Schlagwort-Archive: minuten

Der Tiger ist los

Tigerkuchen

Tigerkuchen

A. wollte diesmal einen Tigerkuchen zum Geburtstag. Dazu haben wir einen Teig für den Rasen (grün) gemacht, einen weiteren Teig für den Körper, die teile des Körpers mit Buttercreme verklebt und dann mit farbiger Buttercreme verziert:

Körper

  • 4 Eier
  • 200g Zucker
  • 200ml Orangensaft
  • 1.5 Tl Kakaopulver
  • 200ml Öl
  • 300g Mehl
  • 1Pck. Backpulver

Die Zubereitung ist denkbar einfach

  1. Eier und Zucker schaumig schlagen und abwechselnd Öl und Orangensaft unterrühren
  2. Mehl und Backpulver dazugeben
  3. 2/3 des Teigs in eine 24er Springform geben
  4. in den restlichen Drittel 1.5 TL Kakaopulver geben und in den Teig in der Springform vorsichtig einrühren, so dass sich Streifen bilden
  5. Anschliessend in den Ofen und bei 180°C ca 50-60min backen. Bis an einem Holzstäbchen/Messer beim Reinstechen kein Teig mehr hängen bleibt. Wenn der Teig anfängt oben dunkel zu werden, mit etwas Aluminium-Folie abdecken
  6. Danach auskühlen lassen und aus der Form lösen
  7. Vor dem Schneiden noch etwas in den Kühlschrank, damit es nicht so bröselt
  8. Dann den Deckel abschneiden, wieder aufsetzen und die Tiger/Katzenform ausschneiden

Das Rezept für den Boden habe ich aus verschiedenen Quellen im Internet, es wird auch Wunderrezept genannt. Der Boden ist locker, dennoch stabil und schmeckt . Der Teig ist durch die Verwendung anderer Flüssigkeiten z.B. Apfelsaft … leicht abzuwandeln.

Rasen

  • wie Körper
  • zusätzlich etwas blaue/grüne Lebensmittelfarbe anstelle des Kakaopulvers

Zubereitung

  1. Eier und Zucker schaumig schlagen und abwechselnd Öl und Orangensaft unterrühren,
  2. Lebensmittelfarbe,  Mehl und Backpulver dazugeben
  3. Teig in eine 24er Springform geben
  4. In den Ofen und bei 180°C ca 50-60min backen. Bis an einem Holzstäbchen/Messer beim Reinstechen kein Teig mehr hängen bleibt. Wenn der Teig anfängt oben dunkel zu werden, mit etwas Aluminium-Folie abdecken
  5. Danach auskühlen lassen und aus der Form lösen und in den Kühlschrank
  6. Deckel abschneiden, wieder aufsetzen

Buttercreme für Grundierung und Verkleben

Reicht um die Cake-Schichten etwas zu verkleben und Unregelmässigkeiten etwas auszubessern (ca. 260 g Buttercreme).

  1. 100g weiche Butter und 160 g Puderzucker in die Rührschüssel geben
  2. Jetzt die Masse mit dem Rührgerät vorsichtig mischen, bis Butter und Puderzucker eine gleichmässige Masse bilden
  3. Fertig ist die Buttercreme zum Verstreichen.

Körper zusammenbauen

  1. Zwischen die Teigschichten etwas Buttercreme geben, aufeinanderstellen
  2. Mit der Buttercreme Unebenheiten ausbessern und zusammenkleben, was zusammengehört.
  3. Ohren ggfs. mit Zahnstocher fixieren

Pelz

  • 600g Butter
  • 980 g Puderzucker
  • Lebensmittelfarbe orange/gelb

Zubereitung

  1. Butter, Puderzucker und Lebensmittelfarbe in die Rührschüssel geben
  2. Mit dem Rührgerät vorsichtig mischen, bis Butter und Puderzucker eine gleichmässige Masse bilden
  3. Fertig ist die Buttercreme zum Spritzen
  4. Mit einem Spritzsack den Körper verzieren
  5. ev. noch etwas Buttercreme mit Kakaopulver versehen für dunkle Streifen

Nase, Augen

20140518.1324_DSC02674

  1. Aus Marzipan und braunen Smarties. Nach dem verzieren mit Buttercreme anbringen ggfs. mit Buttercreme wieder ausbessern

 

