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Versuche mit Online Backup

Versuche mit Online Backup

15.9.13 Bisher habe ich den Inhalt mein NAS immer auf ein zweites NAS gebackupt, dies mit dem Nachteil,

  • dass das zweite NAS langsam und der Speicherplatz zu klein war
  • und dass das zweite NAS sich gleich im Nebenraum befand

Dies entsprach nicht ganz der 3-2-1 Backup-Regel. Diese besagt in etwa, dass ich neben meinem Original-File noch 2 Kopien haben sollte (3). Das Backup am Besten auf 2 verschiedene Medientypen (Harddisk, Band, Optische Disk uä.) anlege und jeweils 1 Kopie an einen anderen Standort auslagere. Das mit den 2 Medien nehme ich jetzt mal an klappt mit der Cloud.

So nun ging die Suche los, folgende Kriterien habe ich mir zusammengestellt:

  • bezahlbar, z.B. 100 CHF pro Jahr
  • unbeschränkten Speicherplatz (oder ca. 6 TB)
  • unbeschränkter Up-/Download
  • Backup und Spiegelung (um Verzeichnisse zwischen mehreren Computern synchron zu halten)
  • Netzlaufwerke backupen
  • 5 Versionen unabhängig von der Aufbewahrungsdauer
  • beliebige Anzahl Endgeräte
  • Webzugriff (https, webdav) und Client für Mac, Windows, iOS, Linux (Synology)
  • Online Speicher als Laufwerk anbindbar
  • verschlüsselte Übertragung und Speicherung
  • Sharing und Streaming

JustCloud

Den ersten Versuch startete ich mit JustCloud. Nach 300 GB habe ich aufgehört, es fängt sehr günstig an, man kriegt 50-70% Rabatt braucht aber x-Zusatzservices die alle extra kosten, wie Versionierung, schnellere Up- und Downloads, zusätzliche Clients, Backup von Netzlaufwerken usw. War mir sehr schnell zu blöde. Toll ist die Money-Back Garantie, das Geld wurde bis auf eine kleine Gebühr zurückbezahlt. Nach ein paar folgenden Marketingmails musste ich noch mal sagen, dass ich Ruhe vor ihrem Produkt möchte und seither klappt es

bitcasa

Einen weiteren Versuch startete ich mit bitcasa, ein sehr gutes Produkt welches bei mir auch einen guten Eindruck bezüglich Sicherheit hinter lies. Nach 1.8 TB habe ich das Vorhaben aber abgebrochen

  • bezahlbar, ja 99 US$ pro Jahr
  • unbeschränkten Speicherplatz, ja ABER System wird instabil
  • unbeschränkter Up-/Download, ja
  • Backup und Spiegelung, ja
  • Netzlaufwerke backupen, ja
  • 5 Versionen unabhängig von der Aufbewahrungsdauer, ja sie versprechen 3+ Versionen
  • beliebige Anzahl Endgeräte, ja
  • Webzugriff (https, webdav) und Client für Mac, Windows, iOS, Linux (Synology), ja ABER im Web sind nicht die gleichen Dateien sichtbar wie in den anderen Clients. Die Apps sind relativ performant und stabil. Kein Linux-Client (hat eigentlich keiner).
  • verschlüsselte Übertragung und Speicherung, ja die Daten werden bereits auf dem Client verschlüsselt und dedupliziert, dadurch hatte ich das Gefühl der besten Uploadgeschwindigkeit!
  • Sharing und Streaming, ja man kann sogar ganz Musikalben streamen z.B. aufs iPhone
  • Online Speicher kann als Laufwerk angebunden werden, ja aber Zugriff mit SyncSoftware wie AllwaySync ist instabil, dito Robocopy

Nachdem ich 1.8 TB hochgeladen habe und dann mit den verschiedenen Clients Zugriff waren im Webclient nicht alle Dateien vorhanden wie auf dem Windows oder iOS Client. Dies verwirrt, die Antwort des Customer-Services auch „Oh that’s a lot of data“. mit dem Tipps im Supportforum kam ich auch nicht wirklich weiter, deshalb hat bitcasa mal Pause. Ich hoffe, dass sich die Situation während der Dauer meines Jahresabos noch verbessert .

Update 10.11.13 Auch mit verschiedenen neuen Client-Versionen (zuletzt  1.1.3.26 de) stürzt das Teil regelmässig ab, sowohl beim Backupen, Mirroring wie auch beim Zugriff auf bitcasa-Laufwerk

Update 20.11.13 Bitcasa hat die Preise erhöht. Mein Unlimited-Paket kostet nun nicht mehr 99$ im Jahr sondern pro Monat –> Account gelöscht

Crashplan

Nächster war crashplan, und wurde nach einer Woche wegen der sehr schlechten Upload-Bandbreite abgebrochen.

  • bezahlbar, ja 48 – 108 US$ pro Jahr
  • unbeschränkten Speicherplatz, ja 
  • unbeschränkter Up-/Download, ja
  • Backup und Spiegelung, nur Backup
  • Netzlaufwerke backupen, ja
  • 5 Versionen unabhängig von der Aufbewahrungsdauer, ja
  • beliebige Anzahl Endgeräte, je nach Vertrag 1 oder 2-10
  • Webzugriff (https, webdav) und Client für Mac, Windows, iOS, Linux (Synology),  ja, die Apps sind relativ performant und stabil. Kein Linux-Client (hat eigentlich keiner).
  • verschlüsselte Übertragung und Speicherung, na
  • Sharing und Streaming, na
  • Online Speicher kann als Laufwerk angebunden werden, weiss nicht mehr

Update 20.11.13 Websites http://pcloadletter.co.uk/2012/01/30/crashplan-syno-package/ und http://blog.abenker.com/2012/06/17/synology-diskstation-und-crashplan/ etc. mit einer guten Anleitung für Crashplan auf Synology-NAS gefunden

 

OpenDrive

Nun bin ich an opendrive dran und bin bisher (2.5TB) und immer noch zufrieden

  • bezahlbar, ja 99 US$ pro Jahr
  • unbeschränkten Speicherplatz, ja 
  • unbeschränkter Up-/Download, jein, Download ist auf 100 GB pro Tag beschränkt, mehr ist Kostenpflichtig, sie behaupten auf der Website kulant zu sein….
  • Backup und Spiegelung, ja
  • Netzlaufwerke backupen, ja
  • 5 Versionen unabhängig von der Aufbewahrungsdauer, ja bin im Moment bei 10 Versionen bei einzelnen Dateien
  • beliebige Anzahl Endgeräte, ja
  • Webzugriff (https, webdav) und Client für Mac, Windows, iOS, Linux (Synology),  ja, die iOS-App ist langsam und instabil. Kein Linux-Client (hat eigentlich keiner).
  • verschlüsselte Übertragung und Speicherung, ? Übertragung erfolgt 128bit verschlüsselt, zusätzlich gibt es auf dem PC einen speziellen Folder, dessen Inhalt bereits auf dem PC verschlüsselt wird und diese Verschlüsselung über die ganze Kette beibehält.
  • Sharing und Streaming, ja nur einzelne Dateien

Software funktioniert unter Windows 8 und 8.1 stabil, kann alle Verzeichnisse und Netzwerklaufwerke backupen oder syncen. Nutzt die ganze Netzwerkbandbreite für den Upload über meinen Internet-Anschluss.

