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Jordanien 26.12.00 – 4.1.01

Amman und Umgebung

(26.12.00) Kurz vor dem Einnachten landeten wir auf dem internationalen Flughafen von Amman, Jordanien. Die Formalitäten waren rasch erledigt und nach einigem Hin und Her fanden wir ein paar andere Touristen, die sich mit uns ein Taxi in die Stadt teilten. Das Taxi war schnell gefunden, die Erkämpfung eines realen Preises dauerte dann schon etwas länger. Nachdem wir die Mitfahrer ausgeladen hatten, machten wir uns auf, das Hotel aus unserem Reiseführer zu finden. Während wir immer mehr ins Zentrum vorstiessen, bemerkten wir die immer grösser werdende Menschenmenge. Ahmed der Fahrer klärte uns auf, dass das Ende des Ramadans gefeiert wurde. Hier geschieht dies mit Essen und Trinken, Tanzen und Abgeben von Gewehrschüssen in die Luft. Als einzige Touristen fühlten wir uns in diesem Getümmel etwas unsicher. Zum Glück hatte unser Hotel noch ein Zimmer frei und nach einem grossen Wechselgeld-Kampf mit Ahmed nahmen wir dieses in Beschlag. Zum Hotel gibt es nur zu sagen: Für den relativ hohen Preis war es unglaublich schäbig! Wir waren bemüht, nichts mit der blossen Haut zu berühren. Wir fanden rasch heraus, dass dies für Hotels unter 4 Sternen üblich ist.

(27.12.00) Den folgenden Tag verbrachten wir mit der Besichtigung der schönen, aber ziemlich renovationsbedürftigen Altstadt Ammans. Wir bestaunten die römischen Ruinen und besichtigten einige Moscheen. Da Jordanien ein gemässigtes arabisches Land ist, hatten wir wegen Birgits Haaren (im Knoten getragen) und ihrer Kleidung (geschlossen von oben bis unten) überhaupt keine Probleme.

(28.12.00) Mit dem Bus ging es am nächsten Tag zu den Ruinen von Jerash, relativ gut erhaltene Überreste einer römischen Provinzstadt. Hierzu ist zu sagen, dass die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht angenehm war, Birgit sass einfach immer am Fenster.

(29.12.00) Um nach Umm Qais zu gelangen, fuhren wir zuerst mit dem Bus nach Irbid, der zweitgrössten Stadt Jordaniens, anschliessend dann mit dem Taxi bis zum Ziel. Neben den interessanten Ruinen wird einem auch eine tolle Aussicht auf die Golanhöhen in Syrien und den See Genezareth in Israel geboten. Die Landschaft ist auch hier eher karg und steinig.
Unser Taxifahrer wurde von einem Freund begleitet, der gerade nichts anderes zu tun hatte. Dies ist ein Phänomen in vielen arabischen Ländern. Auch im Hotel sassen neben dem Angestellten der Rezeption dessen zwei Brüder, ein Onkel, drei Cousins und einige Freunde der Familie herum und tranken Tee.
Der Taxifahrer und sein Freund waren äusserst nett zu uns. Wir wurden mit Chips und Getränken gefüttert, auf landschaftliche und historische Highlights aufmerksam gemacht und unsere aufkeimende Freundschaft wurde durch zahlreiches Händeschütteln, Schulterklopfen (selbstverständlich nur unter Männern) und den Austausch von Namen und Adressen besiegelt.

Südlich von Amman

(30.12.00) Wieder einmal waren wir mit dem Taxi unterwegs, unser Ziel waren die Wüstenschlösser im Osten von Amman. Meist wurde man für ein kleines Trinkgeld vom selbsternannten “ Hüter“ oder wie man bei uns sagt „Abwart“ eingelassen. Dieser wohnte oft in einem Zelt neben der Ruine und verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt. Zum Übernachten liessen wir uns nach Suweima ans Tote Meer bringen. Dort versuchte Hubi durch ein Bad in dem salzigen Wasser den Staub runter zu waschen. Birgit bevorzugte dazu die Dusche des nicht ganz so schlimmen Hotelzimmers. Sie hatte das Schwimmen im Toten Meer schon ein paar Jahre vorher hinter sich gebracht.

Schon am nächsten Tag ging’s mit einem Sammeltaxi weiter nach Madaba und von dort aus mit dem Bus nach Wadi Mousa, um bei Bekannten Silvester zu feiern. Nachdem wir das neue Jahr gemütlich mit einem Eis im Mövenpick-Hotel gekrönt hatten, ging es am folgenden Tag an die Besichtigung von Petra (2.1.01).
Zwischen 300 BC. und 200 AD. war Petra die Hauptstadt des Nabatäerreiches und ein bedeutendes Handelszentrum an der Karawanenstraße von Südarabien nach Syrien. Die Stadt wurde danach von den Römern (100 AD.), im 7. Jahrhundert von den Arabern und im 12. Jahrhundert von den Kreuzrittern eingenommen und verfiel allmählich. Erst 1812 wurde die Ruinenstätte von einem Schweizer Forscher namens Johann Burckhard wieder entdeckt. Augenmerklich ist, dass die Gebäude aus dem Felsen herausgemeißelt wurden. Der einzige Zugang führt durch eine von steilen Felswänden begrenzte, teilweise nur 3 m breite Schlucht. Die Überreste der Stadt verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise ihre frühere Macht, Reichtum und Kultur. Das alles ist auch bequem von Sofasessel im Film „Indiana Jones and the last Crusade“ zu bewundern. In Wadi Mousa führt jedes Hotel diesen Film in der Videothek.