Equipment

  • Küchenwaage
  • Rührschüssel
  • Handrührgerät mit Rühraufsatz
  • Spritzsack mit Aufsatz für den “Pelz”
  • Springform 24cm

Hinweise

  • Bei der Lebensmittelfarbe Pulver-, Pasten- oder Gelfarben verwenden. Bei flüssigen Farben kann sich die Creme trennen
  • Ist die Buttercreme zu weich dann ein paar Minuten kühl stellen oder mehr Puderzucker beigeben
  • Ist die Buttercreme zu steif und lässt sich gar nicht verteilen oder spritzen, dann Masse länger bei Raumtemperatur stehen lassen, mit den Händen im Spritzsack erwärmen oder Teelöffelweise warmes Wasser beigeben bis Konsistent wie gewünscht

 

Wir backen ein Schokokuss-Pferd

Schokokuss-Pferd

Schokokuss-Pferd

Zum Geburtstag von K.  gab es einen Schokokuss, mal ein bisschen anders.

Zutaten:

    • 250 g Mehl
    • 150 g Zucker
    • 9 El Zucker
    • 2 Pck Vanillezucker (weiss)
    • 9 Eier
    • 1 Pck Backpulver
    • 1 dl Milch
    • 3 Pck Schoko-Glasur
    • Verschieden farbige Tuben mit Lebensmittelfarbe zum Verzieren

Rezept für den Teig

Die Eier vorsichtig trennen.  Die Eigelbe mit den restlichen Zutaten, ausser den 9 EL Zucker, verrühren, den Teig auf ein Backblech füllen und bei 200° 15 Minuten backen.

Teig für Schokokuss

Teig für Schokokuss

Abkühlen lassen und mit Hilfe einer Vorlage die Pferdeform ausschneiden

Teig mit Pferdevorlage

Teig mit Pferdevorlage

Pferd ausgeschnitten

Pferd ausgeschnitten

Rezept für den Eischnee

Die Eiweiße mit den 9 EL Zucker steif schlagen und auf die ausgeschnittene Form streichen.

Mit Eischnee vor dem Backen

Mit Eischnee vor dem Backen

Nochmals in den Ofen schieben und hellbraun backen.

Mit Eischnee gebacken

Mit Eischnee gebacken

Abkühlen lassen und die Schoko-Glasur auf dem Eischnee verteilen.

Schokokuss-Pferd mit Schokoüberzug

Schokokuss-Pferd mit Schokoüberzug

Nun die überflüssige Schokolade und das Papier entfernen. Fragt nicht wie. Ich würde beim nächsten Mal die Schoko-Glasur wieder mit dem Löffel darüber giessen, nur würde ich das Pferd auf einen Gitterrost legen und darunter ein warmes Backblech. Damit könnte die Glasur runterlaufen und man könnte sie vom warmen Blech wieder zum darüber Giessen verwenden.

Furby-Cake

Wie mache ich einen Furby-Cake

Furby-Cake

Furby-Cake

A. wollte ein Furby zum Geburtstag. Nicht faul haben wir beim Bäcker etwas Schokoladen-Cake bestellt:

  • 3 Stück  12 cm Durchmesser und ca. 4 cm hoch
  • 1 Stück 6 cm Durchmesser und je ca. 4 cm hoch

Diese mit etwas Buttercreme dazwischen aufeinander gestellt. Das Furby hat am Ende einen Durchmesser von ca. 14 cm und ein Höhe von 20 cm (mit Ohren).

Weitere Zutaten:

  • 250 gr weiche Butter
  • 410 gr Puderzucker
  • 1-2 Briefe Vanillezucker (weiss) oder geraffelte Orangen-/Zitronenschale
  • Lebensmittelfarbe (besser Pulver aus der Drogerie)verschiedenfarbiges Marzipan
  • Verschieden farbiges Marzipan
    ca. 120 g einer Farbe für Augenringe, Ohren und Füsse
    ca. 40 g andere Farbe für Augenhintergrund
    ca. 20 g andere Farbe für Augenlider
    ca. 40 g gelb für Schnabel
    ca. 10 g andere Farbe für Zunge

Equipment:

  • Küchenwaage
  • Rührschüssel
  • Handrührgerät mit Rühraufsatz
  • Spritzsack mit Aufsatz für den „Pelz“

Rezept für die Grundierung und Verkleben der Cakes-Schichten
(ca. 260 g Buttercreme)

Reicht um die Cake-Schichten beim aufeinander stellen etwas zu verkleben und rundum die Unregelmässigkeiten etwas auszubessern und die braune Farbe etwas abzudecken.

