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Wir backen ein Schokokuss-Pferd

Schokokuss-Pferd

Schokokuss-Pferd

Zum Geburtstag von K.  gab es einen Schokokuss, mal ein bisschen anders.

Zutaten:

    • 250 g Mehl
    • 150 g Zucker
    • 9 El Zucker
    • 2 Pck Vanillezucker (weiss)
    • 9 Eier
    • 1 Pck Backpulver
    • 1 dl Milch
    • 3 Pck Schoko-Glasur
    • Verschieden farbige Tuben mit Lebensmittelfarbe zum Verzieren

Rezept für den Teig

Die Eier vorsichtig trennen.  Die Eigelbe mit den restlichen Zutaten, ausser den 9 EL Zucker, verrühren, den Teig auf ein Backblech füllen und bei 200° 15 Minuten backen.

Teig für Schokokuss

Teig für Schokokuss

Abkühlen lassen und mit Hilfe einer Vorlage die Pferdeform ausschneiden

Teig mit Pferdevorlage

Teig mit Pferdevorlage

Pferd ausgeschnitten

Pferd ausgeschnitten

Rezept für den Eischnee

Die Eiweiße mit den 9 EL Zucker steif schlagen und auf die ausgeschnittene Form streichen.

Mit Eischnee vor dem Backen

Mit Eischnee vor dem Backen

Nochmals in den Ofen schieben und hellbraun backen.

Mit Eischnee gebacken

Mit Eischnee gebacken

Abkühlen lassen und die Schoko-Glasur auf dem Eischnee verteilen.

Schokokuss-Pferd mit Schokoüberzug

Schokokuss-Pferd mit Schokoüberzug

Nun die überflüssige Schokolade und das Papier entfernen. Fragt nicht wie. Ich würde beim nächsten Mal die Schoko-Glasur wieder mit dem Löffel darüber giessen, nur würde ich das Pferd auf einen Gitterrost legen und darunter ein warmes Backblech. Damit könnte die Glasur runterlaufen und man könnte sie vom warmen Blech wieder zum darüber Giessen verwenden.

Jordanien 26.12.00 – 4.1.01

Amman und Umgebung

(26.12.00) Kurz vor dem Einnachten landeten wir auf dem internationalen Flughafen von Amman, Jordanien. Die Formalitäten waren rasch erledigt und nach einigem Hin und Her fanden wir ein paar andere Touristen, die sich mit uns ein Taxi in die Stadt teilten. Das Taxi war schnell gefunden, die Erkämpfung eines realen Preises dauerte dann schon etwas länger. Nachdem wir die Mitfahrer ausgeladen hatten, machten wir uns auf, das Hotel aus unserem Reiseführer zu finden. Während wir immer mehr ins Zentrum vorstiessen, bemerkten wir die immer grösser werdende Menschenmenge. Ahmed der Fahrer klärte uns auf, dass das Ende des Ramadans gefeiert wurde. Hier geschieht dies mit Essen und Trinken, Tanzen und Abgeben von Gewehrschüssen in die Luft. Als einzige Touristen fühlten wir uns in diesem Getümmel etwas unsicher. Zum Glück hatte unser Hotel noch ein Zimmer frei und nach einem grossen Wechselgeld-Kampf mit Ahmed nahmen wir dieses in Beschlag. Zum Hotel gibt es nur zu sagen: Für den relativ hohen Preis war es unglaublich schäbig! Wir waren bemüht, nichts mit der blossen Haut zu berühren. Wir fanden rasch heraus, dass dies für Hotels unter 4 Sternen üblich ist.

(27.12.00) Den folgenden Tag verbrachten wir mit der Besichtigung der schönen, aber ziemlich renovationsbedürftigen Altstadt Ammans. Wir bestaunten die römischen Ruinen und besichtigten einige Moscheen. Da Jordanien ein gemässigtes arabisches Land ist, hatten wir wegen Birgits Haaren (im Knoten getragen) und ihrer Kleidung (geschlossen von oben bis unten) überhaupt keine Probleme.

(28.12.00) Mit dem Bus ging es am nächsten Tag zu den Ruinen von Jerash, relativ gut erhaltene Überreste einer römischen Provinzstadt. Hierzu ist zu sagen, dass die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht angenehm war, Birgit sass einfach immer am Fenster.

(29.12.00) Um nach Umm Qais zu gelangen, fuhren wir zuerst mit dem Bus nach Irbid, der zweitgrössten Stadt Jordaniens, anschliessend dann mit dem Taxi bis zum Ziel. Neben den interessanten Ruinen wird einem auch eine tolle Aussicht auf die Golanhöhen in Syrien und den See Genezareth in Israel geboten. Die Landschaft ist auch hier eher karg und steinig.
Unser Taxifahrer wurde von einem Freund begleitet, der gerade nichts anderes zu tun hatte. Dies ist ein Phänomen in vielen arabischen Ländern. Auch im Hotel sassen neben dem Angestellten der Rezeption dessen zwei Brüder, ein Onkel, drei Cousins und einige Freunde der Familie herum und tranken Tee.
Der Taxifahrer und sein Freund waren äusserst nett zu uns. Wir wurden mit Chips und Getränken gefüttert, auf landschaftliche und historische Highlights aufmerksam gemacht und unsere aufkeimende Freundschaft wurde durch zahlreiches Händeschütteln, Schulterklopfen (selbstverständlich nur unter Männern) und den Austausch von Namen und Adressen besiegelt.

Südlich von Amman

(30.12.00) Wieder einmal waren wir mit dem Taxi unterwegs, unser Ziel waren die Wüstenschlösser im Osten von Amman. Meist wurde man für ein kleines Trinkgeld vom selbsternannten “ Hüter“ oder wie man bei uns sagt „Abwart“ eingelassen. Dieser wohnte oft in einem Zelt neben der Ruine und verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt. Zum Übernachten liessen wir uns nach Suweima ans Tote Meer bringen. Dort versuchte Hubi durch ein Bad in dem salzigen Wasser den Staub runter zu waschen. Birgit bevorzugte dazu die Dusche des nicht ganz so schlimmen Hotelzimmers. Sie hatte das Schwimmen im Toten Meer schon ein paar Jahre vorher hinter sich gebracht.

