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3. - 6.10.2001 (18'000 km)
Yellowstone National Park
Der älteste und zweitgrösste National Park Amerikas ist noch heute ein
absolutes Muss. Er weisst neben unheimlich vielen Besuchern (über 3
Millionen jedes Jahr) mehr als 300 Geysire und die höchste
Hirschpopulation auf. Und nicht zu vergessen, er ist einer der grössten
aktiven Vulkane.
Zum Glück waren wir in der Nachsaison hier, wir konnten uns aber anhand
der Grösse der Besucherzentren und Parkplätze vorstellen, wie es in der
Hauptsaison aussehen muss.
Absolut begeistert waren wir von den Geysiren, welche hier in
verschiedenen Farben und Formen anzutreffen sind. Überall, nicht nur
hinter dem Steuer, sieht man Büffel, herdenweise. Hirsche sind sogar
inmitten der Dörfern anzutreffen, wo sie sich an den Vorgärten erlaben.
Daneben hat es noch Schlamm-und-Matsch-Vulkane, Thermal-Quellen, saure
Seen, Canyons, Flüsse, Wasserfälle, Wälder etc. etc.
Nachtfrost
Tagsüber war es sonnig und je nach Wind sogar angenehm warm. In der
Nacht wurde es dann aber empfindlich kalt. Dies bemerkten wir daran, dass,
als wir am Morgen zur Körperpflege schritten, die Wasserhähne streikten.
Es kam kein Wasser und unsere Wasserpumpe lief auch nicht an. Das
Thermometer im Camper zeigte -3 Grad an (weiter runter kann es
nicht) und dann war uns das Problem klar. Die Frischwasserleitungen waren
gefroren. Schnell schalteten wir die Heizung ein und schon bald hatten wir
wieder fliessend Wasser, nur leider nützte uns das wenig, lief doch das
Abwasser auch nicht ab. So mussten wir uns mit einer Katzenwäsche begnügen
und mit dem Auto an die Sonne fahren, bis alles wieder aufgetaut war.
Während der nächsten Nacht liessen wir die Heizung auf tiefer Stufe
laufen, um diesem Problem vorzubeugen.
Der erste Einbruch
Am 5.10.01 (ja genau Birgits Geburtstag) um ca. 16 Uhr wurde das erste
Mal in unseren Camper eingebrochen. Der Täter ist bekannt.
Wie es dazu kam...
Ein Hirsch graste friedlich mit seinem Harem auf einer Wiese am
Strassenrand. Ich fuhr geistesgegenwärtig rechts ran, die Kamera schon in
der Hand und auf ging's zur Fotosafari. Währenddessen schloss die
besonnene Birgit die Autotüre auf ihrer Seite ab und machte sich auch
daran, das Ganze aus der Nähe anzusehen.
Eine Viertelstunde und viele Hirsche später ging es zurück zum Wagen und
oh Schreck, alle Autotüren waren verschlossen und ich sah den
Autoschlüssel beim Lenkrad stecken. Leicht resigniert aber doch
hoffnungsvoll fragte ich Birgit, ob sie vielleicht ihren Autoschlüssel
dabei habe, worauf sie aber den Kopf schüttelte.
Mist, die Autoschlüssel im Auto eingeschlossen.
Eine Packung "Fisherman's" und viele Ideen wie Fenster einschlagen,
Türe aufsprengen, AAA (amerikanischer TCS) anrufen,
einfach weggehen und so tun, als wäre das nicht unser Auto später,
entschliessen wir uns für die rohe Gewalt. Ein freundlicher Mann lieh uns
nichts ahnend sein Leatherman Tool (ein kompliziertes Sackmesser) und
schon machte ich mich an die Arbeit.
Birgit identifizierte sofort das Fenster in unserer "'Wohnungstüre" als
das am wenigsten wichtige. Schweren Herzens machte ich mich also ans Werk
und wuchtete hier ein bisschen mehr, da etwas weniger, bis das Fenster
offen war. Ein Kinderspiel und schon waren wir wieder drinnen. Kaputt ging
lediglich der Verschluss des Fensters. Diesen konnte ich ein paar
Tage später durch einen Verschluss des Schotterstrassenopfer-Fensters
ersetzen.
Mosquito kommt das erste Mal nicht mehr vom Fleck
Da Mosquito morgens (wegen der Kälte) äusserst harzig anspringt,
erinnerte sich Hubi an einen Tipp "... einfach einen Viertel Benzin zum
Diesel mischen und schon springt der Motor an wie immer".
Leider kannte unser Camper diesen Trick nicht. Denn kaum hatte sich dies
ganze Sosse nach der Tankstelle etwas vermischt, begann er schon zu
stottern und husten. Dabei hatten wir maximal einen Sechstel Benzin in den
Tank gefüllt. So fuhren wir also weiter und versuchten die
Sehenswürdigkeiten zu geniessen. Nicht einfach, wenn man den Motor oft nur
durch "Vollgas geben" am Laufen halten kann. Durch das Vollgas geben war
er etwas durstiger als sonst und so konnten wir schon bald wieder etwas
Diesel nachgiessen.
Jetzt lief er eigentlich wieder fast wie normal, bis wir einen nicht enden
wollenden Berg hinauffuhren. Zügig und im dritten Gang gingen wir die
Steigung an, schon bald verlangte er aber nach dem zweiten und bald darauf
nach dem ersten Gang. Und der kenntnisreiche Leser wird es schon vermutet
haben: je wärmer der Motor wurde, desto schlimmer wurde der
Leistungsschwund, bis wir schliesslich anhalten mussten, um den Motor
abkühlen zu lassen.
Wie meist, wenn wir irgendwelchen Ärger oder selber Flausen im Kopf haben,
wurden wir belohnt. So auch dieses Mal, denn kurz vor der Weiterfahrt
überquerte ca. 2 Meter vor uns ein riesiger Elch die Strasse.
Unterdessen haben wir den Tank leer gefahren und fahren jetzt wieder mit
100% Diesel.
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