  1. 100g weiche Butter und 160 g Puderzucker in die Rührschüssel geben
  2. Jetzt die Masse mit dem Rührgerät gaaanz langsam mischen, bis Butter und Puderzucker verbunden sind
  3. Fertig ist die Buttercreme zum Verstreichen.
  4. Zwischen jeden Schokoladencake vor dem Aufeinanderstellen etwas Buttercreme geben, aufeinanderstellen
  5. Mit der Buttercreme Unebenheiten ausbessern und rundum den Cake etwas abdecken.
Furby-Cake, die 4 Schokoladen-Cakes wurden aufeinander gestappelt und nun grundiert

Furby-Cake, die 4 Schokoladen-Cakes wurden aufeinander gestappelt und nun grundiert

Furby-Cake, die 4 Schokoladen-Cakes aufeinandergestappelt und mit der ersten Grundierung

Furby-Cake, die 4 Schokoladen-Cakes aufeinandergestappelt und mit der ersten Grundierung

Rezept für Furby-„Pelz“ ca 800 g Buttercreme

  1. 300g weiche Butter und 500 g Puderzucker in die Rührschüssel geben
  2. Die Masse mit dem Rührgerät gaaanz langsam mischen, bis Butter und Puderzucker verbunden sind
  3. Lebensmittelfarbe (Pulver vorher mit wenig Wasser mischen) und/oder Aroma dazugeben
  4. Fertig ist die Buttercreme zum Spritzen
  5. Etwas ca. 1/3-1/2 davon in den Spritzsack abfüllen und Muster auf den Kuchen machen
  6. Augen, Füsse können vorher oder auch nachher angebracht werden
  7. Ohren am Schluss aufsetzen, ggfs mit Buttercreme wieder ausbessern
Furby-Cake kriegt seinen Pelz (Buttercreme aus dem Spritzsack)

Furby-Cake kriegt seinen Pelz (Buttercreme aus dem Spritzsack)

Furby-Cake angeschnitten

Furby-Cake angeschnitten

Augen, Ohren, Schnabel und Füsse

Aus farbigem Marzipan

  1. Aus ca. 120 g Marzipan einer Farbe die Augenringe (flach drücken und ausschneiden), Ohren (flachdrücken und formen) und Füsse formen
  2. Ca. 40 g Marzipan einer anderen Farbe flach drücken und auf Grösse der Augenringe zuschneiden für den Augenhintergrund
  3. Ca. 20 g Marzipan einer anderen Farbe flach drücken und ausschneiden für die Augenlider
  4. Ca. 40 g gelbes Marzipan zu einem Schnabel formen und in der Mitte einen Spalt für die Zunge vorsehen. Die Zunge aus ca. 10 g anders farbigem Marzipan formen und in Schnabel einsetzen

Hinweise:

  • Bei der Lebensmittelfarbe Pulver-, Pasten- oder Gelfarben verwenden. Bei flüssigen Farben kann sich die Creme trennen
  • Ist die Buttercreme zu weich dann ein paar Minuten kühl stellen oder mehr Puderzucker beigeben
  • Ist die Buttercreme zu steif und lässt sich gar nicht verteilen oder spritzen, dann Masse länger bei Raumtemperatur stehen lassen, mit den Händen im Spritzsack erwärmen oder Teelöffelweise warmes Wasser beigeben bis Konsistent wie gewünscht
  • Ein anderes Beispiel, wie man es schön machen könnte 😉

Nach Aguacatan und zum Zoll 8. – 13.04.2002 (34’900 km)

