Archiv der Kategorie: Mexiko

Letzte Tage in Mexico 30.01. – 12.02.2002 (32’700 km)

Jetzt hiess es Abschied nehmen von unseren lieb gewonnenen Freunden am Strand. Mit einem kleinen Abschiedsfest feierten wir unsere und Geralds Ab- oder eher Weiterreise, wir hatten uns nämlich entschlossen, bis Guatemala mit Gerald im Konvoi zu reisen
In Chetumal musste sich Hubi noch ein Visum für Belize besorgen (dank Birgits EU-Pass konnten so wieder US$ 25 gespart werden, ja wir sind äusserst sparsam). Damit wir nicht mitten in der Stadt nach einer Übernachtungsgelegenheit suchen mussten, liessen wir uns etwa 15 km vorher an der Laguna Milagros nieder, wo wir uns abends im kühlen Süsswasser erfrischen konnten. Zu Ehren unserer letzten Nacht in Mexiko machten wir ein kleines Lagerfeuer und erzählten uns gegenseitig Grusel- und andere Geschichten.

In der Karibik II 28. – 29.01.2002 (32’000 km)

Tulum

Wir wählten den Sonntag als unseren Besichtigungstag, da der Eintritt zu den Ruinen (und zu allen andern in Mexiko) kostenlos ist – ja, auch wir sind am Sparen…
Um dem touristischen Ansturm zu entgehen, standen wir bereits um 7:00 Uhr auf (morgens, ist wahr!) und machten uns auf den Weg, ein Kollektivtaxi zu finden. Eine halbe Stunde später standen wir schwitzend an der Küste und bewunderten die Überreste der letzten Maya-Tolteken Religionsstätte. Die Ruinen an und für sich sind nicht wahnsinnig aufregend (wie z.B. die in Palenque), dafür ist der dafür gewählte Standort einmalig. Am Rande der Klippen befindet sich „el castillo“ (Burg, Schloss), welches das Meer und auch Inland übersieht. Das intensive Königsblau von Neptuns Reichs kontrastiert wunderbar mit dem weissen Sand und den beigen Steinen des Schlosses, wir verstanden ohne grosse Probleme, weshalb sich die Tolteken dermassen intensiv gegen Cortez zur Wehr gesetzt hatten.
Wir verbrachten eine Stunde mit Herumwandern und Fotografieren, dann zog es uns mit unwiderstehlicher Kraft wieder an unseren kleinen Strand, wo Birgit den Rest des Vormittages Mosquito auf Hochglanz polierte und sich Hubi dem Schnorcheln widmete.

Damit Ihr nicht denkt, dass es nur in Tulum schöne Strände gibt, haben wir noch die Aussicht von unserem Camperfenster hinzugefügt.

In der Karibik 11. – 27.01.2002 (31’900 km)

Playa del Carmen

Nur eine Stunde südlich von Cancun befindet sich Playa del Carmen, eine kleine Stadt mit einer grossen Fussgängerzone am Meer. Ein Restaurant reiht sich an das andere, unterbrochen nur von Souvenir- und Kleiderläden – das ultimative Touristenparadies. Hier waren endlich auch die vielen Touristen, die wir in Cancun und auf Isla Mujeres erwartet, aber nicht gefunden hatten.
Was Campingplätze anbelangt, so gibt es in Playa keine mehr. Deshalb machten wir uns nach kurzem Flanieren und einem Frühstück wieder auf die Socken.

Paamul

Was für ein Campingplatz! Nur ca. 25 km unterhalb Playa fanden wir einen kleinen Strand mit Tauch- und Schnorchelmöglichkeiten im vor gelagerten Riff, ein hübsch dekoriertes Restaurant gleich am Strand, viele mit Kokosnüssen beladene Palmen mit Stellplätzen gleich darunter: Wir waren uns von Anfang an sicher, dass es uns hier gefallen würde. Nun ja, es war ja auch toll, nur extrem teuer! Für eine Nacht mussten wir ganze 135 Pesos (ca. sFr. 27.-) aufwerfen und leider liess Manager Ali nicht mit sich handeln. Gut, wir hatten uns in den Platz verliebt und überredeten einander, eine Woche zu verweilen. Die wir dann trotz Birgits Grippe auch ausgiebig genossen.

