Archiv der Kategorie: Reisen

Jordanien 26.12.00 – 4.1.01

Amman und Umgebung

(26.12.00) Kurz vor dem Einnachten landeten wir auf dem internationalen Flughafen von Amman, Jordanien. Die Formalitäten waren rasch erledigt und nach einigem Hin und Her fanden wir ein paar andere Touristen, die sich mit uns ein Taxi in die Stadt teilten. Das Taxi war schnell gefunden, die Erkämpfung eines realen Preises dauerte dann schon etwas länger. Nachdem wir die Mitfahrer ausgeladen hatten, machten wir uns auf, das Hotel aus unserem Reiseführer zu finden. Während wir immer mehr ins Zentrum vorstiessen, bemerkten wir die immer grösser werdende Menschenmenge. Ahmed der Fahrer klärte uns auf, dass das Ende des Ramadans gefeiert wurde. Hier geschieht dies mit Essen und Trinken, Tanzen und Abgeben von Gewehrschüssen in die Luft. Als einzige Touristen fühlten wir uns in diesem Getümmel etwas unsicher. Zum Glück hatte unser Hotel noch ein Zimmer frei und nach einem grossen Wechselgeld-Kampf mit Ahmed nahmen wir dieses in Beschlag. Zum Hotel gibt es nur zu sagen: Für den relativ hohen Preis war es unglaublich schäbig! Wir waren bemüht, nichts mit der blossen Haut zu berühren. Wir fanden rasch heraus, dass dies für Hotels unter 4 Sternen üblich ist.

(27.12.00) Den folgenden Tag verbrachten wir mit der Besichtigung der schönen, aber ziemlich renovationsbedürftigen Altstadt Ammans. Wir bestaunten die römischen Ruinen und besichtigten einige Moscheen. Da Jordanien ein gemässigtes arabisches Land ist, hatten wir wegen Birgits Haaren (im Knoten getragen) und ihrer Kleidung (geschlossen von oben bis unten) überhaupt keine Probleme.

(28.12.00) Mit dem Bus ging es am nächsten Tag zu den Ruinen von Jerash, relativ gut erhaltene Überreste einer römischen Provinzstadt. Hierzu ist zu sagen, dass die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht angenehm war, Birgit sass einfach immer am Fenster.

(29.12.00) Um nach Umm Qais zu gelangen, fuhren wir zuerst mit dem Bus nach Irbid, der zweitgrössten Stadt Jordaniens, anschliessend dann mit dem Taxi bis zum Ziel. Neben den interessanten Ruinen wird einem auch eine tolle Aussicht auf die Golanhöhen in Syrien und den See Genezareth in Israel geboten. Die Landschaft ist auch hier eher karg und steinig.
Unser Taxifahrer wurde von einem Freund begleitet, der gerade nichts anderes zu tun hatte. Dies ist ein Phänomen in vielen arabischen Ländern. Auch im Hotel sassen neben dem Angestellten der Rezeption dessen zwei Brüder, ein Onkel, drei Cousins und einige Freunde der Familie herum und tranken Tee.
Der Taxifahrer und sein Freund waren äusserst nett zu uns. Wir wurden mit Chips und Getränken gefüttert, auf landschaftliche und historische Highlights aufmerksam gemacht und unsere aufkeimende Freundschaft wurde durch zahlreiches Händeschütteln, Schulterklopfen (selbstverständlich nur unter Männern) und den Austausch von Namen und Adressen besiegelt.

Südlich von Amman

(30.12.00) Wieder einmal waren wir mit dem Taxi unterwegs, unser Ziel waren die Wüstenschlösser im Osten von Amman. Meist wurde man für ein kleines Trinkgeld vom selbsternannten “ Hüter“ oder wie man bei uns sagt „Abwart“ eingelassen. Dieser wohnte oft in einem Zelt neben der Ruine und verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt. Zum Übernachten liessen wir uns nach Suweima ans Tote Meer bringen. Dort versuchte Hubi durch ein Bad in dem salzigen Wasser den Staub runter zu waschen. Birgit bevorzugte dazu die Dusche des nicht ganz so schlimmen Hotelzimmers. Sie hatte das Schwimmen im Toten Meer schon ein paar Jahre vorher hinter sich gebracht.

Schon am nächsten Tag ging’s mit einem Sammeltaxi weiter nach Madaba und von dort aus mit dem Bus nach Wadi Mousa, um bei Bekannten Silvester zu feiern. Nachdem wir das neue Jahr gemütlich mit einem Eis im Mövenpick-Hotel gekrönt hatten, ging es am folgenden Tag an die Besichtigung von Petra (2.1.01).
Zwischen 300 BC. und 200 AD. war Petra die Hauptstadt des Nabatäerreiches und ein bedeutendes Handelszentrum an der Karawanenstraße von Südarabien nach Syrien. Die Stadt wurde danach von den Römern (100 AD.), im 7. Jahrhundert von den Arabern und im 12. Jahrhundert von den Kreuzrittern eingenommen und verfiel allmählich. Erst 1812 wurde die Ruinenstätte von einem Schweizer Forscher namens Johann Burckhard wieder entdeckt. Augenmerklich ist, dass die Gebäude aus dem Felsen herausgemeißelt wurden. Der einzige Zugang führt durch eine von steilen Felswänden begrenzte, teilweise nur 3 m breite Schlucht. Die Überreste der Stadt verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise ihre frühere Macht, Reichtum und Kultur. Das alles ist auch bequem von Sofasessel im Film „Indiana Jones and the last Crusade“ zu bewundern. In Wadi Mousa führt jedes Hotel diesen Film in der Videothek.