In Aguacatan

Obwohl uns ein englisches Paar, das wir auf dem Campingplatz in Panajachel getroffen hatten, darauf aufmerksam gemacht hatte, dass der Weg nach Aguacatan äusserst staubig sei, machten wir uns früh morgens mit unserem frisch geputzten Mosquito wohlgemut auf dem Weg. Wieder einmal befuhren wir die Panamericana, nachträglich stellten wir sogar fest, dass wir über den höchsten Punkt der Strasse (3’670 müM) gefahren sind. Die letzten 20 km der Strecke nach Aguacatan (wir benötigten dafür eine geschlagene Stunde!) waren im Gegensatz zum Rest nicht asphaltiert und man muss beachten, dass es seit Monaten nicht mehr richtig geregnet hat. Für unser Gelände erprobtes Auto war die Geröllstrecke kein Problem, nur eben eine ziemlich staubige Angelegenheit. Am Ziel angekommen und nachdem wir Yusuke gefunden hatten, stellten wir fest, dass das Wageninnere einem Sandstrand glich. Birgit machte sich – dieses Mal wutschnaubend – sofort an die Reinigung, während Hubi sich der Düngerherstellung widmetet.
Diese Gegend ist und war berühmt für den Anbau von äusserst grossen Zwiebeln und Knoblauch. Aber wegen der etwas einseitigen Anbaupolitik und verschiedenen chemischen Keulen (Dünger, Unkraut- und Schädlingsvertilger) sind die Böden ausgelaugt und übersäuert. Yusuke arbeitet hier für 2 Jahre in einem Entwicklungsprojekt bei einer Landwirtschaftsgenossenschaft, gesponsert von der japanischen Regierung, und stellt unter anderem organischen Dünger her.
Der Dünger besteht aus Kohle (Abfallprodukt aus dem Gipswerk), Hühnerdreck (Abfallprodukt aus der Hühnerfabrik), schwarzer Erde, Hefe, Zuckerrohrextrakten und Getreideabfällen. Die einzelnen Komponenten werden abgewogen, gemischt, fermentiert, von Hand (mit der Schaufel) während 3-4 Wochen 2x am Tag gedreht und schlussendlich in Säcke à 45,4 kg (ein Quintal) abgefüllt. Kostenpunkt je Sack 25 Quetzales (CHF 6.25), was deutlich unter dem Preis von Kunstdüngern liegt.

Von Yusuke erfuhren wir, dass ein Farmarbeiter 20 Quetzales (CHF 5.–) am Tag verdient, was für die Ernährung einer Familie niemals reicht, auch bei den, für uns, tiefen Preisen. Deshalb arbeiten auch die Kinder schon bald auf der Farm mit, anstelle in der Schule zu sitzen.
Ein mal mehr stellen wir fest, wie privilegiert wir sind, in einem Land geboren zu sein, in dem ein Einkommen „normalerweise“ zum Leben reicht.
Um unsere in Antigua hart erarbeiteten Spanischkenntnisse zu erweitern, lesen wir ab und zu lokale Tageszeitungen. Mehr als die Hälfte handelt von Untersuchungen in Sachen Korruption und anderen Verbrechen. Auch der momentane guatemaltekische Präsident, Alfonso Portillo, scheint keinen Deut besser zu sein als seine Vorgänger. Erst vor kurzem soll er heimlich in Panama 3 Bankkonten in seinem Namen eröffnet haben. Seine Erklärung, Teile des Volksvermögens ausser Lande lagern zu wollen, glaubt hier keiner. Es ist mittlerweile auch kein Rätsel mehr, wohin gewisse Gelder, wie z.B. für die Verköstigung von Schulkindern, verschwinden. Aber die Taschen der korrupten Beamten sind nicht nur in Guatemala tief.

Yusuke und ein Arbeitskollege zeigten uns nach Feierabend ‚El Nacimiento del Rio San Juan‘, eine Quelle etwas ausserhalb des Dorfes. Ausserdem gab es eine kurze Stadtbesichtigung, die mit einem Biergelage in einer Cantina endete. Da Yusuke erst seit ein paar Tagen seine eigene Wohnung hat, übernahmen wir die Kocherei und verwöhnten ihn mit einem von unserem deutschen Freund Gerald übernommenen Menü – Yusuke schöpfte 2x nach! Am nächsten Tag wurden wir im Gegenzug mit Misosuppe, Reis, Chinakohl und geräuchtem Kaninchen beehrt. Yusuke und Hubi gingen am Vormittag los und kauften zwei – noch lebende – absolut süsse Kaninchen. Eines davon wurde etwas später umgebracht, laut Hubi „e gruusigi Schlachterei“. Es versteht sich wohl von selbst, dass sich Birgit an diesem Abend rein vegetarisch ernährt hat.

