Schlagwort-Archive: paar

Der Tiger ist los

Tigerkuchen

Tigerkuchen

A. wollte diesmal einen Tigerkuchen zum Geburtstag. Dazu haben wir einen Teig für den Rasen (grün) gemacht, einen weiteren Teig für den Körper, die teile des Körpers mit Buttercreme verklebt und dann mit farbiger Buttercreme verziert:

Körper

  • 4 Eier
  • 200g Zucker
  • 200ml Orangensaft
  • 1.5 Tl Kakaopulver
  • 200ml Öl
  • 300g Mehl
  • 1Pck. Backpulver

Die Zubereitung ist denkbar einfach

  1. Eier und Zucker schaumig schlagen und abwechselnd Öl und Orangensaft unterrühren
  2. Mehl und Backpulver dazugeben
  3. 2/3 des Teigs in eine 24er Springform geben
  4. in den restlichen Drittel 1.5 TL Kakaopulver geben und in den Teig in der Springform vorsichtig einrühren, so dass sich Streifen bilden
  5. Anschliessend in den Ofen und bei 180°C ca 50-60min backen. Bis an einem Holzstäbchen/Messer beim Reinstechen kein Teig mehr hängen bleibt. Wenn der Teig anfängt oben dunkel zu werden, mit etwas Aluminium-Folie abdecken
  6. Danach auskühlen lassen und aus der Form lösen
  7. Vor dem Schneiden noch etwas in den Kühlschrank, damit es nicht so bröselt
  8. Dann den Deckel abschneiden, wieder aufsetzen und die Tiger/Katzenform ausschneiden

Das Rezept für den Boden habe ich aus verschiedenen Quellen im Internet, es wird auch Wunderrezept genannt. Der Boden ist locker, dennoch stabil und schmeckt . Der Teig ist durch die Verwendung anderer Flüssigkeiten z.B. Apfelsaft … leicht abzuwandeln.

Rasen

  • wie Körper
  • zusätzlich etwas blaue/grüne Lebensmittelfarbe anstelle des Kakaopulvers

Zubereitung

  1. Eier und Zucker schaumig schlagen und abwechselnd Öl und Orangensaft unterrühren,
  2. Lebensmittelfarbe,  Mehl und Backpulver dazugeben
  3. Teig in eine 24er Springform geben
  4. In den Ofen und bei 180°C ca 50-60min backen. Bis an einem Holzstäbchen/Messer beim Reinstechen kein Teig mehr hängen bleibt. Wenn der Teig anfängt oben dunkel zu werden, mit etwas Aluminium-Folie abdecken
  5. Danach auskühlen lassen und aus der Form lösen und in den Kühlschrank
  6. Deckel abschneiden, wieder aufsetzen

Buttercreme für Grundierung und Verkleben

Reicht um die Cake-Schichten etwas zu verkleben und Unregelmässigkeiten etwas auszubessern (ca. 260 g Buttercreme).

  1. 100g weiche Butter und 160 g Puderzucker in die Rührschüssel geben
  2. Jetzt die Masse mit dem Rührgerät vorsichtig mischen, bis Butter und Puderzucker eine gleichmässige Masse bilden
  3. Fertig ist die Buttercreme zum Verstreichen.

Körper zusammenbauen

  1. Zwischen die Teigschichten etwas Buttercreme geben, aufeinanderstellen
  2. Mit der Buttercreme Unebenheiten ausbessern und zusammenkleben, was zusammengehört.
  3. Ohren ggfs. mit Zahnstocher fixieren

Pelz

  • 600g Butter
  • 980 g Puderzucker
  • Lebensmittelfarbe orange/gelb

Zubereitung

  1. Butter, Puderzucker und Lebensmittelfarbe in die Rührschüssel geben
  2. Mit dem Rührgerät vorsichtig mischen, bis Butter und Puderzucker eine gleichmässige Masse bilden
  3. Fertig ist die Buttercreme zum Spritzen
  4. Mit einem Spritzsack den Körper verzieren
  5. ev. noch etwas Buttercreme mit Kakaopulver versehen für dunkle Streifen

Nase, Augen

20140518.1324_DSC02674

  1. Aus Marzipan und braunen Smarties. Nach dem verzieren mit Buttercreme anbringen ggfs. mit Buttercreme wieder ausbessern

 

Equipment

  • Küchenwaage
  • Rührschüssel
  • Handrührgerät mit Rühraufsatz
  • Spritzsack mit Aufsatz für den “Pelz”
  • Springform 24cm

Hinweise

  • Bei der Lebensmittelfarbe Pulver-, Pasten- oder Gelfarben verwenden. Bei flüssigen Farben kann sich die Creme trennen
  • Ist die Buttercreme zu weich dann ein paar Minuten kühl stellen oder mehr Puderzucker beigeben
  • Ist die Buttercreme zu steif und lässt sich gar nicht verteilen oder spritzen, dann Masse länger bei Raumtemperatur stehen lassen, mit den Händen im Spritzsack erwärmen oder Teelöffelweise warmes Wasser beigeben bis Konsistent wie gewünscht

 

Versuche mit Online Backup

Versuche mit Online Backup

15.9.13 Bisher habe ich den Inhalt mein NAS immer auf ein zweites NAS gebackupt, dies mit dem Nachteil,

  • dass das zweite NAS langsam und der Speicherplatz zu klein war
  • und dass das zweite NAS sich gleich im Nebenraum befand

Dies entsprach nicht ganz der 3-2-1 Backup-Regel. Diese besagt in etwa, dass ich neben meinem Original-File noch 2 Kopien haben sollte (3). Das Backup am Besten auf 2 verschiedene Medientypen (Harddisk, Band, Optische Disk uä.) anlege und jeweils 1 Kopie an einen anderen Standort auslagere. Das mit den 2 Medien nehme ich jetzt mal an klappt mit der Cloud.

