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28.02. - 6.03.2002 (33'700 km)
Erste Tage in Antigua
Bevor wir überhaupt in Antigua eintrafen, hatten wir schon genaue
Vorstellungen, wo wir Spanischunterricht nehmen und bei welcher Familie
wir wohnen wollten. Das haben wir Silvia und Daniel, 2 Bernern, die mit
dem Motorrad entlang der Panamericana reisen, zu verdanken. Von einander
gehört hatten wir über JOchen und Tom
und dank der modernen Technologie, dem Internet. Getroffen haben wir
uns bis heute nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Also eben, durch regen Email-Austausch haben die Beiden uns ihre Schule
und auch ihre Familie in Antigua bekannt gegeben. Also fuhren wir zuerst
zu der Familie, stellten aber schnell fest, dass sich entweder der
Torbogen oder Mosquito bleibenden Schaden aus einem Einfahrversuch
zuziehen würde. So, dachten wir, dann werden wir das Problem "Parkieren"
mal an die Schule delegieren.
Da die Strassen in Antigua aus einer Art Kopfsteinpflaster bestehen und
viele Strassen mit Steinpfeilern die Durchfahrt grösserer Fahrzeuge
verhindern, liessen wir unser Auto für einmal stehen und machten uns zu
Fuss auf die Suche nach der Schule. Dort angekommen, wurden wir vom
Direktor Marcos ganz freundlich begrüsst und wir erzählten ihm von unserem
Begehr nach Schule, Unterkunft und sicherem Parking. Kurzerhand rief er
sämtliche Familienmitglieder (die haben wirklich grosse Familien hier in
Guatemala) an und schickte alle zum Torbogenhöhe und -breite messen.
Während wir auf die Messergebnisse warteten, widmete sich Marco dem
Schule-Anpreisen und zeigte uns mal seine offizielle Kurs-Preisliste. Wir
röchelten nach Luft, denn 410 US$ für 3 Wochen à 5 Tage mit je 6 Stunden
Einzelunterricht und das pro Person, nimmt wohl jedem den Atem. Wir
erzählten ihm dann von unseren Busenfreunden, Silvia und Daniel, wie sehr
ihnen die Schule gefallen habe und so weiter und so fort. Marcos erklärte
sich dann sofort bereit, uns zu den gleichen Bedingungen unterrichten zu
lassen. So einigten wir uns auf den Preis von 250 US$, den die zwei sich
sicher hart erkämpft hatten. An dieser Stelle: Gracias Silä u Dänu.
Unterdessen stellten wir fest, dass alles Messen nichts half, wir sind
einfach zu hoch. Da aber kam Gustavo zum Zuge, der da auch so rum sass. Es
gibt überall immer wieder Leute, die sich im Rumsitzen üben. Er kannte den
Besitzer einer Werkstatt, auf dessen Gelände schon zwei Wohnmobile stehen.
Gegen den bescheidenen Betrag von 20 Quetzales - der Quetzal ist neben dem
Wappenvogel und auch die Währung von Guatemala - also etwa für CHF 4.00 am
Tag, könnten wir Mosquito dort sicher parkieren. Damit fiel unser Plan, im
Auto zu leben und bei einer Familie zu essen, ins Wasser. Aber, das macht
nichts, denn wir sind ja so unheimlich flexibel - man wird das auf einer
Reise.
Bevor wir eine Leidensmine wegen den Kosten für einen Monat Parkieren
aufsetzen konnten - wir wollen nämlich bis nach Ostern in Antigua bleiben,
da in dieser Zeit wunderbare und weltweit berühmte Semana Santa-Umzüge
stattfinden -, griff Marcos zum Taschenrechner und erklärte feierlich,
dass er während unseres Schulaufenthaltes (ganze 3 Wochen) für die Kosten
des Parkings aufkommen werde. Wow, das hat uns unglaublich gefreut!
Mit dem Sohn des Werkstattbesitzers haben wir dann ausgemacht, dass wir
die ganze Zeit für den Preis von drei Wochen stehen dürfen - gewusst wie.
Dann haben wir unser Quartier bei einer Familie bezogen. Gleich zu Beginn
fiel uns das fehlende Privatbad auf und auch, dass der Raum etwas gar
finster war. Ja, ja, von unserem Mosquito sind wir halt schon etwas
verwöhnt.
Zurück beim Schuldirektor liessen wir uns dann ein neues, helles Quartier
mit Privatbad und eigenem Balkon vermitteln. So kommt es, dass wir am 27.
Februar unser erstes Quartier bezogen und 4 Tage später schon wieder
umgezogen sind.
Wie viele weitere Familien werden folgen? Werden die Lehrer unseren
hohen Ansprüchen genügen? Wer wird auf der Strecke bleiben? Mehr, bald auf
dieser Website....
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