La Mesilla

Da wir am 14. April in Antigua Besucher erwarten, mussten wir unsere Fahrzeugerlaubnis nochmals verlängern. Diesmal gingen wir an die Grenze von Mexiko, weil diese näher an unserem Ausgangspunkt Aguacatan war. Mit dem Schlimmsten rechnend, wurden wir äusserst positiv überrascht. Ohne Aufregung, Betrügereien und Schlepper konnten wir die Fahrzeugerlaubnis in 15 Minuten erneuern.
Und es geht doch!

Quetzaltenango und die Fuentes Georginas

Erschöpft nach der langen Fahrt suchten wir eine Bleibe für die Nacht in Quetzaltenango. Während dem durch die Stadt fahren, war uns ein MacDonalds ins Auge gestochen, dem wir später einen ausgiebigen Besuch abstatteten. Um uns von der stundenlangen Fahrerei vom Vortag zu erholen, fuhren wir weiter zu den heissen Quellen Fuentes Georginas und liessen uns im warmen Wasser entspannen. Das Interessante ist, dass die Landschaft von Antigua bis Quetzaltenango sehr trocken ist, hier auf 2’500 müM aber befindet man sich bereits im Regenwald. Nach dem Baden machten wir einen Spaziergang, der aber nach 30 Minuten den Berg hinaufkraxeln ein jähes Ende im Restaurant fand. Anschliessend verkrochen wir uns in unser Häuschen, backten einen Zopf und bereiteten uns seelisch darauf vor, die Nacht neben einem Stromgenerator zu verbringen.

Acapulco 19. – 22.12.2001 (29’300 km)

Acapulco

Acapulco ist wohl nicht mehr das, was es einmal war. Unserer Meinung nach ist der Moloch dem Untergang geweiht: Es ist einfach unglaublich, wie viel Hitze, Abgase und Unwohlsein die unzähligen Autos tagtäglich verbreiten. Leider führt eine 6spurige Strasse gleich hinter dem Strand der Bucht entlang und der Gestank vergällt einem jegliches gemütliches Plantschen im Meer. Die Strände hingegen werden regelmässig geputzt, nur wird der Sonnenanbeter alle paar Minuten von einem Strandverkäufer gestört – no gracias. Wir hatten uns das legendäre Acapulco ganz anders vorgestellt und sind ziemlich enttäuscht worden.
Nichtsdestotrotz liessen wir uns die gute Laune nicht verderben und planten unsere weiteren Reiseetappen (während uns der Schweiss in Bächen die Körper runterplätscherte und das kurz vor Mitternacht… nur Caro schien das feuchttropische Klima nicht so viel auszumachen).

Die Schwester kommt 13. – 17.12.2001 (28’900 km)

Cuernavaca

Seit Wochen den 15.12.01 vor Augen, machten wir es uns ein paar Tage vor Caros Ankunft in Cuernavaca bequem und starteten unseren Frühlings- bzw. Winterputz. Trotzdem liess es sich Hubi nicht nehmen, den eingeborenen Touristenführern Konkurrenz zu machen und er zeigte Birgit alle Sehenswürdigkeiten, was ca. 30 Minuten in Anspruch nahm. Auch die bereits vor mehr als 2 Jahren getesteten Restaurants wurden nochmals unter die Lupe genommen. Und dann, der grosse Tag war gekommen, unser Camper blitzte und blinkte, dass es eine wahre Freude war und wir machten uns per Bus auf nach México-City.

Am Flughafen

Der Flieger aus Paris kommend, war pünktlich gelandet. Erwartungsvoll mischten wir uns unter die wartende Menschenmenge und ärgerten uns, dass wir keine Willkommens-Banderole mitgebracht hatten. Die Minuten wurden immer länger, doch unsere Adleraugen durchkämmten standhaft die eintreffenden Passagiere. Nach einer Stunde immer noch kein Lebenszeichen von Caro. Wo blieb sie nur? Horrorszenarien wie Kreuzverhör und Folterung (wegen den im Gepäck verstauten Autoersatzteilen) formten sich in unseren Köpfen und der Angstschweiss begann die Schläfen herunter zu tropfen. Doch dann, fast 2 Stunden nach Ankunft des Flugzeugs, erschien eine etwas müde doch gesund wirkende Caroline. Nach einer stürmischen Begrüssung entdeckten wir erstaunt den Mann an ihrer Seite und Caro stellte uns Humberto (spanisch für Hubert!), ihren mexikanischen Helden vor.
Warum Held, fragten wir uns? Nun, der Air-France-Flieger hatte zwar alle Passagiere mitgenommen, doch leider nur die Hälfte des Gepäcks. Nach angstvollen Minuten am Rollband musste Caro der Wahrheit ins Auge blicken – kein grüner Rollkoffer weit und breit. Ein Aufruhr ging durch die Menge und alle stürzten stürmisch zum Informationsschalter. Eine überforderte und nur der spanischen Sprache mächtigen Flughafen-Mitarbeiterin sah sich der aufgebrachten Menschenmenge gegenüber und Caro gab die Hoffnung auf, ihre Schwester jemals wieder zu sehen. Doch die Rettung nahte in Person Humbertos, eines in der Schweiz arbeitenden Mexikaners, der den Kampf gegen die mexikanische Bürokratie aufnahm und sie souverän alle Hindernisse bewältigen liess. Dies nicht genug: Nach 2 Tagen Wartezeit trafen wir Humberto in Cuernavaca wieder, das lang ersehnte Gepäckstück im Kofferraum seines kleinen Käfers. Wieder hatte er ein Wunder vollbracht!