Schon am nächsten Tag ging’s mit einem Sammeltaxi weiter nach Madaba und von dort aus mit dem Bus nach Wadi Mousa, um bei Bekannten Silvester zu feiern. Nachdem wir das neue Jahr gemütlich mit einem Eis im Mövenpick-Hotel gekrönt hatten, ging es am folgenden Tag an die Besichtigung von Petra (2.1.01).
Zwischen 300 BC. und 200 AD. war Petra die Hauptstadt des Nabatäerreiches und ein bedeutendes Handelszentrum an der Karawanenstraße von Südarabien nach Syrien. Die Stadt wurde danach von den Römern (100 AD.), im 7. Jahrhundert von den Arabern und im 12. Jahrhundert von den Kreuzrittern eingenommen und verfiel allmählich. Erst 1812 wurde die Ruinenstätte von einem Schweizer Forscher namens Johann Burckhard wieder entdeckt. Augenmerklich ist, dass die Gebäude aus dem Felsen herausgemeißelt wurden. Der einzige Zugang führt durch eine von steilen Felswänden begrenzte, teilweise nur 3 m breite Schlucht. Die Überreste der Stadt verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise ihre frühere Macht, Reichtum und Kultur. Das alles ist auch bequem von Sofasessel im Film „Indiana Jones and the last Crusade“ zu bewundern. In Wadi Mousa führt jedes Hotel diesen Film in der Videothek.

Am nächsten Tag (3.1.01) hiess es schon wieder Abschied nehmen. Ein Freund unserer Bekannten musste geschäftlich ans Rote Meer und nahm uns netterweise mit. Auf dem Weg nach Akaba lud er uns beim Wadi Rum ab und wir sahen, was auch Lawrence of Arabia gesehen haben muss: eine vielfältige Wüstenlandschaft mit eigenartigen Felsformationen. Hier im Süden von Jordanien hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht.
Akaba ist im Vergleich zu Amman warm. In Amman wurde es tagsüber an der Sonne schon angenehm, doch im Schatten und besonders abends sanken die Temperaturen auf 5° Celsius.
Am 4.1.01 nahmen wir das Schnellboot nach Nuweiba, Ägypten.

Iguazu 13. – 17.1.03

Unsere Reise nach Brasilien begannen wir mit einer organisierten Tour von Bs.As. aus. Das Paket beinhaltete die Hin- und Rückfahrt per Bus, Reiseführer, 7 Tage/4 Nächte im Hotel mit Halbpension, Besichtung der Iguazufälle brasilianische und argentinische Seite, Besuch der ehemaligen Jesuitensiedlung San Ignacio, einer Edelsteinmine und des Wasserkraftwerks Itaipu. Dies alles zum unschlagbaren Preis von CHF 120.- p.P.

Wir fuhren entlang der uruguayanischen Grenze nach Iguazu. Während der langen Busfahrt (inkl. Pausen und Besichtigungen 26h) wurde der Filme „Die Mission“ gezeigt, was uns optimal auf den Besuch der Ruinen der einstigen Jesuitensiedlung San Ignacio im Bezirk Missiones einstimmte
Neue Lebensenergie und das Versprechen ewiger Jugend erhielten wir in der Edelsteinmine Wanda durch das Berühren von verschiedenen Kristallen. Der Minenführer versuchte vergeblich jeden Passagier zum Kauf mehrer Kilos Kristall zu verführen. Originalzitat: „1 kg Rosenquarz (es darf auch etwas mehr sein) auf dem Schreibtisch schütz vor negativer Computerstrahlung“.

Am nächsten Tag wurden wir vom Hotel abgeholt um das Wasserkraftwerk und die brasilianischen Fälle zu besuchen. Um die Fahrzeit zu verkürzen wurde „Wer hat das mieseste Hotelzimmer?“ gespielt. Gewonnen haben 3 Mädchen, die das Zimmer mit Küchenschaben teilen, zuerst noch Haare des Vormieters vom Kopfkissen pflücken mussten, weder Ventilator noch Klimaanlage funktionierte und zu allem Übel noch die Toilette verstopft war. Nach langen Telefongesprächen nach Bs.As. und einer unruhigen Nacht konnten die Drei am nächsten Tag für einen minimalen Aufpreis in ein besseres Hotel umziehen. Diese Behandlung von Kundenreklamationen hat uns ziemlich erstaunt, aber sehr amüsiert.
Da wir nicht viel erwartet hatten, waren wir mit unserem Zimmer recht zufrieden, obwohl der Fernseher nur 3 brasilianische Sender hatte, die Klimaanlage nur auf dem Minimum lief und immer wenn Bibi in der Dusche war, es gerade kein warmes mehr Wasser hatte. Dies wurde in den letzten zwei Tagen immer schlimmer, bis das Wasser jede Stunde einmal ausfiel. Als wir unsere Reisegruppe verabschiedet hatten und am Pool auf unseren Linienbus nach Florianopolis warteten, wurde uns sogar dieses Vergnügen genommen, weil die Putzfrauen hier regelmässig ihre Putzkessel mit Wasser auffüllten.

Wasserkraftwerk Itaipu

Das Wasserkraftwerk Itaipu wurde gemeinsam von Brasilien und Paraguay in 9 Jahren harter Arbeit errichtet und 1984 in Betrieb genommen. Hier ein paar Zahlen dieser Mammutleistung: Der Hauptdamm ist 8 km lang, 18 Turbinen erzeugen 12,6 Millionen kW und produzieren 75 Milliarden kWh pro Jahr. Man ist aber bereits daran, 2 zusätzliche Turbinen zu installieren, um auf 14 Millionen kW aufzustocken.
Der Fluss Parana wurde an dieser Stelle zu einem See von 1’400 km2 gestaut und Ferienressorts wurden an seinen Ufern gebaut. Um dieses Projekt zu verwirklichen ging viel Wald verloren, dadurch wurde vielen Tierarten der Lebensraum genommen und einige Guaranidörfer mussten umgesiedelt werden. Trotzdem zählt der Damm zu den technischen Wundern dieser Welt. Böse Zungen behaupten, das Wasserkraftwerk werde die entstandenen Kosten niemals decken können, dies wird die Zukunft zeigen.

