Archiv der Kategorie: USA

Von LA nach Mexiko 10. – 19.11.2001 (25’000 km)

Universal Studios oder Stadt der Illusionen

Man braucht mindestens einen Tag, um alles zu sehen, was die Studios zu bieten haben. Zu unserem Glück ist gerade Nebensaison und es sah den ganzen Tag nach Regen aus, was die Besucherzahl in Grenzen hielt. So konnten wir alle Bahnen ohne grosses Anstehen besuchen und hatten sogar noch genügend Zeit, uns ein Stück Pizza zwischen die Zähne zu schieben.
Es ist verrückt, aber hier werden Filme wahr! In einer 3D-Terminator-Show kann man ein Arnold Schwarzenegger-Double bei der Arbeit beobachten. Auf einer Reise durch den Jurassic Park können animierte Dinosaurier beobachtet werden, bis hin zum Rutsch ins Wasser, was dem Spass ein jähes und vor allem sehr nasses Ende bereitet. In der spektakulären Waterworld-Show, wird sogar ein Flugzeug abgeschossen; zum Glück kann es täglich 3x innerhalb des Beckens landen.
Natürlich machten wir auch die obligate Studio-Tour mit und konnten innerhalb eines kleinen Radius den Charme von Paris, die ländliche Idylle Englands und das gruselige Motel von Norman Bates bewundern.

Von Los Angeles nach San Diego

In L.A. wurden wir in Bezug auf Luft-, Öl-, und Dieselfilter nicht fündig. Selbst in Little-Armenia, wo man für Geld alles kriegen kann, blieben wir erfolglos. Da wird sich Carolinchen aber mächtig freuen (Birgits kleine Schwester), darf sie uns doch jetzt all diese schönen Dinge nach Mexiko mitbringen…
Das Geräusch im vorderen Fahrwerk, das Hubi seit Wochen in den Wahnsinn treibt, hören wir nun nicht mehr. Die dritte von uns konsultierte Garage hat tatsächlich eine angebrochene Schraube im Stabilisator gefunden. Wir haben gar nicht gewusst, dass Mosquito so was hat. Im Moment ist nun wieder alles ruhig und nach einem „bierigen“ Abschied von Suzi und Ludy machten wir uns wieder auf die Socken bzw. Räder.
In San Diego machten wir kurz Halt um allgemeine Vorbereitungen für Mexiko zu treffen, wie Autoversicherung, Geldwechseln usw. Auch musste Mosquito wieder einmal auf Hochglanz poliert (Putzfee Birgit) und ein paar kleinere Reparaturen ausgeführt werden (Bastel-Hubi).
Es war das Wochenende vom 16.-18.11.01. Kennern wird dieses Datum wegen der Premiere des Harry Potter-Films in verzückter Erinnerung bleiben. Auch wir haben in einem Kinosaal Platz genommen und liessen uns verzaubern.
Auch sind wir den unglaublichen hohen Umsatzzahlen auf die Schliche gekommen, die amerikanische Filme im ersten Wochenende einspielen: Im vom uns besuchten Kinokomplex hat es sage und schreibe 24 Kinosäle und in 5 davon lief Harry Potter! Also findet jeder, der den Film sehen will, an diesem ersten Wochenende Platz und das ohne Wochen zum voraus Tickets reserviert haben zu müssen.

Disneyland

Nicht zu vergessen ist auch dieser Abstecher. Wir amüsierten uns königlich auf all den Achterbahnen, in den Shows und Paraden. Sogar Birgit konnte ihre Achterbahn-Phobie überwinden und wurde zum begeisterten Anhänger des „Big Thunder Mountain Rollercoaster“. Als etwas hart empfanden wir die Weihnachtslieder, die Mitten im November, bei 25 Grad konstant auf uns nieder plätscherten, doch der Kunstschnee nach der Abendparade lies dafür heimatliche Gefühle aufkommen.