X5

Welch komischer Name für einen Campingplatz, dachten wir und fuhren langsam den eingewachsenen und ungeteerten Feldweg Richtung Strand entlang. Es war wieder einmal sehr heiss und wenn wir eine Klimaanlage gehabt hätten, hätte diese sicher den Geist aufgegeben. Doch je näher wir dem Strand kamen, desto stärker wurde der kühlende Wind und unsere Laune hob sich beträchtlich. Schon bald – das heisst nachdem wir Mosquito im Sand ein- und wieder ausgegraben hatten – hatten wir einen schattigen Stellplatz gefunden. Nur 25 m vom rauschenden Meer entfernt und der Preis liess uns innerlich jubilieren (50 Pesos ohne Strom, ca. sFr. 10.-. Was für mexikanische Verhältnisse eigentlich immer noch teuer ist, besonders wenn man bedenkt, dass die Duschen und Toiletten schon bessere Zeiten gesehen haben. Aber das war ja auch in Paamul der Fall.).
X5 haben wir nicht etwa in unserem etwas veralteten Reiseführer gefunden, sondern Gerald, ein Bekannter aus San Cristobal de las Casas, fuhr plötzlich in Paamul ein und wies uns auf diesen schönen Platz hin.
Wir machten es uns hier also gemütlich und erneuerten unsere Freundschaft mit Gerald, der mit seiner Hündin Bonny (ein Leonberger) ein paar Meter neben uns campierte.

Endlich haben wir den Traumplatz gefunden: Der Strand ist wunderschön, unsere wenigen Nachbarn sind äusserst freundlich und Hubi kann sich fast ungestört seinem Computer widmen, während Birgit sich langsam rösten lässt. Mit Gerald und Bonny machen wir Strandspaziergänge, bekochen uns gegenseitig und kucken wieder einmal Video- und DVD-Filme. Ab und zu müssen wir natürlich unsere Essensvorräte auffrischen, dies verbinden wir dann jeweils mit einem gemütlichen Abend in der Flanierzone von Playa, wo Bonny mehr Aufmerksamkeit auf sich lenkt, als jedes Top Model!

Ja, hier lässt es sich gut leben und wir haben vor, die nächsten paar Wochen auf diesem Fleckchen Erde zu bleiben.

Cancun und Isla Mujeres 4. – 10.01.2002 (31’800 km)

Cancun

Carolines unbezähmbaren Drang nach Sonne nachgebend, trafen wir weit vor unserem Zeitplan in Cancun ein. Leider folgte uns das schlechte Wetter auf dem Fusse. Und dessen nicht genug, der einzige Campingplatz befand sich 30 Minuten ausserhalb der Stadt und entpuppte sich als Paradies für Stechmücken. An Zelt aufstellen war also nicht zu denken und so machten wir uns kurz entschlossen auf, Cancun zu erobern – natürlich erst, nachdem wir Mosquito luftdicht versiegelt hatten.
Während dem Abendessen in der Hotelzone trafen wir die weise Entscheidung, am nächsten Tag nach Isla Mujeres überzusetzen.