So nun ging die Suche los, folgende Kriterien habe ich mir zusammengestellt:

  • bezahlbar, z.B. 100 CHF pro Jahr
  • unbeschränkten Speicherplatz (oder ca. 6 TB)
  • unbeschränkter Up-/Download
  • Backup und Spiegelung (um Verzeichnisse zwischen mehreren Computern synchron zu halten)
  • Netzlaufwerke backupen
  • 5 Versionen unabhängig von der Aufbewahrungsdauer
  • beliebige Anzahl Endgeräte
  • Webzugriff (https, webdav) und Client für Mac, Windows, iOS, Linux (Synology)
  • Online Speicher als Laufwerk anbindbar
  • verschlüsselte Übertragung und Speicherung
  • Sharing und Streaming

JustCloud

Den ersten Versuch startete ich mit JustCloud. Nach 300 GB habe ich aufgehört, es fängt sehr günstig an, man kriegt 50-70% Rabatt braucht aber x-Zusatzservices die alle extra kosten, wie Versionierung, schnellere Up- und Downloads, zusätzliche Clients, Backup von Netzlaufwerken usw. War mir sehr schnell zu blöde. Toll ist die Money-Back Garantie, das Geld wurde bis auf eine kleine Gebühr zurückbezahlt. Nach ein paar folgenden Marketingmails musste ich noch mal sagen, dass ich Ruhe vor ihrem Produkt möchte und seither klappt es

bitcasa

Einen weiteren Versuch startete ich mit bitcasa, ein sehr gutes Produkt welches bei mir auch einen guten Eindruck bezüglich Sicherheit hinter lies. Nach 1.8 TB habe ich das Vorhaben aber abgebrochen

  • bezahlbar, ja 99 US$ pro Jahr
  • unbeschränkten Speicherplatz, ja ABER System wird instabil
  • unbeschränkter Up-/Download, ja
  • Backup und Spiegelung, ja
  • Netzlaufwerke backupen, ja
  • 5 Versionen unabhängig von der Aufbewahrungsdauer, ja sie versprechen 3+ Versionen
  • beliebige Anzahl Endgeräte, ja
  • Webzugriff (https, webdav) und Client für Mac, Windows, iOS, Linux (Synology), ja ABER im Web sind nicht die gleichen Dateien sichtbar wie in den anderen Clients. Die Apps sind relativ performant und stabil. Kein Linux-Client (hat eigentlich keiner).
  • verschlüsselte Übertragung und Speicherung, ja die Daten werden bereits auf dem Client verschlüsselt und dedupliziert, dadurch hatte ich das Gefühl der besten Uploadgeschwindigkeit!
  • Sharing und Streaming, ja man kann sogar ganz Musikalben streamen z.B. aufs iPhone
  • Online Speicher kann als Laufwerk angebunden werden, ja aber Zugriff mit SyncSoftware wie AllwaySync ist instabil, dito Robocopy

Nachdem ich 1.8 TB hochgeladen habe und dann mit den verschiedenen Clients Zugriff waren im Webclient nicht alle Dateien vorhanden wie auf dem Windows oder iOS Client. Dies verwirrt, die Antwort des Customer-Services auch „Oh that’s a lot of data“. mit dem Tipps im Supportforum kam ich auch nicht wirklich weiter, deshalb hat bitcasa mal Pause. Ich hoffe, dass sich die Situation während der Dauer meines Jahresabos noch verbessert .

Update 10.11.13 Auch mit verschiedenen neuen Client-Versionen (zuletzt  1.1.3.26 de) stürzt das Teil regelmässig ab, sowohl beim Backupen, Mirroring wie auch beim Zugriff auf bitcasa-Laufwerk

Update 20.11.13 Bitcasa hat die Preise erhöht. Mein Unlimited-Paket kostet nun nicht mehr 99$ im Jahr sondern pro Monat –> Account gelöscht

Crashplan

Nächster war crashplan, und wurde nach einer Woche wegen der sehr schlechten Upload-Bandbreite abgebrochen.

  • bezahlbar, ja 48 – 108 US$ pro Jahr
  • unbeschränkten Speicherplatz, ja 
  • unbeschränkter Up-/Download, ja
  • Backup und Spiegelung, nur Backup
  • Netzlaufwerke backupen, ja
  • 5 Versionen unabhängig von der Aufbewahrungsdauer, ja
  • beliebige Anzahl Endgeräte, je nach Vertrag 1 oder 2-10
  • Webzugriff (https, webdav) und Client für Mac, Windows, iOS, Linux (Synology),  ja, die Apps sind relativ performant und stabil. Kein Linux-Client (hat eigentlich keiner).
  • verschlüsselte Übertragung und Speicherung, na
  • Sharing und Streaming, na
  • Online Speicher kann als Laufwerk angebunden werden, weiss nicht mehr

Update 20.11.13 Websites http://pcloadletter.co.uk/2012/01/30/crashplan-syno-package/ und http://blog.abenker.com/2012/06/17/synology-diskstation-und-crashplan/ etc. mit einer guten Anleitung für Crashplan auf Synology-NAS gefunden

 

OpenDrive

Nun bin ich an opendrive dran und bin bisher (2.5TB) und immer noch zufrieden

  • bezahlbar, ja 99 US$ pro Jahr
  • unbeschränkten Speicherplatz, ja 
  • unbeschränkter Up-/Download, jein, Download ist auf 100 GB pro Tag beschränkt, mehr ist Kostenpflichtig, sie behaupten auf der Website kulant zu sein….
  • Backup und Spiegelung, ja
  • Netzlaufwerke backupen, ja
  • 5 Versionen unabhängig von der Aufbewahrungsdauer, ja bin im Moment bei 10 Versionen bei einzelnen Dateien
  • beliebige Anzahl Endgeräte, ja
  • Webzugriff (https, webdav) und Client für Mac, Windows, iOS, Linux (Synology),  ja, die iOS-App ist langsam und instabil. Kein Linux-Client (hat eigentlich keiner).
  • verschlüsselte Übertragung und Speicherung, ? Übertragung erfolgt 128bit verschlüsselt, zusätzlich gibt es auf dem PC einen speziellen Folder, dessen Inhalt bereits auf dem PC verschlüsselt wird und diese Verschlüsselung über die ganze Kette beibehält.
  • Sharing und Streaming, ja nur einzelne Dateien

Software funktioniert unter Windows 8 und 8.1 stabil, kann alle Verzeichnisse und Netzwerklaufwerke backupen oder syncen. Nutzt die ganze Netzwerkbandbreite für den Upload über meinen Internet-Anschluss.