In Los Angeles 2. – 9.11.2001 (24’300 km)

Los Angeles

Mit einer Katze auf dem Schoss, einer weiteren auf der Tastatur sqfvbfrkigböpk,àè und einem Hund, der am Hosenbein zerrt, lässt sich der Beitrag über Los Angeles nicht ganz so schnell schreiben.
Wir befinden uns bei Hubis Cousine Susi und versuchen uns von den Reisestrapazen zu erholen. Es tut mal wieder richtig gut, einen Nichts-Tun-Tag einzulegen, Wäsche zu waschen, mit den Viechern zu spielen und Gott einen lieben Mann sein zu lassen. Susis Wohnung ist unsere Oase, denn der Verkehr auf den Strassen ist absoluter Wahnsinn. Autofahren erfordert ganze Konzentration und den Beifahrer dünkt es, als könnten nur Schweizer „richtig“ fahren…(das ist auf jeden Fall, was er zu hören bekommt).

Was haben wir schon alles gesehen: Nun, Bratt Pitt scheint nicht in der Stadt zu sein und auch Julia Roberts haben wir noch nicht getroffen, aber wir hoffen täglich, doch noch einen Superstar vor die Linse zu bekommen. Am Venice Beach sind wir natürlich auch schon entlang gewandert und haben all die Verrückten bewundert und der Santa Monica Promenade haben wir ebenfalls einen Besuch abgestattet.

3 Tage waren mit Arbeiten am Camper ausgefüllt. Der Kühlschrank kühlt zum Glück wieder, aber weder Luft-, Öl- oder Dieselfilter konnten wir bisher bekommen und wir haben wohl jeden Foreign Car Parts-Händler in L.A. besucht.
Die Ursache des komischen Geräusches am linken Vorderrad konnte immer noch nicht gefunden und vor allem behoben werden. Die „Spezialisten“ sagen uns, dass das nichts sei und dass wir damit ruhig herum fahren können.
Unterdessen haben wir uns auch mit Karten für die weitere Strecke, Mittel- und Südamerika, ausgerüstet und können nun den weiteren Verlauf der Reise genauer planen.
Die nächsten paar Tage werden wir mit Sightseeing verbringen, es warten die Universal Studios, Disney Word, der Hollywood Boulevard mit den Sternen und noch vieles mehr auf uns!

Susi und ihre Wohngenossin Ludy kümmern sich rührend um uns. Letztes Wochenende schleppten sie uns an die Party des ungarischen Clubs. Die Fete stand unter dem Motto „Halloween“ und etliche Besucher erschienen verkleidet, dem Gewinner der Kostümparty winkte eine 100 Dollarnote. Obwohl wir uns origineller weise als Schweizer verkleideten, erhielten wir nicht einmal einen Trostpreis. Dafür versuchten uns die amerikanischen Kolleginnen mit Bier abzufüllen, doch wir trinkfesten Europäer sassen noch am Tisch während die anderen bereits darunter weilten oder über die männlichen Gäste herfielen.
Natürlich revanchieren wir uns für diese Gastfreundschaft und bekochen unsere Gastgeber fürstlich (siehe „Kulinarisches“), die Reaktionen auf die Schlemmereien sind jeweils den Aufwand wert.

Sequoia NP 30.10. – 2.11.2001 (23’900 km)

Sequoia NP

Der Sequoia NP erhielt diesen Name wegen der Mammutbäume, die in diesem Gebiet wachsen und geschützt werden. Die Bäume sind riesig und uralt, aber man fühlt sich eher winzig als jung (!). Einige dieser Bäume sind über 2’000 Jahre alt, zum Beispiel der General Sherman Baum ist ca. 2’100-2’300 Jahre alt, sein grösster Zweig hat einen Durchmesser von 2 m (schlank könnte man sich also auch fühlen) und wächst jedes Jahr um das Holz eines etwa 18 m hohen Baumes mit normalen Proportionen.

Etwas mehr Zahlen für die Freunde der Statistik:
In mühsamer Forschungsarbeit haben wir folgende Tabelle mit Zahlen zum Riesen-Mammutbaum (Sequoia oder wie wir Lateiner sagen Sequoiadendron giganteum) und zum eibennadligen Mammutbaum (Redwood oder Sequoia sempervirens) zusammengestellt.

