Archiv der Kategorie: Peru

Am Titicaca-See 24. – 27.08.2002 (46’200 km)

Puno

Puno liegt am Titicaca-See und ist eine nicht unbedingt attraktive Stadt. Doch von hier aus kann man günstig Touren zu den Schwimmenden Inseln der Uros und anderen „richtigen“ Inseln machen. Natürlich buchten auch wir einen Tagesausflug und schipperten äusserst gemütlich und für Stunden auf dem riesigen und tiefblauen See herum.
Die Uros flüchteten von den nahenden Spaniern Mitte 16. Jahrhundert auf den See hinaus und entgingen so ihrer Versklavung. Mit dem hier vorhandenen speziellen Schilf bauten sie sich schwimmende Inseln und lebten vom Fischfang, Vogeleiern und den Schilfwurzeln. Wie man sich denken kann, gibt es die eigentlichen Uros nicht mehr, sie haben sich mit den Aymaras und anderen Völkern vermischt. Wegen Rheumatismus, einseitiger Ernährung, fehlenden Kommunikationsmitteln u.a. leben nicht mehr viele der Nachkommen fest auf den Inseln, sondern benutzen sie hauptsächlich für den Tourismus. Laut unserem Reiseführer findet man bewohnte Inseln gleich am Ufer, doch schwimmen diese nicht mehr, da sie durch das viele Schilf bereits am Boden aufsetzen.

Weiter führte uns die Tour auf die Insel Taquile, wo Einheimische ihren Lebensunterhalt mit Ackerbau, Viehzucht und natürlich Tourismus verdienen. Berühmt sind sie vor allem für ihre hochwertigen Strickwaren, selbst kleine Kinder und Männer sieht man auf der Strasse stricken…

Einen anderen, diesmal kurzen, Ausflug unternahmen wir zu einer pre-Inka Grabstätte. Faszinierend ist, das schon diese Völker erdbebensicher zu bauen wussten. Die in die Grabstätten gehörenden Mumien bewunderten wir etwas später im Museum (igitt).

Unterwegs nach Cusco 7. – 15.08.2002 (45’700 km)

Uchupampa

Nach Lima sind wir auf zwei Quebecois, Francine und Rejean, gestossen, welche auch mit dem Camper auf der Panamericana unterwegs sind. Sie sind genau 1 Monat und 1 Tag vor uns gestartet, doch diesen Vorsprung haben sie wegen fehlendem Carnet de Passage im Hafen von Guayaquil verloren.
Um dem uns seit 3 Tagen folgenden Nebel zu entfliehen, zogen wir Vier für ein paar Tage in das Tal des Rio Canete. Bekannt ist dieses für seine Rafting- und Kajaktouren und es wartet mit einigen Weingütern auf.
Nachdem wir uns auf einem Campingplatz installiert hatten, ging es sofort zur Weindegustation und schon ist der Leser fehlgeleitet, denn mit Wein hatte das Ganze nicht viel zu tun. Beim Verkosten assoziierten wir eher Begriffe wie Essig und Nagellackentferner für die trockene Variante und Hustensirup oder „Täfeliwasser“ für die halbtrockene.
Aus den Trauben wird auch Pisco hergestellt, der etwa wie ein schlechter Grappa schmeckt. Trinkbar wird er durch die Zugabe von Limonensaft und Zucker und dann Pisco Sour genannt.
Für die Degustation empfehlen wir folgendes Vorgehen: Mit einem doppelten Pisco die Geschmacksnerven betäuben, bevor sie vollständig mit einem trockenen „Wein“ weggeätzt werden. Die entstandene Blessur verklebt man dann mit einem guten Schluck halbtrockenen „Wein“. Und dies wird in allen Bodegas („Wein“-Häusern) auf dem Heimweg wiederholt – Prost!

Huacachina

Obwohl es uns in Uchupampa ausserordentlich gut gefallen hatte und wir fleissig Erfahrungen mit den Kanadiern austauschten, mussten wir uns an den Terminplan halten und weiterfahren. Nach einer schier endlosen Fahrt durch die Wüste, deren Eintönigkeit nur durch Abfallhaufen und Bauruinen unterbrochen wurde, kamen wir uns wie Lawrence von Arabien vor, als wir die Oase von Huacachina vor uns sahen.
Touristen werden angelockt durch die riesigen Sanddünen, welche man mit so genannten Sandboards runterboarden kann. Wir sassen also bei einem Pisco Sour am „See“ und beobachteten all die Verrückten, die in wilden Purzelbäumen die Dünen runter fielen. Anschliessend konnten wir ihren Erzählungen lauschen, als sie sich im Restaurant den Sand die Kehle runterspülten. Dies alles fand Hubi dermassen aufregend, dass er sich am nächsten Tag spontan entschloss, sein Können als Snowboarder auf dem Sand unter Beweis zu stellen, siehe Fotos!