Jetzt endlich konnte unsere geplante Reise beginnen und am nächsten Tag fuhren wir Mosquito wohlgemut aus dem Campingplatz auf die uns nach Acapulco bringende Autobahn. Strand, wir kommen!

Nach Salt Lake City 9. – 12.10.2001 (20’100 km)

Dinosaur National Monument

Der Weg nach SLC führte uns durch Colorado. Wegen Schneefall mussten wir den Rocky Mountain National Park auslassen und über eine Alternativ-Route nach Utah fahren.
Unterhaltung kam aber auch auf dieser Strecke nicht zu kurz, haben wir doch den Dinosauriern noch einen Besuch abgestattet.

Wieder einmal ein Ölwechsel…

Wollt Ihr die Geschichte wirklich hören?
OK, hier kommt sie: Wir fuhren diesmal beim Schmier-Affen vorbei. Ja, so heisst der Laden, Grease Monkey. Hubi erklärte dem jungen Herrn am Empfang, genau was wir wünschen und los ging’s. Noch Flugs den Ölfilter in die Hand gedrückt (davon führen wir mittlerweile einige mit) und 15 Minuten später war die Sauce gewechselt, alles geschmiert, jegliche Flüssigkeiten aufgefüllt, der Reifendruck, die Scheibenwischer und alle anderen abnützungsempfindlichen Zonen überprüft. So mögen wir das.

Anchorage 4. – 7.09.2001 (10’700 km)

Anchorage again – oder etwas später beim Ölwechsel…

Dienstag 4.9.01

  • Jetzt werden wir bei Ford richtig bedient, d.h. 4 Männer starren staunend unserem Mosquito unter die Motorhaube und tuscheln aufgeregt. Wichtig schlagen sie alle Nummern, die sie im Motor finden, in ihren Computern nach und so ca. alle 20 Minuten kommt einer vorbei und erklärt, dass sie etwas gefunden hätten, diesen Ölfilter aber leider grad nicht an Lager hätten. Das gleiche Teil gäbe es aber unter einer anderen Nummer (selbstverständlich) von einem anderen Hersteller und sie würden es nun dort versuchen. Nach einer Stunde (! und zwei Sandwichs) wird uns mitteilt, dass in der ganzen Stadt kein solcher Filter aufzutreiben sei, von welchem Hersteller auch immer, eine auswärtige Bestellung ist also unumgänglich. Ford will uns aber langsam loswerden und das Teil unter keinen Umständen zu sich in die Werkstatt bestellen (es könnte drum eh nicht eingebaut werden, da die Werkstatt für Mosquito und die Hebebühne zu niedrig seien) und schickt uns mit einer Artikelnummer zu der Werkstatt F.A.T.S. (für Foreign Auto/Truck Supply), die sich auf ausländische Autos spezialisiert hat.
  • Eine kleines Fährtchen hin, die Nummer wird hin und her gereicht, ein paar Fragen und schon sitzen wir wieder im Auto zurück zu Ford – die Nummer konnte nämlich nicht identifiziert werden! 20 Minuten später bei Ford: Ein Telefonat mit der Werkstatt und schon fahren wir wieder zu FATS und nun kann das Teil plötzlich bestellt werden – Halleluja!!! Die Lieferung dauert voraussichtlich 4 Tage, am Freitag soll es dann so weit sein, wir sind ganz aufgeregt und gönnen uns einen Kinobesuch.