Sequoia Redwood
max. Höhe 95 m 112 m
max. Lebensdauer 3’200 J 2’000 J
max. Gewicht 1’225 t 800 t
max. Rindendicke 80 cm 30 cm
max. Zweigdurchmesser 2.4 m 1.5 m
max. Stammdurchmesser am Boden 12 m 7 m
Samengrösse wie Haferflocken wie Tomatensamen
Zapfengrösse wie grosse Oliven wie Hühnereier

Death Valley & Yosemite NP 28. – 30.10.2001 (23’600 km)

Death Valley NP

In Las Vegas hatten wir uns schon an sommerliche Temperaturen gewöhnt, doch das Tal des Todes legte noch einen drauf, bei ca. 35 Grad fuhren wir die Sehenswürdigkeiten im kühlenden Fahrtwind schnellstens ab. Wie muss da erst im Sommer gelitten werden, wird einem doch überall vom Gebrauch der Klimaanlage abgeraten und alle 10 km findet man Tanks mit Kühlerwasser!

Yosemite NP

Wir hatten unheimliches Glück, dass wir noch vor dem grossen Schneesturm über den Tioga-Pass (3’000 müM) in den Park hinein kamen. Per Zufall nur erfuhren wir, dass die gesamte Strecke ab 18:00 Uhr wegen dem nahenden Sturm gesperrt werden würde. Waren wir doch gerade dabei, uns etwas abseits von der Hauptstrasse ein Schlupfloch für die Nacht zu suchen. Da hätten wir ja Augen gemacht, wenn wir uns am nächsten Morgen eingeschneit wieder gefunden hätten. Besonders auch, weil unsere Reisekleidung aufgrund der vorher besuchten Orte etwas sommerlich ausgefallen war.
Hier ein persönliche Bemerkung von Hubi: „Ich muss Birgit an dieser Stelle ein Kränzchen winden, macht sie doch diese Temperaturwechsel immer ohne Murren mit. Nein, mit Freude durchsucht sie jeweils ihre drei Überseekoffer und füllt den begehbaren Wandschrank mit den der Temperatur entsprechenden Kleidern. Manchmal aber kommt sie mit leidender Miene auf mich zu und beklagt sich, dass sie nichts anzuziehen hätte. Ein kurzer Hinweis darauf, dass für jedes neue Kleidungsstück ein vorhandenes gehen muss, genügt aber meist, um doch noch etwas Passendes zum Vorschein zu bringen. Aber natürlich bin ich kein Haustyrann und ab und zu gehen wir so richtig shoppen.“
Und hier die persönliche Bemerkung von Birgit: „Typisch Mann – ein Jeansjupe in 4 Monaten, wenn das kein himmelschreiendes Unrecht ist…“
Doch weiter im Text: Wir suchten uns also einen offiziellen Campingplatz am anderen Ende des Parks in tieferer Höhenlage und liessen den Regen kommen. Am nächsten Morgen machten wir uns frohen Mutes auf den Weg zur Parkbesichtigung, doch wegen dem anhaltenden Regen und dem hängenden Nebel blieb vieles verborgen. Jedoch reichten die paar Blicke auf die schönen Wälder und Berge aus, um diesen Park für eine nächste USA-Reise oben auf die Liste zu setzen.

UFO’s 29.10.2001 (23’200 km)

Von UFO’s oder die Tücken der Sommerzeit

Eigentlich wollten wir hier die schaurige Story von den UFO’s nicht bringen. Wir befürchteten, dass sonst wieder die die halbe Schweiz in Alarmbereitschaft versetzt wird 🙂

Ach, ihr wollt sie trotzdem hören, OK, aber wer’s glaubt ist selber schuld!