Mein Ranking

  1. Crashplan
    Pro: Synology PlugIn, Preis, stabil, transparent (man weiss was die SW tut) und Verschlüsselung Neg: iOS App
  2. OpenDrive
    Pro: Preis, stabil, transparent (man weiss was die SW tut) Neg: iOS App und Verschlüsselung

Jordanien 26.12.00 – 4.1.01

Amman und Umgebung

(26.12.00) Kurz vor dem Einnachten landeten wir auf dem internationalen Flughafen von Amman, Jordanien. Die Formalitäten waren rasch erledigt und nach einigem Hin und Her fanden wir ein paar andere Touristen, die sich mit uns ein Taxi in die Stadt teilten. Das Taxi war schnell gefunden, die Erkämpfung eines realen Preises dauerte dann schon etwas länger. Nachdem wir die Mitfahrer ausgeladen hatten, machten wir uns auf, das Hotel aus unserem Reiseführer zu finden. Während wir immer mehr ins Zentrum vorstiessen, bemerkten wir die immer grösser werdende Menschenmenge. Ahmed der Fahrer klärte uns auf, dass das Ende des Ramadans gefeiert wurde. Hier geschieht dies mit Essen und Trinken, Tanzen und Abgeben von Gewehrschüssen in die Luft. Als einzige Touristen fühlten wir uns in diesem Getümmel etwas unsicher. Zum Glück hatte unser Hotel noch ein Zimmer frei und nach einem grossen Wechselgeld-Kampf mit Ahmed nahmen wir dieses in Beschlag. Zum Hotel gibt es nur zu sagen: Für den relativ hohen Preis war es unglaublich schäbig! Wir waren bemüht, nichts mit der blossen Haut zu berühren. Wir fanden rasch heraus, dass dies für Hotels unter 4 Sternen üblich ist.

(27.12.00) Den folgenden Tag verbrachten wir mit der Besichtigung der schönen, aber ziemlich renovationsbedürftigen Altstadt Ammans. Wir bestaunten die römischen Ruinen und besichtigten einige Moscheen. Da Jordanien ein gemässigtes arabisches Land ist, hatten wir wegen Birgits Haaren (im Knoten getragen) und ihrer Kleidung (geschlossen von oben bis unten) überhaupt keine Probleme.

(28.12.00) Mit dem Bus ging es am nächsten Tag zu den Ruinen von Jerash, relativ gut erhaltene Überreste einer römischen Provinzstadt. Hierzu ist zu sagen, dass die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht angenehm war, Birgit sass einfach immer am Fenster.

(29.12.00) Um nach Umm Qais zu gelangen, fuhren wir zuerst mit dem Bus nach Irbid, der zweitgrössten Stadt Jordaniens, anschliessend dann mit dem Taxi bis zum Ziel. Neben den interessanten Ruinen wird einem auch eine tolle Aussicht auf die Golanhöhen in Syrien und den See Genezareth in Israel geboten. Die Landschaft ist auch hier eher karg und steinig.
Unser Taxifahrer wurde von einem Freund begleitet, der gerade nichts anderes zu tun hatte. Dies ist ein Phänomen in vielen arabischen Ländern. Auch im Hotel sassen neben dem Angestellten der Rezeption dessen zwei Brüder, ein Onkel, drei Cousins und einige Freunde der Familie herum und tranken Tee.
Der Taxifahrer und sein Freund waren äusserst nett zu uns. Wir wurden mit Chips und Getränken gefüttert, auf landschaftliche und historische Highlights aufmerksam gemacht und unsere aufkeimende Freundschaft wurde durch zahlreiches Händeschütteln, Schulterklopfen (selbstverständlich nur unter Männern) und den Austausch von Namen und Adressen besiegelt.

Südlich von Amman

(30.12.00) Wieder einmal waren wir mit dem Taxi unterwegs, unser Ziel waren die Wüstenschlösser im Osten von Amman. Meist wurde man für ein kleines Trinkgeld vom selbsternannten “ Hüter“ oder wie man bei uns sagt „Abwart“ eingelassen. Dieser wohnte oft in einem Zelt neben der Ruine und verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt. Zum Übernachten liessen wir uns nach Suweima ans Tote Meer bringen. Dort versuchte Hubi durch ein Bad in dem salzigen Wasser den Staub runter zu waschen. Birgit bevorzugte dazu die Dusche des nicht ganz so schlimmen Hotelzimmers. Sie hatte das Schwimmen im Toten Meer schon ein paar Jahre vorher hinter sich gebracht.

Schon am nächsten Tag ging’s mit einem Sammeltaxi weiter nach Madaba und von dort aus mit dem Bus nach Wadi Mousa, um bei Bekannten Silvester zu feiern. Nachdem wir das neue Jahr gemütlich mit einem Eis im Mövenpick-Hotel gekrönt hatten, ging es am folgenden Tag an die Besichtigung von Petra (2.1.01).
Zwischen 300 BC. und 200 AD. war Petra die Hauptstadt des Nabatäerreiches und ein bedeutendes Handelszentrum an der Karawanenstraße von Südarabien nach Syrien. Die Stadt wurde danach von den Römern (100 AD.), im 7. Jahrhundert von den Arabern und im 12. Jahrhundert von den Kreuzrittern eingenommen und verfiel allmählich. Erst 1812 wurde die Ruinenstätte von einem Schweizer Forscher namens Johann Burckhard wieder entdeckt. Augenmerklich ist, dass die Gebäude aus dem Felsen herausgemeißelt wurden. Der einzige Zugang führt durch eine von steilen Felswänden begrenzte, teilweise nur 3 m breite Schlucht. Die Überreste der Stadt verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise ihre frühere Macht, Reichtum und Kultur. Das alles ist auch bequem von Sofasessel im Film „Indiana Jones and the last Crusade“ zu bewundern. In Wadi Mousa führt jedes Hotel diesen Film in der Videothek.