Die Wasserfälle

Dann endlich führte uns Fernando, unser Reiseführer, in den Nationalpark Iguazu zu den Fällen auf der brasilianischen Seite. Uns erwartete eine spektakuläre Aussicht auf die wohl schönsten Fälle der Welt. Auch hier können wir Zahlen liefern: Auf einer Front von 2,5 km befinden sich 275 Wasserfälle über die wiederum 2 Millionen Liter Wasser pro Sekunde fallen. Die Hauptfälle sind 20 Meter höher und 1,5 Mal so breit wie die Niagarafälle. Die Viktoriafälle in Zimbabwe sollen höher sein, da fehlt uns aber das Zahlenmaterial.

Was unterscheidet die brasilianische Seite von der argentinischen? Schnell ist die Antwort gefunden: Von Brasilien aus hat man eine bessere Sicht, in Argentinien befindet sich aber die Action. Auf beiden Seiten ist die Umgebung Regenwald, der immer noch Jaguare, andere Kleinkatzen, viele Affen und Nagetiere beheimatet. Zu sehen bekamen wir Millionen von Schmetterlingen, ein paar in den Bäumen herumspielende Affen und zu unserer Freude eine Familie Pizotes (siehe Costa Rica). Wunderschönes Wetter und keine Stechmücken versüssten diesen einmaligen Tag.
Am nächsten Morgen erwartet uns Fernando bereits um 7:20 h an der Rezeption und ab ging es nach Argentinien, wo wir den ganzen Tag bei den Fällen verbringen sollten. Auch an diesem Tag war uns Petrus wohl gesonnen, kein Regen in Sicht, dafür Wolken, die die Hitze von 38° ertragbar machten und nur wenig Luftfeuchtigkeit. Allerdings befinden sich mehr Moskitos auf dieser Seite…
Während des ganzen Tages waren die Fälle in Hör- und Sehweite, mehr als einmal konnten wir uns in der Gischt der Fälle abkühlen, uns an der mannigfaltigen Botanik erlaben und Fotos für andere Touristen schiessen. Ein Höhepunkt war die rasante Fahrt in einem Motorboot über Stromschnellen den Fluss hinauf, mit anschliessender Dusche unter einem der Fälle!

In Uruguay 7. – 10.01.03

Montevideo

Mit dem Buquebus, einer Fähre, machten wir von Buenos Aires aus einen Abstecher in die Hauptstadt Uruguays nach Montevideo. Am ersten Tag frohren wir nur so vor uns hin, weil wir uns auf die 30-35° von Bs.As. eingestellt hatten. Aber schon am nächsten Tag klettere die Quecksilbersäule wieder in die gewohnten Bereiche und so schwitzen wir bei der Besichtigung wie erwartet. Abgesehen vom warmen Wetter und dem nicht so guten Essen fühlten wir uns fast wie zuhause, denn hier in Uruguay hält der Autofahrer für Fussgänger, die die Strasse überqueren. Ein Highlight war unser Hotelzimmer: Für den Preis von CHF 25.– erhielten wir ein wunderhübsches Zimmer im Dachstock eines Kolonialgebäudes, zwar ohne Klimaanlage, doch dafür mit einer grossen Terrasse und tollem Ausblick auf die Stadt.

Colonia

Mit dem Bus fuhren wir weiter nach Colonia, einem ehemaligen Schmugglerstädtchen, heute bekannt für die schöne Altstadt. Auch hier schwitzten wir von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, bis wir am Abend des nächsten Tages den Buquebus zurück nach Bs.As. nahmen. Colonia erinnerte uns in mehr als einer Hinsicht an eine Kleinstadt in Südfrankreich: die mit alten Steinen gepflasterten Gassen, mit Bäumen gesäumten, fast verkehrsfreien Alleen und der kleine Hafen, um nur einiges zu nennen.

Nach Feuerland und zurück 13. – 19.11.02 (57’000 km)

Von Puerto Natales führte uns die asphaltierte Strasse nach Punta Arenas, wo wir uns einmal mehr im Supermarkt vergnügten Zu Zweit kaufen wir normalerweise 1-2 Mal die Woche ein, doch zu Viert reichen die eingekauften Goodies jeweils nicht weit (vor allem bei 2x Zumwald).

Ushuaia

Der Weg nach Tierra del Fuego muss erkämpft werden, so kam es uns auf jeden Fall vor. Die Strasse nach Ushuaia war zur Hälfte nicht asphaltiert und wegen dem vielen Staub sahen wir uns gezwungen, mit nur 20 km/h vor uns hin zu tuckern. Die Landschaft war zwar schön, doch nicht sehr abwechslungsreich und so war oft ausser dem Fahrer niemand im Camper wach.
Das Wetter hätte besser nicht sein können, aber kaum in Ushuaia angekommen, öffnete der Himmel die Schleusen und es begann zu regnen und zu hageln. Nach einer kurzen Mittagspause schnallten wir unsere Regenjacken (unsere Besucher zusätzlich die assortierten Regenhosen) und machten uns auf, Ushuaia zu erobern. Zu unserer Überraschung stellte sich die südlichste Stadt als sehr modern heraus und so beschäftigten wir uns an diesem verregneten Tag mit Internet, Essen einkaufen, Kaffee trinken und Kuchen essen. Am nächsten Tag sah das Wetter schon viel besser aus und so machten wir uns auf, den Nationalpark Tierra del Fuego zu besichtigen und die obligaten Fotos zu schiessen.
Feuerland erhielt seinen Namen übrigens nicht, weil es ein so garstiges Land ist. Nein, die ersten Seefahrer, die unter Magellan den gleichnamigen Seeweg suchten und schliesslich auch fanden, vergaben diesen Namen aufgrund der vielen Lagerfeuer der Eingeborenen.