Freitag 7.9.01

  • Heute also soll unser Mosquito endlich das lang erwartete und benötigte Ersatzteil erhalten – falls alles klappt… Gespannt machen wir uns, nach einen kräftigenden Frühstück, auf zu FATS. Die Zeichen stehen gut, nach einigen Minuten ist der Ölfilter gefunden und wir stellen Mosquito vor der Garage ab. Eine Stunde und ein paar Auto-Zeitschriften später, nehmen wir unser Auto wieder in Empfang – und das tatsächlich mit einem neuen Ölfilter, inkl. Ölwechsel. Unser Glück ist aber leider nicht ganz vollkommen, konnte doch der Luftfilter nicht gewechselt werden – wir haben ihn mittlerweile in der Schweiz bestellt…

Hubi motzt mal wieder….
Natürlich waren wir darauf vorbereitet, dass wir mit einem europäischen Auto auf einige Schwierigkeiten stossen würden. Aber nicht nur hier, sondern auch bei ganz anderen Dingen stossen wir auf erstaunliche Gestalten, ein Beispiel:
Wir erkundigen uns beim Visitor-Information-Center nach Möglichkeiten zum Fischen und auch über Touren in den wirklich hohen Norden. Die Antwort war eigentlich eher lustig: Fischen tue sie nicht und im Norden sei sie noch nie gewesen, aber es habe dort drüben im Gestell einige Prospekte. Nach weiterer Nachfrage erfahren wir, dass der Touranbieter ein Büro in einem Hotel unterhält.
In diesem Büro möchten wir gerne mehr über die diversen Touren erfahren. Sehr nett wird uns der Prospekt, den wir in Händen halten, vorgelesen. Leider war auch diese Mitarbeiterin noch nie im Norden und konnte uns aus eben diesem Grund keinerlei Infos über Vegetation und Wildlife geben. Wir buchen nichts.
Ähnliches passiert uns jetzt auch mit dem Ölwechsel. Durch fehlende Ausbildung und wohl auch fehlendes Interesse sind viele Leute hier nicht in der Lage, Fragen, die nur leicht über ihre tägliche Arbeit hinausgehen, zu beantworten. Da hat Henry Ford ganz stark Spuren hinterlassen.
Wenn wir uns schon beklagen :-), dann richtig: Auch sonst finden wir die Amis etwas komisch. Das Motto heisst hier „share your impressions“ und „express yourself“. So kommt es, dass wir beide (abgebrühte Weltenbummler) nur mit Mühe eine Kieferstarre vom Dauergähnen verhindern können, während unsere Nachbarn in ekstatische Freudenschreie ausbrechen und das ganze Repertoire von impressive, wonderful, awesome, breathtaking bis awe inspiring durchbeten. Bei diesem Geschrei wird der schönste Sonnenuntergang zu einem Dolby-Surround Erlebnis.
Aber abgesehen davon, sind Sie wirklich nett, wahnsinnig hilfsbereit und immer für ein Schwätzchen über das Wetter oder „Where do you come from?“ zu haben. Als Antwort erhält man dann etwas aus der Selektion von weiter oben oder „Oh, Sweden must be a wonderfull country!“. Deswegen sind wir ihnen nicht böse, müssen wir doch auch Staaten wie Idaho und Minnesota im Atlas nachschlagen.

Banff & Jasper NP 14. – 17.08.2001 (6’600 km)

Banff

Hey, Rockys, wir kommen! Auf dem Trans Canada Highway sieht man sie in der Ferne stehen , erahnt man ihre Grösse nur, doch je näher man kommt, desto klarer werden sie und… wir sind für einmal sprachlos.
Nichts wie rauf, sagten wir uns. Am ersten Tag erkundeten wir sie zu Pferd*, mit anschliessendem Bad in einer Thermalquelle (jaja, wir sind auch nicht mehr 20’zig).
Auf dem Rückweg zum Campingplatz: Da noch schnell eine Sehenswürdigkeit (Scenic-Spot), hier eine Stelle von historischer Bedeutung (Historic Site) und Informationen zu örtlicher Natur und vergangener Kultur (Interpretive Exhibit); wir sind hart im nehmen, nur sitzen tut uns weh.