Nasca

Die Fahrt nach Nasca führte uns einmal mehr durch die Wüste. Da uns die Sonne begleitete, konnten wir dieses Mal ein wunderbares Farbenspiel bewundern und haben in voller Begeisterung Säcke weise farbigen Sand für unsere Familie und Freunde zu Hause eingepackt.
Nasca wurde bekannt durch Dr. Maria Reiche, eine Archäologin, die als eine der ersten, die in den Sand und Fels eingegrabenen Linien erforschte. Um die Bedeutung der Bilder streiten sich die Gelehrten noch heute. Für die einen stellen sie eine Bitte an die Götter um Wasser dar, für die anderen sind sie ein Plan für die Rückkehr der entrückten Schamanen aus dem Geisterreich. Doch von Däniken und seine Anhänger sind davon überzeugt, dass es sich bei den Nasca-Linien um Landeplätze der Ausserirdischen handelt.
Insgesamt 35 Bilder kann man sich ansehen und dies am besten aus der Luft. Natürlich liessen wir uns das nicht entgehen und setzten uns frühmorgens in eine 4plätzige Chesna. Unser Pilot hatte den Flugschein anscheinend auf der Achterbahn gemacht, das wurde uns gleich nach der ersten engen Schleife klar und wir waren froh, dass wir uns mit Dramamine gedopt hatten. Zum Glück dauerte der Spuk nur 35 Minuten, ansonsten hätten wir nicht dafür garantieren können, unseren Mageninhalt wieder mit nach unten zu nehmen.

Arequipa

Alle, die wir unterwegs getroffen haben, schwärmten in den höchsten Tönen von dieser Stadt. Also entschlossen wir uns spontan, noch schnell vorbei zufahren, ist ja auch nur ein Umweg von 700 km.
360 Tage im Jahr scheint hier die Sonne und auch während unseres Aufenthaltes konnten wir uns nicht über mangelnde Wärme beklagen. Arequipa, die weisse Kolonialstadt, ist wirklich sehr beeindruckend, nur leider hat es dermassen viel Verkehr, dass der arme Tourist nur knapp dem Erstickungstod entgeht.

Die Weite von Peru 1. – 6.08.2002 (43’900 km)

Aus Freude am guten Zustand der Panamericana und weil wir schon bald Besuch in Cusco abholen, legten wir gleich zu Beginn grosse Strecken zurück. Die an uns vorbei ziehende Landschaft war karg und sogar das ungeschulte Auge bemerkte, dass der letzte Regentropfen wohl vor sehr langer Zeit verdunstete. Doch der blaue Himmel, der sich immer gegen Mittag zeigte, erhellte das sonst farblich recht unattraktive Bild. Die Ortschaften, die wir passierten, sind nicht erwähnenswert und die Armut der Landbevölkerung ist unübersehbar.

Was ist echt und was ist falsch?

Huanchaco ist ein kleiner Badeort vor Trujillo und im Sommer sind die Hotels mit Surfern ausgebucht. Doch obwohl Winter, hatte es neben uns noch ein paar vereinzelte Touristen und gemeinsam machten wir die Strandpromenade unsicher, wo die letzten Strassenhändler ihre Ware feilboten. Das Sortiment war das übliche, doch Birgits geschultem Auge entging das eine Armkettchen nicht und Hubi gab, als er den Preis des Schmuckstücks vernahm, erleichtert nach. Doch die gute Laune sollte nicht von langer Dauer sein, denn kurze Zeit später kam der Händler angerannt und fragte uns aufgeregt nach der Herkunft des Geldes, einer 20 Soles Note. Peinlich berührt erklärte er uns, dass diese nicht echt sei! Na ja, dachten wir, der kennt sein eigenes Geld nicht und gaben ihm den Betrag in anderen, für ihn „echten“ Noten.
Als wir dann in einem Restaurant unser Nachtessen bezahlen wollten, wurde Hubi vom Wirt diskret in die Küche beordert. Unter dem Schein einer UV-Lampe wurde dann klar, es waren tatsächlich BLÜTEN, die wir da in Umlauf bringen wollten, und eigentlich ganz hübsche, mit Wasserzeichen und Silberfaden, alles dran! Zum Glück hatten wir noch echte US$ dabei, so konnten wir das Abendessen bezahlen, ohne Küchendienst leisten zu müssen…
Ziemlich aufgeregt hasteten wir zum Camper zurück, denn es juckte uns in den Händen, unser restliches Geld einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Wir hatten nämlich 130 US$ gewechselt, 50 US$ beim Grenzübergang und 80 US$ in Piura. Es stellte sich schnell heraus, dass uns das Falschgeld beim Grenzübertritt untergejubelt worden war. Von den 175 erhaltenen Soles waren 160 Soles in 20’er Noten und diese allesamt falsch. „Leider“ hatten wir bis auf 40 Soles alles schon für Tanken, Essen und Parking ausgegeben und dies, ohne dass jemand etwas bemerkt hätte. Die zwei verbleibenden Blüten haben wir natürlich sofort aus dem Verkehr gezogen.