Am nächsten Tag (3.1.01) hiess es schon wieder Abschied nehmen. Ein Freund unserer Bekannten musste geschäftlich ans Rote Meer und nahm uns netterweise mit. Auf dem Weg nach Akaba lud er uns beim Wadi Rum ab und wir sahen, was auch Lawrence of Arabia gesehen haben muss: eine vielfältige Wüstenlandschaft mit eigenartigen Felsformationen. Hier im Süden von Jordanien hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht.
Akaba ist im Vergleich zu Amman warm. In Amman wurde es tagsüber an der Sonne schon angenehm, doch im Schatten und besonders abends sanken die Temperaturen auf 5° Celsius.
Am 4.1.01 nahmen wir das Schnellboot nach Nuweiba, Ägypten.

Ägypten 4. – 13.1.01

Sharm el Sheik

Von Nuweiba, Ägypten aus setzten wir uns einmal mehr in ein Sammeltaxi nach Sharm El Sheik. Schon in der Schweiz hatten wir ein paar Übernachtungen im Hotel Hilton reserviert und so freuten wir uns über den Abstecher in die Zivilisation. Vor allem Birgit wusste das geheizte Hotelzimmer zu schätzen. Um auf der Sinai-Halbinsel dem Schnorcheln und Baden zu frönen, muss man im Frühling bis Herbst hin reisen, ansonsten kann es empfindlich kühl und windig sein. Dies hielt Hubi aber nicht von einem Tauchausflug in die Korallenriffe ab.

Luxor

Am 8.1.01 reisten wir mit dem Schnellboot nach Hurghada, einer nicht sehr hübschen Touristenhochburg. Von da aus ging es dann mit dem Bus nach Luxor (9.1.01). Wir besuchten den Tempel der Hatschepsut und am Abend den Amuntempel by night an. Die Königsgräber besichtigten wir (und viele andere Touristen) am darauf folgenden Tag.

Kairo

Mit einem an den Orientexpress erinnernden Zug fuhren wir am 11.1.01 nach Kairo. In der Nähe des Flughafens fanden wir im Hotel Mövenpick Unterschlupf und genossen die letzten Tage unserer Ferien. Wir durchwanderten die Abgas geschwängerte Altstadt, besichtigten das Ägyptische Museum und natürlich die Pyramiden von Gizeh. Hubi war etwas enttäuscht, hatte er sich diese doch viel schöner und majestätischer vorgestellt. Von einem Besuch des Inneren der Cheopspyramide nahmen wir Abstand, da Birgit schon einmal zur leeren Grabkammer hinauf geklettert war und dies als höchst unangenehm (man klettert eine schmale, endlos erscheinende Holzleiter nach oben, natürlich mit Gegenverkehr und die Luft wird immer schlechter und dünner) empfunden hatte.

Am 13.1.01 ging unser Flug von Kairo über Amsterdam zurück nach Zürich.

Reise durch Jordanien & Ägypten 26.12.2000 – 13.1.2001

Die Reise durch Jordanien und Ägypten führte uns auf den Spuren vergangener Kulturen von den Wüstenschlössern an das tote und das rote Meer, zu den Königsgräbern und den Pyramiden von Gizeh.

Dank der vielen Eroberungsversuche – Alexander der Grosse stürmte 333 BC durch Jordanien und die Türken waren 1516 da – gibt es viel zu besichtigen. Wir sahen römische Ruinen aus dem Jahre 100 AD, besuchten Städte, die seit der Bronzezeit (3’000-1’200 BC) bewohnt sind und bewunderten Petra, den Höhepunkt des Films „Indiana Jones and the last crusade“. Auch für Bibelkenner haben diese beiden Länder einiges zu bieten.

Karte Jordanien Ägypten mit Reiseroute

Karte Jordanien Ägypten mit Reiseroute

Einreise: 26.12.00 Flug Zürich Amman, Jordanien
Aus-, Einreise: 04.01.01 Akaba, Jordanien nach Nuweiba, Ägypten mit dem Schnellboot
Ausreise: 13.01.01 Flug Kairo nach Amsterdam und Zürich

Venedig 22.-26.11.03

Etwas Geschichte

Venedig ist die Hauptstadt der italienischen Region Venedig. Die Stadt liegt in der Lagune zwischen den Mündungen der Flüsse Po und Piave am nördlichen Ende des Adriatischen Meeres. Sie wurde auf 120 Inseln erbaut, die von 177 Kanälen durchzogen werden und die durch rund 400 Brücken miteinander verbunden sind. Venedig mit seinen heute nur noch 294’547 Einwohnern ist über eine Straßen- und eine Eisenbahnbrücke mit dem Festland verbunden. Sandbänke trennen die Stadt vom offenen Meer. Wichtigstes Verkehrsmittel waren in Venedig über Jahrhunderte die Gondeln, flache Boote, die mit nur einem langen Ruder fortbewegt werden. Heute wird fast der gesamte Fracht- und Personenverkehr Venedigs mit Motorbooten abgewickelt; die Gondeln erfreuen sich aber nach wie vor großer Beliebtheit bei den Touristen. Das moderne Venedig ist mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert; das dringendste ist die allmähliche Zerstörung der Bausubstanz durch Überschwemmung und Landabsenkung, zunehmenden Schiffsverkehr, Luft- und Wasserverschmutzung, aber auch durch den Tourismus. Die Stadt unternimmt alle Anstrengungen, ihre historisch wertvollen Gebäude zu erhalten.