Am nächsten Tag (3.1.01) hiess es schon wieder Abschied nehmen. Ein Freund unserer Bekannten musste geschäftlich ans Rote Meer und nahm uns netterweise mit. Auf dem Weg nach Akaba lud er uns beim Wadi Rum ab und wir sahen, was auch Lawrence of Arabia gesehen haben muss: eine vielfältige Wüstenlandschaft mit eigenartigen Felsformationen. Hier im Süden von Jordanien hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht.
Akaba ist im Vergleich zu Amman warm. In Amman wurde es tagsüber an der Sonne schon angenehm, doch im Schatten und besonders abends sanken die Temperaturen auf 5° Celsius.
Am 4.1.01 nahmen wir das Schnellboot nach Nuweiba, Ägypten.

Ägypten 4. – 13.1.01

Sharm el Sheik

Von Nuweiba, Ägypten aus setzten wir uns einmal mehr in ein Sammeltaxi nach Sharm El Sheik. Schon in der Schweiz hatten wir ein paar Übernachtungen im Hotel Hilton reserviert und so freuten wir uns über den Abstecher in die Zivilisation. Vor allem Birgit wusste das geheizte Hotelzimmer zu schätzen. Um auf der Sinai-Halbinsel dem Schnorcheln und Baden zu frönen, muss man im Frühling bis Herbst hin reisen, ansonsten kann es empfindlich kühl und windig sein. Dies hielt Hubi aber nicht von einem Tauchausflug in die Korallenriffe ab.

Luxor

Am 8.1.01 reisten wir mit dem Schnellboot nach Hurghada, einer nicht sehr hübschen Touristenhochburg. Von da aus ging es dann mit dem Bus nach Luxor (9.1.01). Wir besuchten den Tempel der Hatschepsut und am Abend den Amuntempel by night an. Die Königsgräber besichtigten wir (und viele andere Touristen) am darauf folgenden Tag.

Kairo

Mit einem an den Orientexpress erinnernden Zug fuhren wir am 11.1.01 nach Kairo. In der Nähe des Flughafens fanden wir im Hotel Mövenpick Unterschlupf und genossen die letzten Tage unserer Ferien. Wir durchwanderten die Abgas geschwängerte Altstadt, besichtigten das Ägyptische Museum und natürlich die Pyramiden von Gizeh. Hubi war etwas enttäuscht, hatte er sich diese doch viel schöner und majestätischer vorgestellt. Von einem Besuch des Inneren der Cheopspyramide nahmen wir Abstand, da Birgit schon einmal zur leeren Grabkammer hinauf geklettert war und dies als höchst unangenehm (man klettert eine schmale, endlos erscheinende Holzleiter nach oben, natürlich mit Gegenverkehr und die Luft wird immer schlechter und dünner) empfunden hatte.

Am 13.1.01 ging unser Flug von Kairo über Amsterdam zurück nach Zürich.

Iguazu 13. – 17.1.03

Unsere Reise nach Brasilien begannen wir mit einer organisierten Tour von Bs.As. aus. Das Paket beinhaltete die Hin- und Rückfahrt per Bus, Reiseführer, 7 Tage/4 Nächte im Hotel mit Halbpension, Besichtung der Iguazufälle brasilianische und argentinische Seite, Besuch der ehemaligen Jesuitensiedlung San Ignacio, einer Edelsteinmine und des Wasserkraftwerks Itaipu. Dies alles zum unschlagbaren Preis von CHF 120.- p.P.

Wir fuhren entlang der uruguayanischen Grenze nach Iguazu. Während der langen Busfahrt (inkl. Pausen und Besichtigungen 26h) wurde der Filme „Die Mission“ gezeigt, was uns optimal auf den Besuch der Ruinen der einstigen Jesuitensiedlung San Ignacio im Bezirk Missiones einstimmte
Neue Lebensenergie und das Versprechen ewiger Jugend erhielten wir in der Edelsteinmine Wanda durch das Berühren von verschiedenen Kristallen. Der Minenführer versuchte vergeblich jeden Passagier zum Kauf mehrer Kilos Kristall zu verführen. Originalzitat: „1 kg Rosenquarz (es darf auch etwas mehr sein) auf dem Schreibtisch schütz vor negativer Computerstrahlung“.

Am nächsten Tag wurden wir vom Hotel abgeholt um das Wasserkraftwerk und die brasilianischen Fälle zu besuchen. Um die Fahrzeit zu verkürzen wurde „Wer hat das mieseste Hotelzimmer?“ gespielt. Gewonnen haben 3 Mädchen, die das Zimmer mit Küchenschaben teilen, zuerst noch Haare des Vormieters vom Kopfkissen pflücken mussten, weder Ventilator noch Klimaanlage funktionierte und zu allem Übel noch die Toilette verstopft war. Nach langen Telefongesprächen nach Bs.As. und einer unruhigen Nacht konnten die Drei am nächsten Tag für einen minimalen Aufpreis in ein besseres Hotel umziehen. Diese Behandlung von Kundenreklamationen hat uns ziemlich erstaunt, aber sehr amüsiert.
Da wir nicht viel erwartet hatten, waren wir mit unserem Zimmer recht zufrieden, obwohl der Fernseher nur 3 brasilianische Sender hatte, die Klimaanlage nur auf dem Minimum lief und immer wenn Bibi in der Dusche war, es gerade kein warmes mehr Wasser hatte. Dies wurde in den letzten zwei Tagen immer schlimmer, bis das Wasser jede Stunde einmal ausfiel. Als wir unsere Reisegruppe verabschiedet hatten und am Pool auf unseren Linienbus nach Florianopolis warteten, wurde uns sogar dieses Vergnügen genommen, weil die Putzfrauen hier regelmässig ihre Putzkessel mit Wasser auffüllten.

Wasserkraftwerk Itaipu

Das Wasserkraftwerk Itaipu wurde gemeinsam von Brasilien und Paraguay in 9 Jahren harter Arbeit errichtet und 1984 in Betrieb genommen. Hier ein paar Zahlen dieser Mammutleistung: Der Hauptdamm ist 8 km lang, 18 Turbinen erzeugen 12,6 Millionen kW und produzieren 75 Milliarden kWh pro Jahr. Man ist aber bereits daran, 2 zusätzliche Turbinen zu installieren, um auf 14 Millionen kW aufzustocken.
Der Fluss Parana wurde an dieser Stelle zu einem See von 1’400 km2 gestaut und Ferienressorts wurden an seinen Ufern gebaut. Um dieses Projekt zu verwirklichen ging viel Wald verloren, dadurch wurde vielen Tierarten der Lebensraum genommen und einige Guaranidörfer mussten umgesiedelt werden. Trotzdem zählt der Damm zu den technischen Wundern dieser Welt. Böse Zungen behaupten, das Wasserkraftwerk werde die entstandenen Kosten niemals decken können, dies wird die Zukunft zeigen.

