Archiv der Kategorie: Costa Rica

Abschied von Costa Rica 23.06. – 3.07.2002 (40’800 km)

Die letzten Tage verbrachten wir in Playa Jaco. Dieser kleine Touristenort liegt in der Nähe vom Hafen Puerto Caldera, von wo aus wir unser Auto nach Guayaquil in Ecuador verschifft haben.
Nachdem wir in San Jose unsere Verschiffungspapiere erhalten und die Verschiffung bezahlt hatten, hiess es Abschied nehmen von Mittelamerika, auf nach Südamerika!

Mechaniker in Costa Rica

Um auch das Fahrzeug für Südamerika zu rüsten, haben wir einmal mehr einen Ölwechsel machen lassen. Ausgerüstet mit dem passenden Zubehör, erwarteten wir eigentlich keine Probleme, aber weit gefehlt, denn der Mechaniker vermurkste den Kopf der Ölablassschraube, so dass diese nicht mehr zu lösen war. Nachdem auch die Rohrzange versagt hatte, kam ein findiger Mann auf die Idee, eine grössere Mutter auf dem Schraubenkopf zu schweissen. Als nach längerer Suche Schweissgerät und Zubehör gefunden waren, stellte sich heraus, dass sich Schraube und Mutter nicht verschweissen liessen. So griff man zu guter Letzt zu Hammer und Meissel. Bald danach floss das Öl wie gewollt und es wurde sogar eine passende Ersatzölablassschraube gefunden, so dass wir die nächsten 2-3 Ölwechsel ohne Probleme überstehen sollten.
In der gleichen Garage liessen wir auch gleich noch die Räder rotieren und da fand ein Mechaniker tatsächlich den Grund für das uns seit Kalifornien ärgernde Geräusch. Und nicht nur das, das Problem wurde auch gleich behoben! Immer wieder haben Mechaniker (3 in den USA, 1 in Mexiko, 1 in Guatemala und 1 in Costa Rica) nach der Ursache geforscht, viele Schrauben wurden nachgezogen, aber immer kam das klopfende Geräusch nach ein paar Hundert Kilometern wieder. Nun scheinen wir endlich Ruhe zu haben.

Überraschende Kreditkartenabrechnung Teil II

Von der Kreditkartengesellschaft wurde uns, per Mail, mitgeteilt, dass die Lauselümmel in Mexiko nochmals mit weiteren CHF 3’500.– zugeschlagen hatten, bevor wir die Karte sperren konnten. Insgesamt wurde also für mehr als CHF 12’000.– eingekauft und das auf unsere Kosten. Ja, ja, wenn wir so mit dem Geld um uns werfen würden, dann wären wir schon lange wieder zuhause. Dies ist wohl sehr wahrscheinlich der Grund, warum die Gauner in Mexiko unser Geld ausgegeben haben und nicht das ihre.
Das war die schlechte Nachricht. Die gute ist, dass die Kreditkartengesellschaft diesen Betrag in den letzten Tagen gutgeschrieben hat und das innerhalb 14 Tagen – Chapeau!

Wie heisst es so schön: „VISA, die Freiheit nehm ich mir!“

Puerto Viejo 19. – 23.06.2002 (40’300 km)

