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Gründe für den
Kauf einer Campers im
Heimatland
Wir haben uns entschlossen, die Reise mit einem Motorhome zu machen.
Dies führte direkt zu der nächsten Frage: Woher nehmen, wenn nicht
stehlen? Weil unser Budget und die Neupreise von Wohnmobilen nicht ganz zu
einander passten, kam nur der Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs in Frage. Klar
ist eigentlich jedem, dass man diesen Kauf in den USA tätigt, uns nicht.
Verschiedene Gründe bewogen uns dazu, uns schon in der Schweiz
umzuschauen.
- Die Freude an der Idee, schon bald mit den Vorbereitungen
anzufangen, alles einzurichten und auszuprobieren.
- Wir hatten ein gutes und günstiges Angebot.
- Die Verschiffung des Fahrzeugs von Europa nach den USA ist gar
nicht so teuer. Siehe Verschiffen. Die
Verschiffungskosten haben wir durch den tieferen Dieselverbrauch schon
lange wettgemacht.
- Die Fahrzeuge in den USA sind sehr komfortabel ausgestattet,
Klimaanlage, Mikrowelle, Backofen, und Fernseher sind keine Seltenheit.
Aber je mehr moderne Technologie in einem Fahrzeug steckt, desto eher
kann etwas Schaden nehmen und der Laie hat wenige Chance, Reparaturen
selber vorzunehmen.
- Auch sind diese Fahrzeuge, vom VW-Bus mal abgesehen, meist grösser
als europäische Modelle. Fahrzeuge, die eine für Mittel- und Südamerika
taugliche Grösse aufweisen, sind zum grössten Teil mit Benzinmotoren
(ca. 25l/100km) ausgestattet. Dieselmotoren sind langlebiger, sparsamer
und wegen der einfacheren Bauweise weniger reparaturanfällig und
unempfindlicher auf schlechte Treibstoff-Qualität. Diesel haben wir
überall erhalten und immer günstiger als Benzin.
- Die Motorhome-Gebrauchtwagenpreise sind in den USA relativ hoch.
Wir hätten für die 10'000 US$, die wir etwa bezahlt haben, kein
vergleichbares Fahrzeug gefunden, betreffend Zustand, Ausstattung,
Kilometerstand unter 100'000 und Jahrgang (nicht älter als 10jährig).
Nun, so haben wir einen 91'er
Elnagh Clipper 590 gekauft. Das Grundfahrzeug ist ein Ford
Transit 2.5l Diesel mit ganzen 52 kW und einem Maximalgewicht von
2'790kg. Die Ausstattung umfasst 5 Betten, Gasheizung, Gasboiler und 3
Flammen Gaskochherd, WC, Dusche und Kühlschrank (Gas, 12V und 220V).
Natürlich gab es einiges zu reparieren und umzubauen: An dieser Stelle
möchten uns bei allen fleissigen Helfern nochmals herzlich bedanken!
Was wir so bis jetzt herausgefunden
haben
- Der Motor stellte sich als etwas schwach heraus, fahren wir doch
steile Bergstrecken im 2. oder manchmal sogar im ersten Gang. Dafür ist
die Kühlung gut dimensioniert und das Auto hat trotz der grössten Hitze
noch nie gekocht. Ein etwas stärkerer Motor würde es erlauben gewisse
Stück nicht mir Schuss fahren zu müssen, was etwas Materialschonender
wäre.
- Mit dem Fahrzeug wählt man auch die Strassen aus, die man befahren
will. Mit einem Geländewagen kann man sicher andere Strecken fahren,
als wir mit unserem busartigen Fahrzeug. Geländewagen verfügen aber
selten über den Komfort mit Dusche, WC, Küche etc. und wenn doch sind
sie oft fast zu schwer, für wirkliche Geländetauglichkeit.
- Betreffend Ausstattung sind wir mit unserer Wahl sehr glücklich:
- die eigene Toilette ist ein Komfort den wir um keinen Preis
aufgeben möchten
- das gleiche gilt für die Dusche, der Boiler dabei ist nice to
have, besonders in kälterer Umgebung. Aber keine absolutes Muss. Der
100l Wassertank ist etwas knapp, das reicht bei 2 Personen, wenn
man sich sehr stark einschränkt, etwa für 3-4 Tage, inklusive
Abwasch, WC-Spülung und jeden Abend eine kurze Dusche.
- mit dem Gas-Kochherd können wir, schwer vermisste, Mahlzeiten
zwischendurch selber kochen.
- Der Kühlschrank dürfte etwas grösser sein, besonders das
Gefrierfach. Um sich bei Gelegenheit auch mit verderblicheren
Vorräten einzudecken. Ein Kompressor-Kühlschrank hat neben dem
Nachteil des Stromverbrauchs den grossen Vorteil, dass er auch bei
hohen Aussentemperaturen 4 Grad halten kann. Unser Kühlschrank kühlt
auf Gas die Aussentemperatur minus 20-25 Grad, an 110 oder 220V
etwas besser und an 12V etwas schlechter. Man/Frau rechne.
- Schön ist es jeden Abend in seinem eigenen Bett zu schlafen und
auch sonst seine eigene "Wohnung" zu haben, in nicht auf die
manchmal etwas heruntergekommenen Hotels angewiesen ist.