Isla Mujeres

Als vor ein paar Hundert Jahren die Spanier an Land gingen, fanden sie, über die ganze Insel verteilt, viele Frauenstatuen. Das Geheimnis, warum dies so war, wurde nie gelüftet, nur der Name der Insel ist erklärt.
Die Insel mit ihrem kleinen Dorfkern hat sich seit dem letzen Mal, als wir dort waren, kein bisschen verändert. Touristenwellen aus Cancun überfluten tagtäglich das Inselchen und die Souvenir-Läden florieren. Natürlich hat es auch viele kleine Hotels und in einem davon brachten wir Caro unter. Mosquito stellten wir gegenüber auf den öffentlichen Parkplatz (gratis!).
Caro verliebte sich gleich in den Strand und so verbrachten wir jeden Tag ein paar Stunden dort, lesend, uns bräunend und natürlich platschend. Petrus war uns wohl gesonnen und die Wolken wurden jeden Tag weniger. Was das Nachtleben anbelangt, so kamen wir nicht in Versuchung, die Nacht zum Tag zu machen, es war dermassen wenig los, dass wir meist vor Mitternacht ins Bett fielen.
Zu erwähnen ist noch, dass die Sonne ab 15:30 h keine Kraft mehr hat und das grosse Frösteln beginnt. Für uns war dies jeweils das Zeichen, noch die letzte Stunde der Happy Hour (2 für 1) auszunutzen und in dieser Mission besuchten wir in den paar Tagen auf der Insel wohl jede Bar. Leider kann sich Hubi nicht mehr erinnern, in welcher er die beste Margarita getrunken hat. Die beiden Schwester wiederum konnten sich – was die beste Pina Colada anbelangt – für einmal nicht einigen…

Und schon waren Caros Ferien zu Ende und am 11.01.02 lieferten wir sie – sehr viel dunkler als vorher – am Flughafen von Cancun ab. Nach einem tränenreichen Abschied machten wir zwei Verlassenen uns auf, die Küste um Playa del Carmen und Tulum zu erkunden.

Von Villahermosa nach Cancun 1. – 3.01.2002 (31’700 km)

Wieder einmal unterwegs

Damit Caroline doch noch die gewünschte Garstufe äh, Bräunegrad erreichen konnte, legten wir einen Zacken zu, liessen jahrhundertealte Kulturstätten links liegen und fuhren wie der Blitz dem schlechten Wetter davon. Leider wusste das Wetter nichts davon und holte uns bis nach Cancun immer wieder ein.

In Villahermosa liessen wir uns trotz dauernden Moskitoangriffen die Statuen der Olmeken nicht entgehen und das Antibrumm Forte kam voll zum Einsatz. Abends pflegten wir dann ausserhalb Merida unsere „Wunden“ mit einem Fondue auf einem aus Aludosen gebastelten Rechaud. Gerne wären wir noch einen Tag länger auf dem tollen, Palmengesäumten Campingplatz am Meer geblieben, doch der Regen (ist wahr!) trieb uns weiter.

Silvester in Palenque 30. & 31.12.2001 (30’600 km)

Palenque

Nach gemütlichem Ausschlafen machten wir unseren Mosquito erneut startklar und kehrten ohne Bedauern dem kalten San Cristobal den Rücken zu. Wenige Stunden später tröpfelte der Schweiss bereits wieder von Hubi’s Stirn, ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir uns wieder in wärmeren Gefilden befanden – und Carolinchen frohlockte. Rasch war ein Campingplatz gleich neben den Maya-Ruinen gefunden und das Zelt aufgestellt. Um uns etwas abzukühlen, stürzten wir uns unverzüglich in den platzeigenen Pool und genossen Sonnen anbetend den Rest des Nachmittags.
Frühzeitig am letzten Tag des alten Jahres machten wir uns auf, die allseits gerühmten Ruinen von Palenque zu besichtigen. Wir wurden nicht enttäuscht und traten für einige Stunden in die Fussstapfen der alten Mayas. Der besondere Reiz liegt darin, dass sich diese Stätte mitten im Urwald befindet und man bei einem Spaziergang durch Tarzans Revier oft über überwachsene Ruinen stolpert. Ein Archäologentraum!
Leider war auch – wie an allen übrigen Orten – Palenque ziemlich ausgestorben und so hüpften wir als erstes ins Internet-Café und suchten uns anschliessend ein hübsches Restaurant. Stunden warteten wir auf die versprochene Fiesta auf dem Zocalo, doch die Party blieb aus uns unbekannten Gründen aus. Dafür assen und tranken wir alle für Zwei und trafen noch vor Mitternacht auf dem Campingplatz ein. Prosit Neujahr … u guet Nacht!