Puerto Viejo

Dieses an der Karibikküste gelegene ehemalige Fischerdorf mutierte vor Jahren zum Lieblingsplatz für Low-Budget-Traveler. Man hat schon kurz nach Ankunft das Gefühl, nicht mehr in Costa Rica, sondern in Jamaika zu sein – Rastafaris und Reggaemusik einfach überall. Schöne, mit Kokospalmen gesäumte Strände und der feuchte, immergrüne Wald vertiefen dieses Gefühl.
Als wir an einem heissen Nachmittag ankamen, schauten wir uns gleich nach einem Campingplatz um und waren aufs Tiefste enttäuscht, wie vernachlässigt und dreckig die Plätze hier aussahen. Ganz nach dem Motto, warum etwas hegen und pflegen, wenn man es schön rauchen kann?
Wir wären gleich am nächsten Tag wieder weitergefahren, wenn wir uns nicht an das Casa Verde erinnert hätten. René, ein Schweizer, kam vor 18 Jahren hierher, als es noch nicht einmal Strom gab und baute ein paar hübsche Bungalows. Dazwischen legte er einen gepflegtem Garten mit den verschiedensten einheimischen Pflanzen an und um dem Ganzen noch etwas zusätzliches Leben zu geben, hat er noch ein paar Pfeilgiftfrösche, Kröten, Schildkröten und seit neustem auch ein Faultier, das diese Oase entdeckt und sich in einem Baum niedergelassen hat. Also eben diesen René haben wir besucht und durften für einen kleinen Unkostenbeitrag auf seinem Parkplatz übernachteten.

Tag der Tiere

Der tollste Tag überhaupt in Costa Rica, war der Tag der Tiere. An einem heissen Vormittag stellten wir unsere Liegestühle in Renés Garten in den Schatten eines mittelgrossen Baumes. Wir hatten uns kaum in die Bücher vertieft, als uns ein grüner Papagei seine Aufwartung machte. Als er versuchte, an Hubis Zehen zu knabbern, kam er gerade noch mit dem Leben davon, denn Hubi ist an seinen Füssen äusserst kitzelig. Anschliessend versuchte der Schlingel sich bei Birgit einzuschmeicheln, aber sie hat Vögel am liebsten hoch oben in den Bäumen und ergriff schleunigst die Flucht. Von der mangelnden Aufmerksamkeit sichtlich enttäuscht, kletterte der Papagei zurück auf den Baum und fing an, seine Kollegin zu attackieren. Diese nicht faul, gab mit spitzem Schnabel zurück und schon hatten wir die schönste Schlägerei, Kampfplatz war der ganze Baum. Auf einmal war dann Ruhe und die beiden Papageien machten Musik. Als Bibi eine vor allem bei Männern populäre Tonfolge vorpfiff, machten die beiden dies perfekt nach – wir amüsierten uns köstlich!

Am späten Nachmittag machten wir dann einen Spaziergang zu einem etwas weiter entfernten Traumstrand. Auf dem Rückweg hüpfte plötzlich aus dem Nichts ein klitzekleines Hündchen auf uns zu und was konnten wir anderes tun, als mit ihm spielen? Der Kleine war dermassen niedlich, dass wir fast … nein, natürlich haben wir ihn nicht mitgenommen. Zu erwähnen ist noch, dass der kleine Hund ein noch kleineres Kätzchen zum Spielen mitgebracht hatte, doch dieses, höchstens ein paar Wochen alt, war ziemlich scheu und hat dem wilden Spiel nur zugesehen. Es kostete uns viel Überwindung, den Weg fortzusetzen…

Wieder zurück im Casa Verde löschten wir unseren Durst mit einem Getränk, als uns René auf das in einem Baum schlafende Faultier aufmerksam machte. Es bewegte sich nur ganz wenig und liess sich von unseren ‚Ahs‘, ‚Ohs‘ und Fotoklicks überhaupt nicht stören. So viele Tiere an einem Tag, aber es sollte noch besser kommen.