Grundpfeiler der venezianischen Wirtschaft ist der Fremdenverkehr. In Venedig selbst gibt es zahlreiche handwerkliche und kunstgewerbliche Betriebe, die vor allem die berühmten Glaswaren und Spitzen sowie Textilien und Souvenirs herstellen. Der am Festland gelegene Hafen von Venedig ist der fünftgrößte von Italien.

Venedig ist nicht nur dank seiner zahllosen Baudenkmäler und Kunstschätze ein kulturelles Zentrum ersten Ranges. Zudem ist es Sitz einer Universität, dreier Hochschulen (für Architektur, Musik und Fremdsprachen), einer Kunstakademie und der Akademie der Wissenschaften sowie eines ozeanographischen Instituts. Außerdem beheimatet die Stadt zahlreiche Museen und Galerien, die Markusbibliothek, verschiedene Theater und Opernhäuser. Daneben richtet Venedig verschiedene Festspiele aus, so z. B. die internationale Biennale für zeitgenössische Kunst, die internationalen Filmfestspiele sowie Musikfestspiele.

Venedig gilt als eine der schönsten Städte der Welt. Der Mittelpunkt und der meistbesuchte Ort der Stadt ist der Markusplatz (Piazza San Marco) mit der Markuskirche (Basilica di San Marco) und die daneben liegende Piazetta mit dem Dogenpalast (Palazzo Ducale). An der Nordseite des Markusplatzes befindet sich die Procuratie Vecchie (Baubeginn 1500), an seiner Südseite die Procuratie Nuove (Baubeginn 1584). Zur Zeit der Republik Venedig waren sie die Residenzen der neun Prokuratoren, aus deren Mitte der Doge gewählt wurde. Der Dogenpalast in seiner heutigen Form entstand nach Vorgängerbauten zwischen 1309 und 1442. Gegenüber des Dogenpalastes befinden sich die Markusbibliothek mit Deckengemälden von Tizian und die Münze (Zecca). Die Ostfront des Dogenpalastes ist mit dem Staatsgefängnis durch die berühmte Seufzerbrücke (um 1600) verbunden; Gefangene mussten sie auf dem Weg vom und zum Gerichtssaal überqueren. An der Öffnung der Piazetta zur Lagune stehen zwei antike Granitsäulen; die eine trägt den geflügelten Markuslöwen, die andere eine Statue des heiligen Theodor von Euchaita. Der Markusplatz wird überragt von dem rund 90 m hohen Campanile (Glockenturm der Markuskirche). Er wurde im 12. Jahrhundert errichtet, stürzte 1902 ein und wurde zehn Jahre später wieder vollständig aufgebaut. Die bekannteste der drei Brücken über den knapp vier Kilometer langen, zwischen 30 und 70 Meter breiten Canale Grande, die Hauptverkehrsader der Stadt, ist die Rialtobrücke (1588). Entlang des Canale Grande reihen sich zahlreiche prachtvolle Gotik-, Renaissance- und Barockpaläste aneinander.