San Cristobal de las Casas 27. – 29.12.2001 (30’400 km)

San Cristobal de las Casas

Fröstel, fröstel, eine dermassen grosse Klimadifferenz hatten wir nicht erwartet. Bereits 5 Minuten nach unserer Ankunft auf 2000 m.ü.M. beklagte sich die bereits bläulich angelaufene Caroline über die unerträgliche Kälte und verlangte Strand und Palmen. Wir schoben die Quengelnde kurzerhand in ein ungeheiztes Zimmer ab und machten es uns im geheizten Camper gemütlich.
Am nächsten Morgen (12 Grad) machten wir uns auf, Caro in ihrer Winterjacke mit Schal, Handschuhen und Wollmütze, die Stadt zu erkunden. Hubi jagte uns von Kirche zu Kirche und Fotos wurden in Unmengen geschossen. Bibi war etwas enttäuscht, hat sich San Cristobal in den letzten 10 Jahren doch stark verändert, es scheint, als wären viele Indigenas weiter gezogen. Ein unverändertes Indigenadorf fanden wir aber in Chamula, etwas weiter oben in den Bergen. Um dorthin zu kommen, unternahmen wir einen 4stündigen Ausflug zu Pferde, das Hinterteil schmerzte uns noch Tage später….
Und endlich trafen wir auch unsere Panamericana-Freunde aus Deutschland, Jochen und Tom. Dieses Treffen verdankten wir hauptsächlich der lahmen mexikanischen Post, da die Beiden wieder einmal auf Ersatzteile für das Motorrad warteten (und es wahrscheinlich immer noch tun). Es wurde über er- und überlebte Abenteuer diskutiert und viel gelacht. Schade, dass die Beiden ein schnelleres Tempo vorlegen werden, es wäre lustig gewesen, sie unterwegs ab und zu treffen – aber wer weiss, Quezalcoatls Wege sind unergründlich.

Mit dem Pferd nach Chamula

Wie bereits oben erwähnt, unternahmen wir diesen Ausflug zu Pferde. Glücklicherweise waren diese in einem guten Zustand und wir alle hatten unseren Spass an Trab und einmal sogar auch Galopp. Der Weg führte uns über schmale Pfade durch Wälder und Wiesen.
Wir genossen die wunderbare Landschaft und die farbenfrohen Gewänder der Indigenas. Der Höhepunkt war die Kirche: ein grosses Gebäude, aussen und innen farbig bemalt. Erstaunlicherweise hat es im Innern keine Stühle und Bänke, sondern man putzt sich einen kleinen Platz frei (der Boden ist mit Heu und Kerzenwachs bedeckt) und setzt sich hin. Die Indigenafamilien bauen anschliessend Essen und Trinken und unzählige farbige Kerzen vor sich auf und beten. Der Anblick mutet mystisch und heidnisch an, was aber keineswegs wertend gemeint ist.

Puerto Escondido 23. – 26.12.2001 (29’900 km)

Puerto Escondido

Nach einer langen, kurvenreichen und äusserst heissen Fahrt von Acapulco her erreichten wir das früher einmal kleine Fischerdörfchen Puerto Escondido. Kurz vor dem Einnachten fanden wir dann auch einen Campingplatz direkt am Meer. Eine erfrischende Dusche und ab ging’s ins Nachtleben. Hubis Geduld wurde zwischendurch aufs Doppelte strapaziert, zwei Frauen brauchen halt eben etwas mehr Zeit, der Mann tröstet sich in der Zwischenzeit mit einem kühlen Bier. Wir genossen die mit Bars, Restaurants und Kleiderläden gesäumte Flanierzone und Caro kaufte schon einmal – unter den wachsamen Augen ihrer Schwester – kräftig ein. Das Weihnachtsfest feierten wir gemütlich unter Palmen, bei einem feinen Essen und leckeren Drinks (ausser Bibi, die Arme, frönte einem heissen Tee … Hust, Sniff).
Nach 3 Tagen Hitze machten wir uns auf den Weg über Juchitan in die kühlen Berge von Chiapas, damit Caro auch etwas Kultur mitbekommt.