Am 29. Oktober gingen wir wie gewohnt spät schlafen (denn Berichte für die Homepage vorzubereiten ist zeitraubend). So gegen 3 Uhr morgens wachten wir beide gleichzeitig auf und stellten fest, dass wir verkehrt herum im Bett lagen und am ganzen Körper Schmerzen verspürten.
WAS WAR GESCHEHEN? Sofort hellwach und total verstört unterzogen wir unsere Körper einer eingehenden Untersuchung und stellten NARBEN fest, doch konnten wir uns nicht erinnern, woher wir diese hatten.
Wir versuchten uns das Geschehen ins Gedächtnis zu rufen, doch eine Art Blockade hinderte uns daran. Konzentriertes Nachdenken löste diesen Wall und je mehr wir darüber nachdachten und unsere Gedanken austauschen, desto stärker kam die Erinnerung zurück. Wir erinnerten uns an einen Sog, an kleine, orange farbene Männchen, die uns irgendwo in Empfang nahmen, an weisses Licht, das um uns herum strömte und an eine riesige Halle, die gross wie ein Theatersaal war. Das Erstaunliche an diesem Saal war die Anordnung der verschiedenen Stockwerke und die farbigen Glasfenstern. Es schien, als würde hinter jedem Fenster ein Licht brennen und manchmal schien sich etwas dahinter zu bewegen – es war Angst einflössend. Auch erinnerten wir uns, dass wir eine Zeitlang auf einer Liege lagen und dann – wie aus dem Nichts – sechs orangene Personen auf einer Art Rollbrett hereinschwebten. Sie unterhielten sich in einer uns völlig unbekannten Sprache und begannen einer nach dem andern an uns herum zu werkeln. Plötzlich wurde es schwarz und wir wachten in unserem Camper auf.
Nachdem wir unsere Narben näher untersucht hatten, waren wir verständlicherweise sehr aufgewühlt und uns kamen sofort Horrorstories von Organräuber und ähnlichem in den Sinn. Aus diesem Grund machten wir uns umgehend auf die Socken und fuhren morgens um 3 Uhr zur nächsten Ranger Station. Diese alarmierte sofort die Polizei und dann ging der Zirkus erst richtig los! Zuerst dachten die Police Officers, wir wären Spinner, bis im FBI-Spital Ärzte unsere Wunden untersuchten und tatsächlich feststellten, dass diese relativ frisch waren und dass uns Organ-Proben entnommen worden waren.
Weiter wurde festgestellt, dass unsere Armbanduhren eine Stunde vorgingen – ein eindeutiges Indiz für Zeitreisen. Ausserdem wurde eine Art Betäubungsmittel in unserem Organismus gefunden und bei Hubi zusätzlich (Ärzte sind wohl überall etwas vergesslich) ein metallisches Instrument, weder Mittel noch Instrument waren von dieser Welt. Wir wurden darauf hingewiesen, dass das chirurgische Werkzeug eine spezielle, nicht rostende Kupfer-Vanadium-Plexiglas-Legierung sei und nur unter absoluter Schwerelosigkeit und bei vollem Alpha-Centauri-Mond hergestellt werden könne. Wir waren ja ganz schön beeindruckt.
Bei den anschliessenden Verhören wurden wir recht stark in die Mangel genommen, aber zum Glück setzt das FBI heutzutage nicht mehr Daumenschrauben und Streckbetten ein, sondern eine Wahrheitsdroge. So fanden die Ermittler schnell einmal heraus, dass wir unabhängig voneinander die Wahrheit und nichts als die Wahrheit erzählten. Deshalb wurden wir auch in die USUFOHSZ (US Unidentified Object High Security Zone) Zutritt gewährt und dort wurden uns verschiedenen Bilder von fliegenden Objekten und einer Art Männchen gezeigt. Bald auch hatten wir die Missetäter erkannt: die FGTEUJKM, ja genau die FGTEUJKM aus dem 124. Solarsystem! Erkannt haben wir sie an ihrem Fahrzeug, es verfolgte uns nämlich fast den ganzen Tag (siehe Fotos unten). Sehr wahrscheinlich wurden unsere sozial-wissenschaftlich hoch stehenden Gespräche zur Rettung der Welt, Bewahrung des Weltfriedens und Lösungen zur Beendigung des Terrorismus (äusserst populär) verfolgt. Die Ausserirdischen müssen daraufhin beschlossen haben, einen Teil dieser konzentrierten Intelligenz für sich zu beanspruchen und uns zu klonen.
Gott sei Dank wurden keine weiteren Experimente durchgeführt, Birgit ist nicht schwanger und auch bei Hubi stellten sich bis heute keine solchen Anzeichen ein.
Kooperative Mitarbeiter des USUFOHSZ teilten uns schliesslich mit, dass seit den Vorkommnissen in Roswell Tausende von Leuten, meist Amerikaner, von Ausserirdischen entführt und zu Versuchs- selten auch Zuchtzwecken missbraucht wurden und dies wohl auch in Zukunft der Fall sein werde.