Der Gletscher Perito Moreno

Da unsere Besucher nicht unendlich lange Urlaub haben, mussten wir uns etwas sputen, um unsere Reisepläne einzuhalten. Nach zwei Fahrtagen und über 1’000 km später, befanden wir uns dann in El Calafate am Lago Argentino, in der Nähe des berühmten Perito Moreno Gletschers. Um den beiden Fahrern eine Pause zu gönnen, unternahmen wir den Ausflug zum Gletscher mit dem Taxi. Einmal mehr staunten wir über die Grösse des Landes: El Calafate ist dem Gletscher am nächsten und doch 80 km davon entfernt, auch mit dem Taxi dauerte die Fahrt 2 Stunden.
Der Gletscher dann war einfach atemberaubend. Auf Terrassen wird der Tourist ziemlich nahe an den Gletscher geführt. Von da aus hört man ab und zu einen Knall und kann sich die Kräfte vorstellen, die im Innern des riesigen Eisfeldes wohl wirken mögen. Als einer der wenigen Gletscher, die heute noch wachsen, unterteilt er mittlerweile einen Arm des Lago Argentino und das Wasser staut sich, bis der Druck ausreicht, um das Eis wieder aus dem Weg zu räumen. Dies geschah in den letzten Jahrzehnten ziemlich unregelmässig, vor Ort spricht man von einem 4-Jahres-Zyklus, die effektiven Jahreszahlen bestätigen dies aber nicht. Wir konnten leider kein solches Spektakel beobachten, nur kleinere Eisbrocken haben sich von der bis zu 55 Meter hohen Wand gelöst und sind mit lautem Getöse ins Wasser gefallen, kleinere Flugwellen auslösend.

Der Abschied

Nach 3½ Wochen luden wir unsere Besucher beim Busbahnhof von Caleta Olivia ab, von wo aus die Beiden ihre Reise über die Carretera Austral nach Santiago de Chile fortsetzten. Wir wollten unserem Auto diese Staubschlacht nicht zumuten und fuhren auf asphaltierten Strassen Richtung Norden weiter.
Natürlich werden wir die Zwei sehr vermissen: Das zaghafte Klopfen an unsere Campertüre um 9:00 Uhr früh, wenn sie – vor Kälte schlotternd – um Frühstück baten, ihre paar Siebensachen schon zusammengepackt, bereit für die Weiterfahrt. Die im Camper gekochten Nachtessen, wo wir uns oft mit Michel um das letzte Stück Fleisch stritten und der chilenische und argentinische Wein in Strömen floss. Die gemeinsam unternommenen Wanderungen, wo die Beiden für jede Windgeschwindigkeit die passenden Handschuhe dabei hatten – wir, die wir die asketische Lebensweise perfektioniert haben, unternahmen diese anspruchsvollen Exkursionen in die Bergwelt mit dem bescheidensten Equipment.

Nach Puerto Montt 27.10. – 4.11.2002 (53’900 km)

Wieder in Los Andes

Nach unserem Trip in den Norden durften wir bei unseren Freunden in Los Andes auf Hubis Bruder Michel und dessen Freundin warten. Diese 2-tägige Wartezeit wurde uns mit viel Essen und Ausflügen (wir sind auf den magnetischen Baum nicht reingefallen!) versüsst. Mit einem feinen Znacht wollten wir uns bei der Familie bedanken, doch Aurelio machte uns sprichwörtlich einen Strich durch die Rechnung. Claus: Du hast Recht behalten.
Am Sonntag morgen fuhren wir dann gemütlich Richtung Flughafen, der Camper war blitzblank und auch wir waren gerüstet für unseren Besuch. Mit 2-stündiger Verspätung trafen die Beiden schlussendlich ein und ab ging’s nach Los Andes, wo eine Grillparty auf uns harrte. Die herzliche Begrüssung und das überwältigende Fleischangebot versetzten unsere Besucher dermassen in Hochstimmung, dass sie nach der 22-stündigen Reise nicht etwa todmüde ins Bett fielen, sondern frohgemut zu Messer und Gabel griffen und ihre Spanischkenntnisse zum Besten gaben.
Der Abschied am folgenden Tag fiel uns unglaublich schwer, doch wir hatten Maria Eugenia und Aurelio das Versprechen abgenommen, uns zusammen mit Claus und Martha in der Schweiz besuchen zu kommen.

Malalcahuello

Das Wetter spielte wunderbar mit, so dass unsere beiden Gäste im Hostal Swissandina nicht etwa ein Zimmer nahmen, sondern das kürzlich erworbene Hightech-Zelt aufstellten. Am nächsten Tag unternahmen wir eine Wanderung zum Vulkan, doch leider konnten wir – wegen zu viel Schnee und nicht vorhandenen Schneeschuhe – diesen nicht besteigen, sondern nur auf den gegenüberliegenden Cerro raufkraxeln. Die Aussicht war auch von dort aus wunderbar.
Am nächsten Morgen leitete Petrus Regen ein und laut www.weather.com sahen auch die beiden folgenden Tage nicht besser aus. Wir setzten uns also wieder in Mosquito und fuhren weiter in den Süden.

Los Posones und Villarica

Da eine Wanderung wegen der schlechten Wetterverhältnisse nicht zur Debatte stand, fuhren wir zu einer naturbelassenen Thermalquelle und vergnügten uns in den verschieden heissen Becken. Im La Torre Suiza sahen sich die Besucher dann gezwungen, ein Zimmer zu nehmen oder während der Nacht im Zelt zu ertrinken.
Am nächsten Tag trafen wir dann per Zufall Annette und Josh, Freunde von Freunden aus der Schweiz und mit ihnen verbrachten wir lustige Stunden – natürlich wieder im Thermalbad. Am Abend luden wir dann zum Fondueessen ein, nicht nur Schweizer, sondern auch ein holländisches Paar. Gott sei Dank war der Weisswein sehr gut, so dass am folgenden Morgen niemand unter Kopfschmerzen zu leiden hatte.

Puerto Octay

Wieder unterstützten wir ausgewanderte Schweizer und nächtigten im Zapato Amarillo. Am nächsten Tag, nach einem absolut tollen Zmorgen, machten wir uns gut gestärkt auf, die chilenischen Anden mit den vielen Vulkanen besser kennen zu lernen. Doch da der Frühling noch jung ist, liegt immer noch ziemlich Schnee und so mussten wir uns mit einer Wanderung zum Pass begnügen. Die Aussicht auf die Seenlandschaft war atemberaubend. Der starke Wind verscheuchte uns jedoch ziemlich schnell vom Gipfel.