Mein Ranking

  1. Crashplan
    Pro: Synology PlugIn, Preis, stabil, transparent (man weiss was die SW tut) und Verschlüsselung Neg: iOS App
  2. OpenDrive
    Pro: Preis, stabil, transparent (man weiss was die SW tut) Neg: iOS App und Verschlüsselung
Furby-Cake

Wie mache ich einen Furby-Cake

Furby-Cake

Furby-Cake

A. wollte ein Furby zum Geburtstag. Nicht faul haben wir beim Bäcker etwas Schokoladen-Cake bestellt:

  • 3 Stück  12 cm Durchmesser und ca. 4 cm hoch
  • 1 Stück 6 cm Durchmesser und je ca. 4 cm hoch

Diese mit etwas Buttercreme dazwischen aufeinander gestellt. Das Furby hat am Ende einen Durchmesser von ca. 14 cm und ein Höhe von 20 cm (mit Ohren).

Weitere Zutaten:

  • 250 gr weiche Butter
  • 410 gr Puderzucker
  • 1-2 Briefe Vanillezucker (weiss) oder geraffelte Orangen-/Zitronenschale
  • Lebensmittelfarbe (besser Pulver aus der Drogerie)verschiedenfarbiges Marzipan
  • Verschieden farbiges Marzipan
    ca. 120 g einer Farbe für Augenringe, Ohren und Füsse
    ca. 40 g andere Farbe für Augenhintergrund
    ca. 20 g andere Farbe für Augenlider
    ca. 40 g gelb für Schnabel
    ca. 10 g andere Farbe für Zunge

Equipment:

  • Küchenwaage
  • Rührschüssel
  • Handrührgerät mit Rühraufsatz
  • Spritzsack mit Aufsatz für den „Pelz“

Rezept für die Grundierung und Verkleben der Cakes-Schichten
(ca. 260 g Buttercreme)

Reicht um die Cake-Schichten beim aufeinander stellen etwas zu verkleben und rundum die Unregelmässigkeiten etwas auszubessern und die braune Farbe etwas abzudecken.

  1. 100g weiche Butter und 160 g Puderzucker in die Rührschüssel geben
  2. Jetzt die Masse mit dem Rührgerät gaaanz langsam mischen, bis Butter und Puderzucker verbunden sind
  3. Fertig ist die Buttercreme zum Verstreichen.
  4. Zwischen jeden Schokoladencake vor dem Aufeinanderstellen etwas Buttercreme geben, aufeinanderstellen
  5. Mit der Buttercreme Unebenheiten ausbessern und rundum den Cake etwas abdecken.
Furby-Cake, die 4 Schokoladen-Cakes wurden aufeinander gestappelt und nun grundiert

Furby-Cake, die 4 Schokoladen-Cakes wurden aufeinander gestappelt und nun grundiert

Furby-Cake, die 4 Schokoladen-Cakes aufeinandergestappelt und mit der ersten Grundierung

Furby-Cake, die 4 Schokoladen-Cakes aufeinandergestappelt und mit der ersten Grundierung

Rezept für Furby-„Pelz“ ca 800 g Buttercreme

  1. 300g weiche Butter und 500 g Puderzucker in die Rührschüssel geben
  2. Die Masse mit dem Rührgerät gaaanz langsam mischen, bis Butter und Puderzucker verbunden sind
  3. Lebensmittelfarbe (Pulver vorher mit wenig Wasser mischen) und/oder Aroma dazugeben
  4. Fertig ist die Buttercreme zum Spritzen
  5. Etwas ca. 1/3-1/2 davon in den Spritzsack abfüllen und Muster auf den Kuchen machen
  6. Augen, Füsse können vorher oder auch nachher angebracht werden
  7. Ohren am Schluss aufsetzen, ggfs mit Buttercreme wieder ausbessern
Furby-Cake kriegt seinen Pelz (Buttercreme aus dem Spritzsack)

Furby-Cake kriegt seinen Pelz (Buttercreme aus dem Spritzsack)

Furby-Cake angeschnitten

Furby-Cake angeschnitten

Augen, Ohren, Schnabel und Füsse

Aus farbigem Marzipan

  1. Aus ca. 120 g Marzipan einer Farbe die Augenringe (flach drücken und ausschneiden), Ohren (flachdrücken und formen) und Füsse formen
  2. Ca. 40 g Marzipan einer anderen Farbe flach drücken und auf Grösse der Augenringe zuschneiden für den Augenhintergrund
  3. Ca. 20 g Marzipan einer anderen Farbe flach drücken und ausschneiden für die Augenlider
  4. Ca. 40 g gelbes Marzipan zu einem Schnabel formen und in der Mitte einen Spalt für die Zunge vorsehen. Die Zunge aus ca. 10 g anders farbigem Marzipan formen und in Schnabel einsetzen

Hinweise:

  • Bei der Lebensmittelfarbe Pulver-, Pasten- oder Gelfarben verwenden. Bei flüssigen Farben kann sich die Creme trennen
  • Ist die Buttercreme zu weich dann ein paar Minuten kühl stellen oder mehr Puderzucker beigeben
  • Ist die Buttercreme zu steif und lässt sich gar nicht verteilen oder spritzen, dann Masse länger bei Raumtemperatur stehen lassen, mit den Händen im Spritzsack erwärmen oder Teelöffelweise warmes Wasser beigeben bis Konsistent wie gewünscht
  • Ein anderes Beispiel, wie man es schön machen könnte 😉

Im Amazonasgebiet 8. – 16.2.03

Porto Velho

Die Busfahrt von Cuiaba nach Porto Velho war bisher unsere längste, denn ganze 25½ Stunden waren wir unterwegs. Eigentlich erstaunlich, da die 1’500 km lange Strecke, unter Kennern kurz BR-364 genannt, in einem sehr guten Zustand war. Doch für einmal hatten wir sehr vorsichtige Busfahrer, die erstens lange brauchten, bis sie sich zu einem Überholmanöver aufraffen konnten und zweitens öfters als Normal Stopps einlegten. So wurde unser Schönheitsschlaf alle 2-3 Stunden rüde unterbrochen und wir mussten jeweils mindestens 10 Minuten auf den Genuss der auf optimale 21° eingestellten Klimaanlage verzichten. Den Stopp um 2:25 Uhr werden wir nicht so schnell vergessen, denn die Bushaltestelle ist gleichzeitig auch Restaurant und ambulante Klinik. So kann man sich rund um die Uhr die fakultative Gelbfieberimpfung verpassen lassen und das tatsächlich gratis, ja, wenn wir das gewusst hätten…

Porto Velho mit seinen knapp 300’000 Einwohner liegt am Rio Madeira und ist ein Ausgangspunkt für Bootsfahrten ins Amazonasgebiet. Die Stadt ansonsten hat nicht viel zu bieten, aber wir waren sowieso nur am Hafen und der dort vertäuten Schiffe, die nach Manaus schippern, interessiert. Auch ist diese Stadt an Sonntagen dermassen ruhig, dass wir fast verhungert wären, da alle Churrascarias (Fleischrestaurants) Ruhetag hatten. Doch zum Glück konnte Bibi überredet werden, auch mal in einen leckeren Doradofisch, zubereitet à la brasiliana, zu beissen. Doch bevor wir uns dieser kulinarischen Köstlichkeit hingeben konnten, musste viel Arbeit erledigt werden. Es hiess, ein Schiff zu finden, das nicht aussah, als würde es nächstens zu einem Spielplatz für Piranhas werden, die Kabinen auf Sauberkeit zu untersuchen und zu guter Letzt den Kapitän auf einen akzeptablen Preis herunter zu handeln. Wir haben, durch Zufall, das beste Boot auf der Route erwischt. Zum anderen vor Anker liegenden Kahn meinte Birgit nur, sie übernachte lieber gleich in der Hängematte an Deck oder falls diese Plätze auch bereits ausgebucht seien, lasse sich halt durch den Piranha verseuchten Fluss ziehen! Nach hartem Verhandeln konnten wir uns die Suite 1 auf der „Cidade de Manicore“ sichern; wie man da auf die Bezeichnung „Suite“ kommen kann, ist uns schleierhaft. Zusätzlich zu unserer Luxuskabine mit Klimaanlage (Raum ohne Fenster von 4m², inkl. WC und Flusswasser-Dusche), kauften wir 2 Hängematten, damit wir während der 2-3 Tage dauernden Fahrt an Deck auch so richtig rumhängen konnten.

Nach Manaus

Als wir am übernächsten Tag in unsere Kabine einzogen, machte sie plötzlich einen viel besseren Eindruck: Sie war aufgeräumt und ordentlich gereinigt worden und die traurige Matratze hatte einen Überzug erhalten. Wir hatten das Schiff und Kabine von unserer raschen Inspektion her in schlechter Erinnerung behalten und hatten uns auf das Schlimmste gefasst gemacht – so konnten wir ja nur positiv überrascht werden!
Der Stolz unseres Boots war die Bar, die sich auf dem obersten Deck befand. Hier dröhnten den ganzen Tag laute Rhythmen aus den Boxen und das Dosenbier floss in Strömen. Natürlich genehmigten auch wir uns ab und zu einen kühlenden Schluck, doch waren wir – was den Alkoholgehalt im Blut anbelangt – immer etwas im Rückstand.
Da der Fluss jetzt während der Regenzeit gut Wasser führt, kamen wir rasch vorwärts. Die gemütliche Fahrt – es wehte uns immer ein kühles Lüftchen um die Nase – wurde ein paar Mal durch Hafenstopps unterbrochen, doch da Petrus gerade anderweitig beschäftigt war, mussten wir uns nicht wegen zu grosser Hitze an Land in ein Restaurant oder in unsere Kabine flüchteten, sondern konnten das Leben und Treiben gemütlich von Bord aus beobachten.
Das Essen wurde – wie es sich gehört – direkt in unserer Suite serviert, nur klappte dies beim ersten Mal nicht so ganz. Gegen Mittag erhielten wir schon mal das Dessert und zwei Getränke geliefert, anschliessend passierte 1½ Stunden lang gar nichts. Dann kam plötzlich der Hilfskoch vorbei, fuchtelte mit den Händen und erzählte etwas auf Portugiesisch, das Hubi wie immer mit einem freundlichen Sim, Sim. (ja, ja) beantwortete. Birgit wurde nun langsam wirklich hungrig und schickte Hubi eine weitere halbe Stunde später in die Küche. Auf seine scheue Nachfrage, wo denn das Essen bleibe, antwortete die Küchenchefin mit einem portugiesischen Wortschwall und Hubi entnahm diesem, dass sie sich entschuldigte. 10 Minuten später servierte sie uns das Essen persönlich. Aus dem folgenden Wortwechsel glauben wir entnommen zu haben, dass der Hilfskoch gemeldet hätte, wir würden aufs Mittagsessen verzichten. Es könnte also sein, dass Hubi die Mahlzeit abbestellt hatte. Soviel zu unseren Sprachkenntnissen. Das Essen selber war nicht gerade gut, aber bestimmt nahrhaft. Wir sahen unsere Diät auf jeden Fall nicht gefährdet.
Übrigens kamen unsere Körper während der 2 1/2 Tage kein einziges Mal mit Wasser in Form einer Dusche in Berührung. Das nicht etwa, weil wir wasserscheu sind, nein, sondern weil das bräunliche Flusswasser irgendwie sehr ungesund aussah. Ehe wir uns mir Ausschlägen herumkämpfen wollten, verzichteten wir heroisch auf das köstliche Nass und verfuhren wie die Franzosen. Zum Glück konnte man aber Wasser in kleinen Pet-Flaschen kaufen.
Abends wurde um 19 Uhr immer eine Seifenoper gezeigt, während dieser Zeit hatte immer ein Matrose die Aufgabe, sekündlich die Sattelitenantenne auszurichten. Die begeisterten Zuschauer schien dies in keiner Weise zu stören, für uns war dies ein Zeichen, früh zu Bett zu gehen und zu lesen.
Für unsere Unterhaltung am Tage trugen Emerson (9 Jahre) und Bruna (8 Jahre) Sorge. Die ersten Stunden unserer Bekanntschaft schauten sie uns immer tief in die Augen, aber nicht etwa, weil sie sich in uns verliebt hatten – nein, das kam später – sondern, weil sie von unseren blauen Augen fasziniert waren. Die Beiden versuchten auch unermüdlich unser Portugiesisch zu vertiefen, indem sie jeden gesprochenen Satz x-Mal repetierten, das war mit der Zeit etwas ermüdend, verstanden wir doch nur Bahnhof. Süss war, als uns Emerson davon abzuhalten versuchte, das servierte Essen zu essen. Dies mit der Begründung, dass es ungesund sei. Er selbst mampfte während seines Monologes an einem in der Bar gekauften Hamburger.