Die Wasserfälle

Dann endlich führte uns Fernando, unser Reiseführer, in den Nationalpark Iguazu zu den Fällen auf der brasilianischen Seite. Uns erwartete eine spektakuläre Aussicht auf die wohl schönsten Fälle der Welt. Auch hier können wir Zahlen liefern: Auf einer Front von 2,5 km befinden sich 275 Wasserfälle über die wiederum 2 Millionen Liter Wasser pro Sekunde fallen. Die Hauptfälle sind 20 Meter höher und 1,5 Mal so breit wie die Niagarafälle. Die Viktoriafälle in Zimbabwe sollen höher sein, da fehlt uns aber das Zahlenmaterial.

Was unterscheidet die brasilianische Seite von der argentinischen? Schnell ist die Antwort gefunden: Von Brasilien aus hat man eine bessere Sicht, in Argentinien befindet sich aber die Action. Auf beiden Seiten ist die Umgebung Regenwald, der immer noch Jaguare, andere Kleinkatzen, viele Affen und Nagetiere beheimatet. Zu sehen bekamen wir Millionen von Schmetterlingen, ein paar in den Bäumen herumspielende Affen und zu unserer Freude eine Familie Pizotes (siehe Costa Rica). Wunderschönes Wetter und keine Stechmücken versüssten diesen einmaligen Tag.
Am nächsten Morgen erwartet uns Fernando bereits um 7:20 h an der Rezeption und ab ging es nach Argentinien, wo wir den ganzen Tag bei den Fällen verbringen sollten. Auch an diesem Tag war uns Petrus wohl gesonnen, kein Regen in Sicht, dafür Wolken, die die Hitze von 38° ertragbar machten und nur wenig Luftfeuchtigkeit. Allerdings befinden sich mehr Moskitos auf dieser Seite…
Während des ganzen Tages waren die Fälle in Hör- und Sehweite, mehr als einmal konnten wir uns in der Gischt der Fälle abkühlen, uns an der mannigfaltigen Botanik erlaben und Fotos für andere Touristen schiessen. Ein Höhepunkt war die rasante Fahrt in einem Motorboot über Stromschnellen den Fluss hinauf, mit anschliessender Dusche unter einem der Fälle!

Um Cusco 15. – 23.08.2002 (45’700 km)

Cusco und Umgebung

Ein paar Tage bevor Mama Trebing einflog, trafen wir in der ehemaligen Inka-Hauptstadt Cusco ein. Wir fanden ein nettes Hotel in Zentrumsnähe für Jeannette und für uns einen Stellplatz auf dem Hotelparkplatz, praktischer ging es gar nicht mehr. Der Camper wurde natürlich auf Hochglanz poliert, ein Sonntagszopf in den Grill geschoben und Platz für die erwarteten Geschenke und Mitbringsel gemacht. An dieser Stelle: vielen, vielen Dank!
Und pünktlich traf Jeannette, mit all ihrem Gepäck, auf dem Flugplatz ein. Kaum eine Stunde später befanden wir uns schon auf der Plaza de Armas und bewunderten die Überbleibsel der Inkakultur und die pompöse Kolonialarchitektur der spanischen Eroberer. Cusco ist eine wunderschöne Touristenhochburg, alle 10 Schritte wird man aufgefordert, Postkarten zu kaufen, sich die Schuhe putzen zu lassen, in traditionelle Trachten gehüllte Indigenas mit Lamababy abzulichten, eine Tour in die Umgebung zu buchen und vieles mehr. Mit der Zeit wird dies ganz schön lästig und so wurden wir Meister im Ignorieren.

Valle sagrado

Während Bibi und Jeannette das heilige Tal erkundeten, führten Hubis Wege – wegen eines etwas zu blutigen Alpacasteaks – nur auf den Thron.
Die am Vortag gebuchte Tour begann sehr unterhaltsam: Beim ersten Halt verlor der Busfahrer nämlich die Autoschlüssel. Jeder männliche Gast sah sich verpflichtet, einen Tipp abzugeben, deswegen dauerte es auch ziemlich lange, bis der Bus kurzgeschlossen wurde. Mit grosser Verspätung trafen wir auf dem Markt von Pisaq ein und Jeannette erwarb gleich die ersten Souvenirs für sich und Geschenke für die armen Daheimgebliebenen. Weiter führte uns die Tour zu den berühmten Ruinen von Pisaq, wo uns eine halbstündige Wanderung zum Hauptpalast führte. Zu diesem Zeitpunkt war die Sonne im Zenit und so erwies sich der Aufstieg zu den Ruinen als sehr mühsam und schweisstreibend. Auch zum Mittagessen in Urubamba trafen wir als Letzte ein und das in den höchsten Tönen gelobte Buffet war schon fast geplündert. Als nächste Ruinenstätte stand Ollantayatambo auf dem Programm und die ersten zeigten schon Ermüdungserscheinungen. Doch nicht so Jeannette und Birgit! Die beiden zeigten, was in guten Eidgenossinnen steckt und hüpften wie Berggeisslein den Berg hinauf und auch wieder hinunter. Der letzte Teil der Tour führte uns dann ins Bergdorf Chinchero auf 3’900 m.ü.M. und langsam ging nun Jeannette doch noch der Schnauf aus. Ein einzigartiger Sonnenuntergang liess die schneebedeckten Andenspitzen in einem wunderbaren Lichtspiel erscheinen, während wir wieder durch einen Markt getrieben wurden. Doch fehlende Elektrizität machte das Einkaufen etwas schwierig und so beliessen wir es mit dem Besuch der Kirche. Das Spezielle an Chinchero ist, dass die Einwohner noch sehr traditionell leben und sich nicht mit anderen Indigenas vermischen.

Machu Picchu

Kurz vor 6:00 Uhr wurden wir abgeholt und in den Zug nach Aguas Calientes verfrachtet. Wegen Überbuchung fanden wir uns zu unserer Überraschung im „Luxuszug“ wieder und kamen so in den Genuss der teureren Tour.
Schon die 4stündige Hinfahrt war sehr abwechslungsreich und, nachdem auch der letzte wach geworden war, wurden wir mit peruanischer Musik berieselt. In Aguas Calientes führte ein kurzer Fussweg durch den, wie könnte es auch anders sein, ausladenden Markt und nach erfolgreicher Durchquerung bestiegen wir einen der bereitstehenden Busse. Und jetzt wurde Jeannette so richtig aufgeregt, denn nur noch 20 Minuten und einige lächerliche Höhenmeter trennten sie vor der Erfüllung ihres Traumes!
Und dann standen wir neben dem Sonnentempel und hatten eine wunderbare Sicht auf die grandiosen Überreste der religiösen Hauptstadt einer einzigartigen Kultur. Jeannette blieb vor Überwältigung der Mund offen stehen und Hubi und Birgit mussten sie feinfühlig darauf aufmerksam machen, dass der Guide schon lange weitergegangen war.
Viel zu schnell verging unsere Zeit und schon befanden wir uns wieder im Zug nach Cusco. Während den 4 Stunden für 110 km gab es zur Unterhaltung – und weil die Peruaner sehr geschäftstüchtig sind – eine tolle Modeschau. Diesmal haben wir aber nicht zugeschlagen, die anwesenden Mexikanerinnen waren schneller.

