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20. - 29.05.2002 (37'700 km)
Nationalpark Santa Rosa
Etwa 30 km nach der Grenze erreichten wir unser Ziel, den Santa
Rosa Nationalpark. Im Häuschen am Eingang befand sich niemand, also fuhren
wir gleich weiter in den Park hinein. Schnell war der für das Campen
reservierte Platz unter grossen, Schatten spendenden Bäumen gefunden und
Minuten später standen wir auch schon unter der kühlen Dusche, die wir
aber mit allerlei Getiere teilen mussten.
Der Comedor (einfaches Restaurant) hatte leider schon zu, also brutzelten
wir selbst etwas. Das Zwitschern der Vögel, das Zirpen der Grillen und das
Heulen der Brüllaffen sagte uns dann dermassen zu, dass wir den folgenden
Tag mit Gegend erkunden, Brot backen und Camper putzen verbrachten. Der
Schock folgte dann beim Verlassen des Parks, als wir die Eintritts- und
Campinggebühren bezahlen mussten: 6 US$ plus 2 US$ pro Person und Tag, und
dies soll noch einer der günstigeren Parks sein.
Playa Brasilito
Laut unserem Führer ist Brasilito an der Playa Brasilito ein
verschlafenes Fischerdorf mit ein paar Restaurants, kleinen Hotels und
einem Campingplatz. Dies stimmt voll und ganz und es gefiel uns gleich so
gut, dass wir paar Tage länger als geplant blieben.
Der von Hans, einem Deutschen, geführte Campingplatz befindet sich unter
Palmen am Strand und vom Camper aus konnten wir das Wellenspiel beobachten
und uns vom Rauschen des Meeres einlullen lassen. Erstaunlicherweise war
das Klima sehr angenehm, denn es wehte immer ein kühlendes Lüftchen, das
uns leider jeweils abends im Stich liess. Die Stechmücken waren hier noch
nicht alle geschlüpft, was wohl auf die etwas verspätete Regenzeit
zurückzuführen ist. So konnten wir den allabendlichen Schlummertrunk
geniessen, ohne immer um uns schlagen zu müssen.
Sind die nicht ganz dicht?
Während unserer letzten drei Tage in Brasilito traf dann doch noch die
kleine Regenzeit ein. Das bedeutet, dass es jeden Tag regnet, manchmal
fallen nur ein paar Nieseltropfen, manchmal aber öffnen sich die
Himmelsschleusen und es schüttet, was das Zeug hält. Als wir dann mal 1½
Tage richtig tollen Regen hatten (nostalgische Gefühle bemächtigten sich
unser), stellten wir fest, dass es in unser Bett tropfte.
Der aufmerksame Leser unserer Berichte erinnert sich sofort:
Vancouver, Freitag, der 21. September 2001, nachmittags, bei leichtem
Nieselregen...
Alle anderen erhalten
hier noch einmal den Link.
Nein, nicht das neue Alkovenfenster, sondern die ebenfalls neue Dachluke
war undicht und so tropfte - wenig zwar, aber eben doch nass - Wasser in
unser Bett! Dies stellten wir natürlich ziemlich spät abends fest, doch
zum Glück schloss Petrus kurz darauf die Schleusen und so konnte die
Reparatur auf den nächsten Tag verschoben werden.
Silicondichtmasse war schnell gefunden und der freundliche Verkäufer lieh
uns auch gleich noch die Pistole dazu aus. Hubi konnte dann die Luke vor
Ort, am Strassenrand, neu abdichten. Nun warten wir auf richtigen Regen,
um die Qualität der Arbeit zu prüfen.
Playa Samara
Schöne Strände hat es auch hier und wieder einmal standen wir direkt am
Meer. Den Sonnenuntergang beobachteten wir beim Abendessen, später dann
drifteten wir zum Geräusch der tosenden Wellen, die sogar unseren
Ventilator übertönten, ins Land der Träume ab. Das Meer schien uns etwas
zu rau zum Baden, aber den Wellenreitern machte es grossen Spass.
Am zweiten Nachmittag unseres Aufenthaltes, wir sassen gerade zufrieden
mit uns und der Welt vor dem Camper, Birgit von einem Buch gefesselt, Hubi
von den Wellen fasziniert ... aber die werden ja immer höher... oho...
eine riesige Welle brauste heran, eine zweite folgte und die dritte liess
auch nicht lange auf sich warten und schon stand unser Campingplatz unter
Wasser! Zum Glück hatten wir uns nicht in den Sand gelegt, sondern unsere
Liegestühle benutzt.
Aber nicht nur Wasser, sondern auch alles Sonstige, was Mensch und Natur
ins Meer fallen lassen, wurde an Land gespült. Strandrestaurants mussten
wegen Putzarbeiten schliessen, Birgit flüchtete sich ins Auto (welches zum
Glück trocken geblieben war) und Hubi stand bis zu den Knien im Wasser,
schaut den Mächten der Natur zu, fotografierte die sich auf Palmen
rettenden Krebse, unterhielt sich mit dem Campingwart über dieses
erstmalige Ereignis (?) und versuchte den Transformator vor dem Ertrinken
und uns vor dem Stromschlag zu retten. Am nächsten Tag reisten wir bereits
am Vormittag ab.
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