Manaus

In unserer romantischen Vorstellung haben wir uns diese Stadt mit ihren 2,1 Mio. Einwohnern viel kleiner und mehr von tropischem Regenwald umgeben vorgestellt. So à la: Die Natur im ewigen Kampf gegen die Zivilisation, immer wieder Wege zurück in die Stadt findend, hier eine Liane, die den Weg versperrt, da eine Pflanze, die den Asphalt durchdringt und ein Passieren unmöglich macht. So extrem ist das leider nicht mehr, durch Brandrodung wurde und wird immer noch Platz geschaffen, somit ist Manaus eine normale Grosstadt, mit viel Verkehr, Abgasen und Menschen. Wir konnten einige schöne Kolonialbauten fotografieren und besichtigten das berühmte Opernhaus, das 1896 während des Gummibooms fertig gestellt wurde.
Um wirklich in unberührte Gegenden vordringen zu können, muss man viel Zeit, Geld und einige Strapazen auf sich nehmen. Dies war uns bei der feuchten Hitze doch zuviel. Apropos Hitze, wir liefen triefend durch die Gegend, während wir Einheimische sahen, die in Rollkragenpullovern herum spazierten. Auf unser ungläubiges Staunen hin erklärte uns ein Hotelangestellter, dass es im Moment eher kühl sei und die Luftfeuchtigkeit gering, ausserhalb der Regenzeit wäre es dann wirklich heiss. Da laust uns doch der Affe.
Neben der Besichtigung der paar Sehenswürdigkeiten machten wir auch noch eine Ausflug auf dem Rio Negro, der zusammen mit dem Solimoes den grossen Amazonas bildet. Die Wasser der beiden Flüsse fliessen für mehrere Kilometer noch nebeneinander her und vermischen sich nur langsam. Grund dafür sind die Dichteunterschiede der Wasser, bedingt durch die unterschiedliche Temperatur und mitgeführten Schwebestoffe. Der Amazonas/Solimoes entspringt in den Anden Perus und ist kälter und braun wegen der vielen mitgeführten Erde. Der Rio Negro hingegen kommt aus Kolumbien, ist wärmer und sieht dunkel bis schwarz aus, wegen der verrotteten Blätter und Pflanzen. Auf der wieder einmal langen Bootsfahrt konnten wir kurz die rosafarbenen Flussdelfine beobachten, für Fotos waren sie aber zu schnell.

Rio de Janeiro 21. – 28.1.03

In Rio de Janeiro

In Rio hat es von allem zuviel, zu viele Menschen, Verkehr, Sehenswürdigkeiten, Strassen und Strände. Es ist oft zu heiss, zu feucht, die Armut ist zu gross und es gibt zu viele Einkaufsmöglichkeiten. Trotzdem wird man von dieser Metropole in den Bann gezogen. Spätestens wenn man auf einen der Aussichtpunkte, wie Zuckerhut oder Corcovado, steigt und Rio aus der Vogelperspektive betrachtet.

Kaum angekommen, konnten wir ein günstiges Hotel für die Karnevalszeit reservieren, die Eintritte für das Spektakel im Sambadromo sowie einen preiswerten Rückflug nach Bs.As. erwerben. Und dies deutlich günstiger als die Angebote der Reisebüros in Bs.As oder aus dem Internet. Jetzt kann der Karneval kommen!

Dass wir die Samba-Rhythmen im Blut haben, sehen uns die Cariocas, so nennen sich die Einwohner von Rio, schon von weitem an. Deshalb ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass wir sogleich mehrere Angebote zur Teilnahme am Karneval erhielten. Natürlich fühlten wir uns äusserst geschmeichelt, doch wir sind viel zu bescheiden, um den seit 12 Monaten Übenden die Schau zu stehlen.