Die Galapagos-Inseln 8. – 15.07.2002 (40’800 km)

Galapagos

Bereits um 8:00 Uhr hatten wir uns am Flughafen in Guayaquil eingefunden, nur um darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass unser Flug nicht wie gedacht um 9:30 Uhr sondern um 10:30 Uhr starten würde. Schlussendlich hoben wir etwas nach 11:00 Uhr ab – aber wir haben uns ja schon an die Pünktlichkeit der Latinos gewöhnt. Nach einem 1½stündigen Flug kamen wir dann auf der Insel Baltra an und wurden von einem Angestellten von Klein-Tours erwartet. Relativ kurze Zeit später befanden wir uns schon auf der „Galapagos Legend“, unserem schwimmenden Zuhause für die kommende Woche. Kaum in der Kabine eingerichtet, wurde schon die erste Attacke auf unsere schlanke Linie unternommen. Und das Mittagessen, ein tolles Buffet, war dermassen lecker, dass sogar Birgit mehrmals ihren Teller füllen ging. Anschliessend wurden wir von den Naturführern eingehend über die Parkregeln aufgeklärt und natürlich auch über die verschiedenen Möglichkeiten an Bord (Pool, Bar, Bibliothek, Kaffee-Ecke etc.). Und nach einer kurzen Siesta ging es auch schon los: Die erste Aktivität, eine Wanderung, auf der wir die legendären Landleguane (drachenähnliche Reptilien) und diverse Vögel bewundern konnten.

Die weiteren 7 Tage folgten einem ähnlichen Rhythmus:
Um 6:45 Uhr erfolgte der freundliche aber hartnäckige Weckruf und von 7:00 bis 8:00 Uhr konnte man am Frühstücksbuffet zugreifen. Um 8:00 Uhr starteten dann die ersten Gruppen auf die Morgentour, die bis zu 3 Stunden dauern konnte. Wir lernten nicht nur einiges über die Entstehung der Galapagos-Inseln und ihrer Vulkane, sondern erfuhren auch, wie es dazu kam, dass Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie fand. Und natürlich kamen wir nicht darum herum, die vielen verschiedenen Vogelarten auseinander halten zu lernen, was vor allem bei den Tölpeln keine Kunst darstellt, da zwei Arten verschieden farbige Füsse haben – nämlich rot und blau – und die 3. Spezies eine Art schwarze Maske trägt. Doch das Schlüsselwort der Reise ist „endemisch“, was „nur hier heimisch“ bedeutet. Praktisch ein jeder versuchte, diesen Ausdruck möglichst häufig anzuwenden, um bei den Leuten zu sein. Auch wir gaben uns in dieser Hinsicht keine Blösse… Bei der Rückkehr aufs Schiff gab es immer einen kleinen Appetithappen, mal süss, mal salzig, aber immer fein!
Und schon kurz darauf, um 12:30 Uhr, standen wir vor dem Mittagsbuffet und mussten uns durch Suppe, Salate, Fleisch, Fisch oder Vogel, Pasta, Kartoffeln, Gemüse und Dessert kämpfen. Und in einer ruhigen Sekunde wurde man gezwungen, sein Abendessen auszuwählen. Anschliessend gab es immer einen pädagogisch wertvollen Film über die Inseln und deren Tierwelt, den man sich verdauend vom Bett aus anschauen konnte (dabei nicht einzuschlafen, war schwierig).
Um 15:00 Uhr ging es dann auf die nächste Tour und wir lernten noch mehr über die Inseln, Tiere, Gestein, Flora und Fauna. Es ist noch zu erwähnen, dass morgens sowie nachmittags oft die Möglichkeit zum Schnorcheln bestand. Wir liessen es uns natürlich nicht nehmen, Wasserschildkröten beim Grasen, Seelöwen beim Spielen und Weissspitzenhaien beim Ruhen zuzusehen und das, obwohl das Wasser kalt war und wir aus Kostengründen auf den Taucheranzug verzichtet hatten. Meist waren wir rechtzeitig zum Eisfest oder zur Schokoladenorgie wieder zurück. Es blieb dann knapp Zeit, sich zu duschen und frisch anzuziehen, um sich vor der anschliessenden Vorschau für den nächsten Tag an der Bar noch einen Aperitif zu gönnen. Um 20:00 Uhr erhielten wir dann ganz gediegen das Abendessen serviert. Anschliessend waren wir meist dermassen erschöpft, dass wir nach einem kurzen Rundgang auf dem Boot wie die Steine ins Bett fielen.
Den Äquator haben wir ein paar Mal überquert, aber nur einmal zu einer wachen Stunde. Die Crew hatte sich dafür etwas ganz Spezielles ausgedacht und Hubi spielte in dieser Woche dabei die Hauptrolle. Die Rolle des Neptun war ihm wie auf den Leib geschneidert und als er mit zornigem Bass den Kapitän anklagte, ohne Erlaubnis in sein Reich eingedrungen zu sein, quietschten die amerikanischen Grossmütter vor Vergnügen und Birgit strahlte voller Stolz. Auf der darauf folgenden Tanzpartie zeigten wir dann den Ecuadorianern, wie man Salsa und Merengue tanzt!

Erstaunt waren wir über das Klima. Jeder hatte uns vor der grossen Hitze gewarnt, aber weit gefehlt. Meistens war die Sonne von Wolken verdeckt und es wehte ein kalter Wind. So waren meist lange Hosen und eine Jacke angesagt.
Einen Schock erhielten am Vorabend unserer Abreise als wir Unterlagen erhielten. Dabei war auch ein Vorschlag für das Trinkgeld der Crew und der Naturführer, diese Woche sollte uns laut Trinkgeld-Vorschlag zusätzlich noch 300- 400 US$ kosten; dabei war die Tour ohnehin schon sehr teuer.