Nördlich von Santiago 17. – 27.10.2002 (52’000 km)

Die Fahrt von Mendoza über die Andenkette nach Chile stellte sich für Mosquito als Kinderspiel heraus. Wir gehörten zwar sicher nicht zu den Schnellsten, dafür konnten wir gemütlich die wunderschöne Bergwelt und den letzten Schnee auf den Gipfeln bewundern.

Los Andes

Von unseren ecuadorianischen Freunden Martha und Claus erhielten wir die Adresse ihrer chilenischen Freunde, die eine knappe Stunde nördlich von Santiago leben. Dieses Mal klappte es mit der Voranmeldung und wir wurden auch hier mit offenen Armen und vollen Tellern empfangen.
Von Maria Eugenia und Aurelio wurden wir durch die Früchte- und Gemüseanbaugebiete geführt und in die Geheimnisse des Hegens uns Pflegens der Plantagen eingeweiht. Uns gefielt natürlich auch der Teil der Essenszubereitung, wie z.B. geröstete Mandeln, eingelegte Essiggurken und Oliven, um nur Einige zu nennen. Nach 2 Tagen bei der Familie wurden wir auch von den Hunden akzeptiert, deren gibt es 6!
Nach Argentinien dachten wir eigentlich, dass wir in Chile ein Diät- und Erholungsphase einschieben könnten, aber weit gefehlt. Wir finden uns nun halt mit spannenden Hosen und einem konstanten Schlafmanko ab.

Die Wüste lebt

Von unseren Gastgebern erfuhren wir, dass die Wüste im Norden Chiles am Blühen sei, dieses Phänomen gibt es nur alle 4-5 Jahre (siehe El Niño). Da im Juni und Juli genügend Regen gefallen ist, stehen seit September die verschiedensten Pflanzen in voller Blüte. Zusammen mit Maria Eugenia und ihren 3 Freundinnen machten wir uns auf den Weg nach Vallenar. Die etwas mehr als 600 km schafften wir in einer 9-stündigen Nonstop-Fahrt, unsere persönliche Bestleistung! Am nächsten Tag machten wir uns dann zuerst noch mit einem Führer auf, die Wüste zu erkunden. Doch schon nach knapp einer Stunde riss der Keilriemen des Fahrzeugs und wir sahen uns gezwungen, Patricio und sein Auto zurück zu lassen und auf eigene Faust weiter zu fahren. Hubi musste sich halt in den offenen Kofferraum zwängen, damit wir alle 6 Platz im Auto hatten. Wir verbrachten einen wunderschönen und äusserst lustigen Tag, sahen sogar noch einen Fuchs und eine als Puma verkleidete Katze…

La Serena

Für den Rückweg nahmen wir uns etwas mehr Zeit und legten deshalb einen 2tägigen Halt in La Serena, einem Baderessort ein. Auf dem Campingplatz am Meer trafen wir auf zwei kanadische Studenten, die die chilenischen Bienen erforschen. Mit ihnen verbrachten wir einen äusserst vergnüglichen Abend bei Spaghetti und chilenischem Wein.
Kurz vor Los Andes trafen wir dann wieder auf Francine und Rejean, die wir das letzte Mal in Cusco, Peru, gesehen hatten – natürlich knallten auch hier die Korken.

Salar de Uyuni 10. – 20.09.2002 (47’400 km)

In Potosi hatten wir uns diesmal ausgiebig über die Strassenverhältnisse informiert – wir lernen ja schliesslich aus unseren Fehlern. Es stellte sich heraus, dass ein Teil der von uns geplanten Strecke über Uyuni nach Argentinien auch für Mosquito ohne Probleme zu bewältigen wäre, der 2. Teil aber seine Tücken hatte und davon nicht gerade wenige. Wir entschlossen uns deshalb, den Camper auf dem Parkplatz des Hostals sicher stehen zu lassen und mit Rucksack und Bus den Ausflug nach Uyuni und dem Salzsee „Salar de Uyuni“ zu wagen.

Uyuni

Nach einer nicht unangenehmen 6stündigen Fahrt kamen wir wohlbehalten in Uyuni an und waren zuerst einmal geschockt. Doch es stellte sich glücklicherweise heraus, dass das Zentrum des Städtchen nicht so unattraktiv war wie der Rest, ganz im Gegenteil. Ein paar Restaurants hatten eine Art Fussgängerzone gebildet und so genossen wir seit langem wieder einmal einen Kaffee draussen sitzend, das Gesicht zwecks Bräunung der Sonne zugewandt.
Die 4tägige Tour in den Salar und zu den Lagunen war schnell gebucht und als es langsam kalt wurde, zogen wir uns in ein geheiztes Restaurant zurück und verschlangen in Rekordtempo eine Pizza, die auch ein echter Italiener nicht besser aber bestimmt schneller hingekriegt hätte.

Ein Trip in die Kälte oder Sibirien lässt grüssen

Der 1. Tag

Pünktlich fanden wir uns am nächsten Morgen vor dem Reisebüro ein, mit einem Proviantsack, der aus Schokolade, Chips und Wasser bestand. Unsere Gruppe setzte sich aus 3 Holländerinnen, Ysabel, Patou und Elles, Fabian, einem Münchner, unserem Fahrer, Clemente und natürlich uns zusammen. Die Sonne schien, der Toyota Landcruiser schien fahrtauglich und Clemente sah auch nicht wie ein Quartalssäufer aus. Vor allem letzteres, waren wir gewarnt worden, sei nicht selten und führe oft zu dummen Unfällen. Doch unsere Beobachtungsgabe gab uns recht, denn Clemente chauffierte uns, immer gemütlich auf ein paar Cocablätter herum kauend, sicher über alle Berge und durch alle Flüsse.