Die Gegend um Venedig wurde in der Antike von den Venetern bewohnt. Das Gebiet des heutigen Venedig wurde wahrscheinlich erst ab dem 5. Jahrhundert besiedelt, als die Bewohner des venetischen Festlandes vor den Invasionen verschiedener germanischer Stämme auf die Inseln flohen. Zu einer dauerhaften Besiedelung kam es jedoch wohl erst ab 568, nach dem Einfall der Langobarden in Italien. Die Inseln unterstanden zunächst dem Byzantinischen Reich beziehungsweise dem byzantinischen Exarchen von Ravenna, in dessen Auftrag ein Magister Militum die Stadt verwaltete. Ab 697 übernahm ein von den Venezianern gewählter Dux (der spätere Doge) die Aufgaben des Magister Militum; mit dem Schwinden des byzantinischen Einflusses gewannen sowohl der Doge, als auch Adel und Klerus der Stadt an Bedeutung. 828 wurden die in Alexandria (Ägypten) geraubten Reliquien des heiligen Markus nach Venedig gebracht; die spätere Bezeichnung „Markusrepublik“ bzw. „Republik von San Marco“ für Venedig leitet sich vom heiligen Markus ab. Ab dem 9. Jahrhundert begann der Aufstieg Venedigs als Handelsmacht: Über Venedig lief ein Großteil des Handels mit Byzanz und der Levante ab. Ab dem 10. Jahrhundert setzte sich Venedig an der gegenüberliegenden Adriaküste, in Dalmatien und Istrien, fest und erwarb außerdem Handelsstützpunkte an den Küsten der Levante. Im Rahmen der Kreuzzüge, während der sich die Kreuzritter vielfach von Venedig aus ins Heilige Land einschifften, baute Venedig seine Stellung als vorherrschende Handels- und politische Macht im östlichen Mittelmeer entscheidend aus; 1204 eroberten und plünderten die Kreuzritter auf Betreiben Venedigs Konstantinopel. Im Inneren verfestigte sich Venedig unter Beibehaltung seiner republikanischen Strukturen zu einer starren Oligarchie der wohlhabenden Aristokraten. Im 14. und 15. Jahrhundert war Venedig in eine Reihe von Kriegen mit Genua, der zweiten grossen Handelsmacht in Oberitalien, verwickelt, an deren Ende Genua schließlich die Vorherrschaft Venedigs anerkennen musste und Venedig ein geschlossenes Gebiet im östlichen Oberitalien erobert hatte. Im späten 15. Jahrhundert war Venedig zu einer der führenden Seemächte des christlichen Abendlandes aufgestiegen. Mit der Entdeckung Amerikas 1492 und des Seeweges nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung 1498 und der damit verbundenen Verlagerung der Handelszentren begann Venedig allmählich seine Vormachtstellung als Handelsmacht zu verlieren; die zunehmenden Angriffe der Osmanen auf Venedig beziehungsweise dessen Besitzungen in und um das östliche Mittelmeer beschleunigten diesen Machtverfall noch. Mit dem Verlust Kretas 1699, des letzten großen venezianischen Besitzes im östlichen Mittelmeer, war das Ende Venedigs als politische Großmacht besiegelt. 1797 wurde Venedig von französischen Truppen besetzt, der Doge wurde abgesetzt, und der Stadtstaat an Österreich übergeben. 1805 musste Österreich Venedig an das von Napoleon errichtete Königreich Italien abtreten; 1814 kam es als Teil des habsburgischen Königreiches Lombardo-Venetien an Österreich zurück. 1866 wurde Venetien mit Venedig in das Königreich Italien eingegliedert.

Der Tatsachenbericht

All diese Fakten haben wir verschiedenen Reiseführern entnommen, die uns während der Erkundung dieser wunderbaren Stadt grosse Hilfe leisteten. Wir haben uns während den in Venedig verbrachten Tagen eigentlich meist treiben lassen. Morgens starteten wir, jeweils ohne Tagesprogramm, vom Hotel aus in irgendeine Himmelsrichtung und haben so nicht nur die präsentablen Strassen und Kanäle, sondern auch die zerfallenen Hinterhöfe, verrotteten Häuser und eingefallenen Kanäle gesehen. Obwohl unser Aufenthalt im November war, wehte uns ab und zu ein unangenehmer Duft um die Nase, dem wir aber nicht weiter nachgehen wollten. Wir stellten gleich am ersten Tag fest, dass Venedig gar nicht so gross ist. Denn nach ein paar Stunden Fussmarsch hatten wir bereits die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen. Natürlich legten wir regelmässig Boxenstopps ein und genossen Pizza und feine Cappuccino. Schon am ersten Abend fanden wir „unsere“ Bar, der wir auch in den folgenden Tagen treu blieben und deren Prosecco-Verbrauch wir zu steigern wussten! Ein Highlight waren jeweils die Abendessen. Die Restaurants suchten wir tagsüber immer genau aus. Und das Essen war jeweils lecker: Unserer strengen Diät taten die verschiedenen Gänge mit Pasta, Fleisch und Dessert gar nicht gut, unserer Laune allerdings sehr.

Was in Wien die Fahrt mit dem Fiaker ist, ist in Venedig eine Gondelfahrt. Die Phantasiepreise liessen uns zwar erst mal aufkeuchen und zur Beratung in ein Café zurückziehen, aber es gehört nun einmal dazu. Also setzten wir uns nach eifrigem Feilschen zu Roberto in dessen Gondel und wurden gleich emsig von der Rialto-Brücke aus geknipst. Dann ging’s ab in die hinteren, dunklen Kanäle und Roberto erklärte uns in verständlichem Englisch die verschiedenen Quartiere und Häuser (dem Haus von Casanova und anderen Berühmtheiten wurde ein Besuch abgestattet).
Und dort, in einem romantischen Kanal, ohne andere Gondeln in der Nähe, zauberte Hubi einen wunderschönen Ring aus seiner Tasche. Einen Heiratsantrag bekommt frau ja nicht alle Tage, so war es verständlich, dass Birgit vor Überraschung fast aus der Gondel fiel. Die Verlobten liessen an diesem Abend den Prosecco-Umsatz „ihrer“ Bar in die Höhe schnellen!

Nach Hause 13.3. – 14.4.03

Zwei Mal noch besuchten wir die für die Verschiffung zuständige Agentur, doch erst beim letzten Mal – als wir unseren Ärger über die Inkompetenz des für uns zuständigen Angestellten kaum mehr verbergen konnten – wurden wir an die wohl einzig fähige Person des Büros verwiesen. Und siehe da, wir erhielten nicht nur einen Plan des Hafengeländes, sondern auch wichtige Infos, darunter diese, dass unser Auto als normales, begleitetes Gepäck (equipaje acompañada) betrachtet werde und somit keine zusätzlichen Kosten anfallen würden. Unsere Freunde war gross, waren wir doch von Kosten in der Höhe von etwa 500 US$ ausgegangen, dies nämlich hatte uns die Agentur mündlich wie auch via E-Mail mitgeteilt.