Unterwegs nach Quito 15. – 25.07.2002 (41’500 km)

Puerto de Cayo

Es war eine kurzweilige Fahrt, denn wir hatten viel Kontakt zu Einheimischen, weil wir immer nach dem Weg fragen mussten. Dies hat folgende Gründe: erstens haben wir nur eine schlechte Strassenkarte und zweitens fehlen in Ecuador vieler Orts die Strassenschilder. Ausserdem sind die Strassen oft dermassen schlecht, dass sie diesen Namen eigentlich gar nicht verdienen. Zur zusätzlichen Verwirrung wird noch überall gebaut und umgeleitet. Umleitungen sind folgendermassen signalisiert: Plötzlich ist die Strasse durch eine Grube oder ein Steinhaufen unterbrochen (Punkt).
Eigentlich wollten wir ja nach Puerto Lopez, dieser Fischerort liegt etwas weiter südlich, doch wir schafften es auf Umwegen nur nach Puerto de Cayo. Dies störte uns aber nicht all zu sehr, fanden wir doch einen hübschen Standplatz gleich am Strand und Waltouren waren auch hier im Angebot.

Am nächsten Morgen machten wir uns also auf, Wale aufzuspüren, zu beobachten und – falls glücklich genug – auch bei ihren Kapriolen zu fotografieren. Nachdem die Organisatoren der Tour viel Zeit mit Diskutieren verbracht hatten (es ging darum, wer alles mit auf die Waltour mitgehen durfte) und wir aus diesem Grund in ein grösseres Boot gewechselt hatten, ging es endlich los. Die See war rau, aber dank Dramamine machte uns das Schaukeln überhaupt nichts aus. Nach einer 2stündigen Suche trafen wir dann auf einige schöne Exemplare und konnten diese riesigen Meeressäuger sogar bei ihren „Luftsprüngen“ beobachten. Manchmal kam man sich vor wie im Märchen, denn wenn man die Augen von den nahe spielenden Walen an den Horizont gleiten liess, konnte es passieren, dass man auch dort einige Wale springen sah. Auf dem Rückweg wurden wir wegen hohem Wellengang und mangelndem Spritzschutz bis auf die Haut durchnässt – und natürlich gab es in ganz Puerto de Cayo keine Wäscherei mit Trockner.
Nachdem wir das Salzwasser abgewaschen hatten, feierten wir Hubis Geburtstag bei einem guten ecuadorianischen Essen.

Quito

Auch auf dem Weg nach Quito verfuhren wir uns ziemlich, doch es stellte sich heraus, dass wir so den direkteren Weg genommen hatten.
Unterwegs übernachteten wir mitten in den Bergen, an einem runtergekommenen Lastwagenraststätte. Die zahnlose Besitzerin versicherte uns, dass wir hier vollkommen sicher seien und dass vor etwa 10 Jahren schon einmal ein Motorhome vorbeigekommen wäre und drei Tage Rast gemacht hatte. Nach einem zähen Suppenhuhn, verbrachten wir eine ruhige Nacht, die nur um 4 Uhr morgens vom Zetermordio Gequietsche eines Schweins unterbrochen wurde. Am nächsten Morgen waren die Besitzer ganz enttäuscht, dass wir schon weiterfuhren, wollten sie uns doch noch auf einem Spaziergang die schöne Umgebung zeigen. Als wir uns beiläufig nach dem Wohlergehen des quietschenden Schweins erkundigten, erfuhren wir, dass es gegen 4 Uhr früh geschlachtet worden war.
Stunden später In Quito eingetroffen, machten wir es uns auf dem Parkplatz eines grossen Einkaufszentrums bequem, natürlich mit dem Einverständnis des obersten Chefs, was die Nachwächter aber nicht davon abhielt, uns um 1:00 Uhr morgens zu wecken.

Übermüdet suchten wir uns dann am nächsten Tag eine andere Bleibe. Dazu hatten wir uns folgendes ausgedacht: Birgits Eltern haben gute Freunde, die wiederum Verwandte, sprich Bruder und Familie, in Quito haben. Der flinke Leser ahnt bereits – wir gingen schnorren… und wurden mit offenen Armen, durchgebogenem Tisch und einem Parkplatz für uns und Mosquito aufgenommen. Doch damit nicht genug, wir wurden nach Strich und Faden verwöhnt, wie Könige durch die Stadt, zu heissen Quellen und zum Äquator, Mitad del Mundo, chauffiert, mit vielen Reisetipps über Südamerika versorgt und unsere Wäsche gewaschen, dabei hatten wir eigentlich nur einen sicheren Standplatz gesucht. Wir revanchierten uns auf die gut schweizerische Art mit einem Fondue, bzw. Raclette. Und an dieser Stelle nochmals ein grosses „Gracias“ an Martha und Claus für die aussergewöhnliche Gastfreundschaft und tollen Tage!

Costa Rica 20.05. – 10.06. & 18.06. – 3.07.2002

centro

Auf der Halbinsel Nicoya
Am Arenalsee
Um San Jose
Nach Panama
Puerto Viejo
Abschied von Costa Rica

Natur pur, schöne Landschaften, Pflanzen, Tiere und Vulkane.

Das zweite Mal:

Einreise: 18.6.02 Paso Canoas aus Panama, gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 39’700
Einreise-Formalitäten: Freudig wurden wir von unserem letztmaligen Zollhelfer begrüsst. Wie schon bei der letzten Einreise, wurde das Fahrzeug als erstes gegen „was auch immer“ eingesprayt; diesmal aber kostete es uns 4.50 US$ (der Beamte schätzte uns nun als Pickup ein, was einen Dollar mehr kostet, als normale Autos) .
Unser Zollhelfer führte uns zur Migracion, wo wir unsere Einreise mit einem Stempel in den Pass bestätigt erhielten. Anschliessend gingen wir unser Auto-Permit beim gleichen Schalter wieder abholen, bei dem wir es eine Woche vorher abgegeben hatten. Ein netter Herr begleitete uns dann zum Auto, überprüfte die Angaben auf dem Permit, steckte kurz seinen Kopf in die Wohnkabine, gab uns einen Zettel für den Herrn an der Barriere und schon waren wir wieder im Land.
Ausreise-Formalitäten für Personen: Wie man das von einem Flughafen erwartet, 18 US$ Flughafentaxe, warten zum Einchecken, warten zum Einsteigen.
Fahrzeug Ausreise-Formalitäten: Beim Hafen angekommen, gingen wir zu unserem Hafen- und Zollagenten, der machte sich auch gleich mit uns auf den Weg, die ersten zwei, drei Stempel einzuholen und dies ohne Probleme. Dann kam die Zollinspektion. Der Herr Zollrevisor war leider grad nicht an seinem Platz und so haben wir und viele andere von 9:30 bis 11:50 Uhr auf ihn gewartet. Die paar Nummern waren schnell verglichen und schon waren wir fast fertig. Doch wie überall, müssen auch Zollbeamte mittagessen, deshalb mussten wir gleich nochmals eine Stunde warten, bis wir das Auto für die Verschiffung abgeben konnten. Wie haben wir uns nach den Tramitadores an den Landgrenzen zurück gesehnt, als wir die Rechnung für die Dienstleistung erhielten, 120$.
Ausreise Personen: 3.7.02 Flughafen von San Jose nach Ecuador
Ausreise Fahrzeug: 1.7.02 Hafen Puerto Caldera nach Ecuador. Gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 40’800