Und natürlich besuchten wir auch die weltberühmten Strände Copacabana und Ipanema, doch leider spielte das Wetter da schon nicht mehr mit. Die ersten paar Tage unseres Aufenthaltes in Rio hatten wir das schönste Wetter, es war ziemlich heiss und schwül, dann setzte ein Tief unserer Entdeckungsreise ins Land der Bikinis und Strandschönheiten ein jähes Ende. Es regnete mindestens ein Mal pro Tag und die Temperaturen sanken um ein paar Grad. Aus diesen Gründen blieben die Strände leer und wir können keine Fotos von Miss Rio vorweisen. Doch uns bleibt ja noch eine zweite Chance, während des Karnevals muss es einfach schön sein.

Petropolis

Der zweite und letzte König von Brasilien, Peter der Zweite, hielt sich während seiner Regierungszeit (1840-1889). meistens in seiner Sommerresidenz in Petropolis auf. Die Lage der Stadt ist optimal: Sie liegt ca. 70 km von Rio entfernt etwas erhöht in den Bergen und das Klima ist das ganze Jahr über sehr angenehm. Die Fahrt dorthin kommt einem unendlich lange vor, da ein Teil der Strecke sehr kurvig ist und die Buschauffeure einander zu übertrumpfen suchen, wer die Strecke in kürzester Zeit bewältigen kann. Wir konnten unser Frühstück nur mit Müh und Not bei uns behalten. Nachdem sich unsere Mägen wieder etwas beruhigt hatten, besichtigten wir die königliche Residenz, die im Vergleich zu Versaille äusserst bescheiden ausfällt. Bestimmt aber sind die Parkettböden die am besten polierten, denn jeder Besucher muss sich eine Art Pantoffel über die Strassenschuhe stülpen und damit im Museum herumschlurfen. Es ist augefällig, dass Dom Pedro nicht viel von Vergnügungssucht hielt, denn es befinden sich mehr Büros als Ballsääle im Schloss. Während seiner Regierungszeit verbesserte er u.a. das Bildungssystem, das Landwirtschaftswesen und unterstützte Immigration aus Europa. Von den vielen geschichtlichen Daten, die wir während der elektronischen Führung vermittelt bekommen haben, ist uns das Jahr 1888 in Erinnerung geblieben. In diesem Jahr nämlich wurde von Prinzessin Isabella, der älteren der beiden Töchter Peter II, die als temporäre Regentin die Regierungsgeschäfte in Händen hielt, die Sklaverei abgeschafft. Dies kostete Dom Pedro letztendlich die Krone. Nachdem 1889 die Republik ausgerufen worden war, schiffte die königliche Familie nach Europa ein. 2 Jahre später starb der letzte König von Brasilien in einer Absteige in Paris.

Nach Rio de Janeiro 17. – 21.1.03

Florianopolis, Blumenau

Nach 16 Stunden Fahrt standen wir gerädert am Busbahnhof und erkundigten uns bei der Touristeninformation nach erschwinglichen Hotelzimmern. Gleich in der Nähe wurden wir fündig und nach einer erfrischenden Dusche waren wir bereit für die Stadtbesichtigung. Dieser Ort ist eher bekannt für seine Strände, die Stadt selber konnte uns nicht lange fesseln.

Die im Jahre 1897 von Dr. Bruno Otto Blumenau gegründete gleichnamige Stadt liegt 120 km nördlich. Schöne Fachwerkbauten verleihen diesem florierenden Ort einen gewissen Charme, uns hatte es vor allem der Biergarten angetan.

Curitiba

Mit einem gewaltigen Regenguss wurden wir nach 14 Stunden Busfahrt willkommen geheissen. Auch hier gingen wir als erstes zur Touristeninformation, man beachte, dass es diese in jedem Busbahnhof gibt. Als Brasilianisch sprechender Tourist erhält man sicher auch kompetent Auskunft, uns hingegen wird oft einfach eine Liste mit Hotelnamen in die Hand gedrückt. Man stelle sich also vor: Zwei übermüdete und bereits früh am Morgen unter der Hitze leidenden Gringos stehen wild gestikulierend vor dem Schalter und versuchen in fliessendem Brasilenglspanisch zusätzliche Infos (Preis, Lage) zu den Hotels vom zuständigen, aber uninteressierten Beamten zu bekommen. Ab und zu schaffen wir das Unmögliche und man drückt uns einen Stadtplan in die Finger oder der Beamte greift höchstpersönlich zum Telefonhörer und klärt Preis und Verfügbarkeit ab.
Unser erster Eindruck von dieser 1,5 Mio. Stadt bestätigt, was auch in allen Reiseführern steht: Curitiba ist eine der saubersten Städte Lateinamerikas, mit schöner Kolonialarchitektur und einer grosszügigen Fussgängerzone.

Die bisher gesehene Landschaft gefällt uns sehr. Schon lange verschwunden ist die braune, dürre, argentinische Pampa, angesagt ist saftiges Grün, rote Erde und eine hügelige Gegend. Oft fahren wir stundenlang durch Agrargebiete oder dschungelartige Wälder. Wir kommen uns fast vor wie in Costa Rica, nur die vielfältige Tierwelt fehlt.