Auch den folgenden Tag verbrachten wir gemütlich in Huanchaco, spazierten am Strand entlang, bucken ein Brot und hängten im Camper rum. Nach einem gemütlichen Nachtessen beim Italiener kehrten wir zum Camper zurück und stellten mit Schrecken fest, dass unser Auto etwas schiefer stand als vorher. Natürlich wieder einmal ein platter Reifen! Anstelle von „Gemütlich in die Heia kriechen“, hiess es erstmals „Aufbocken und Rad wechseln“. Dies ging mit viel Gefluche und Geächze von Hubis Seite über die Bühne und bald, man hat unterdessen schliesslich Übung, fanden wir doch noch unseren wohlverdienten Schlaf.

Ruinen

Im South American Handbook sind fast alle Ruinen in Küstennähe mit Superlativen beschrieben. Die, die uns am interessantesten schienen, haben wir natürlich besucht. Drunter befinden sich: Chan Chan der Kultur Chimu, Huacas del Sol y de la Luna der Kultur Moche, Sechin der gleichnamigen Kultur und Pachacamac der Kultur Inka. Die imposanteste Ruinenstätte ist Chan Chan mit dem Palacio Tschudi, doch auch die anderen haben interessante Aspekte, manchmal muss man nur ganz genau hinsehen, um sie zu entdecken. Über die Jahrzehnte hat sich der Baustil nicht gross verändert , immer noch wird vieles mit Lehmziegeln gebaut und so hatten wir oft Schwierigkeiten, zwischen archäologisch Wertvollem und modernen Bauruinen zu unterscheiden.

Lima

Zu Lima können wir nicht viel sagen, da wir nur durchgefahren sind. Man kann es sich jetzt im Winter aber folgendermassen vorstellen: grauer Smog überall, die Sonne zeigt sich den ganzen Tag nie, hupende Autos und stinkende Busse, die umliegenden Hügel sind in verschiedenen Brauntönen, nur die manchmal bemalten Lehmziegelhäuser bringen etwas Farbe in die Landschaft. Und wir dachten, Winterzeit in der Schweiz ist depressiv.
Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, sind wir schnell weiter gezogen.

Um Cusco 15. – 23.08.2002 (45’700 km)

Cusco und Umgebung

Ein paar Tage bevor Mama Trebing einflog, trafen wir in der ehemaligen Inka-Hauptstadt Cusco ein. Wir fanden ein nettes Hotel in Zentrumsnähe für Jeannette und für uns einen Stellplatz auf dem Hotelparkplatz, praktischer ging es gar nicht mehr. Der Camper wurde natürlich auf Hochglanz poliert, ein Sonntagszopf in den Grill geschoben und Platz für die erwarteten Geschenke und Mitbringsel gemacht. An dieser Stelle: vielen, vielen Dank!
Und pünktlich traf Jeannette, mit all ihrem Gepäck, auf dem Flugplatz ein. Kaum eine Stunde später befanden wir uns schon auf der Plaza de Armas und bewunderten die Überbleibsel der Inkakultur und die pompöse Kolonialarchitektur der spanischen Eroberer. Cusco ist eine wunderschöne Touristenhochburg, alle 10 Schritte wird man aufgefordert, Postkarten zu kaufen, sich die Schuhe putzen zu lassen, in traditionelle Trachten gehüllte Indigenas mit Lamababy abzulichten, eine Tour in die Umgebung zu buchen und vieles mehr. Mit der Zeit wird dies ganz schön lästig und so wurden wir Meister im Ignorieren.