Zum ersten Mal:

Einreise: 20.5.02 Penas Blancas aus Nicaragua gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 37’500
Einreise-Formalitäten: Wie man es von Costa Rica, der Schweiz Mittelamerikas, erwartet, ging hier alles relativ einfach über die Bühne. Die Anweisungen der Schalterbeamten waren erstens in Spanisch, zweitens verständlich und drittens auch richtig!
Das Fahrzeug wurde gleich als erstes für 3.50 US$ gegen „was auch immer“ eingesprayt. Anschliessend fuhren wir zur Migracion. Hier stürmten die Tramitadores wie Irre auf das Auto, klopften erwartungsvoll an die Scheiben und priesen ihre Dienstleistung an. Einer wollte sogar noch das Auto bewachen, was wir bestimmt, aber freundlich, abwiesen. Da zeterten sie los, von wegen Dieben und so, was Hubi mit der Bemerkung „Ich werde ihn (den Dieb) umbringen!“ erwiderte. Dies schien die Jungs zu amüsieren. Bibi sagte ihnen daraufhin leise, mit todernster Mine, „Er macht es wirklich“, was sie dann schnell verstummen lies.
Dann ging der Papierkrieg wieder los. Es hiess, zuerst die Einreiseformulare auszufüllen, daraufhin erhielten wie den Stempel in den Pass und der Beamte erklärte uns, welche die nächsten Schritte für das Auto seien.
Die drei draussen wartenden Tramitadores begleiteten uns 2 Meter weiter zum Autoschalter, obwohl wir ihnen sagten, dass wir ihre Hilfe nicht benötigten. Am Schalter ang
ekommen, wollte eine Frau gleich Kopien aller nötigen Dokumente machen, die Jungs setzten sich in die Stühle. Da wir aber schon alle nötigen Kopien bereit hatten, brachten wir den Ablauf etwas ins Stocken.
Wir standen nun 10 Minuten vor dem Scheitel einer Frau (siehe Bild) und warteten darauf, dass sie uns ihre Aufmerksamkeit schenkte.

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Zwischendurch kam die Kopierfrau vorbei und die beiden plauderten über irgendetwas Wichtiges. Doch dann geschah es, der Retter „der Auto einführenden“-Touristen tauchte auf (davon leider kein Foto)!
Ein Bild von einem Mann trat hinter den Schalter: Seine männlich behaarte Brust war mit vielen dicken Goldketten verziert, durch das dezent (bis fast zum Bauchnabel) offene Hemd blieb nichts der Vorstellungskraft überlassen. Weitere goldene Ketten waren um die Handgelenke gewunden und an den Finger befanden sich eben so viele Ringe. Er setzte sich hin und wollte schon gelangweilt nach der Zeitung greifen, als er unsere ratlosen Blicke erhascht haben musste. Sanftmütig winkte er uns zu sich, nahm uns die Dokumente ab und hielt den Ladies gleichzeitig eine laute Standpauke, wie er seinen Zoll geführt haben wollte, dass es einfach nicht okay sei, dass arme Touristen (eben wir) wie bestellt und nicht abgeholt vor dem Schalter stünden und die Damen ihre Fingernägel feilten. Die Frauen, in dieser Hinsicht nicht faul, gaben zurück und so ging es eine Zeitlang hin und her. Soweit wir mitbekommen hatten, ging es auch darum, dass die Frauen mit unseren (währenddessen längst verschwundenen) Tramitadores Streit hatten. Eine Regel besagt aber, dass Touristen ohne Tramitadores das Leben möglichst kompliziert gemacht wird, damit erstere eben etwas zu verdienen haben, wie auch immer, das Match endete unentschieden.

Nach dem Streit ging es dann flott voran. Wir mussten ein Formular mit den Fahrzeugdaten ausfüllen, ins nächste Gebäude zu einem Mann gehen, der uns das Formular unterschreiben sollte. Dieser war nicht da, also schickte man uns zurück zum vorherigen Schalter, wo eine Frau, die sich während der Debatte im Restaurant aufgehalten hatte, die Unterschrift leistete. Dann bezahlten wir für die obligatorische Haftpflichtversicherung 11 US$ (für 3 Monate, kürzer ging nicht), mussten die gleiche Frau wieder beim Kaffee stören, welche die Nummern kontrollierte und uns einen Zettel aushändigte, den wir dann bei der letzten Barriere abgeben mussten. Gleich 5 Meter nach der letzten Barriere erwartete uns ein Posten, der dann nochmals die Pässe kontrollierte. Alles in allem hat uns dieser Zollposten nur eine Stunde gekostet.

Ausreise-Formalitäten: Fröhlich fuhren wir in den Zoll hinein und ehe wir uns versahen, waren wir schon an den Schaltern von Panama angelangt und wurden prompt auf die Seite von Costa Rica zurück geschickt. Beim Schalter der Migracion mussten wir je einen Rot-Kreuz-Marke  (ca. 0.75 US$) kaufen, die in den Pass eingeklebt und abgestempelt wurde.  All unsere Hinweise auf unsere Schweizer-Kreuze haben nichts genützt, wir mussten die Marke trotzdem erwerben. Auf unsere Frage hin, warum auf der Marke der Preis von ca. 0.65 US$ aufgedruckt sei, wir aber ca. 0.75 US$ bezahlen müssten, erhielten wir die Antwort, dass dies der Lohn der mit dem Verkauf beschäftigten Angestellten sei. Unsere Bemerkung, dass wir am Zoll aber immer viele Löhne bezahlen müssten, wurde mit einem fröhlichen Lachen quittiert.
Das Auto-Permit konnten wir an einem Schalter abgeben und schon waren wir ausgereist (der Zollbeamte warf nicht einen Blick in unseren Camper) . Dem freundlichen Zollhelfer drückten wir noch 1.25 US$ in die Hand.
Ausreise: 10.6.02 Paso Canoas nach Panama, gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 38’600

 

Nicaragua 13. – 20.05.2002

Managua & Granadacentro

Das Land Zentralamerikas mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen. Der Tourismus befindet sich im Aufbau. Vulkane und koloniale Städte.

