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13. - 19.11.02 (57'000 km)
Von Puerto Natales führte uns die asphaltierte Strasse nach Punta
Arenas, wo wir uns einmal mehr im Supermarkt vergnügten Zu Zweit
kaufen wir normalerweise 1-2 Mal die Woche ein, doch zu Viert reichen die
eingekauften Goodies jeweils nicht weit (vor allem bei 2x Zumwald).
Ushuaia
Der Weg nach Tierra del Fuego muss erkämpft werden, so kam es uns auf
jeden Fall vor. Die Strasse nach Ushuaia war zur Hälfte nicht asphaltiert
und wegen dem vielen Staub sahen wir uns gezwungen, mit nur 20 km/h vor
uns hin zu tuckern. Die Landschaft war zwar schön, doch nicht sehr
abwechslungsreich und so war oft ausser dem Fahrer niemand im Camper wach.
Das Wetter hätte besser nicht sein können, aber kaum in Ushuaia
angekommen, öffnete der Himmel die Schleusen und es begann zu regnen und
zu hageln. Nach einer kurzen Mittagspause schnallten wir unsere
Regenjacken (Verena und Michel zusätzlich die assortierten Regenhosen) und
machten uns auf, Ushuaia zu erobern. Zu unserer Überraschung stellte sich
die südlichste Stadt als sehr modern heraus und so beschäftigten wir uns
an diesem verregneten Tag mit Internet, Essen einkaufen, Kaffe trinken und
Kuchen essen. Am nächsten Tag sah das Wetter schon viel besser aus und so
machten wir uns auf, den Nationalpark Tierra del Fuego zu besichtigen und
die obligaten Fotos zu schiessen.
Feuerland erhielt seinen Namen übrigens nicht, weil es ein so garstiges
Land ist. Nein, die ersten Seefahrer, die unter Magellan den gleichnamigen
Seeweg suchten und schliesslich auch fanden, vergaben diesen Namen
aufgrund der vielen Lagerfeuer der Eingeborenen.
Der Gletscher Perito Moreno
Da Verena und Michel nicht unendlich lange Urlaub haben, mussten wir
uns etwas sputen, um unsere Reisepläne einzuhalten. Nach zwei Fahrtagen
und über 1'000 km später, befanden wir uns dann in El Calafate am Lago
Argentino, in der Nähe des berühmten Perito Moreno Gletschers. Um den
beiden Fahrern eine Pause zu gönnen, unternahmen wir den Ausflug zum
Gletscher mit dem Taxi. Einmal mehr staunten wir über die Grösse des
Landes: El Calafate ist dem Gletscher am nächsten und doch 80km davon
entfernt, auch mit dem Taxi dauerte die Fahrt 2 Stunden.
Der Gletscher dann war einfach atemberaubend. Auf Terrassen wird der
Tourist ziemlich nahe an den Gletscher geführt. Von da aus hört man ab und
zu einen Knall und kann sich die Kräfte vorstellen, die im Innern des
riesigen Eisfeldes wohl wirken mögen. Als einer der wenigen Gletscher, die
heute noch wachsen, unterteilt er mittlerweile einen Arm des Lago
Argentino und das Wasser staut sich, bis der Druck ausreicht, um das Eis
wieder aus dem Weg zu räumen. Dies geschah in den letzten Jahrzehnten
ziemlich unregelmässig, vor Ort spricht man von einem 4-Jahres-Zyklus, die
effektiven Jahreszahlen bestätigen dies aber nicht. Wir konnten leider
kein solches Spektakel beobachten, nur kleinere Eisbrocken haben sich von
der bis zu 55 Meter hohen Wand gelöst und sind mit lautem Getöse ins
Wasser gefallen, kleinere Flugwellen auslösend.
Der Abschied
Nach 3½ Wochen luden wir Verena und Michel beim Busbahnhof von Caleta
Olivia ab, von wo aus die Beiden ihre Reise über die Carretera Austral
nach Santiago de Chile fortsetzten. Wir wollten unserem Auto diese
Staubschlacht nicht zumuten und fuhren auf asphaltierten Strassen Richtung
Norden weiter.
Natürlich werden wir die Zwei sehr vermissen: Das zaghafte Klopfen an
unsere Campertüre um 9:00 Uhr früh, wenn sie - vor Kälte schlotternd - um
Frühstück baten, ihre paar Siebensachen schon zusammengepackt, bereit für
die Weiterfahrt. Die im Camper gekochten Nachtessen, wo wir uns oft mit
Michel um das letzte Stück Fleisch stritten und der chilenische und
argentinische Wein in Strömen floss. Die gemeinsam unternommenen
Wanderungen, wo die Beiden für jede Windgeschwindigkeit die passenden
Handschuhe dabei hatten - wir, die wir die asketische Lebensweise
perfektioniert haben, unternahmen diese anspruchsvollen Exkursionen in die
Bergwelt mit dem bescheidensten Equipment.
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