Acapulco 19. – 22.12.2001 (29’300 km)

Acapulco

Acapulco ist wohl nicht mehr das, was es einmal war. Unserer Meinung nach ist der Moloch dem Untergang geweiht: Es ist einfach unglaublich, wie viel Hitze, Abgase und Unwohlsein die unzähligen Autos tagtäglich verbreiten. Leider führt eine 6spurige Strasse gleich hinter dem Strand der Bucht entlang und der Gestank vergällt einem jegliches gemütliches Plantschen im Meer. Die Strände hingegen werden regelmässig geputzt, nur wird der Sonnenanbeter alle paar Minuten von einem Strandverkäufer gestört – no gracias. Wir hatten uns das legendäre Acapulco ganz anders vorgestellt und sind ziemlich enttäuscht worden.
Nichtsdestotrotz liessen wir uns die gute Laune nicht verderben und planten unsere weiteren Reiseetappen (während uns der Schweiss in Bächen die Körper runterplätscherte und das kurz vor Mitternacht… nur Caro schien das feuchttropische Klima nicht so viel auszumachen).

Auf nach Acapulco 18.12.2001 (28’900 km)

Auf nach Acapulco

Um nicht bei der grössten Hitze fahren zu müssen, starteten wir unsere Reise nach Acapulco schon um 9 Uhr morgens. Caroline sass noch keine 5 Minuten auf dem Beifahrersitz, als es von hinten krachte und unser Wagen schleuderte. Auf der Autobahn, beim Zurückkehren auf den rechten Fahrstreifen, hatte uns ein eilig überholender Lastwagen von hinten abgedrängt und seitlich gerammt. Bei der erstbesten Gelegenheit fuhren wir rechts ran. Hubi besichtigte und fotografierte den Schaden, währenddem sich Birgit mit „ausgewählten“ Worten auf den Fahrer des Lastwagens stürzte. Da kein Handy verfügbar war, rannte Hubi los, um in einer nahe gelegenen Autowerkstatt die Polizei zu rufen.
Dies hätte an und für sich kein Problem dargestellt, wären die Telefonnummer nicht ständig besetzt gewesen. Birgit liess sich aber nicht aus der Ruhe bringen und startete unermüdlich erneute Versuche. Hubi lief währenddessen wieder zum Unfallort, um die Autonummer des Unfallverursachers zu notieren. Doch just in diesem Moment fuhr der unsympathische Zeitgenosse doch einfach mit seine Gefährt davon.

Die Verfolgungsjagd

Ein Nachbar rief: „folge ihm, folge ihm!“ und stieg selbst auf der Beifahrerseite in den Camper ein. Nun hiess es Turbolader und Nachbrenner aktivieren und ab auf Verfolgungsjagd. Dank des leichten Gefälles war es ein leichtes, dicht hinter dem Lastwagen kleben zu bleiben. Als klar war, dass er nicht wie versprochen zur nächsten Polizeistation fuhr, überholten Hubi und José ihn und veranlassten, dass er die nächsten Zahlstelle nicht passieren durfte. Diese verständigten auch gleich die Policia de las carrateras federales. Während Hubi und sein Begleiter auf die Polizei warteten, versuchte er die Versicherung anzurufen … die Nummern waren jedoch besetzt; ein mexikanisches Phänomen. Die unterdessen eingetroffene Polizei wollte den Fall möglichst schnell und einfach erledigen und organisierte sogar die Versicherungsheinis beider Parteien. Während auf diesen gewartet wurde, fuhr Hubi zurück, um seiner restliche „Familie“ zu holen.