Am Abend, nach dem leckeren Crêpes-Znacht beim Tessiner, machten wir uns auf, dem Restaurant ‚Lizard‘ einen Besuch abzustatten, dort führen sie nämlich meist einen Film vor. Etwas verspätet trafen wir ein, bestellten einen köstlichen Fruchtdrink und wollten uns gerade auf den Film konzentrieren, als etwas Kleines, Braunes um uns herumhuschte.
Die Besitzer des Restaurants halten sich einen 4 Monate alten Weissrüssel-Nasenbär (in Costa Rica Pizote) und der Kleine rennt im ganzen Haus herum. Der Film war natürlich nicht halb so spannend wie das wilde Tierchen und so spielten wir lange mit Pizi, das ist sein Name. Der Kleine fand ebenfalls grossen Gefallen an Hubis Zehen (oh je) und Sandalen, aber auch unser Schirm und der Bändel des Fotoapparates hatten es ihm angetan. Nach langem Spielen war der Kleine dermassen erschöpft, dass er sich auf Hubis Schoss zusammenringelte und einfach einschlief. Was haben wir an diesem Abend über das putzige Kerlchen gelacht!
Zum Schluss fragte uns der Besitzer noch, ob wir es mitnehmen wollten…

Naturkundlicher Einschub:
Der Weissrüssel-Nasenbär ist ein wildes Tier und gehört zu der Kleinbär- oder Waschbär-Familie (Procyonidae). Nasenbären werden bis zu 60 cm gross.
Sie ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Insekten und kleinen Tieren. Sie sind gute Schwimmer und Kletterer.

Vor dem geistigen Auge sahen wir uns: „…Donnerstagabend in der Schickimicki-Bar, Pizi macht gerade einen geföhnten Pudel zur Schnecke, um sich anschliessend – behände von Leuchter zu Leuchter schwingend – vor einem Pitbullterrier in Sicherheit zu bringen, den ein erzürnter Halbweltler auf ihn hetzte, da Pizi die Ananas aus der Pina Colada seiner Braut geklaut hatte…“ Zurück in der Realität nahmen wir Abschied von dem Gedanken und Pizi.

Nach Panama 7. – 10.06.2002 (38’600 km)

Vulkan Irazu

Auch dieser scheue Vulkan verbirgt sich gerne unter einer dichten Wolkendecke. Da die Wahrscheinlichkeit am grössten ist, dass er am Morgen zu sehen ist, haben wir gleich vor dem auf 3’400 müM. liegenden National Park übernachtet. Schon am frühen Abend sahen wir uns gezwungen zu heizen und die Nacht – bei nur noch 11 Grad – verbrachten wir gemütlich eingekuschelt unter dem Daunenduvet (das wir das letzte Mal vor zwei Monaten benutzt hatten). Um 8 Uhr waren wir dann schon fit und munter und machten uns an die Besichtung der drei Krater, was wir mit einem anschliessenden Frühstück belohnten.

Die Weiterfahrt führte uns recht einsam über Berg und Tal, nur von Sintflut artigen Regengüssen begleitet, an die Grenze von Panama. Die Nacht vor der Grenzüberquerung verbrachten wir im Garten von Frau Weiss, einer ausgewanderten Deutschen und sie erzählte uns von ihren Erlebnisse in Costa Rica: Vor erst einem Jahr war sie hier angekommen, brauchte einen geschlagenen Monat, um den Container mit den Möbel und Kleidern aus dem Zoll zu holen, schon 8 Monate später konnte sie dann ihr Auto abholen… Besonders interessant fanden wir, dass in dem Land, in dem die klimatischen Verhältnisse doch optimal scheinen, doch nicht ganz alles wächst. Eine grosse Enttäuschungen war, dass sie auf ihrem grossen Anwesen keine Peperoni, Zucchetti, Tomaten und vieles mehr anpflanzen konnte, weil das „Gelumpe“ zwar wuchs, doch keine Früchte produzierte. Nach zu vielen Termiten-, Spinnen-, Schlangen- und Skorpion-Attacken will sie nun ihr Anwesen verkaufen und zurück nach „Good Old Germany“.

