonnend am Swimmingpool und plaudernd mit Liz und Mike, unseren englischen Nachbarn.

Doch natürlich lagen wir nicht nur auf der faulen Haut, sondern unternahmen interessante Ausflüge in die Umgebung. Einer davon führte uns nach Santiago de Atitlan, einem schönen Dorf am anderen Seeufer. Mit der Fähre setzten wir eines Morgens über und liessen uns auf Deck den Wind um die Nase wehen. Während Hubi und Wale im Schatten über wichtige Themen wie Börsenkurse etc. fachsimpelten, widmeten sich Nicole und Birgit ihrer Bräune und unterhielten sich über Gott und die Welt. In Santiago spazierten wir dann etwas herum, wichen den in den Strassen liegenden Betrunkenen aus und versuchten die Strassenverkäufer bestimmt aber freundlich abzuwimmeln .
Nach der Rückkehr strotzte Wale immer noch vor Energie und so überredete er Hubi, die nah gelegene Höhle des San Simon zu besichtigen. Nicole und Birgit weigerten sich standhaft und genossen Kaffee, bzw. Tee und feine Lindor-Kugeln beim Camper.
Ein andermal, als sich Nicole und Birgit mal wieder von „Weis nicht was“ ausruhen mussten, machten wir Männer uns auf die Socken zu den hübschen Ruinen von Iximche und waren, im Gegensatz zu den Ruinen in Mexiko, die einzigen Touristen weit und breit.

Chichicastenango

Da Sonntag Markttag in Chichigastenango ist und das Dorf nur so von Touristen überflutet wird, fuhren wir früh morgens los. Hubi erinnerte Birgit vorab einmal mehr daran, dass für jedes neu gekaufte Kleidungsstück, ein altes aus dem Camper verschwinden musste. Aus präventiven Gründen nahm er gleich nur das Nötigste an Geld mit. Während Hubi und Wale in den engen Gassen des Märits nach lohnenden Fotoobjekten suchten, versuchte Birgit den überall hängenden Versuchungen in Form von Taschen, Tüchern, Bettüberwürfen, Hosen und Hemden, Schmuck etc. zu widerstehen. Nicht nur die beiden Männer waren nach 2 Stunden schweissgebadet…
Nach einer kurzen Erholungspause vernahmen wir, dass etwas ausserhalb von Chichi alte Mayarituale zu beobachten wären. Kurz entschlossen nahmen wir uns einen Führer und machten uns auf dem Weg. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel und von Schatten keine Spur. Als dann noch ein Hügel zu besteigen war, war die gute Laune mal kurz verschwunden. Doch oben angelangt entschädigte uns ein ungewöhnlicher Anblick für die erlittenen Strapazen: Ein Schamane war gerade daran, die bösen Geister einer Familie (sprich Feinde) auszutreiben. Dazu wurden in einem Feuer u.a. auch Eier und schwarze Kerzen verbrannt, dazu verlass der Schamane eine lange Schrift in einem Maya-Dialekt . Zu guter Letzt wurden zwei Konservendosen in die Glut gegeben und mit deren lauten Explosion war die Zeremonie abgeschlossen (so haben wir es auf jeden Fall verstanden).
Zwar ohne Einkaufstüten, dafür um eine Erfahrung reicher, machten wir uns wieder auf den Weg nach Panajachel.

In der Karibik II 28. – 29.01.2002 (32’000 km)

Tulum

Wir wählten den Sonntag als unseren Besichtigungstag, da der Eintritt zu den Ruinen (und zu allen andern in Mexiko) kostenlos ist – ja, auch wir sind am Sparen…
Um dem touristischen Ansturm zu entgehen, standen wir bereits um 7:00 Uhr auf (morgens, ist wahr!) und machten uns auf den Weg, ein Kollektivtaxi zu finden. Eine halbe Stunde später standen wir schwitzend an der Küste und bewunderten die Überreste der letzten Maya-Tolteken Religionsstätte. Die Ruinen an und für sich sind nicht wahnsinnig aufregend (wie z.B. die in Palenque), dafür ist der dafür gewählte Standort einmalig. Am Rande der Klippen befindet sich „el castillo“ (Burg, Schloss), welches das Meer und auch Inland übersieht. Das intensive Königsblau von Neptuns Reichs kontrastiert wunderbar mit dem weissen Sand und den beigen Steinen des Schlosses, wir verstanden ohne grosse Probleme, weshalb sich die Tolteken dermassen intensiv gegen Cortez zur Wehr gesetzt hatten.
Wir verbrachten eine Stunde mit Herumwandern und Fotografieren, dann zog es uns mit unwiderstehlicher Kraft wieder an unseren kleinen Strand, wo Birgit den Rest des Vormittages Mosquito auf Hochglanz polierte und sich Hubi dem Schnorcheln widmete.

Damit Ihr nicht denkt, dass es nur in Tulum schöne Strände gibt, haben wir noch die Aussicht von unserem Camperfenster hinzugefügt.

Silvester in Palenque 30. & 31.12.2001 (30’600 km)

Palenque

Nach gemütlichem Ausschlafen machten wir unseren Mosquito erneut startklar und kehrten ohne Bedauern dem kalten San Cristobal den Rücken zu. Wenige Stunden später tröpfelte der Schweiss bereits wieder von Hubi’s Stirn, ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir uns wieder in wärmeren Gefilden befanden – und Carolinchen frohlockte. Rasch war ein Campingplatz gleich neben den Maya-Ruinen gefunden und das Zelt aufgestellt. Um uns etwas abzukühlen, stürzten wir uns unverzüglich in den platzeigenen Pool und genossen Sonnen anbetend den Rest des Nachmittags.
Frühzeitig am letzten Tag des alten Jahres machten wir uns auf, die allseits gerühmten Ruinen von Palenque zu besichtigen. Wir wurden nicht enttäuscht und traten für einige Stunden in die Fussstapfen der alten Mayas. Der besondere Reiz liegt darin, dass sich diese Stätte mitten im Urwald befindet und man bei einem Spaziergang durch Tarzans Revier oft über überwachsene Ruinen stolpert. Ein Archäologentraum!
Leider war auch – wie an allen übrigen Orten – Palenque ziemlich ausgestorben und so hüpften wir als erstes ins Internet-Café und suchten uns anschliessend ein hübsches Restaurant. Stunden warteten wir auf die versprochene Fiesta auf dem Zocalo, doch die Party blieb aus uns unbekannten Gründen aus. Dafür assen und tranken wir alle für Zwei und trafen noch vor Mitternacht auf dem Campingplatz ein. Prosit Neujahr … u guet Nacht!