Unser erster Stopp war der Salar selbst. Wir alle hatten Mühe zu glauben, dass wir tatsächlich auf Salz und nicht auf Schnee standen. Hier erfuhren wir, dass der Salar de Uyuni das grösste Salzvorkommen der Welt ist, doch weil der Salzpreis sehr tief ist, wird Bolivien mit dem Export nicht reich. Nachdem wir erfahren hatten, wie das Salz abgebaut und gereinigt wird und wir den, durch Autos und Touristen verursachten, Schmutz gesehen hatten, waren wir uns einig, unseren Salzvorrat vielleicht nicht gerade in Bolivien aufzustocken.
Begeistert waren wir etwas später vom Salzhotel. Ja, auch wir konnten es fast nicht glauben, aber praktisch alles wurde aus oder mit Salz hergestellt. Das Hotel wurde kürzlich geschlossen, weil das Abwasser von Dusche, WC usw. den Salar verunreinigte und keine annehmbare Lösung gefunden werden konnte.
Auf der Isla del Pescado machten wir Mittagsrast, doch gegessen wurde erst, nachdem der Hügel erklommen und die tolle Aussicht, wie auch die hohen Kakteen ausgiebig bewundert worden waren. Die Sonne war unser unbarmherziger Begleiter, doch da wir alle wussten, was uns nach Sonnenuntergang blühen würde, beschwerten wir uns nicht, sondern genossen die Wärme, die uns von oben, wie auch reflektiert durch das Salz, von unten entgegenschlug.
Gegen 16:00 Uhr trafen wir an unserem Bestimmungsort für die Nacht ein. Schnell belegten wir die Zimmer und machten uns alle auf, die nächste Bar zu suchen. So etwas in der Art war auch relativ schnell gefunden und wir spülten den Staub mit Bier hinunter. Nach einem erstaunlich guten Abendessen war eine heisse Dusche angesagt und anschliessend fielen wir erschöpft in die Betten – es war mittlerweile auch viel zu kalt geworden, um sich mit einem Kartenspiel den Abend zu verkürzen.

Der 2. Tag

Den Salar hatten wir ja schon am Vortag verlassen und so machten wir uns durch eine spektakuläre Bergwelt Richtung Lagunen auf. Diesen wie auch den nächsten Tag verbrachten wir zwischen 4’000 und 5’000 müM. Es war widerlich kalt und eine gemeine Bise verdrängte jegliches Verlangen zum Verlassen des Fahrzeugs. Mittagsrast machten wir an einer Lagune, in der rosarote Flamingos leben. Zum Glück waren wir die erste Touristenladung, denn die scheuen Tiere zogen sich nach den ersten Fotos schnell vom Ufer zurück. Weiter ging es dann über Stock und Stein, bis wir zu einer eigenartigen Felsformation kamen, die eine lustige Hasenart beherbergt. Hier genossen wir die Windstille und liessen die Sonne unsere armen Knochen aufwärmen.
Die Nacht verbrachten wir an der Laguna Colorada, die für ihre rote Farbe berühmt und das unwirtliche Klima berüchtigt ist; nachts bis -20° Celsius. Da Petrus sich unser nicht erbarmte, sahen wir uns gezwungen, das Abendessen warm verpackt mit Mütze und Handschuhen einzunehmen. Glücklicherweise hatten wir vorher wieder eine Art Bar ausfindig machen können und so liessen wir etwas später einen Vino caliente (ähnlich unserem Glühwein) durch unsere kalten Körper fliessen. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass sich die Bolivianer an diesem Ort gar nicht erst die Mühe gemacht hatten, fliessend Wasser zu installieren, da das Wasser in den Rohen sowieso ewig gefroren wären. Der Strom war bis 21:00 Uhr angeschaltet, anschliessend blieb einem nicht viel anderes übrig, als bei Kerzenlicht zu lesen (da froren aber die Finger ein) oder zu schlafen. Trotz Daunenschlafsack war die Kälte erbärmlich und der Schlaf kam während diese Nacht, wohl auch wegen der Höhe auf 4700 müM., bei allen zu kurz.

Der 3. Tag

Gerädert standen wir alle kurz vor 5:00 Uhr auf, packten unsere Sachen zusammen und machten uns – ohne Frühstück – auf den Weg zu den heissen Quellen. Kurz nach Sonnenaufgang trafen wir dort auch ein und mussten von Clemente fast gewaltsam zum Verlassen des warmen Autos gezwungen werden. Holland machte sich auf, die kalten Füsse im ca. 35° warmen Wasser aufzuwärmen, während Schweiz und Deutschland sich auf einen Erkundungsspaziergang wagten. Wir fanden nur wenige Meter von den heissen Quellen entfernt gefrorene Tümpel und übten uns übermütig im Eiskunstlauf. Eine Ahnung, dass das Frühstück fertig sein könnte, trieb uns dann wieder zum Auto zurück. Während wir genüsslich das heisse Rührei mit einem noch heisseren Tee herunterspülten, beobachteten wir mit Entsetzen, wie sich ein paar Lebensmüde die Kleider vom Leib rissen und sich in die warmen Fluten stürzten – es waren vor allem Italiener und Franzosen. Keiner unserer Gruppe konnte sich zu solche einer Aktion aufraffen.
Anschliessend standen die Laguna Blanca und Laguna Verde auf dem Programm, bevor wir Patou und Elles, die ihre Reise nach Chile fortsetzten, in einer Ortschaft abluden. Wir restlichen Vier mussten eine 5stündige, relativ langweilige Fahrt überstehen und versuchten diese durch Dösen zu verkürzen.
Ein paar Stunden vor Uyuni hielten wir für die Nacht und zu unserer Freunde gab es nicht nur fliessendes, sondern auch heisses Wasser! Einmal mehr fielen wir gleich nach dem Abendessen todmüde in die wieder einmal zu kurzen Betten.

Der 4. Tag

Der letzte Tag bestand eigentlich nur aus der Rückfahrt. Wir hielten zwar noch in San Cristobal, um eine hübsche Kirche zu bewundern und auf dem Friedhof der Züge (Schrottplatz), doch waren wir in Gedanken bereits in Uyuni und diskutierten während der Fahrt darüber, welche Pizza wir denn später bestellen wollten.

Alles in allem hatten wir die 80 US$ pro Person gut investiert, wenn wir uns auch gewünscht hätten, dass uns unser Fahrer Clemente mehr über Land und Leute, Flora und Faune etc. erzählt hätte – aber man kann nicht alles haben (alte bolivianische Weisheit).