Um San Jose 2. – 7.06.2002 (38’200 km)

Über Sarchi und Grecia nach San José

Wir machten uns nun auf, der Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Langsam kurvten wir den engen Bergstrassen entlang, bewunderten unterwegs die bemalten Ochsenkarren in Sarchi und die Metallkirche in Grecia.
Eine halbe Stunde vor San José, genauer gesagt in San Antonio de Belen, fanden wir einen günstig gelegen Campingplatz und trafen auch wieder auf unsere englischen Freunde Liz und Mike.
Die paar Tage in San Antonio lümmelten wir nicht einfach nur so herum, nein, wir trafen bereits die ersten Vorbereitungen für die auf den 1. Juli geplante Verschiffung nach Ecuador. Der interessierte Leser fragt sich sicher, was für Vorbereitungen wir da meinen. Also, als erstes besuchten wir die Schweizer Botschaft und holten das neue Carnet de Passage ab. Anschliessend suchten wir ein paar Reisebüros auf, um uns über die Flugpreise San José – Guayaquil zu informieren (ca. US$ 350.00). Auch Senor Milton Madriz, Agent der Schifffahrtslinie K-Line, die voraussichtlich unseren Mosquito und auch den Camper von Liz und Mike transportieren wird, wurde von uns Vieren beehrt.
Und um Mosquito einbruchsicherer zu machen, schraubte Hubi einen grossen, eindrucksvollen Riegel vor unsere Haustüre und wir kauften bereits die Holzbretter ein, die wir zur Abtrennung zwischen der Führerkabine und dem Wohnbereich brauchen werden. Es sei zu beachten, dass wir während diesen Ämtlis intensiv Sightseeing betrieben!

Überraschende Kreditkartenabrechnung

Wieder einmal hatten wir die Kreditkarten-Abrechnung erhalten und die Freude war gross, enthielt diese doch eine Rückerstattung. Im letzten Februar nämlich, wir waren bereits in Guatemala, hatte es irgend ein Lauselümmel in Mexiko geschafft, Waren im Wert von CHF 500.– mit Hubis Kreditkartendaten zu beziehen.
Das Grinsen, da jetzt wieder alles seine Ordnung hatte, gefror uns aber sofort wieder, als wir feststellten, dass der Lauselümmel, nach drei Monaten Pause, wieder einkaufen war – aber diesmal summierten sich die ca. 20 Positionen auf etwas über CHF 8’000.–! Da hört der Spass aber auf!
Wenn das so weitergeht, müssen wir unsere Reise noch wegen Geldmangel vorzeitig abbrechen! Spenden nehmen wir gerne entgegen….
Weil es beim ersten Mal nur ein einzelner Vorgang war, hielt es die Kreditkarten-Gesellschaft nicht für nötig, die Karte sperren zu lassen, nun haben wir aber dafür Sorge getragen. Jetzt sind wir ja mal gespannt, wie lange die Bearbeitung dieses Falls dauert, hoffentlich nicht wieder 2 Monate.
Die Helpline der Kreditkartengesellschaften kann man kostenlos anrufen, sie nehmen R-Gespräche entgegen!

Am Arenalsee 29.05. – 2.06.2002 (38’000 km)

Der Vulkan

Als wir vom Strand Richtung Vulkan Arenal fuhren, rechneten wir eigentlich nicht damit, den Vulkan zu Gesicht zu bekommen, da sich dieser gerne in den Wolken verbirgt und das besonders jetzt in der Regenzeit.
Aber weit gefehlt! Kaum hatten wir freie Sicht auf den Arenalsee, hatte ihn Birgit auch schon erspäht. Majestätisch sass er am andern Ende des Sees – tiefblauer Himmel und grüne Hügel bildeten einen zauberhaften Kontrast zum Braun-Grau-Schwarz des Vulkans. Zufrieden, diesen auch abhacken zu können, suchten wir uns einen Platz für die Nacht.
Während der Fahrt um den See fühlten wir uns fast wie Zuhause. Eine saftig grüne Hügellandschaft umgibt den See, schwarz/weisse Kühe weiden überall und zwischendurch feiner Nieselregen. Dies haben viele Europäer entdeckt und so findet man rund um den See italienische Restaurants, deutsche Bäckereien und nicht zu vergessen: Klein Helvetien.
Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, dem deutschen Restaurant in Arenal einen Besuch abzustatten und uns den Bauch mit Bratwurst mit Sauerkraut, Brot und Senf zu füllen – mhmmm, lecker.