Als der grosse Tag endlich gekommen war (wir können jetzt Führungen durch die Fussgängerzone von B.S. leiten), waren wir und Mosquito bereit. Wir fuhren am Vormittag durch das Chaos der argentinischen Hauptstadt direkt in den Hafen und wurden von Pablo, dem, wie schon oben gesagt, einzig fähigen Mitarbeiter der Agentur, bereits erwartet. Er führte uns gleich ins erste Zollgebäude, wo ein Zollbeamte in den Pässen verzweifelt durch unsere 9 Ein- und Ausreisestempel von Argentinien blätterte und versuchte, diese mit den Einträgen im Carnet de Passage abzugleichen. Nach etwa 5 Minuten Passblättern und weiteren 3 Minuten Carnetseiten vergleichen, gab er auf und stempelte erschöpft das Dokument. Im nächsten Büro, wir glauben es war die Hafenverwaltung, ging es dann so richtig hoch her, als Pablo dem ehrenwerten Beamten erklärte, dass für unseren Camper gar keine Papiere auszufüllen seien, da dieser als „begleitetes Gepäck“ mitgeführt werde. Der gewissenhafte Beamte liess sich erst nach einigem Hin und Her und einem Telefonat mit seinem Vorgesetzten davon überzeugen und so wurde auch diese Hürde gemeistert. Die Kontrolle an der Hafeneinfahrt wollte auf Hinweis von Pablo auch keine Dokumente mehr sehen und so kam es, dass wir eine halbe Stunde später am Quai sassen und unserem Schiff beim Einlaufen und Anlegen zusehen konnten. Dies stellte sich als wahre Geduldsprobe heraus, denn bis sich der grosse Frachter durch die Einfahrt geschlängelt, am Quai angelegt hatte und das Tor offen war, vergingen sicher 1½ Stunden. Während dieser Zeit konnten wir schon mal mit Carmen und Frank, unseren zukünftigen Kabinennachbarn, Bekanntschaft schliessen.

Das Schiff

Die Repubblica del Brasile ist ein Container und Roll-On / Roll-Off Frachtschiff. Ihre Masse sind: 209m Länge, 49m Höhe (davon meist 12m unter Wasser) und 30m Breite. Damit ist sie sicher nicht das grösste Schiff auf dem Meer, doch für uns reichte es. Das maximale Gesamtgewicht beträgt 42’000t, davon 18’000t Ladung, dieses Gewicht wird mit Hilfe von 17’000 kW (22’000 PS), mit 18Knoten (ca. 34 km/h) über die Weltmeere geschoben. Der Motor verbraucht zwischen 60 und 75t Schiffsdiesel pro Tag.
Damit uns unterwegs der Saft nicht ausgeht, haben wir 2’240m³ Diesel mit. Zusätzlich gibt es noch 5 Generatoren, die zusammen auch noch 6’000kW für verschiedene Hilfsmotoren liefern können. Nur 22 Besatzungsmitglieder halten das Schiff 24 h am Laufen, ach ja und jede Woche werden 500l Motorenöl nachgeschüttet, 9’000l hat es insgesamt. Der Hauptmotor wird mit Hilfe von Druckluft gestartet, diese kommt aus einem 7m³ Tank, der unter 30bar Druck steht.
Diese Daten haben wir uns in mühevoller Arbeit auf der Brücke und im Maschinenraum erarbeitet.

Das Leben an Bord

Der wichtigste Teil war das Essen, besonders bei einem italienischen Koch. Zwischen 7 – 9 Uhr gab es Frühstück mit süssem Gebäck, kalter Pizza, Brot, Butter, Konfitüre, Saft, Kaffee, Tee, Käse und Trockenfleisch. Zum Mittagessen wurden wir um 12 Uhr schon wieder gerufen und es gab jeweils ein 4gängiges Menü, bestehend aus Pasta oder Reis, Fisch oder Meeresfrüchte, Fleisch mit Salat oder Gemüse und zum Schluss Dessert mit Kaffee und Früchten. Abends ging es im gleichen Takt weiter mit Suppe, Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte, mit Salat oder Gemüse, Dessert und Kaffee und Früchten. Unser Stewart Vincenzo servierte immer meisterhaft und gab sich alle Mühe, uns zum Essen zu animieren und uns nach den knapp 4 Wochen nicht mehr in die Kleider passen zu lassen.

Nach längerer Zeit in Mittel- und Südamerika fühlten wir uns in der ersten Woche wie im Paradies, alles klappte und überall war es sauber. In der zweiten Woche genossen wir das Essen und Leben an Bord immer noch und dachten sogar darüber nach, mal eine Kreuzfahrt zu unternehmen. In der dritten Woche stellt man dann fest, dass das Essen immer ein bisschen ölig ist (Olivenöl kalt gepresst, wohl gemerkt) und dass die Klimaanlage am besten funktioniert, wenn es draussen kalt ist. In der vierten Woche wird jeder, der auch nur an eine zukünftige Schiffsreise denkt, gleich über Bord geworfen und den Gedanken an Essen kann man kaum mehr ertragen. Obwohl, wenn es dann fein duftend und verführerisch angerichtet vor einem steht, sind alle guten Vorsätze wie weggeblasen.