Valle sagrado

Während Bibi und Jeannette das heilige Tal erkundeten, führten Hubis Wege – wegen eines etwas zu blutigen Alpacasteaks – nur auf den Thron.
Die am Vortag gebuchte Tour begann sehr unterhaltsam: Beim ersten Halt verlor der Busfahrer nämlich die Autoschlüssel. Jeder männliche Gast sah sich verpflichtet, einen Tipp abzugeben, deswegen dauerte es auch ziemlich lange, bis der Bus kurzgeschlossen wurde. Mit grosser Verspätung trafen wir auf dem Markt von Pisaq ein und Jeannette erwarb gleich die ersten Souvenirs für sich und Geschenke für die armen Daheimgebliebenen. Weiter führte uns die Tour zu den berühmten Ruinen von Pisaq, wo uns eine halbstündige Wanderung zum Hauptpalast führte. Zu diesem Zeitpunkt war die Sonne im Zenit und so erwies sich der Aufstieg zu den Ruinen als sehr mühsam und schweisstreibend. Auch zum Mittagessen in Urubamba trafen wir als Letzte ein und das in den höchsten Tönen gelobte Buffet war schon fast geplündert. Als nächste Ruinenstätte stand Ollantayatambo auf dem Programm und die ersten zeigten schon Ermüdungserscheinungen. Doch nicht so Jeannette und Birgit! Die beiden zeigten, was in guten Eidgenossinnen steckt und hüpften wie Berggeisslein den Berg hinauf und auch wieder hinunter. Der letzte Teil der Tour führte uns dann ins Bergdorf Chinchero auf 3’900 m.ü.M. und langsam ging nun Jeannette doch noch der Schnauf aus. Ein einzigartiger Sonnenuntergang liess die schneebedeckten Andenspitzen in einem wunderbaren Lichtspiel erscheinen, während wir wieder durch einen Markt getrieben wurden. Doch fehlende Elektrizität machte das Einkaufen etwas schwierig und so beliessen wir es mit dem Besuch der Kirche. Das Spezielle an Chinchero ist, dass die Einwohner noch sehr traditionell leben und sich nicht mit anderen Indigenas vermischen.

Machu Picchu

Kurz vor 6:00 Uhr wurden wir abgeholt und in den Zug nach Aguas Calientes verfrachtet. Wegen Überbuchung fanden wir uns zu unserer Überraschung im „Luxuszug“ wieder und kamen so in den Genuss der teureren Tour.
Schon die 4stündige Hinfahrt war sehr abwechslungsreich und, nachdem auch der letzte wach geworden war, wurden wir mit peruanischer Musik berieselt. In Aguas Calientes führte ein kurzer Fussweg durch den, wie könnte es auch anders sein, ausladenden Markt und nach erfolgreicher Durchquerung bestiegen wir einen der bereitstehenden Busse. Und jetzt wurde Jeannette so richtig aufgeregt, denn nur noch 20 Minuten und einige lächerliche Höhenmeter trennten sie vor der Erfüllung ihres Traumes!
Und dann standen wir neben dem Sonnentempel und hatten eine wunderbare Sicht auf die grandiosen Überreste der religiösen Hauptstadt einer einzigartigen Kultur. Jeannette blieb vor Überwältigung der Mund offen stehen und Hubi und Birgit mussten sie feinfühlig darauf aufmerksam machen, dass der Guide schon lange weitergegangen war.
Viel zu schnell verging unsere Zeit und schon befanden wir uns wieder im Zug nach Cusco. Während den 4 Stunden für 110 km gab es zur Unterhaltung – und weil die Peruaner sehr geschäftstüchtig sind – eine tolle Modeschau. Diesmal haben wir aber nicht zugeschlagen, die anwesenden Mexikanerinnen waren schneller.

Peru 1. – 27.08.2002

ecuador_peru_bolivien

Die Weite von Peru
Unterwegs nach Cusco
Um Cusco
Am Titicaca-See

Noch mehr Anden, Indigenas und Ruinen

Einreise: 1.8.02 Aguas Verdes, aus Ecuador, gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 42’500
Einreise-Formalitäten: Von Ecuador her fährt man über die 5m lange Brücke. Der peruanische Zoll stempelte unser Carnet anstandslos. Auch hier zeigten wir nur dieses und so wurde der Tippfehler in der Chassis-Nummer nicht bemerkt.
Etwa 4 km später, vor der Stadt, erhielten wir den Einreisestempel in den Pass.
Ausreise-Formalitäten: Bei der Migracion wurden unsere Pässe mit drei verschiedenen Ausreisestempeln versehen: 17. Juli 02, 17. August 02 und schlussendlich 27. August 02. Der bolivianische Zöllner schickte uns deswegen sogar nochmals zurück.
Das Carnet wurde wieder anstandslos abgestempelt. Da wir auch hier nur das Carnet vorwiesen, wurde der Tippfehler in der Chassis-Nummer nicht bemerkt.
Ausreise: 27.8.02 Yunguyo, nach Bolivien, gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 46’200