Am nächsten Tag (3.1.01) hiess es schon wieder Abschied nehmen. Ein Freund unserer Bekannten musste geschäftlich ans Rote Meer und nahm uns netterweise mit. Auf dem Weg nach Akaba lud er uns beim Wadi Rum ab und wir sahen, was auch Lawrence of Arabia gesehen haben muss: eine vielfältige Wüstenlandschaft mit eigenartigen Felsformationen. Hier im Süden von Jordanien hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht.
Akaba ist im Vergleich zu Amman warm. In Amman wurde es tagsüber an der Sonne schon angenehm, doch im Schatten und besonders abends sanken die Temperaturen auf 5° Celsius.
Am 4.1.01 nahmen wir das Schnellboot nach Nuweiba, Ägypten.

nach Alaska 19. – 23.08.2001 (8’600 km)

Alaska Highway

Den Nationalparks entronnen, ist unser nächstes Ziel die Stadt Fairbanks in Alaska: Endlich Bären sehen und Lachse fangen. Der Alaska Highway (ALCAN Alaska Canada Highway) führt uns auf fast leerer Strasse durch wunderschöne, endlos scheinende Wald-, See-, und Berglandschaften.

Die Qualität der Strasse ist akzeptabel und nur selten fahren wir auf unbefestigten Abschnitten, wo wir dann ziemlich durchgeschüttelt und eingestaubt werden. Die Strasse weist nur wenige starke Steigungen auf, so dass wir uns mit „Mosquito“ (so heisst unser Camper neuerdings, aber das ist eine andere Geschichte) wie „Schumis“ vorkommen und ab und zu auch ein anderes Gefährt überholen können (Tageshighlight).
Wir haben nun doch schon Karibus und wilde Büffel gesehen und sind ganz optimistisch, diese und anderes Getier auch noch fotografieren zu können. Die Viecher haben das Talent, immer dann am Strassenrand aufzutauchen, wenn anhalten unmöglich ist oder sich bereits ein riesiges Motorhome für uns ungünstig platziert hat. Aber wir geben noch lange nicht auf!
Unterdessen ist es so kühl geworden, dass wir von Shorts und Minijupe auf Jeanshose und Thermosocken umgestiegen sind, nein, nicht wegen den Moskitos (richtigen), denen ist es hier schon lange zu kalt. Auch von Regen sind wir in den letzten paar Tagen verwöhnt worden und schon träumen wir von der mexikanischen Sonne und Tequila unter Palmen.

Whitehorse

Nach ca. 1’800 km sind wir nun endlich wieder in einer grösseren Stadt mit 24’000 Einwohnern. Hier lassen wir uns zum ersten Mal in der Fremde die Haare schneiden. Nachdem Hubert vom Friseur (sprich Bison-Scherer) ein paar Zentimeter kürzer gemacht wurde, überkam Birgit eine kleine Mutattacke und sie liess sich ihre Stirnfransen schneiden, ja vom Bison-Scherer höchstpersönlich! Er fragte noch wie lange bzw. wie kurz sie die Haare haben wolle und schnitt in zwei Schnitten den Pony schnurgerade ab (sie sieht jetzt wie eine echte Japanerin aus…).

Für den Interessierten noch ein Auszug aus der Statistik von Whitehorse:
Durchschnittstemperaturen (Celsius): Jan. -18.7°, Apr.+0.3.°, Jul.+14.0°, Okt.+0.7°
Rekord -52.2° bzw. +34.4°
Frostfreie Tage: 82 (letzter Tag 8. Juni; erster Tag 30 August)
Tageslicht (Stunden): Jan. 6h, Apr. 13.5h, Jul. 19h, Okt.11.5h

Dawson City

Damit uns auf der langen Fahrt nicht langweilig wird, machten wir einen Umweg über den Klondike-Loop. Dieser führt uns nach Dawson, einer ehemaligen Goldgräbersiedlung, die nur knapp dem Schicksal einer Geisterstadt entgangen ist und sich nun – nicht ohne Erfolg – als Touristenattraktion versucht. Dies wird dadurch erreicht, dass neben der Mitternachtssonne, das Stadtbild (von den Autos abgesehen) immer noch ähnlich aussieht, wie vor 80 – 100 Jahren. Man wird mit verschiedenen Attraktionen wie der allabendlichen Cancan-Show, dem Theater und natürlich dem obligaten Casino mit den leicht bekleideten Servierdüsen in die Zeit des Klondike-Goldrausches zurückversetzt. Auf den (leider unübersehbaren) Spuren der Goldsucher kann man wandeln und sich selber als GoldwäscherIn versuchen. Die Gegend um Dawson sieht aus, als hätten mehrere Bomben eingeschlagen oder eine Herde riesiger Maulwürfen hätte die Erde umgegraben. Hie und da findet man am Strassenrand noch ein paar Reliquien aus dieser Zeit, verrostet und halb zerfallen. Noch heute befinden sich in Dawson und Umgebung ca. 40 Goldgräber mit ihren Familien, die der Erde trotz Permafrost das letzte Gold abzuzwingen versuchen.
Der Klondike-Loop führt nach Dawson über den „Top of the World Highway“ zurück auf den Alaska Highway. Dieser edle Name versteckt ein bisschen die Tatsache, dass es sich hier um eine, von irren Lastwagenfahrern als Rennstrecke benutzte, unbefestigte Waschbrett ähnliche Strasse handelt. Zwischen dem Aufsammeln und Wiedereinsetzen der Zahnfüllungen, bleibt uns aber noch genügend Zeit, die schöne Aussicht dieser am Bergkamm entlang führenden Strecke zu geniessen.