Seekrank wurden wir die ganze Zeit auf See nie, obwohl auch ein so grosses Schiff erstaunlich heftig über die Wellen hüpfen kann. Besonders im Golf von Biscaya wurde es wild und wir Passagiere zogen uns bei Windgeschwindigkeit zwischen 80-100km/h – das Schiff schaffte nur noch 13 Knoten gegen den Wind – schnell in die Kabinen zurück. Die Fenster mussten geschlossen bleiben, weil es oft bis zu uns in den 8 Stock hoch spritzte.

Natürlich haben wir während den 4 Wochen auf hoher See nicht nur gegessen, gelesen und geschlafen, sondern unternahmen wagemutige Expeditionen in den Bauch des Seeungeheuers, fielen beim Kapitän in Ungnade durch unsere vielen wissbegierigen Besuche auf der Brücke, spazierten zur Verdauung unermüdlich der Reling entlang, trotzten dem Wind, um einen Blick auf fliegende Fische zu erhaschen, besuchten täglich den Fitnessraum, um Vincenzo „eins auszuwischen“ und spielten abends nach dem letzten Kaffe Domino, Yatzee oder Uno mit unseren Nachbarn. Alles in allem hatten wir eine eher stressige Zeit…

Route

13.3. Wir gingen in Buenos Aires an Bord
14.3. Auslaufen am Morgen Richtung Zarate, den Rio de la Plata hinauf
15.3. Auslaufen am Morgen Richtung Norden
18.3. Ankunft in Paranagua, Brasilen, Landgang
19.3. Auslaufen am Morgen Richtung Norden
20.3. Ankunft Rio de Janeiro, Landgang
20.3. Auslaufen während der Nacht Richtung Süden
21.3. Ankunft in Santos, Landgang
22.3. Auslaufen am Morgen Richtung Nordosten
29.3. Ankunft in Dakar, Schweizer brauchen ein Visum, also kein Landgang
30.3. Auslaufen am Morgen Richtung Norden
5.4. Ankunft in Tilbury, England, Landgang
6.4. Auslaufen am Morgen Richtung Norden
8.4. Ankunft in Hamburg, Deutschland
8.4. Ankunft in Creussen, Deutschland
14.4. Zurück in der Schweiz

Quer durch Deutschland

Schon beim Landgang in London hatten wir das erste Mal europäischen Boden unter den Füssen und genossen die Rückkehr in die Zivilisation. Und von wegen kühle Europäer, wir hatten gleich beim ersten Landgang ein schönes Erlebnis, als uns nämlich freundliche Bobbies im Patroullienfahrzeug mitnahmen, als wir – auf der Suche nach dem Seamens Club – durch den grossen Hafen von Tilbury irrten. Cheers!
Und dann endlich Hamburg. Von der Fahrt auf der Elbe hatten wir leider nichts mitbekommen, da wir zu dieser Zeit noch im Koma lagen. Schnell hetzten wir aber dann durchs Frühstück, packten in Windeseile unsere Siebensachen zusammen, verabschiedeten uns von unseren Freunden in der Crew und bei den Passagieren und schon rollte Mosquito die Rampe hinunter aufs Festland. Nun endlich auf dem Kontinent wurden wir von einer beissenden Kälte (-7°) empfangen. Der europäische Zoll interessierte sich gar nicht für uns, so waren wir schon am Vormittag auf der Autobahn Richtung Süden. Als Langsamste waren wir unterwegs und erreichten ohne all zuviel Verkehr unser Ziel, Creussen in Oberfranken, wo wir Verwandten von Birgit einen Besuch abstatteten.

Oma Trebing hiess uns noch am gleichen Tag mit knusprig frischem Brot, leckeren Wurstwaren und feinem Wein willkommen. Erschöpft nach den 8 Stunden Fahrt liessen wir uns verwöhnen und fielen kurz darauf in unser Bett. Zwei Tage später trafen dann noch weitere Familienmitglieder ein und Hubi wurde in die Geschichte Oberfrankens im Allgemeinen und Creussen im Speziellen eingeweiht. Es stellte sich schnell heraus, dass Hubi ein aufmerksamer Schüler ist, konnte er doch die verschiedenen Bratwursttypen in Windeseile unterscheiden.

Am Vorabend unserer definitiven Heimreise in die Schweiz fing Mosquito tatsächlich an zu bocken. War ihm wohl der gefallene Schnee nicht gut bekommen? Auf jeden Fall verlor er Kühlerflüssigkeit und davon nicht gerade wenig. Schnell wurde die Schuld auf einen Ventil beissenden Marder geschoben, doch stellte sich heraus, dass das Leck bei der Pumpe zu suchen war. Eine Testfahrt zeigte aber, dass wir es sehr wahrscheinlich bis nach Bern schaffen könnten.