Wie gesagt, wer das glaubt, ist selber schuld!

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Las Vegas 23. – 28.10.2001 (22’600 km)

Viva Las Vegas

5 Tage haben wir in der Stadt der Casinos, Shows und Wettleichen verbracht und haben uns durch zahlreiche „All-you-can-eat-Buffets“ gegessen. Wir haben jede Sekunde davon genossen!
Da wir arme Schlucker uns natürlich keinen Siegfried & Roy leisten konnten, haben wir uns mit den Rentner in die fast kostenlosen Nachmittag-Shows gepresst. Magie, Komödie und Revue, sogar zwei weisse Tiger waren dabei, und das kurz nach dem Frühstück.
Bei all den lockenden Casinos (es gibt immer gratis Cocktails fast ohne Alkohol) kommt man nicht darum herum, auch etwas Geld liegen zu lassen und auf den grossen Jackpot (oft über 1’000’000.00 US) zu hoffen. Und das Glück war uns hold! Birgit hat mit dem lächerlichen Einsatz von 5 US sage und schreibe 480 Münzen gewonnen. Und das nicht etwa bei den 5 Cents-Automaten, nein, auch nicht bei den 25c, 50c, 1US oder 5US… weit gefehlt, ja, es war beim 10 Cents-Automaten. Doch auch Hubi hatte etwas Glück und so brachten wir zusammen einen Gewinn von total 50 US steuerfrei mit in den Camper!
Mehr gibt es zur Stadt der Unterhaltung nicht zu sagen, ausser dass gute Schuhe wichtig sind, denn man läuft kilometerweit am Strip (Las Vegas Boulevard) entlang.

Bryce Canyon & Zion NP 21. & 22.10.2001 (22’200 km)

Bryce Canyon

Kaum im Bryce angekommen, schnallten wir schon wieder die Wanderschuhe und unternahmen einen 9-km-Hike in die Unterwelt des Canyons.
Es ging steil in die Schlucht hinunter und die Freude an den verschiedenen Gesteinsformationen wurde ein bisschen durch das Wissen getrübt, dass man am Ende wieder hinauf muss. Aber auch dies haben wir mit Bravour gemeistert.

Zion NP

Eigentlich ist die Zufahrt von Mt. Carmel her viel spektakulärer als der Zion Canyon selbst. Nach der Rundfahrt machten wir uns noch am selben Abend auf den Weg nach Las Vegas, hatten wir doch unterdessen genug Felsen gesehen.

Grand Canyon 19. – 20.10.2001 (21’400 km)

Grand Canyon

Auf dem Weg zum Grand Canyon fuhren wir durch die weiten Wüsten Arizonas; es ist schon erstaunlich, welch unfreundliche Landschaften Mutter Natur für uns bereit hält. Gut, dass wir Menschen solche Gegenden „scenic“ finden, für Viehzucht und Ackerbau taugen sie jedenfalls wenig. Auch tragen wir unseren Teil zur Landschaftsgestaltung bei und schmücken die Strassenränder mit leeren Flaschen und Dosen, ab und zu ein paar überfahrenen Schafen, Rehen, Vögeln oder Eichhörnchen und – heute – einer toten Kuh.
Um den riesigen Touristenstrom, der jährlich den Grand Canyon besucht, bewältigen zu können, ist die Verwaltung des National Parks daran, ein Transportsystem mit Bussen aufzubauen. Dies hat eine leichte Verwirrung des Besuchers zur Folge: ein Teil des Parks ist, noch nach der „alten“ Methode, mit privaten Fahrzeugen zugänglich, andere Teile wiederum sind nur noch mit den öffentlichen Bussen erreichbar.
Nichtsdestotrotz wurden wir mit einer tollen Aussicht und schönem, warmem Wetter begrüsst. Die Aussicht erschien manchmal etwas trübe, bis ein mitteilsamer Ranger erklärte, dass dies nicht Nebel oder Dunst sei, sondern Rauch vom überwachten Waldbrand auf dem „Nord-Rim“.
Und für die Safari-Interessierten: Wir haben ein paar Meter vor dem Parkeingang einen Puma beobachten können!