In der Mine

Da uns der Gedanken, schon wieder Auto, bzw. Bus fahren zu müssen, Schauer über die Rücken jagen liess, entschieden wir uns für die Variante Zug. Dafür mussten wir zwar noch einen Tag länger in Uyuni bleiben (der Zug fährt nur 1x die Woche von Uyuni nach Pototsi und dies dienstags), doch nutzten wir diesen Tag, um gemütlich auszuschlafen, die diversen Strassenrestaurants auszuprobieren und einfach auszuspannen. Die Zugfahrt stellte sich als mehr als gemütlich heraus und die 6 Stunden und genau 15 Minuten vergingen wie im Fluge.

Am nächsten Tag unternahm Hubi, todesmutig, die Minentour, während sich Birgit von den Uyuni-Strapazen erholte. In Kooperativen werden, hauptsächlich ohne elektrischen Strom und Pressluft, Kupfer, Zinn, Silber und andere Erze abgebaut. Um die Mineros gütig zu sinnen, bringt man Geschenke in die Mine mit, welche man vorher auf dem Minenmarkt kaufen kann. Empfohlen sind Dynamitstangen (inkl. Zünder und Zündschnur), Cocablätter, 96% Alkohol usw. Mit Geschenken, Helm und Karbitlampen bewaffnet, machten wir uns nun auf in die Minen. Der Eingang ist mit Lamablut verschmiert, um Mutter Erde (Pachamama) zu besänftigen. In gebückter Haltung kommt man nach ein, zwei Abzweigungen zu ein Paar Kreuzen, um auch dem Gott der Katholiken zu gefallen. Nur kurze Zeit später erscheint die Statue des Onkels (Tio, der Ehemann Pachamamas?), die Spaniern bezeichneten ihn damals als Teufel, heute ist er der Schutzgott der Mineros. Gott und dem Onkel werden Cocablätter geopfert, aber nur der Onkel wird zusätzlich noch mit Alkohol und Zigaretten verwöhnt. Dann geht es weiter hinein in den Berg, in gebückter Haltung, dies versteht sich von selbst. Der Berg ist durchlöchert wie ein Schweizerkäse, so haben wir den Käse jedenfalls noch in ferner Erinnerung und beim Gehen spürt man stellenweise den Kumpel, der einen Gang unter einem die Löcher für seine Dynamitstangen mit Hammer und Meissel in den Berg haut. Die SUVA hätte an diesen Arbeitsbedingungen keine Freude und es gab einem schon zu denken, als wir den 13-jährigen Pablo beim Meisseln sahen. Er arbeitet aber nur 4 Stunden täglich hier, weil er ja noch zur Schule muss.
Alle 14 Tage holen Lastwagen der Erzwerke ihre Ladung ab, angenommen werden nur Ladungen von 8 Tonnen Gewicht, dafür erhält der Minenarbeiter abzüglich aller Abzüge etwa 150-250 Bolivianos, dies entspricht etwa 35-60 CHF für 14 Tage Arbeit, was auch für bolivianische Verhältnisse nicht sehr viel ist.

Zur Grenze

Wie schon gesagt, sind die Strassen hier ein Hohn. Das Fahren mit unserem Auto auf diesen Waschbrett- und Steinpisten kann man sich etwa gleich vorstellen, wie auf einem Konzertflügel eine Geröllhalde hinunterzurutschen. Knapp 60 km nach Potosi machten wir wieder einmal einen Radwechsel und stellten dabei fest, dass der linke Stossdämpfer deutlich Öl verlor. Zum Bild mit dem Flügel stelle man sich jetzt einfach noch vor, man habe zusätzlich einen Hammer dabei und schlage damit während der fröhlichen Rutschpartie eifrig auf das Instrument ein. Nach weiteren 200 km und 6 1/2 Stunden fanden wir in Tupiza endlich jemanden, der zwar keinen Ersatzpneu, aber dafür einen Schlauch für den platten Reifen hatte. Am nächsten Morgen legten wir die letzten 100 km Geröllstrasse zur argentinischen Grenze zurück und waren froh, endlich wieder einmal geteerte Strassen fahren zu können.
Nun, das mit dem Geröll ist nur das eine Übel, das andere ist der Staub, was heissen will, dass unser Auto nach dieser Höllenstrecke sowohl aussen wie innen, einfach überall und auch alles, mit einer grässlich braunen Staubschicht bedeckt ist. Wir verbrachten die letzten Nächte in Hotels und das wird so bleiben, bis wir unsere gesamte Kleidung, alle Vorhänge und sonstigen Stoffe in die Reinigung gegeben und Mosquito einer gründlichen Reinigung unterzogen haben.
Und es geht noch weiter, wir mussten nämlich sogar ein paar Flüsse durchqueren – auf eine Durchquerung sind wir besonders stolz (zum Glück ist gerade Trockenzeit): Zuerst schritt Hubi zu Fuss das Flussbett ab, um die am wenigsten tiefen Stellen für eine Durchfahrt zu finden, während sich Birgit bei einem in der Nähe arbeitenden Einheimischen erkundigte, ob es denn keine andere Möglichkeit gab, anscheinend nicht. Da gerade ein Bagger in der Nähe war, gingen wir auf Nummer sicher und fragten den wackeren Arbeiter, ob er uns in Schlepptau nehmen könnte. So setzten wir über, ohne Wasserschaden und ohne stecken zu bleiben, es stellte sich sogar heraus, dass wir den Bagger gar nicht benötigt hätten…

 

Unterwegs nach Quito 15. – 25.07.2002 (41’500 km)

Puerto de Cayo

Es war eine kurzweilige Fahrt, denn wir hatten viel Kontakt zu Einheimischen, weil wir immer nach dem Weg fragen mussten. Dies hat folgende Gründe: erstens haben wir nur eine schlechte Strassenkarte und zweitens fehlen in Ecuador vieler Orts die Strassenschilder. Ausserdem sind die Strassen oft dermassen schlecht, dass sie diesen Namen eigentlich gar nicht verdienen. Zur zusätzlichen Verwirrung wird noch überall gebaut und umgeleitet. Umleitungen sind folgendermassen signalisiert: Plötzlich ist die Strasse durch eine Grube oder ein Steinhaufen unterbrochen (Punkt).
Eigentlich wollten wir ja nach Puerto Lopez, dieser Fischerort liegt etwas weiter südlich, doch wir schafften es auf Umwegen nur nach Puerto de Cayo. Dies störte uns aber nicht all zu sehr, fanden wir doch einen hübschen Standplatz gleich am Strand und Waltouren waren auch hier im Angebot.