- Was wir auch sehr zu schätzen wussten, ist dass wir in unserem
Auto aufrecht stehen konnten, wenn es draussen regnet, kalt ist oder
regnet ist man froh für etwas Bewegungsfreiheit.
- Obwohl ein Ford, ist es halt ein in Deutschland gebautes Modell.
Das heisst, es ist fast unmöglich, Ersatzteile wie Öl-, Luft- oder
Dieselfilter zu erhalten. Wir mussten diese aus Europa einfliegen
lassen, bzw. von Besuchern mitbringen lassen. Da bieten Volkswagen,
Mercedes und Japanische Grundfahrzeuge deutliche Vorteile.
- Die Bordanlage ist für 220V ausgelegt, deshalb haben wir einen
Transformator von 110 auf 220V mitgenommen. Ist nicht unbedingt nötig,
aber doch zwischendurch ganz praktisch.
- Wir liessen uns in Kanada eine 100 W Solarzelle aufs Dach
montieren. Die Batterien werden normalerweise beim Fahren geladen, bei
langen Standzeiten ist man deshalb auf Strom von aussen oder eben
Solarzellen angewiesen. Diese Anschaffung hat sich in unseren Augen
gelohnt.
Wenn wir heute diese Reise nochmals planten, würden wir noch mehr Watt
in Solarzellen auf dem Dach montieren, eine zusätzliche Batterie und
einen Inverter für 220 V Wechselspannung einbauen, um Haushaltsgeräte
wie Rasierapparat, Computer etc. betreiben zu können. Somit könnte man
sich die Kosten für einen 110 - 220V Transformator und speziellen
Stromadapter für die Haushaltgeräte sparen. Die Kosten für den
Stromanschluss auf den Campingplätzen sind, besonders in den USA und
Kanada, im Preis drin, wenn man keinen Strom benutzt gibt es oft keinen
Rabatt.
Je nach Dimensionierung des Inverters, Batterie und der Solarzellen
können dann sogar Toaster und Kaffeemaschine betrieben werden.
Anstelle der Solarzelle könnte man sich auch die Anschaffung eines
kleinen Generators überlegen, um damit bei langen Standzeiten die
Batterien wieder aufzuladen. Generatoren und Solarzellen mit Zubehör
sind in den USA und Kanada deutlich günstiger zu kaufen. Wir haben für
den Einbau, Laderegler und Solarzelle in Kanada gleichviel bezahlt, wie
in der Schweiz alleine die Solarzelle gekostet hätte.
Es ist noch zu erwähnen, dass Solarzellen im Widerspruch zum
Camperleben stehen. Solarzellen leisten am meisten, wenn man sie
direkter Sonneneinstrahlung aussetzt, das Motorhome stellt man aber
lieber in den Schatten, damit es schön kühl bleibt.
- Unser Auto verfügt über einen 100l Wassertank, dieser wird für
Trink-, Dusch- und Abwaschwasser benutzt. Um das Wasser keimfrei und
geniessbar zu halten, benutzen wir Micropur Tropfen. Unterdessen haben
wir uns für Trinkwasser eine 20l Wasserflasche gekauft, die es ab
Mexiko an jeder Strassenecke zu füllen oder tauschen gibt. Eine andere
Möglichkeit ist der Einbau eines Wasserfilters (z.B. Katadyn), Bekannte
haben das gemacht, kaufen aber weiterhin zusätzlich Trinkwasser, weil
ihnen der Geschmack des nun absolut sauberen Wassers nicht mehr zusagt.
- Wir sind uns nicht ganz schlüssig, ob eine Klimaanlage wirklich
nötig ist. Zu unterscheiden sind hier Klimaanlagen für das Auto und den
Wohnteil.
Während der Fahrt hat man oft den Fahrtwind, der kühlt, nur in Städten
kann es unangenehm warm werden. Eine Autoklimaanlage wäre da sicher
angenehm und würde mit dem Motor betrieben.
Für den Wohnteil ist einfach die Frage, woher man den Strom nimmt.
Bisher sind wir ganz gut ohne zurecht gekommen, hätten aber an einigen
Orten davon geträumt, wenn der Lärm unseres Ventilators das Träumen
zugelassen hätte.
Fahrzeug-Reparaturen
An einigen Orten Kann es recht schwierig werden sein Fahrzeug
fachgerecht reparieren zu lassen. Hier ein paar Adressen wo anschliessend
nicht alles vermurkst oder kaputt war.
Guatemala, Panajachel an der Durchfahrtsstrasse hat es neben der
Feuerwehr einen deutschen Automechaniker.
Argentinien, Salta an der Pellegrini 732 hat es J.C. Martinez
Amortiguacion, äusserst hilfsbereit und repariert gekonnt auch Dinge die
nicht mit der Federung zu tun haben. Man kann bei ihm auch in der Garage
zum Übernachten sicher stehen bleiben.
Bolivien, La Paz an der Calle James Freyre 2326 gibt es die
Garage von Ernesto Hug. Er spricht Deutsch und ist ein kompetenter
Fachmann. Man kann bei ihm auch in der Garage zum Übernachten sicher
stehen bleiben.
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