Eine Nacht verbrachten wir mit unseren englischen Freunden, die wir in Guatemala kennen gelernt hatten und die auch mit dem Camper unterwegs sind, zu Füssen des Vulkans. Zu viert sassen wir nun gemütlich in unseren Campingstühlen, den Feldstecher in der einen, eine Pina Colada in der anderen Hand und schauten zu, wie der Arenal Rauchwolken ausstiess und dazu Geräusche machte, die an eine Dampflokomotive erinnerten. Nach dem Einnachten fing das Spektakel aber erst so richtig an: Grosse, den Kegel hinunter kullernden Lava- und Gesteinsbrocken hinterliessen feuerrote Spuren, aber das besondere Highlight war die Lava-Eruption, bei der richtige Feuerwolken aus dem Krater aufstiegen und an ein Feuerwerk erinnerten. Wir stellten fest, dass sich der Vulkan immer dann regte, wenn jemand von uns duschen oder Kaffee machen ging…

Die darauf folgende Nacht verbrachten wir in Los Lagos, einem Vergnügungs-Ressort mit heissen Quellen, Wasserrutschbahnen, Krokodilteich etc. Während den kurzen Regenschauern liessen wir uns also aufheizen und probierten alle Rutschbahnen aus. Mit von der Partie war eine Horde junger Amerikaner/innen, die sich an der Poolbar langsam betranken und das Rumpeln des Vulkans übertönten.

Auf der Halbinsel Nicoya 20. – 29.05.2002 (37’700 km)

Nationalpark Santa Rosa

Etwa 30 km nach der Grenze erreichten wir unser Ziel, den Santa Rosa Nationalpark. Im Häuschen am Eingang befand sich niemand, also fuhren wir gleich weiter in den Park hinein. Schnell war der für das Campen reservierte Platz unter grossen, Schatten spendenden Bäumen gefunden und Minuten später standen wir auch schon unter der kühlen Dusche, die wir aber mit allerlei Getiere teilen mussten.
Der Comedor (einfaches Restaurant) hatte leider schon zu, also brutzelten wir selbst etwas. Das Zwitschern der Vögel, das Zirpen der Grillen und das Heulen der Brüllaffen sagte uns dann dermassen zu, dass wir den folgenden Tag mit Gegend erkunden, Brot backen und Camper putzen verbrachten. Der Schock folgte dann beim Verlassen des Parks, als wir die Eintritts- und Campinggebühren bezahlen mussten: 6 US$ plus 2 US$ pro Person und Tag, und dies soll noch einer der günstigeren Parks sein.

Playa Brasilito

Laut unserem Führer ist Brasilito an der Playa Brasilito ein verschlafenes Fischerdorf mit ein paar Restaurants, kleinen Hotels und einem Campingplatz. Dies stimmt voll und ganz und es gefiel uns gleich so gut, dass wir paar Tage länger als geplant blieben.
Der von Hans, einem Deutschen, geführte Campingplatz befindet sich unter Palmen am Strand und vom Camper aus konnten wir das Wellenspiel beobachten und uns vom Rauschen des Meeres einlullen lassen. Erstaunlicherweise war das Klima sehr angenehm, denn es wehte immer ein kühlendes Lüftchen, das uns leider jeweils abends im Stich liess. Die Stechmücken waren hier noch nicht alle geschlüpft, was wohl auf die etwas verspätete Regenzeit zurückzuführen ist. So konnten wir den allabendlichen Schlummertrunk geniessen, ohne immer um uns schlagen zu müssen.

Sind die nicht ganz dicht?