Am nächsten Morgen machten wir uns also auf, Wale aufzuspüren, zu beobachten und – falls glücklich genug – auch bei ihren Kapriolen zu fotografieren. Nachdem die Organisatoren der Tour viel Zeit mit Diskutieren verbracht hatten (es ging darum, wer alles mit auf die Waltour mitgehen durfte) und wir aus diesem Grund in ein grösseres Boot gewechselt hatten, ging es endlich los. Die See war rau, aber dank Dramamine machte uns das Schaukeln überhaupt nichts aus. Nach einer 2stündigen Suche trafen wir dann auf einige schöne Exemplare und konnten diese riesigen Meeressäuger sogar bei ihren „Luftsprüngen“ beobachten. Manchmal kam man sich vor wie im Märchen, denn wenn man die Augen von den nahe spielenden Walen an den Horizont gleiten liess, konnte es passieren, dass man auch dort einige Wale springen sah. Auf dem Rückweg wurden wir wegen hohem Wellengang und mangelndem Spritzschutz bis auf die Haut durchnässt – und natürlich gab es in ganz Puerto de Cayo keine Wäscherei mit Trockner.
Nachdem wir das Salzwasser abgewaschen hatten, feierten wir Hubis Geburtstag bei einem guten ecuadorianischen Essen.

Quito

Auch auf dem Weg nach Quito verfuhren wir uns ziemlich, doch es stellte sich heraus, dass wir so den direkteren Weg genommen hatten.
Unterwegs übernachteten wir mitten in den Bergen, an einem runtergekommenen Lastwagenraststätte. Die zahnlose Besitzerin versicherte uns, dass wir hier vollkommen sicher seien und dass vor etwa 10 Jahren schon einmal ein Motorhome vorbeigekommen wäre und drei Tage Rast gemacht hatte. Nach einem zähen Suppenhuhn, verbrachten wir eine ruhige Nacht, die nur um 4 Uhr morgens vom Zetermordio Gequietsche eines Schweins unterbrochen wurde. Am nächsten Morgen waren die Besitzer ganz enttäuscht, dass wir schon weiterfuhren, wollten sie uns doch noch auf einem Spaziergang die schöne Umgebung zeigen. Als wir uns beiläufig nach dem Wohlergehen des quietschenden Schweins erkundigten, erfuhren wir, dass es gegen 4 Uhr früh geschlachtet worden war.
Stunden später In Quito eingetroffen, machten wir es uns auf dem Parkplatz eines grossen Einkaufszentrums bequem, natürlich mit dem Einverständnis des obersten Chefs, was die Nachwächter aber nicht davon abhielt, uns um 1:00 Uhr morgens zu wecken.

Übermüdet suchten wir uns dann am nächsten Tag eine andere Bleibe. Dazu hatten wir uns folgendes ausgedacht: Birgits Eltern haben gute Freunde, die wiederum Verwandte, sprich Bruder und Familie, in Quito haben. Der flinke Leser ahnt bereits – wir gingen schnorren… und wurden mit offenen Armen, durchgebogenem Tisch und einem Parkplatz für uns und Mosquito aufgenommen. Doch damit nicht genug, wir wurden nach Strich und Faden verwöhnt, wie Könige durch die Stadt, zu heissen Quellen und zum Äquator, Mitad del Mundo, chauffiert, mit vielen Reisetipps über Südamerika versorgt und unsere Wäsche gewaschen, dabei hatten wir eigentlich nur einen sicheren Standplatz gesucht. Wir revanchierten uns auf die gut schweizerische Art mit einem Fondue, bzw. Raclette. Und an dieser Stelle nochmals ein grosses „Gracias“ an Martha und Claus für die aussergewöhnliche Gastfreundschaft und tollen Tage!

In Panama 10. – 14.06.2002 (39’000 km)

Nach der problemlosen Grenzüberquerung waren wir so schön in Fahrt, dass wir bis kurz vor dem Einnachten in Bewegung blieben, nur unterbrochen von einem erneuten Aufenthalt beim Mechaniker. Wir mussten wiedereinmal unseren Auspuff schweissen lassen. Beim letzten Schlagloch hier in Panama brach die geniale Konstruktion (der engagierte Mann hatte einen wunderschönen Winkel daran gemacht, so dass der Auspuff nicht mehr hinten, sondern auf der Seite rauspuffte!) und so machten wir uns gezwungenermassen auf den Weg zum Auspuffschweissen. Auf einer 24 Stunden geöffneten Tankstelle verbrachten wir dann anschliessend eine ziemlich laute Nacht.

Playa Santa Clara

Am nächsten Morgen suchten wir dann einen schönen Strand, den wir schliesslich in Santa Clara fanden. Im Balneario Santa Clara standen wir wieder einmal direkt am Strand unter Palmen und weil es so heiss war, hüpften wir gleich, d.h. nach dem Autoputzen, in die warmen Fluten.
Doch der Nachmittag war nicht ganz so perfekt, wie wir erwartet hatten, denn es stellte sich heraus, dass unser Kühlschrank den Geist aufgegeben hatte. Trotz langer Bemühungen seitens Hubi tat er keinen Mucks und wir sahen uns gezwungen, unsere Fressalien im Restaurant in den Kühlschrank zu stellen. Am nächsten Tag fuhren wir ein paar Meter weiter zu einem Campingplatz unter amerikanischer Leitung und organisierten mit Hilfe der Besitzerin einen panamesischen Kühlschrank-Experten. Da dieser aber erst am Nachmittag Zeit hatte und Hubi sich nicht von einem Kühlschrank geschlagen geben wollte, bastelte er noch ein bisschen daran rum, nahm vieles auseinander und setzte es auch wieder zusammen und dies so lange, bis der Kühlschrank wieder funktionierte. Birgit konnte dem Experten gerade noch rechtzeitig telefonisch abzusagen.
Ja, so wie es aussieht, kann sich Hubi nach der Heimkehr in die Schweiz, nicht nur in seiner angestammten Domäne, der Informatik, nach einem neuen Job umschauen, sondern auch als Bademeister, Elektriker, Schreiner, Spengler, Automechaniker, Kühlschrank-Reparateur, Schamane und Poet.