Also nahmen wir am folgenden Tag die letzte Etappe unserer Reise unter die Räder und Mosquito zeigte uns wieder einmal, dass er auch mit kleineren Verletzungen nicht zu schlagen ist. Wir fuhren die letzten 600 km ohne Probleme und das einzig Bemerkenswerte an dieser Fahrt war die Einreise in die Schweiz. Es war nämlich so: Gemäss TCS muss das Carnet de Passage bei der Einreise in die Schweiz am Zoll abgestempelt werden. Doch als wir dem Schweizer Zollbeamten in Weil am Rhein unser Carnet in die Hände drückten, bekamen wir eine glatte Abfuhr. Der Beamte weigerte sich schlichtweg, es zu stempeln, mit der Begründung, dass dies sei gar kein offizielles Dokument sei und er überdies noch nie ein solches Papier gesehen hätte (man braucht also gar nicht so weit zu reisen…). Nach kurzem Hin und Her gaben wir uns geschlagen, erwarben eine Autobahnvignette und ohne dass der Zöllner einen Blick in unsere Pässe geworfen oder uns nach zu verzollender Ware gefragt hätte, fuhren wir in unsere Heimat ein.

Das war’s Leute!

Autofahren in Lateinamerika 4. – 13.3.03

Wieder in Buenos Aires

Zum letzten Mal auf unserer Reise kamen wir nach Bs.As. und mussten uns von lieb gewonnenen Freunden verabschieden. Hier galt es ein letztes Asado zu verspeisen, da noch einmal Sushi auf Stäbchen zu balancieren und dort ein letztes Bife de Lomo auf der Zunge zergehen zu lassen. Ach bella Argentina, wir werden dich und deine Menschen vermissen!
Bei unseren vorhergehenden Aufenthalten hatten wir schon alles Interessante besichtigt und so zogen wir durch altbekannte Gassen und warteten auf unser Schiff. Nach zweimaliger Verschiebung des Abfahrtstermins klappte es doch noch und wir konnten am 13. März mit Mosquito auf der Repubblica del Brasile einziehen. Am nächsten Morgen dann stachen wir tatsächlich in See.

Autofahren

Da es über Bs.As. nicht mehr viel zu erzählen gibt, halten wir hier ein paar Szenen aus dem Strassenverkehr in Lateinamerika fest.

  • Nachts wird an roten Ampeln, wegen der Überfallgefahr, gar nicht erst gehalten, tagsüber halten viele weiter an diesem Brauch fest. Als Tourist muss man also beim Halten vor Ampeln auch immer im Rückspiegel überprüfen, ob der Hintermann bremsen wird.
  • Manchmal ist der Strassenzustand dermassen schlecht, dass man sich auf Asphalt wie auf einer Geländestrasse fühlt, dieses Gefühl wird durch fehlende Gullydeckel nicht gemindert. Manchmal stellt eine gute Seele eine Eisenstange mit einem Fetzen Stoff in das Loch oder, mit etwas mehr Glück, einen Kehrrichteimer. Gewollte Hindernisse auf der Strasse sind wie schlafenden Polizisten, sie sind mit Rücksicht auf Federung und Karoserie nur ganz langsam zu überwinden und manchmal sind sie so hoch, dass man sie umfahren muss.
  • In Sachen Strassenschilder und Markierungen ist auch kein Meister vom Himmel gefallen. Ohne weiteres findet man Schilder, die vor einer Baustelle vom letzten Jahr warnen, aber vor dem gerade neu ausgehobenen Graben für eine neue Wasserleitung befindet sich keine Warnung. Orts-, Richtungs- und Strassenschilder hat es nur dann, wenn man schon lange weiss, wo man sich befindet. Dass diese eine praktische Zielscheibe für alle Arten von Schiesswaffen abgeben, ist logisch. Die Strassenbemalung entspricht meist dem Strassenverlauf vor etwa 15 Jahren und schon damals hat sich bestimmt nie jemand daran gehalten.
  • Ein Auto das links blinkt, zeigt an, dass man es links überholen kann, oder dass es links abbiegen will. Letzteres Manöver wird auch ohne blinken eingeleitet. Fortgeschrittene unterlassen jegliche Richtungsangabe oder brauchen Handzeichen. Überholmanöver finden selbstverständlich links und rechts statt. Beliebt ist – wir nennen es das Idiotenmanöver – den Vordermann links zu überholen, ihm mit nur 10 cm Anstand vor die Nase zu fahren, scharf abbremsen und rechts abzubiegen. Dasselbe gilt selbstverständlich auch rechts beginnend.
  • Die Vortrittsregeln sind meist unabhängig von der Signalisation. Wichtiger sind Grösse und Art des Fahrzeugs sowie Lebensmüdigkeit des Fahrers. Als Fussgänger, Fahrrad- und Motorradfahrer ist man ganz unten auf der Skala. Immer wieder beobachteten wir mit Erstaunen, wie diese sofort von der Strasse in den Graben hüpften bzw. fuhren, sobald sie uns von hinten kommen hörten.
  • Taxifahrer sind auch eine Spezies für sich, ihre Verhaltensweise im Strassenverkehr orientiert sich daran, ob ein Kunde im Wagen sitzt oder nicht. Die Suche gestaltet sich folgendermassen: Der Taxifahrer fährt ganz langsam am Strassenrand entlang und wartet auf das obligate Winken, Pfeifen oder Kopfnicken oder aber er macht den potentielle Kunde mittels Hupe auf seine Vakanz aufmerksam. Ist der Fisch an der Angel d.h. im Auto, kann sich der Taxifahrer leicht in einen Rennfahrer verwandeln.
  • Busse fahren eigentlich immer schnell, so muss man sich jederzeit gut festhalten, sonst fliegt man entweder beim Anfahren oder spätestens beim Bremsen durch das Fahrzeug. Busse und Taxis halten überall und jederzeit an, um Passagiere ein- oder aussteigen zu lassen.