Am nächsten Tag zu Fuss, der Johnston Canyon ruft: Die Wanderung zu den Lower Falls (hin 1,1km) ist was für Hosen, nein, Birgit „Binsack“ und Hubert „Unhold Messner“ zieht es weiter bis zu den Upper Falls (hin 2,7km).
Diese fast übermenschlich anmutende Anstrengung, ein Hike von 5.4km, vor der brütenden Mittagsonne nur durch einen Wald geschützt, entlockt uns ein müdes Lächeln (nur nicht sitzen, ist das Motto).
Doch damit noch nicht genug, am selben Tag locken noch andere verwegene Abenteuer wie der Lake Peyto (zu Fuss 10 Minuten ab Parkplatz), oder der nur schwer zu verfehlende Lake Bow (zu Fuss: 13.234 Sekunden ab Parkplatz).

Komischerweise haben wir ausser fast zahmen Chipmunks (siehe Bild unten rechts) noch keine wilden Tiere gesehen. Ausser einem Reh, wobei wir uns noch immer darüber streiten, ob es wirklich wild war oder ein Halsband trug.

*Pferdereiten geht so: Man setze 20 Reiter auf je ein (wichtig!) Pferd, dann reite mann/frau/pferd im Gänsemarsch durch nette, aber äusserst staubige Landschaft, überholen strikt verboten! Am Schluss kann mann/frau/pferd für 15 Stutz noch ein Foto von sich und dem Pferd kaufen.

Jasper

Hurra, wir sitzen wieder! Gleich bei der Parkgrenze wagten wir uns in und auf die Columbian Icefields, dieses Gletschergebiet hat die gleiche Ausdehnung wie Cagary. Besonders und einzig widmeten wir uns dem Athabasca Gletscher, welcher in einem Gewaltmarsch von 10 Minuten vom Parkplatz aus (ohne Seil) erreicht und gleich bestiegen werden kann.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Kanadier (wie auch die US-Bürger) keinen Aufwand und keine Kosten scheuen, Warnschilder an alle möglichen und unmöglichen Stellen hinzustellen. So wird der dumme Tourist gleich beim Parkplatz darauf hingewiesen, dass die Temperatur auf dem Eis viel tiefer sein wird, als im Auto und es besser ist, eine Jacke mitzunehmen. Es wird auch davor gewarnt, den Gletscher überhaupt zu begehen (Sturzgefahr) und wenn, dann nicht in Sandalen.

Anschliessend unternahmen wir mutig Exkursionen zu den Wasserfällen Sunwapta und Athabasca. Jeder der beiden ist in einer Distanz von mind. 100m vom Autoparkplatz aus erreichbar. Somit läuft man immer in Gefahr sich zu verlaufen, von einem Auto, Truck, Motorhome, Trailer oder 5th Wheel überfahren oder von einem Bären, Elch, Hirsch, Eichhörnchen (wovon wir nur letzteres bis jetzt zu Gesicht bekommen haben) angefallen zu werden.

Nach dem Einchecken auf dem Campingplatz (781 Plätze und 10 Duschen) schnallten wir die Trekkingschuhe fester, packten den Rucksack und machten uns auf den Weg zu den Whistler Mountains. Da die Wanderwege zu schmal und steil aussahen, gingen wir auf Nummer sicher und nahmen die Luftseilbahn. Oben angekommen wurden wir für die Strapazen mit einer wunderbaren Aussicht belohnt. Natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen, die letzten 100 Höhenmeter zum Gipfel doch noch zu Fuss zurückzulegen.

Kaum zurück in der Stadt Jasper war Rodeo-Time! Zwei Stunden wurden wir von Rodeoreitern, den ansässigen Rocky Mountain Riders, richtigen Cowboys mit Kühen, Bullwrestling und dem Rodeoclown unterhalten. Die ganze Veranstaltung ging ohne einen Unfall zu Ende, was einem Wunder gleich kam!

Wie anders kann man einen so wunderschönen Tag abschliessen, als mit einem guten Nachtessen. Von den lokalen Spezialitäten schon so geprägt, entschlossen wir uns für bodenständige, japanische Küche.

Endlich, auf den letzten Kilometern beim Verlassen des Parks, da sahen wir noch ein paar Rehe und einen wunderschönen Sechs-Ender Hirsch. Aber leider kommt es auf allen grossen Safaris mal vor, dass die Batterie des Fotoapparates alle ist…..