Etwas zur Sprache

Wir sind nun seit 2 Wochen im Land und haben uns schon etwas an die nasale Aussprache der Brasilianer gewöhnt. Wenn man diese Sprache geschrieben sieht, kann der Spanisch sprechende Tourist sehr schnell in die Falle tappen und annehmen, dass das Brasilianische mit etwas Fantasie dem Spanischen sehr ähnlich ist. Doch das stimmt nur, wenn man das Geschriebene nicht ausgesprochen hört. Je nach Redner verstehen wir viel, mittel oder auch gar nichts, es hängt sehr stark davon ab, ob wir wissen, von was die Rede ist und ob sich der Redner Mühe gibt, verstanden zu werden.
Mit der Aussprache hapert es bei uns noch etwas, obwohl wir jeden Tag üben und uns von den Einheimischen z.B. die Zimmernummern mehrmals vorsagen lassen. Merken konnten wir uns auf jeden Fall schon, dass ein te am Schluss eines Wortes als tsch oder je nachdem auch als tschi ausgesprochen wird. Lässt man noch ein paar s weg und fügt ein paar i ein, dann noch ein tsch am Schluss und man ist bei den Leuten.
Hubi hat – seitdem wir in Lateinamerika sind – seine eigene Methode der Beantwortung von Fragen entwickelt: Er beantwortet einfach alles, was er nicht versteht, konsequent mit einem herzlichen Si = Ja. Falls das dem Fragesteller spanisch, äh, komisch vorkommt, dann fragt dieser nochmals nach, falls nicht, kann es ja nicht wichtig gewesen sein, laut Hubi. Man kann sich gut vorstellen, dass es so schon zu ganz lustigen Situationen gekommen ist. Birgit wiederum hat keine Hemmungen, den Fragesteller mehrere Male das Selbe wiederholen zu lassen, so lange halt, bis sie versteht, um was es nun eigentlich geht. Ist dies das selbe Syndrom wie „Nach dem Weg fragen“?

Buenos Aires II 3. – 6.1. & 11. – 12.1.03

Eigentlich wollten wir uns vom Silvester und der damit verbunden Esserei etwas erholen, aber Maria, die Frau von Guillermo, welcher wiederum der Sohn von unserem neu gewonnenen Onkel Willy ist, gab uns keine Chance und so schickten wir uns in unser Schicksal und assen zufrieden weiter. Bei Onkel Willy stellten wir übrigens auch unseren Mosquito in den Garten unter einen Baum, der vorher noch ein paar Äste lassen musste. Hier bleibt er nun bis zum Verschiffen nach Deutschland im März stehen.

Zurück in Bs.As. trafen wir wieder, wie verabredet, auf Maria (siehe Mar del Plata) und zu unserer freudigen Überraschung auch auf ihre Schwester Erika (siehe Cordoba), welche hier gerade Ferien machte. So führte uns Maria während ein paar Tagen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, immer wieder unterbrochen durch Abstecher in Schuh-, Kleiderläden und Eisdielen. Sehr stark beeindruckte uns der Besuch des Friedhofs Recoleta, mit seinen pompösen Grabbauten, doch noch mehr staunten wir über die vielen wohlgenährten Katzen.

Als wir von unserem Ausflug nach Uruguay zurückkamen, wurden wir von einem heftigen Gewitter empfangen. Ein Taxifahrer freute sich darüber so sehr, dass er – als er von einem am Strassenrand stehenden Passanten durch Handzeichen zum langsamer fahren aufgefordert wurde – diesen gleich ansprang und die Beiden sich dann in einer Pfütze wälzten. Ja, das überschäumende Gemüt der Latinos.

Am Meer II 16. – 22.12.02 (60’700 km)

Besuch in Mar del Plata

Wir verbrachten noch mehr Zeit in Mar del Plata, denn einmal mehr erwarteten wir Besuch. Diesmal freuten wir uns auf Maria, die in Buenos Aires wohnende Zwillingsschwester von Erika, mit ihnen hatten wir einige schöne und lustige Tage in Cordoba verbracht. Gemeinsam machten wir uns auf die Läden zu plündern, wobei die Damen Unmengen von Schuhen, Blusen, T-Shirts, Jupes, Röcken und Handtaschen anprobierten – unter dem fachkundigen Auge des Modezaren Humberto Bosque – und dann gleich Sackweise zurück auf den Campingplatz schleppten.

Noch mehr Besuch, Jeannette und Frank

Wenige Tage später trafen auch noch Jeannette und Frank auf dem Campingplatz ein, ein Schweizer Paar, welches wir über das Internet kennen gelernt hatten. Sie haben gerade ihre Reise von Süden nach Norden in Angriff genommen.
Wir begannen natürlich sofort, mit unseren allumfassenden Reiseerfahrungen anzugeben, wiesen auf alle Gefahren dieses Abenteuers hin, verrieten zum Überleben nötige Tipps und Tricks und warteten ab, bis die Beiden endlich so weich gekocht waren, dass wir ihnen ohne weiteres unseren einzigartig kombinierbaren Backofen-Lavasteingrill, den unentbehrlichen Gasadapter und andere Dinge, ohne die man besser zuhause bleibt, verkaufen oder weitergeben konnten.

Zu Fünft verbrachten wir lustige Tage und testeten auch ein paar Mal die Restaurants von Mar del Plata. Der Höhepunkt war allerdings Franks Riz Casimir eines Abends und das selbst gebackenen Brot zum Frühstück. Jeannette versuchte sich äusserst erfolgreich als Bäckerin, natürlich zu Anfang noch unter der kundigen Leitung von Birgit Bossy.

Am Meer 8. – 16.12.02 (60’700 km)

In Mar del Plata

Wir benötigten 3 Tage, um die 1’500 km Distanz zwischen Bariloche und unserem Zielort Mar del Plata zu überbrücken. Diese Fahrt hatte ein grosses Highlight: das verwunschene Tal oder Valle encantado. Anschliessend fuhren wir stundenlang durch die Pampa, die einzige Abwechslung für Auge und Geist waren die vielen verschiedenen Vögel, die wir – als Hobby-Ornithologen – uns bekannten Vogelarten zuzuordnen versuchten.