Während unserer letzten drei Tage in Brasilito traf dann doch noch die kleine Regenzeit ein. Das bedeutet, dass es jeden Tag regnet, manchmal fallen nur ein paar Nieseltropfen, manchmal aber öffnen sich die Himmelsschleusen und es schüttet, was das Zeug hält. Als wir dann mal 1½ Tage richtig tollen Regen hatten (nostalgische Gefühle bemächtigten sich unser), stellten wir fest, dass es in unser Bett tropfte.
Der aufmerksame Leser unserer Berichte erinnert sich sofort: Vancouver, Freitag, der 21. September 2001, nachmittags, bei leichtem Nieselregen…

Nein, nicht das neue Alkovenfenster, sondern die ebenfalls neue Dachluke war undicht und so tropfte – wenig zwar, aber eben doch nass – Wasser in unser Bett! Dies stellten wir natürlich ziemlich spät abends fest, doch zum Glück schloss Petrus kurz darauf die Schleusen und so konnte die Reparatur auf den nächsten Tag verschoben werden.

Silicondichtmasse war schnell gefunden und der freundliche Verkäufer lieh uns auch gleich noch die Pistole dazu aus. Hubi konnte dann die Luke vor Ort, am Strassenrand, neu abdichten. Nun warten wir auf richtigen Regen, um die Qualität der Arbeit zu prüfen.

Playa Samara

Schöne Strände hat es auch hier und wieder einmal standen wir direkt am Meer. Den Sonnenuntergang beobachteten wir beim Abendessen, später dann drifteten wir zum Geräusch der tosenden Wellen, die sogar unseren Ventilator übertönten, ins Land der Träume ab. Das Meer schien uns etwas zu rau zum Baden, aber den Wellenreitern machte es grossen Spass.
Am zweiten Nachmittag unseres Aufenthaltes, wir sassen gerade zufrieden mit uns und der Welt vor dem Camper, Birgit von einem Buch gefesselt, Hubi von den Wellen fasziniert … aber die werden ja immer höher… oho… eine riesige Welle brauste heran, eine zweite folgte und die dritte liess auch nicht lange auf sich warten und schon stand unser Campingplatz unter Wasser! Zum Glück hatten wir uns nicht in den Sand gelegt, sondern unsere Liegestühle benutzt.
Aber nicht nur Wasser, sondern auch alles Sonstige, was Mensch und Natur ins Meer fallen lassen, wurde an Land gespült. Strandrestaurants mussten wegen Putzarbeiten schliessen, Birgit flüchtete sich ins Auto (welches zum Glück trocken geblieben war) und Hubi stand bis zu den Knien im Wasser, schaut den Mächten der Natur zu, fotografierte die sich auf Palmen rettenden Krebse, unterhielt sich mit dem Campingwart über dieses erstmalige Ereignis (?) und versuchte den Transformator vor dem Ertrinken und uns vor dem Stromschlag zu retten. Am nächsten Tag reisten wir bereits am Vormittag ab.

Costa Rica 20.05. – 10.06. & 18.06. – 3.07.2002

centro

Auf der Halbinsel Nicoya
Am Arenalsee
Um San Jose
Nach Panama
Puerto Viejo
Abschied von Costa Rica

Natur pur, schöne Landschaften, Pflanzen, Tiere und Vulkane.

Das zweite Mal:

Einreise: 18.6.02 Paso Canoas aus Panama, gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 39’700
Einreise-Formalitäten: Freudig wurden wir von unserem letztmaligen Zollhelfer begrüsst. Wie schon bei der letzten Einreise, wurde das Fahrzeug als erstes gegen „was auch immer“ eingesprayt; diesmal aber kostete es uns 4.50 US$ (der Beamte schätzte uns nun als Pickup ein, was einen Dollar mehr kostet, als normale Autos) .
Unser Zollhelfer führte uns zur Migracion, wo wir unsere Einreise mit einem Stempel in den Pass bestätigt erhielten. Anschliessend gingen wir unser Auto-Permit beim gleichen Schalter wieder abholen, bei dem wir es eine Woche vorher abgegeben hatten. Ein netter Herr begleitete uns dann zum Auto, überprüfte die Angaben auf dem Permit, steckte kurz seinen Kopf in die Wohnkabine, gab uns einen Zettel für den Herrn an der Barriere und schon waren wir wieder im Land.
Ausreise-Formalitäten für Personen: Wie man das von einem Flughafen erwartet, 18 US$ Flughafentaxe, warten zum Einchecken, warten zum Einsteigen.
Fahrzeug Ausreise-Formalitäten: Beim Hafen angekommen, gingen wir zu unserem Hafen- und Zollagenten, der machte sich auch gleich mit uns auf den Weg, die ersten zwei, drei Stempel einzuholen und dies ohne Probleme. Dann kam die Zollinspektion. Der Herr Zollrevisor war leider grad nicht an seinem Platz und so haben wir und viele andere von 9:30 bis 11:50 Uhr auf ihn gewartet. Die paar Nummern waren schnell verglichen und schon waren wir fast fertig. Doch wie überall, müssen auch Zollbeamte mittagessen, deshalb mussten wir gleich nochmals eine Stunde warten, bis wir das Auto für die Verschiffung abgeben konnten. Wie haben wir uns nach den Tramitadores an den Landgrenzen zurück gesehnt, als wir die Rechnung für die Dienstleistung erhielten, 120$.
Ausreise Personen: 3.7.02 Flughafen von San Jose nach Ecuador
Ausreise Fahrzeug: 1.7.02 Hafen Puerto Caldera nach Ecuador. Gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 40’800

Zum ersten Mal:

Einreise: 20.5.02 Penas Blancas aus Nicaragua gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 37’500
Einreise-Formalitäten: Wie man es von Costa Rica, der Schweiz Mittelamerikas, erwartet, ging hier alles relativ einfach über die Bühne. Die Anweisungen der Schalterbeamten waren erstens in Spanisch, zweitens verständlich und drittens auch richtig!
Das Fahrzeug wurde gleich als erstes für 3.50 US$ gegen „was auch immer“ eingesprayt. Anschliessend fuhren wir zur Migracion. Hier stürmten die Tramitadores wie Irre auf das Auto, klopften erwartungsvoll an die Scheiben und priesen ihre Dienstleistung an. Einer wollte sogar noch das Auto bewachen, was wir bestimmt, aber freundlich, abwiesen. Da zeterten sie los, von wegen Dieben und so, was Hubi mit der Bemerkung „Ich werde ihn (den Dieb) umbringen!“ erwiderte. Dies schien die Jungs zu amüsieren. Bibi sagte ihnen daraufhin leise, mit todernster Mine, „Er macht es wirklich“, was sie dann schnell verstummen lies.
Dann ging der Papierkrieg wieder los. Es hiess, zuerst die Einreiseformulare auszufüllen, daraufhin erhielten wie den Stempel in den Pass und der Beamte erklärte uns, welche die nächsten Schritte für das Auto seien.
Die drei draussen wartenden Tramitadores begleiteten uns 2 Meter weiter zum Autoschalter, obwohl wir ihnen sagten, dass wir ihre Hilfe nicht benötigten. Am Schalter ang
ekommen, wollte eine Frau gleich Kopien aller nötigen Dokumente machen, die Jungs setzten sich in die Stühle. Da wir aber schon alle nötigen Kopien bereit hatten, brachten wir den Ablauf etwas ins Stocken.
Wir standen nun 10 Minuten vor dem Scheitel einer Frau (siehe Bild) und warteten darauf, dass sie uns ihre Aufmerksamkeit schenkte.