Lake Powell

Wer vom Grand Canyon Richtung Bryce Canyon fährt, kommt fast unweigerlich am Lake Powell vorbei, dem Wassersportparadies des Süd-Westens. So machen auch wir hier Rast, ruhen uns von den Reisestrapazen aus und versuchen zum Geheul der Kojoten zu schlafen.

Mesa Verde 17. – 18.10.2001 (21’100 km)

Unterwegs haben wir noch ganz kurz den Canyon Lands NP gestreift. Hubi meinte, dieser Canyon würde noch schöner aussehen, als der Grand Canyon. Wie auch immer, die Aussicht war „splendid“, das Wetter 1A und wir waren fast die einzigen.

Mesa Verde

Bis vor 700 Jahren lebte auf dieser Hochebene (1800 – 2500 m.ü.M.) für 700 Jahre eine Gruppe von Menschen, welche wir bis vor kurzem noch „Anasazi“ nannten. Mittlerweile hat man herausgefunden, dass dies das Navajo-Wort für „ancient enemy“ ist. Darum und weil wir nicht wissen, wie sie sich selbst bezeichneten, nennt man sie jetzt „ancestral puebloans“.
In diesen 700 Jahren entwickelten sie sich von Jägern und Nomaden zu Farmern und damit sesshaften Siedlern. Dabei machten sie eine enorme Entwicklung vom Zelt über Lehmhäuser bis zu diesen imponierenden Felsbauten durch – dem Wahrzeichen von Mesa Verde.
Wegen der längeren Anbau-Saison zogen sie damals von der Ebene in die Berge. Nicht klar ist aber bis heute, warum ein Teil der Leute in den aufwändigen Felsdörfern lebte und täglich mehrere abenteuerliche Kletterpartien für Wasser und Arbeit auf sich nehmen musste. (Hier wurde wohl das Freeclimbing erfunden, wenn man die historischen Spuren an den Felswänden betrachtet).
Ein anderer Expertenstreit bezieht sich auf den Wegzug: War es eine oder mehrere aufeinander folgende grosse Dürren, die weltweite Klimaveränderung (die kleine Eiszeit), Missmanagement der vorhandenen Ressourcen, etwas von alledem oder hatten die UFO’s von Erich von Däniken zugeschlagen? It’s a mystery.
Dieses profunde Wissen haben wir uns in mühseliger Kleinarbeit vor Ort auf wagemutigen Exkursionen angeeignet und lassen euch grosszügig, wie wir sind, daran teilhaben.

Arches NP 15. & 16.10.2001 (20’600 km)

Arches National Park

Ein Nationalpark reiht sich an den anderen. Müde, diese zu besichtigen, werden wir aber noch lange nicht. Ein jeder hat seine Eigenarten und Schönheiten, so auch der Arches. Wir verbrachten den ganzen Tag damit, die verschiedenen Felsbögen und lustigen Felsformationen zu bewundern. Dafür nahmen wir auch einen Hike von über 3 Stunden in Kauf! Hubi hetzte uns über Stock und Stein, bergauf und bergab, durch enge, unpassierbar scheinende Schluchten (nicht Rollstuhl gängig) und das unter der brennenden Wintersonne. Natürlich genossen wir (er) diese körperliche Ertüchtigung sehr.
Obwohl schon spät im Jahr, hat es immer noch viele Touristen und so mussten wir uns auch manchmal in die Schlange der geologisch Interessierten einreihen. Tiere haben wir ausser 2 Vögeln, 2 Chipmunks, diversen Ameisen und 1 Fliege keine gesehen.
Anstelle einer längeren Litanei über unsere weiteren Heldentaten lassen wir Fotos sprechen…