Nur ein paar Kilometer ausserhalb Mar del Platas fanden wir dann einen gemütlichen und ruhigen Campingplatz gleich am Meer. Und nun machten wir uns eifrig daran, unsere Rundreise in Brasilien, den eventuellen Karnevalbesuch in Rio und die Rückreise nach Europa im März zu planen und gegeneinander abzustimmen.
Die paar Abstecher in die Stadt waren dazu bestimmt, unsere Garderobe aufzufrischen, da diese nach 1½ Jahren reisen langsam etwas heruntergekommen aussieht. Nebenbei galt es sich ohne Sonnenbrand zu sonnen, ohne zuzunehmen die besten Restaurants zu besuchen, ohne überfahren zu werden die lokalen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und trotz Stromausfall an unserer Homepage eine Auffrischung durch zu führen.
Mar del Plata liegt etwa 400 km südlich von Buenos Aires und ist das grösste Baderessort Argentiniens. Trotz einer halben Million Einwohnern (während der Urlaubszeit über 2 Millionen), Hochhäusern und einer schrecklich stinkenden Fischmehlfabrik im Hafengelände, hat man es geschafft, ein angenehmes Ferienklima zu erhalten.
Doch zurück zu unserem Campingplatz: Wir waren Freitagmorgen gerade gemütlich mit Ausschlafen beschäftigt, als auf einmal 15-20 riesige Autobusse auf den Platz gefahren kamen und Tonnen von Menschen auswarfen. Innert kürzester Zeit war der leere Platz mit Zelten und Leuten übersäht, Stunden später leider auch mit Abfall. Die Leute waren Mitglieder einer Arbeitergewerkschaft, die tagsüber in Form von Demonstrationen der Regierung ihre Meinung sagten und abends mit ihren mitgebrachten Familienangehörigen (vom Baby bis Urgrossmutter) voller Lebensfreude feierten. Als partyfreudiges Volk bekannt, gaben sie sich auch hier keine Blösse und liessen am Ankunftstag bis 2 Uhr früh äusserst laute Musik spielen. Doch am Samstagabend kam es noch besser. Der Musikkassetten-Beauftragte muss wohl im Laufe des Tages abgereist sein, weil bis etwa drei Uhr früh immer die gleiche Kassette abgespielt wurde, danach wurde es besser, weil ein findiger Kopf auf Radio wechselte; so wurde dann auch zwischen durch zu Verkehrsmeldungen getanzt. Wie der Leser zu Recht annimmt, taten auch wir bis 6:00 Uhr früh kein Auge zu…
Doch der Argentinier ist nicht nur ein aktiver Nachtmensch, denn sobald die Sonne scheint, setzt er sich alleine oder in Gesellschaft nach draussen an die Sonne, mit einem Thermoskrug heissem Wasser und seinem Mate bewaffnet (Mate: siehe Reisebericht Nach Salta). Oft geht er dann auch noch ein bisschen weiter und fängt am nächsten Grillplatz an zu grillen. So roch es auf unserem ehemals gemütlichen und ruhigen Campingplatz schon von morgens 9 Uhr bis morgens (nachts?) 4 Uhr nach gegrilltem oder verbranntem Fleisch, wobei das Grillfleisch hier, wie schon einmal erwähnt, nicht unbedingt unseren Vorstellungen entsprechen muss. Wir konnten uns elegant jeglicher Einladung entziehen, indem wir uns entweder in der Stadt Einkaufsorgien hingaben oder uns im Innern des Campers verschanzten.

Nach Bariloche 26.11. – 8.12.02 (59’200 km)

Gaiman

In Gaiman, einem kleinen Dorf, das von ausgewanderten Walisern gegründet worden ist, wird die Teezeit immer noch gross geschrieben. Hier wanderten wir auf den Spuren berühmter Persönlichkeiten und nahmen unseren 4-Uhr-Tee mit verschiedenstem Gebäck im selben Teehaus ein, dem auch Lady Di zu Lebzeiten einen Besuch abgestattet hatte.

Bariloche

Ein paar Stunden später zeigte sich uns ein total anderes Landschaftsbild. Verschwunden waren die an Indianerfilme erinnernden Felsformationen und wir fanden uns in einer an die Schweiz erinnernde Umgebung wieder. Alles war schön grün und in voller Frühlingsblüte, die tiefblauen Seen wurden von Tannenwäldern gesäumt und die im Hintergrund stehenden schneebedeckten Berg schlossen das Bild ab.
Das schöne Wetter folgte uns nun schon seit ein paar Tagen und so erlebten wir Bariloche von seiner schönsten Seite. Geniessen und ausruhen waren nun angesagt! Nach der Fahrerei der letzten Wochen liessen wir den Camper am Seeufer stehen und bedienten uns der öffentlich Verkehrsmittel. Wir nahmen an einem aussergewöhnlich sonnigen Tag den Sessellift auf den Cerro Campanario und weil es so schön war, gleich noch die Gondel auf den Cerro Otto. Von letzterem wanderten wir zurück in die Stadt, wo Birgit für die erlittenen Strapazen mit neuen Sandalen belohnt wurde…
Weil sich in Bariloche viele Europäer niedergelassen haben, kann man in den Supermärkten die feinsten Sachen kaufen. Diese geniessen wir dann abends gemütlich draussen sitzend, es bleibt bis 22:00 Uhr hell, mit einem guten Glass argentinischen Rotweins.

Doch wir lagen nicht nur auf der faulen Haut, weit gefehlt. Das Auto benötigte eine Generalreinigung, die Zeit in Anspruch nahm, ein neuer Wasserhahn musste gefunden und eingebaut werden und andere kleinere Reparaturen waren nötig. Unterbrochen wurden wir dabei von anderen Campern, wie z.B. von Birgit und Jörg, die unsere Besucher an einem regnerischen Tag an der Carretera Austral aufgegabelt und mitgenommen hatten, oder von Sibylle und Marco, die mit ihrem Motorrädern um die Welt fahren, siehe www.sima.li.