cr_am_zoll
Zwischendurch kam die Kopierfrau vorbei und die beiden plauderten über irgendetwas Wichtiges. Doch dann geschah es, der Retter „der Auto einführenden“-Touristen tauchte auf (davon leider kein Foto)!
Ein Bild von einem Mann trat hinter den Schalter: Seine männlich behaarte Brust war mit vielen dicken Goldketten verziert, durch das dezent (bis fast zum Bauchnabel) offene Hemd blieb nichts der Vorstellungskraft überlassen. Weitere goldene Ketten waren um die Handgelenke gewunden und an den Finger befanden sich eben so viele Ringe. Er setzte sich hin und wollte schon gelangweilt nach der Zeitung greifen, als er unsere ratlosen Blicke erhascht haben musste. Sanftmütig winkte er uns zu sich, nahm uns die Dokumente ab und hielt den Ladies gleichzeitig eine laute Standpauke, wie er seinen Zoll geführt haben wollte, dass es einfach nicht okay sei, dass arme Touristen (eben wir) wie bestellt und nicht abgeholt vor dem Schalter stünden und die Damen ihre Fingernägel feilten. Die Frauen, in dieser Hinsicht nicht faul, gaben zurück und so ging es eine Zeitlang hin und her. Soweit wir mitbekommen hatten, ging es auch darum, dass die Frauen mit unseren (währenddessen längst verschwundenen) Tramitadores Streit hatten. Eine Regel besagt aber, dass Touristen ohne Tramitadores das Leben möglichst kompliziert gemacht wird, damit erstere eben etwas zu verdienen haben, wie auch immer, das Match endete unentschieden.

Nach dem Streit ging es dann flott voran. Wir mussten ein Formular mit den Fahrzeugdaten ausfüllen, ins nächste Gebäude zu einem Mann gehen, der uns das Formular unterschreiben sollte. Dieser war nicht da, also schickte man uns zurück zum vorherigen Schalter, wo eine Frau, die sich während der Debatte im Restaurant aufgehalten hatte, die Unterschrift leistete. Dann bezahlten wir für die obligatorische Haftpflichtversicherung 11 US$ (für 3 Monate, kürzer ging nicht), mussten die gleiche Frau wieder beim Kaffee stören, welche die Nummern kontrollierte und uns einen Zettel aushändigte, den wir dann bei der letzten Barriere abgeben mussten. Gleich 5 Meter nach der letzten Barriere erwartete uns ein Posten, der dann nochmals die Pässe kontrollierte. Alles in allem hat uns dieser Zollposten nur eine Stunde gekostet.

Ausreise-Formalitäten: Fröhlich fuhren wir in den Zoll hinein und ehe wir uns versahen, waren wir schon an den Schaltern von Panama angelangt und wurden prompt auf die Seite von Costa Rica zurück geschickt. Beim Schalter der Migracion mussten wir je einen Rot-Kreuz-Marke  (ca. 0.75 US$) kaufen, die in den Pass eingeklebt und abgestempelt wurde.  All unsere Hinweise auf unsere Schweizer-Kreuze haben nichts genützt, wir mussten die Marke trotzdem erwerben. Auf unsere Frage hin, warum auf der Marke der Preis von ca. 0.65 US$ aufgedruckt sei, wir aber ca. 0.75 US$ bezahlen müssten, erhielten wir die Antwort, dass dies der Lohn der mit dem Verkauf beschäftigten Angestellten sei. Unsere Bemerkung, dass wir am Zoll aber immer viele Löhne bezahlen müssten, wurde mit einem fröhlichen Lachen quittiert.
Das Auto-Permit konnten wir an einem Schalter abgeben und schon waren wir ausgereist (der Zollbeamte warf nicht einen Blick in unseren Camper) . Dem freundlichen Zollhelfer drückten wir noch 1.25 US$ in die Hand.
Ausreise: 10.6.02 Paso Canoas nach Panama, gefahrene Kilometer seit Reisebeginn 38’600