Dies war ein grober Eindruck über die Grundregeln, in grösseren Städten kommen noch 6spurige Strassen, viel Verkehr und 35° Grad im Schatten dazu. Vor unserem geistigen Auge sehen wir also nun in der rechten Fahrspur die Taxis schleichen oder rasen, links daneben drängeln sich Fahrzeuge, die bei der nächsten Gelegenheit links oder rechts abbiegen wollen. In der mittleren Spur geht es mehr oder weniger geordnet zu, doch schon eine Spur weiter links befinden sind bereits wieder Fahrzeuge, die nach rechts oder links abbiegen wollen. Erschwerend kommen noch die extrem vielen Busse hinzu, die, um schneller vorwärts zu kommen fast ganz nach links rüber fahren, dann aber einen Passagier rechts winken sehen und wieder abdrehen. Ein geschickter Bussfahrer schafft es ohne weiteres, eine 5spurige Strasse mit seinem Fahrstil zu blockieren. Nicht vergessen darf man die Autos, die in der ganz linken oder rechten Spur geparkt haben und sollte diese schon voll sein, auch ohne Probleme in der zweiten Reihe stehen. Viel Spass.

Am Karneval 28.2. – 4.3.03

Salvador de Bahia

Nach einer Woche faulenzen am Strand stürzten wir uns mit neu gewonnener Energie ins Stadtleben. Und Salvador hat auch eine Menge zu bieten: eine grosse Altstadt mit wunderschön restaurierten Kolonialhäusern, eine tolle Einkaufsmeile und natürlich Strand soweit das Auge reicht.

Hier verschafften wir uns einen ersten Eindruck vom brasilianischen Karneval. In den Strassen der Altstadt genossen wir das Gewusel und fröhliche Treiben. Einzelne Maskierte und ganze Gruppen zogen, oft unter lautem Trommeln, durch die Gassen und auf den Plätzen spielten verschiedene Bands. Etwas ausserhalb drehten Wagen, wie an der Streetparade, ihre Runden und versuchten sich den Weg durch das tanzende Getümmel zu bahnen. Zur Sicherheit aller hatte es unzählige Polizisten, die in 5er-Gruppen durch die Strassen patrouillierten oder auf Podesten Wache schoben. Wir genossen den exotischen Karneval bis in die frühen Morgenstunden.

Rio de Janeiro

Rio ist für uns ein alter Bekannter und die touristischen Höhepunkte hatten wir schon während unserem früheren Treffen abgeklappert. So blieb uns nur noch, an der Copacabana herum zu strolchen, Kokosnusssaft in den vielen Strandcafes zu trinken und das Leben und Treiben der Einheimischen und Touristen zu beobachten. Und nach den letzten Wochen kulinarischer Tiefpunkte genossen wir wieder die leckere japanische, indische und italienische Kost.

Der Höhepunkt des karnevalesken Treibens fand anschliessend hier im Sambodromo statt. Zwischen neun Uhr abends und sieben Uhr morgens zogen 8 Sambaschulen vor den etwa 45’000 Zuschauern vorbei.
Jede Sambaschule stellt mit 3’800 bis 4’500 Mitgliedern und sechs bis acht verzierten Wagen ihr diesjähriges Thema vor. So wurden wir Zeugen der Geschichte des Theaters, der Homage an eine brasilianische Schauspielerin, 50 Jahre Sambaschule und einiger anderen. Jede Schule hatte EIN eigenes Lied, das man bis am Schluss auswendig konnte, wurde dieses doch während dem 80-minutigen Umzug unermüdlich gesungen. Und für den Rest lassen wir Fotos sprechen…

Am Strand 17. – 28.2.03

Fortaleza

Von Manaus haben wir uns in die 5. grösste Stadt Brasiliens, nach Fortaleza, fliegen lassen. Wir hatten uns den günstigsten Flug ausgesucht und kamen darum in den Genuss von jeweils 5 Starts und Landungen. So flogen wir also mehrmals in Sichtnähe des verzwickten Netzes des Rio Amazonas durch den Regenwald und kamen uns vor wie in einem Dokumentarfilm. Leider waren die Fenster des Flugzeugs schon sehr zerkratzt, aus diesem Grund können wir nicht mit Fotomaterial dieses spektakulären Anblicks aufwarten.
Fortaleza ist eine geschäftige Metropole mit vielen Hochhäusern, einer wichtigen Kleiderherstellungsindustrie, mehren Stränden mit vielen Hotels und Restaurants. Nachdem wir unsere Weiterfahrt organisiert und die interessantesten Sehenswürdigkeiten im Zentrum besichtigt hatten, machten wir uns an den Strand Praia de Iracema, wo wir dann seit langem wieder einmal ausgezeichnet zu Abend assen.

Canoa Quebrada

Eigentlich hatten wir vor, uns die 50 schönsten Strände von Brasilien anzuschauen, leider blieben wir aber schon am ersten hängen. Bilder sagen oft mehr als Worte…