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8. - 16.12.02 (60'700 km)
In Mar del Plata
Wir benötigten 3 Tage, um die 1'500 km Distanz zwischen Bariloche und
unserem Zielort Mar del Plata zu überbrücken. Diese Fahrt hatte ein
grosses Highlight: das verwunschene Tal oder Valle encantado.
Anschliessend fuhren wir stundenlang durch die Pampa, die einzige
Abwechslung für Auge und Geist waren die vielen verschiedenen Vögel, die
wir - als Hobby-Ornithologen - uns bekannten Vogelarten zuzuordnen
versuchten.
Nur ein paar Kilometer ausserhalb Mar del Platas fanden wir dann einen
gemütlichen und ruhigen Campingplatz gleich am Meer. Und nun machten wir
uns eifrig daran, unsere Rundreise in Brasilien, den eventuellen
Karnevalbesuch in Rio und die Rückreise nach Europa im März zu planen und
gegeneinander abzustimmen.
Die paar Abstecher in die Stadt waren dazu bestimmt, unsere Garderobe
aufzufrischen, da diese nach 1½ Jahren reisen langsam etwas
heruntergekommen aussieht. Nebenbei galt es sich ohne Sonnenbrand zu
sonnen, ohne zuzunehmen die besten Restaurants zu besuchen, ohne
überfahren zu werden die lokalen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und
trotz Stromausfall an unserer Homepage eine Auffrischung durch zu führen.
Mar del Plata liegt etwa 400 km südlich von Buenos Aires und ist das
grösste Baderessort Argentiniens. Trotz einer halben Million Einwohnern
(während der Urlaubszeit über 2 Millionen), Hochhäusern und einer
schrecklich stinkenden Fischmehlfabrik im Hafengelände, hat man es
geschafft, ein angenehmes Ferienklima zu erhalten.
Doch zurück zu unserem Campingplatz: Wir waren Freitagmorgen gerade
gemütlich mit Ausschlafen beschäftigt, als auf einmal 15-20 riesige
Autobusse auf den Platz gefahren kamen und Tonnen von Menschen auswarfen.
Innert kürzester Zeit war der leere Platz mit Zelten und Leuten übersäht,
Stunden später leider auch mit Abfall. Die Leute waren Mitglieder einer
Arbeitergewerkschaft, die tagsüber in Form von Demonstrationen der
Regierung ihre Meinung sagten und abends mit ihren mitgebrachten
Familienangehörigen (vom Baby bis Urgrossmutter) voller Lebensfreude
feierten. Als partyfreudiges Volk bekannt, gaben sie sich auch hier keine
Blösse und liessen am Ankunftstag bis 2 Uhr früh äusserst laute Musik
spielen. Doch am Samstagabend kam es noch besser. Der
Musikkassetten-Beauftragte muss wohl im Laufe des Tages abgereist sein,
weil bis etwa drei Uhr früh immer die gleiche Kassette abgespielt wurde,
danach wurde es besser, weil ein findiger Kopf auf Radio wechselte; so
wurde dann auch zwischen durch zu Verkehrsmeldungen getanzt. Wie der Leser
zu Recht annimmt, taten auch wir bis 6:00 Uhr früh kein Auge zu...
Doch der Argentinier ist nicht nur ein aktiver Nachtmensch, denn sobald
die Sonne scheint, setzt er sich alleine oder in Gesellschaft nach
draussen an die Sonne, mit einem Thermoskrug heissem Wasser und seinem
Mate bewaffnet (Mate: siehe Reisebericht Nach
Salta). Oft geht er dann auch noch ein bisschen weiter und fängt am
nächsten Grillplatz an zu grillen. So roch es auf unserem ehemals
gemütlichen und ruhigen Campingplatz schon von morgens 9 Uhr bis morgens
(nachts?) 4 Uhr nach gegrilltem oder verbranntem Fleisch, wobei das
Grillfleisch hier, wie schon einmal erwähnt, nicht unbedingt unseren
Vorstellungen entsprechen muss. Wir konnten uns elegant jeglicher
Einladung entziehen, indem wir uns entweder in der Stadt Einkaufsorgien
hingaben oder uns im Innern des Campers verschanzten.
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