Einreise: 13.05.02 Ocotal aus Honduras gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 36’900
Einreise-Formalitäten: Immer noch auf das Schlimmste gefasst, fuhren wir ein paar Meter weiter. Nun mussten wir zuerst, gleich links nach der Barriere, einen Zettel für unsere Einreise ausfüllen. Dies übernahmen gleich 2 hilfsbereite Tramitadores. Damit ging es zur Migracion, wo ein netter Herr diese nochmals abschrieb und uns den Einreisestempel in den Pass drückte. Kostenpunkt:  14 US$ (wobei nur 4 US$ belegt sind, aber wer streitet schon wegen 10 US$). Nun war das Auto dran. Ein Tramitador rannte mit Pass, Führer- und Fahrzeugausweisen von Schalter zu Schalter, schubste hier und drängelte da, sagte den Leuten, was sie in die Formulare einfüllen sollten und machte am Schluss noch ein paar Kopien. Für das Permit mussten wir noch bei einer Frau 10 US$ bezahlen. Ein Oberinspektor verglich schnell die Nummern und schon waren wir in Nicaragua. Das ganze Prozedere, Ausreise Honduras und Einreise Nicaragua hatte keine Stunde gedauert! Vor lauter Glück vergassen wir sogar den Besuch im Duty Free Shop. Ja, hier gibt es diese Wunderläden noch!
Ausreise-Formalitäten: Der alte nicaraguanische Grenzposten bei Sapoa ist völlig unbemannt und rottet vor sich her. Erst in Penas Blancas erledigt man seine Ausreise und die Einreise nach Costa Rica.
Sobald man vor sich eine Wand sieht, welche die linke und rechte Strassenseite trennt, wechselt man auf die linke Strassenseite und fährt an die Barriere. Bleibt man rechts, werden einem pro Person 1 US$ abgeknöpft, gegen Quittung (für weiss der Teufel was) und man muss dann wieder zurücksetzen, um links hinein zu fahren. Das Ganze wird durch fehlende Schilder stark vereinfacht.
Nun im Zollgebiet drin, füllt man wie bei der Einreise, pro Person einen Zettel aus, aber diesmal eben für die Ausreise. Dies erledigt man selber, weil die Tramitadores hier unter der starken Hitze leiden. Damit geht es zur Migracion, wo wir den Ausreisestempel in den Pass erhielten, kostete auch diesmal 2 US$ pP. gegen Quittung.
Nun war das Auto dran. Der Tramitador ging mit dem Permit gleich zum Schalter rechts nebenan. Ein Mann kam heraus und verglich die Nummern. Damit alles seine Ordnung hat, mussten wir nun noch zum Zoll. Die Herren sassen aber nicht in ihrem klimatisierten Büro, sondern draussen auf dem Parkplatz in einem alten Bus der Oberzollverwaltung. Die Unterschrift war schnell gemacht und schon waren wir draussen, aber diesmal nicht ohne den Duty Free Shops einen Besuch abgestattet zu haben.
Ausreise: 20.5.02 Sapoa nach Costa Rica, gefahrene Kilometer seit Reisbeginn 37’500

Die Besucher in Antigua 13. – 18.04.2002 (35’100 km)

In und um Antigua

Endlich waren sie da, Wale und Nicole und dies für sage und schreibe 4 ganze Wochen, ach, diese Kurzurlauber… Nachdem wir die beiden oder vielmehr die vielen Mitbringsel (Schokolade, Fishermans etc.) in Empfang genommen hatten, stellte sich die Frage: „Was unternehmen wir mit ihnen alles?“. Antigua ist schnell besichtigt, so hiess es also in die Umgebung schweifen.
Neben den Ausflügen zur Macadamia-Nuss-Farm und einer Kaffee-Plantage, ging es auf den Aussichtpunkt der Stadt, den Cerro de la Cruz. Und nicht genug der Anstrengungen, während Nicole und Birgit eine Shoppingtour durch Antigua unternahmen, wagten sich Wale und Hubi an die Besteigung des aktiven Vulkans Pagaya.

Vulkan Pagaya

Die Tour (5.00 US$) startete offiziell um 13 Uhr, was bedeutete, dass wir bereits um 14 Uhr in den Bus einsteigen konnten. Ohne Panne ging es anschliessend zum Nationalpark des Pagaya Vulkans und fast ohne Verzögerung nahmen wir den Aufstieg von 1900 auf 2500 müM unter die Füsse. Nach mehreren Pausen an Aussichtspunkten erreichen wir verschwitzt und atemlos den höchsten Punkt, den Krater des Vulkans und erlabten uns an den Rauchwolken, welche daraus aufstiegen. Nach einer windigen Ruhepause machten wir uns dann schon wieder an den Abstieg. Ein Blick auf die Uhr bestätigte uns, dass das Rendez-vous mit unseren Frauen immer noch im Bereich des Möglichen lag. Plötzlich hörte man ein Zischen aus der Richtung des Busmotors und gleich darauf hielten wir an. Nach fachmännischer Inspektion wurde festgestellt, dass der Keilriemen zur Wasserpumpe und auch derjenige für den Ventilator von uns gegangen waren – und dies ca. 15 Minuten vor Antigua! Das bestätigt einmal mehr unseren Entscheid, mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein. Nun hiess es warten. Ein vorbeifahrender Wagen und später noch ein Taxi wurden gebeten, den Reiseveranstalter zu informieren und schon nach einer Stunde tauchten 2 Polizeifahrzeuge mit je 6 Mann Besatzung zu unserem Schutz auf. Eine weitere Viertelstunde verstrich, bis der Ersatzbus erschien und kurz darauf fanden wir uns mit „leichter“ Verspätung am Treffpunkt ein.

San Andres Itzapa

Ein anderer Ausflug führte uns zu der Kirche des San Simon oder Maximon in San Andres Itzapa. Hermano San Simon ist für die einen ein Heiliger, für die andern der Teufel. Vom Aussehen her erinnert er an einen Mafiaboss. Die Guatemalteken sind sich nicht einig, ob der im 17. Jahrhundert eingewanderte Spanier die Indigenas nun beschützte oder ausnahm. Wir auch immer, um San Simon gnädig zu stimmen und die gewünschten „Wunder“ zu erlangen, werden ihm zu Füssen Hühner geopfert, Zigarren geraucht, verschieden farbige Kerzen angezündet, Schnaps getrunken und dazu mit den Fingern geschnippt. Die vielen Dankestafeln an den Wänden weisen auf eine hohe Erfolgsrate hin.