Was während dessen geschah

Birgit und Caroline, welche nur noch das eine verbleibende Positionslicht von Mosquito bewundern durften, fanden sich einsam am Unfallort zurückgelassen. Geld, Pass und Zigaretten befanden sich im davon fahrenden Auto – was für ein Schlamassel! Dazu kam, dass die beiden recht sommerlich gekleidet waren, was von den herumlungernden Mexikanern lauthals gewürdigt wurde. Doch da kam die netten Frau des Garagenbesitzers, von wo aus Birgit versucht hatte, die Polizei zu verständigen, aufs Tapet und bat die beiden Verlassenen ins sichere Haus. Währenddessen schnappte sich der Garagenbesitzer ein klappriges Auto und bot uns an, den Verfolger zu verfolgen. Das altersschwache Auto tat sein Bestes, doch von Verfolgung konnte hier keine Rede sein. Ziemlich enttäuscht kehrten wir zurück ins Haus, wo uns auch schon ein grosses Glas frisch gepresster Orangensaft auf uns wartete. Um die Zeit ein wenig zu vertreiben, lümmelten wir mit der äusserst liebenswürdigen Frau in der Küche herum und lernten die Herstellung eines leckeren Gerichtes, dessen Namen wir uns unmöglich merken konnten. Nach einer 2stündigen Wartezeit traf Hubi unversehrt ein und brachte uns, nach einem herzzerreissenden Abschied, zum Ort der Entscheidung.

Das Urteil

Die Versicherungsrepräsentanten, in weissem Hemd und Krawatte, traten nach der Situationsbesprechung mit der Polizei mit folgendem Vorschlag an uns heran: Je zur Hälfte übernehmen die beiden Versicherungsgesellschaften den Schaden von schätzungsweise US$ 400.–. Doch da nur an unserem Camper effektiven Schaden entstanden ist, muss also die gegnerische Partei US$ 200.– bezahlen, was für uns wiederum bedeutet, dass unser Versicherung keinen Peso ausgeben muss, da unser Selbstbehalt genau diese US$ 200.– umfasst. Die andere Variante wäre, den Fall vor Gericht zu ziehen, dies hätte aber zur Folge gehabt, dass Mosquito bis zur genauen Klärung der Rechtslage in Polizeigewahrsam gekommen wäre (mind. 15 Tage).
Nach 2 Stunden unter der brütenden Mittagssonne, akzeptierten wir dankbar ersteren Vorschlag. Ein allgemeines Händeschütteln begann, letzte Unterschriften wurden gemacht und Kreuzchen gesetzt und schon konnte die Reise weitergehen.

Die Reparatur

In Acapulco machten wir uns gleich am nächsten Tag auf die Suche nach der Zweigniederlassung der gegnerischen Versicherung, um den Schaden definitiv schätzen zu lassen. Praktischerweise kam der Besitzer der Werkstatt gleich selber vorbei, der Schaden wurde geschätzt und wir gaben die Reparatur in Auftrag. Nach zwei Tagen, wir mussten das Auto jeweils morgens um 9:00 Uhr abliefern und konnten es gegen 18:00 Uhr wieder abholen, war Mosquito wieder vollständig instand gestellt. Gemäss dem mexikanischen Automechaniker hätte die Reparatur nur einen Tag in Anspruch nehmen sollen, tatsächlich jedoch wurden zwei Tage daraus. Und als Hubi pünktlich um 16.00 Uhr Mosquito abholen wollte, musste er noch volle zwei Stunden auf dessen Fertigstellung warten. Und dabei wollten wir doch die berühmtberüchtigten Klippenspringer von Acapulco besichtigen gehen!